MOPOT

Mobilisierung der Potenzialreserven     
Unternehmensberatung
Dipl.Ing.Dipl.Wirtsch.Ing. Volkhard Ehlert   
Projektbeispiel : MWPOT-Konzept Deutschland: Problemlösung Massenarbeitslosigkeit,  Herleitung eines sinnvollen Vollbeschäftigungs- und Wohlstandskonzepts für Deutschland und Europa.

rauteMOPOT-Unternehmensberatung raute Initiative: MWPOT-Konzept gegen die MassenarbeitslosigkeitrauteInitiative: Für eine potentialfördernde Erbschaftssteuer
Das MWPOT-Konzept für Deutschland: Die effektivsten Maßnahmen für sinnvolle Vollbeschäftigung und Wohlstandssicherung!
( Begründung der Problematik und Zusammenfassung der Lösung (das MWPOT-Konzept)).


1. Problemstellung, Scheitern und Umsetzungschaos bei sozialen und wirtschaftlichen Reformen in Deutschland.


Deutschland ist nicht irgendein Staat, sondern einer der wohlhabensten von Europa und der ganzen Welt. Und der Wohlstand wächst mit dem BIP tatsächlich auch real ständig jedes Jahr. Jedoch hat, trotz realen Wachstums, der reale Wohlstand in den letzten Jahrzehnten für eine Mehrheit der Bevölkerung merklich abgenommen und das, obwohl der Beschäftigungsanteil der Bevölkerung sogar gestiegen ist. Tatsächlich wirkt sich das Wirtschaftswachstum offenbar nicht auf die Entwicklung der Armut aus. 14,5% der Menschen in Deutschland gelten nach den jüngsten Untersuchungen als armutsgefährdet, das ist seit vielen Jahrzehnten ein trauriger Rekord. Im Aufschwungjahr 2010, in dem die Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent zulegte, sank die Armutsquote um gerade einmal 0,1 Prozent; ähnlich war die Entwicklung auch in anderen wachstumsstarken Jahren seit 2005. Was im Prinzip bedeutet: das Wohlstandswachstum wirkt sich am wenigsten auf die aus, bei denen der wirtschaftliche Nutzen (wegen der hohen Konsumquote gilt das auch gesamtwirtschaftlich!!) am größten wäre! Bei einer sozial gerechten und volkswirtschaftlich sinnvollen Wachstumsverteilung müßte es genau umgekehrt sein, zumal prozentuales Wachstum bei niedriger Basis leichter zu erzielen ist.
Das ist auch deshalb höchst verwunderlich, weil Deutschland sich als ein Sozialstaat mit demokratischer Regierung versteht.  Was für Deutschland- den wirtschaftlichen Motor der EU-  gilt,  gilt auch in leicht abgewandelter Form für die EU insgesamt, eigentlich  für alle westlichen Industrieländer incl. der USA. Insofern hat das Problem, hier am Beispiel Deutschland eörtert, grundlegenden und globalen Charakter. Wenn wir es schaffen, für Deutschland "einen nachhaltigen Weg zum verbesserten Wohlstand für alle" aufzuzeigen, wird dieser Weg  sicherlich für andere Staaten ebenfalls vorteilhaft sein. Das ist das Ziel!

So verständlich alle isoliert vorgebrachten Begründungen für  Reformen wie  Hartz4, Gesundheit, Rente, Bildung, Steuer,  Mindestlohn und  bedingungslosesn Grundeinkommen etc. sein mögen:  Wo ist die ordnende Hand, wer hat noch die Übersicht, was zusammen passt??  Was bringt uns wirklich weiter??
In Deutschland ist in den letzten Jahren ein Diskussions- und Umsetzungschaos bei Reformen aller Art entstanden. Ob Gesundheits-, Renten- oder Hartz4-Reform, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die gefundenen Lösungen dem  Standort Deutschland  nicht nützen. Angebliche Lösungen erreichen  sogar oft das Gegenteil des Gewollten: so hat z.B. die Hartz-Reform mit enormen Verwaltungsaufwand die Arbeitslosigkeit und. Bedürftigkeit von Menschen eher zementiert als diese - wie eigentlich vorgesehen -  beseitigt. Auch unser angeblich vorbildliches Gesundheitssystem verdient Fragezeichen, auch hier wächst der Verdacht, dass es die Sterberate durch die im Krankenhaus erworbenen Infektionen und der nicht beherrschbaren Nebenwirkungen der zahllosen Medikamente eher erhöht als reduziert. Trotz immensem Aufwand und Kosten verbessert sich die Lage nicht.

Besonders gravierend zeigt sich die Fehlsteuerung am Arbeitsmarkt. Arbeitslose werden durch staatlichen Zwang in Ein-Euro-Jobs oder prekäre Arbeitsverhältnisse hineindrangsaliert, kommen dadurch in eine ausweglose Lage der Armut und Verelendung und in ständige staatliche Fürsorgenotwendigkeit . Die Angst, insbesondere für Ältere, in die Armut zu rutschen, wächst. Es kann heute jeden, auch gutverdienenden Arbeitnehmer, treffen. Kein Wunder, dass jedweder langweilige aber sichere Beamtenjob  wieder seine Renaissance erlebt.
Ja, der Beschäftigungsanteil ist gestiegen, besonders bei einer Bevölkerungsgruppe: den Rentnern, deren Rente zunehmend nicht mehr ausreicht, um der Armutsfalle zu entgehen.
Als Ergebnis also: Beschäftigungszwang mit prekären Arbeitsverhältnissen sogar für Rentner und Akademiker?? Gleichzeitig gibt es angeblichen Fachkräftemangel, weshalb außereuropäischen Arbeitskräften der Zuzug erleichtert werden soll ??
Durch sein konfuses Handeln treibt  der deutsche Staat so  - sicher ungewollt -  immer mehr Menschen in seine Allround-Fürsorge für wirtschaftlich Notleidende.  Dadurch schafft er sich nicht nur  Probleme im sozialen Bereich, sondern auch in dem Vertrauen der Bürger an die Funktionsfähigkeit unserer demokratischen Staatsform . Durch den bedeutenden Anteil wirtschaftlich notleidender Menschen droht der Staat zusätzlich als Allround-Fürsorger immer mehr in den Dunstkreis einer zentralistisch geführten Planwirtschaft zu geraten. So muß der Staat  gegenwärtig bereits für ca. 15% der arbeitsfähigen Menschen sorgen und bestimmen, was und wieviel sie konsumieren dürfen und wieviel Miete sie zahlen dürfen. Das bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft. Abgesehen von den damit verbundenen menschlichen Entwürdigungen: das ist leistungsfeindlich, schwächt den Binnenmarkt zusehends, senkt das Wohlstandsgefühl und schadet dem Standort Deutschland. 
Dabei lenken unsere selbst geschaffenen internen Probleme  uns von den eigentlichen Herausforderungen unserer veränderten globalen Wirtschaft ab. Hier ruhen wir uns noch auf unserer gegenwärtigen Position und den Exporterfolgen aus und freuen uns in geradezu selbstmörderischer Weise, wie begierig z.B. China unseren Technologie- und Wissensvorsprung aufsaugt, den wir Ihnen völlig freiwillig und kostenlos anbieten. Dabei ist dies das Einzige, was bislang noch unsere Arbeitsplätze etwas absichern kann. Wenn wir nun aber auch noch aus eigenem Antrieb - z.B. aus Kostengründen - unsere Arbeitsplätze nach China verlagern, sind unsere marktfähigen Innovationen dort schneller kopiert als wir sie entwickeln können. Wie ein riesiger Staubsauger für globale Produktions- und Dienstleistungsarbeitsplätze agieren China und zunehmend Indien. Beide wirken als eine Art Rattenfänger für globale Unternehmen, die nur allzu bereit sind, unter kurzfristigen Gewinnmaximierungszielen ihre Produktionen dorthin zu verlagern. Ohne Produktionsarbeitsplätze verschwinden aber auch viele Dienstleistungsarbeitsplätze, insofern ist die Ausrichtung auf eine scheinbar allein existenzfähige Dienstleistungsgesellschaft ein wirtschaftlicher Holocaust und eine  Fehlorientierung der Wirtschaftspolitik mit schlimmen Folgen. In einer  globalen sozialen Weltwirtschaft kann es sich künftig kein Staat  mehr leisten, aufgrund kurzfristigem Kostendenken von Unternehmen, hochtechnisierte Arbeitsplätze in andere Staaten zu verlagern, wenn im eigenen Staat noch Arbeitslosigkeit herrscht. Die (kurzfristige) Optimierung der Unternehmen führt hier zu einer langfristigen Schädigung der Volkswirtschaft.

Was auch bei gut gemeinten Lösungsansätzen stets fehlte, ist die gesamtheitliche Sicht unserer Probleme, deren Abhängigkeiten untereinander und die anschließend darauf ausgerichteten Prioritäten bei der Problembewältigung, nur so kann eine gewisse Linie und Geradlinigkeit in der Zielsetzung und -verfolgung entstehen. Die Wichtigkeit der Prioritätensetzung für den Erhalt unseres Wohlstandes auch unter Berücksichtigung einer globalen Gesamtsicht kann nicht hoch genug bewertet werden.  Gesamtheitliches Denken ist dabei besonders wichtig und das scheint mir immer mehr verloren zu gehen.  Nur wenn in der richtigen Reihenfolge Lösungswege zumindest erkannt und umgesetzt werden, kann man erreichen, daß nachrangige Einzellösungen zumindest ansatzweise  integriert sind und aus ihnen mehr Nutzen als Schaden entsteht.  Besonders schädlich sind oft die nicht genügend durchdachten ad hoc - Handlungen zur Krisenbeseitigung (Hartz4-System, Abwrackprämie, Steuersenkung für Spitzeneinkommen und Erbschaften etc.), mit mittel- und langfristig eher Krisen - verstärkenden - Charakter.  Auch neuere Tendenzen, Politik bevorzugt für sogenannte "Eliten" (FDP!!) zu machen, ist wenig hilfreich. Es hat derzeit in Deutschland tatsächlich den Anschein, als würde auch jede gut gemeinte wirtschaftspolitische Maßnahme die Krise eher verstärken. Bestenfalls können diese eine kurzfristige Kosmetik bewirken und unsere tatsächlichen Probleme verschleiern. Am deutlichsten wird unsere Krisensituation tatsächlich durch die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse, mit denen sich unsere Bürger vor der Massenarbeitslosigkeit retten müssen. Die prekären Arbeitsverhältnisse, deren Einkommen nicht einmal zum Leben reichen, sind jedoch keine Lösung, sie sind Teil des Problems, sie müssen dazu gerechnet werden. Dass die Politik diese Arbeitsplätze als Erfolg wertet, ist nichts als gefährliche Schönfärberei der Arbeitslosenstatistik.  Die Problematik ist also nicht neu, die Politik und ihre Berater versuchen und versprechen seit Jahrzehnten Lösungen, bisher aber ohne Erfolg.  Zudem  wird das Problem der steigenden Massenarbeitslosigkeit immer wieder bei vorübergehenden, meist kurzzeitigen Aufschwüngen gern wieder vergessen oder hintenan gestellt, wie auch gegenwärtig. Das ist mehr als fahrlässig!!  Deutschland gerät jetzt dadurch immer mehr in eine kritische  Phase, die mittelfristig wieder einmal für unsere Demokratie existenzschädigend sein kann. Auch die Soziale Marktwirtschaft als funktionierendes System erscheint nicht mehr glaubwürdig.  Wie kann eine Marktwirtschaft sozial sein, wenn sie trotz ständiger Produktivitätssteigerung zunehmend Arbeitsplätze generiert, die nicht einmal die Existenz sichern? Trotz Produktivitätssteigerung und technischem Fortschritt nimmt der allgemeine Wohlstand ab, sinkt der Reallohn der Massen seit ca. 30 Jahren?? Für sinkenden Wohlstand der Massen eines Staates gäbe es in der globalen Marktwirtschaft nur eine einzige plausible Ursache: Die abnehmende globale Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitsplätze in diesem Staat. Dagegen würde auch  eine  konjunkturbedingte Erholung der Weltwirtschaft recht wenig helfen und prekäre Jobs erst recht nicht, sie sind nur verdeckte Arbeitslosigkeit. Auf diesem Weg Vollbeschäftigung zu erreichen, ist  ein Täuschungsmanöver der Politik mit dem der weitere Abstieg vorprogrammiert ist.  Die Arbeitlosenstatistik wird auf diese Weise geschönt, verdeckt und gefälscht.
Ein weiteres Beispiel für die Täuschung mit globalen Statistiken sind die Lohnstückkosten: Für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft werden als beliebtester Maßstab die Lohnstückkosten herangezogen, je niedriger diese sind, desto besser soll die Positionierung sein.  Auch mit diesen Statistiken der Lohnstückkosten wird viel Täuschung und Unsinn in der Politik getrieben, denn danach müßte z.B.  Griechenland  wettbewerbsmäßig am besten, sogar im einheitlichen Währungsraum der EU dastehenWie der Vergleich von 2008 zeigt, hatte danach Griechenland die international niedrigsten Lohnstückkosten. Trotzdem rauschte Griechenland als erstes EU-Land in die Krise wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit?? 
Alle diese Täuschungsmanöver können aber nicht darüber hinwegtäuschen: Die Massenarbeitslosigkeit (inclusive der prekären Beschäftigungen) in ganz Europa und auch in Amerika ist im Ansteigen!!
Nicht das Auf und Ab der Weltwirtschaft, nicht die Globalisierung ist schuld, es ist unser Festhalten an unserem  alten verkrusteten staatlichen Regelwerk und die Täuschungsmanöver der Politik unter denen wir leiden und evtl. bald kollabieren.  Was fehlt,  ist der politische zielgerichtete Wille, einen umfassenden zielführenden Lösungsansatz für notwendige Veränderungen konsequent zu entwickeln  und  dann auch umzusetzen. Besonders bedenklich ist jedoch, dass sich auch die Wissenschaft und mit ihr die wissenschaftlichen Berater dem Primat der Politik  und damit den opportunistischen Täuschungsmanövern der Politik willfährig untergeordnet haben.

Deutschland , das ehemalige Land von  grundsätzlichen und  fortschrittlichen Denkansätzen, auch auf dem Gebiet der Staats- und Gesellschafstformen, schafft sich ab und zwar nicht nur durch die mangelhafte Integration  von Ausländern, wie es Thilo Sarrazin zugespitzt formuliert hat (aber vielleicht anders gemeint??), sondern  durch fehlendes Denken und Handeln insgesamt, als Reaktion auf eine veränderte globale Welt.
Wenn die Welt sich verändert, dürfen wir nicht stehenbleiben. Es darf nicht alles dem kurzfristig-opportunistischen Politikzirkus zum Opfer dargereicht werden.

Deutschland  muß endlich seine  Hausaufgaben  machen. Es muss  erkennen, was das Wichtigste ist für seine Bürger und seine Rolle in der Welt und dementsprechend handeln.


2. Was ist das vorrangige Ziel der Staatsaufgaben? Was sind die Prioritäten?

Die wichtigste Staatsaufgabe ist es zweifellos, ein ausgewogenes und nachhaltiges Wohlstandsniveau seiner Bürger zu erreichen. Dazu gehört als Grundbedingung an erster Stelle die Sicherung des Friedens.  An  zweiter Stelle kommt sicherlich der nachhaltige wirtschaftliche Wohlstand, mit der eine große Mehrheit der  Staatsbürger langfristig gut leben kann. Dieser Wohlstand wird maßgeblich durch einen gut funktionierenden Binnen- und Arbeitsmarkt bestimmt. An dritter Stelle  kommt dem Staat neben und durch seine Gesetzgebungs- und Regelungsfunktion für die Marktwirtschaft ausdrücklich auch eine sozial ausgewogene  Wohlstandsverteilungsfunktion im Sinne einer gerechten und sozialen Wohlstandsteilhabe aller Bürger zu, die, abgesehen von der für eine Volkswirtschaft notwendigen wirtschaftlichen Nachfragefunktion (zugleich die Teilhabe möglichst aller Bürger am Wohlstand) insbesondere auch zur Förderung und Bildung von Talenten unabhängig von der Herkunft geeignet sein soll (=Chancengleichheit der Generationen).  Das Gerechtigkeitserfordernis bei der Wohlstandsteilhabe der Bürger an einem Staat kann nicht durch den Markt, sondern nur durch den Staat hergestellt werden. Für die bestmögliche Aufgabenerledigung ist es erforderlich,  dass die unschlagbare  und vorteilhafte Erneuerungseffizienz der Marktwirtschaft auch  in dem demokratischen Erneuerungs-Prozess der jeweiligen Macht- und Regierungsverhältnisse in einem Staat stattfinden kann. Hier ist der Politik ein schweres Versäumis vorzuwerfen, denn der Machtkonzentrations- und -klebeeffekt ist auch in Deutschland dafür einfach zu groß und deshalb dem späten Satz  eines geläuterten Warren Buffets zuzustimmen: "Die Ressourcen einer Gesellschaft sollten nicht (nur!) in Form aristokratischer Dynastien von Wohlhabenen weitergegeben werden."

Aus den wichtigen staatlichen Hauptaufgaben: Friedenssicherung, nachhaltiges freiheitliches Wohlstandsniveau aller Bürger und soziale Sicherheit leiten sich zahlreiche notwendige Staatstätigkeiten  unter der Staatsregierung und -verwaltung ab, die in der Regel  nicht dem freien Wirtschaftsmarkt zuzurechnen sind. Für den hierzu notwendigen Aufwand muß der Staat Abgaben von seinen Bürgern erheben. Welchen Anteil dieser staatliche Aufwand einnimmt, sollte für jede staatliche Tätigkeit immer  gegenüber dem Markt begründbar sein. Begründbarkeit ist in der Regel  gegeben, wenn der Staat eine notwendige Tätigkeit mit besserem Erfolg durchführen kann, als es die Marktkräfte der Wirtschaft können. Bei einem Wohlstandsstaat mit weitgehender  komplexer Arbeitssteilung kann dieser Staatsaufwand durchaus  nahezu 50% des BIP erreichen, wie z.B. gegenwärtig in Deutschland. Staat und Markt stehen sich hierbei vom Aufgabenvolumen nahezu paritätisch gegenüber, es darf dabei jedoch nicht vergessen werden, dass sich der Staat  vom Markt finanzieren muß und nicht umgekehrt. Der Staat soll trotz des notwendigen Regelungs- und Steuerungsbedarfs  möglichst nicht die auch für ihn selbst wichtige und unschlagbare Erneuerungseffizienz des Marktes behindern. Nicht nur Steuern und Abgaben an der falschen Stelle, auch Subventionen können dabei mehr Schaden als Nutzen stiften!! Die Fehler der zentralistisch gelenkten Staatswirtschaften ( wo der Staat zentral die Bedürfnisse der Menschen bestimmt),  dürfen nicht wiederholt werden. Nur gegenseitig ergänzend kann durch Markt und Staat ein verbesserter und nachhaltiger Wohlstand entstehen.
Unsere Bundeskanzlerin Merkel hat das wohl auch erkannt, wenn sie jüngst formulierte: "Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung bilden eine Einheit!"
Nur gehandelt wird leider nicht danach!! Dazu fehlt ihr sowohl  das Konzept als auch wahrscheinlich der Wille, es  erarbeiten zu lassen!!

Nehmen wir den gegenwärtigen Staatsaufwand einmal als gegeben hin, denn auch wenn die Effizienz sicherlich verbessert werden kann, ist er letzten Endes in seiner Höhe und der Qualität von der Wirtschaftsleistung abhängig. Dann geht es ursächlich nur um den möglichen Wirtschaftsertrag also  das durch den Arbeitsmarkt erzeugbare Wohlstandsniveau  in Deutschland.  Wie bereits ausgeführt, ist dieses derzeit gefährdet, sowohl absolut, erst recht jedoch relativ zu  Nachbarländern, wie z.B. den skandinavischen Ländern. Wodurch nun wird hier der wirtschaftliche Wohlstand erreicht? Zweifellos durch produktive Markterfolge, auch ständige Erneuerung durch technischen oder organisatorischen Fortschritt, jedenfalls gute Produkte oder Diensteistungen, die die Staatsbürger erzeugen können und deren Nutzen und Gebrauch für möglichst viele Menschen - heutzutage sogar möglichst global - wirtschaftlich vorteilhaft sind. Anders ausgedrückt dadurch, solche Produkte oder Leistungen zu erzeugen, die für möglichst viele Menschen einen Mehrwert zusätzlich zu dem eigentlichen Kaufpreis  darstellen.

Diese Markterfolge sind immer Ergebnisse  marktfähiger produktiver menschlicher Arbeit,  sie können also nur durch (oft global) marktfähige Arbeit in der Realwirtschaft entstehen, ihrer Vielfältigkeit sind dabei keine Grenzen gesetzt. Egal, ob abhängige oder selbständige  marktfähige Arbeit, nur durch sie können ständige Erneuerung (=notwendiges Wachstum!) und damit nachhaltiger Wohlstand, auch auf Staatsniveau, erreicht werden.
 
An dieser Stelle ist ein kleiner Exkurs zur Bedeutung von Real- und Finanzwirtschaft notwendig.  Zu unserer Marktwirtschaft gehört zweifellos auch das Geld  und damit verbindet sich nach unserer Auffassung zwangsläufig die Finanzwirtschaft. In unserer modernen Zeit hat sich die Finanzwirtschaft zu einem fast unabhängigen Bereich zur Realwirtschaft entwickelt. Hier muß unbedingt an die ursprüngliche Rolle des Geldes erinnert werden, nämlich als neutrales Tauschmittel und neutraler Wertmaßstab für den realen Gütertausch zu dienen. Damit wird sicherlich klar: Geld hat keinen Wert an sich, es bekommt diesen Wert nur von den realen Gütern also der Realwirtschaft geliehen und dies auch nur, solange es als Tauschmittel und Wertmaßstab aktzeptiert wird. Das gilt übrigens für alle Erscheinungs- und Ersatzformen des Geldes, wie Aktien, Schuldscheinen, Pfandbriefen, Hypotheken, Anleihen, Zinskoupons, auch den sogenannten Derivaten. Eine von der Realwirtschaft losgelöste Finanzwirtschaft sollte es daher nicht geben und es wäre sicherlich die Aufgabe einer legitimierten Finanzwirtschaft, die enge Kopplung an die Realwirtschaft herzustellen und zu gewährleisten, das tut sie jedoch derzeit nicht.   Mit dem Geld als Tauschmittel für die Realwirtschaft darf es keine Verselbständigung von Finanzprodukten geben, sonst verliert es diesen ursprünglichen Zweck und sein Wert wird irreal und unkontrollierbar spekulativ.  Die künstlichen Aufblähungen des  Geldvolumens durch die sogenannte Finanzwirtschaft über den Wert der realen Güter hinaus sind somit eine Fehlentwicklung, die immer wieder zwangsläufig zu Wirtschaftskrisen führen müssen.
In der heutigen globalen Konstruktion  der Verselbständigung der Finanzwirtschaft tritt diese als Konkurrent zur Realwirtschaft auf und nicht mehr als deren Unterstützer, das führt häufig genug zur
Vermeidung bzw. zur sogar zur Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Realwirtschaft.
 

Wenn die Finanwirtschaft in Konkurrenz zur Realwirtschaft treten darf, dann müssen, wie in der Realwirtschaft auch, alle ihre Produkte mehrwertsteuerpflichtig werden, wie z.B. es heute schon bei Versicherungsprodukten ( auch diese sind dem Charakter nach finanzwirtschaftliche Spekulationsprodukte)  der Fall ist. Es ist  überhaupt
nicht einsichtig, warum der Staat die Finanzwirtschaft mit ihren Produkten gegenüber der Realwirtschaft bevorteilt.
Hier besteht dringender Regelungsbedarf  und es sind dem Staat und der Politik schwere Versäumnisse vorzuwerfen.
 

Insofern sind auch die in der heutigen Finanzwirtschaft entstehenden Arbeitsplätze nicht unbedingt werteschaffend und deshalb nicht unbedingt wertvoll für eine Volkswirtschaft. Es sind durchaus Zweifel berechtigt, ob die Finanzwirtschaft  selbst ein Spielball  der Marktkräfte und der Privatwirtschaft sein darf oder ob sie nicht  auf Ihre Rolle als Controllinginstrument der  Realwirtschaft zurückgeführt  werden sollte, weitgehend staatlich gelenkt, wofür auch ich plädiere. ( Vierte staatliche Institution : die Monetative ? s. dazu Bernd_Senf )
Im Folgenden sollen daher die Betrachtungen und die Aussagen nur auf die Arbeit und die Arbeitsplätze in der Realwirtschaft
eingeschränkt bleiben.

Das Problem, das die Globalisierung mit dem Internettool geschaffen hat, besteht nun darin, dass diese "global marktfähigen und produktiven Arbeitsplätze der Realwirtschaft" für gleiche Leistung extrem unterschiedliche Preise -von z.B. 50cent (China) bis 25€ (Deutschland) pro Std.  - haben. Im Unterschied zu global marktfähigen Rohstoffen wird der Preis für die Arbeit aber  nicht durch den Weltmarkt harmonisiert, sondern maßgeblich durch den Binnenmarkt  und das Wohlstandsniveau eines jedes Staates bestimmt. 
Das ist sicherlich ein deutlicher Hinweis auf die Sinnhaftigkeit eines nationalen Mindestlohns, der in einem Sozialstaat nicht durch Lohndumping unterboten werden dürfte. Bei uns macht der Staat derzeit das Gegenteil : durch Subventionen an Unternehmen ermöglicht er die Beschäftigungsentlohnung sogar unterhalb des H4-Niveaus.
Was für eine vordergründige politische Argumentation gegen den Mindestlohn, wenn sie vorbringt, dass dadurch das Lohnniveau durch den Staat zu teuer für den Markt würde! Offenbar wird bewußt übersehen, dass ca. 50% der Lohnkosten  in Deutschland allein durch staatliche Abgaben verursacht werden. Hier muß angesetzt werden, denn es betrifft alle Arbeitsplätze!! Das ist staatlicher Einfluss auf den deutschen Arbeitspreis, der  die befürchtete Wirkung des Mindestlohns weit übersteigt und der deutsche Arbeitsplätze schon heute und jetzt global benachteiligt!! Hinzu kommen natürlich unterschiedliche Währungsbewertungen und extreme Fehlsteuerungen in der Wirtschafts- und Steuerpolitik der einzelnen Staaten, die diesen Negativeffekt noch verstärken.

Durch fehlende Arbeitsplätze wird den Bürgern Wohlstandsteilhabe genommen, denn nur durch sie wird der Wohlstand direkt auf die Bürger verteilt.. Arbeit ist also ein bestimmender Wohlstandsfaktor für den Staat und die Bürger und Arbeitslosigkeit das genaue Gegenteil. Deshalb ist es wichtig für den Staat, seine Anreizsysteme  auf die  Entstehung von  marktfähiger Arbeit zu setzen und diese mit oberster Priorität so auszugestalten, dass möglichst viele Staatsbürger motiviert wohlstandssteigernde Arbeit verrichten wollen und können.
Aber nicht die Arbeit an sich, sondern  erst  erfolgreiche Arbeitsergebnisse
bringen Ertrag und schaffen mit dem technischen Fortschritt ständig erhöhten "Mehrwert" von dem auch der Staat insgesamt profitieren kann.  Exporterfolge tragen  ebenfalls zu einem starken Binnenmarkt bei;  jedoch nur dann, wenn  Beschäftigung dafür  im Inland entsteht und nicht bestehende,  etwa als Bedingung  dafür, ins Ausland verlagert werden muß. Exporterfolge, die nur auf "Basarökonomie" aufbauen, können sogar Wohlstand vernichten, da diese wegen der fehlenden "Arbeitsentlohnung" dem Binnenmarkt Kaufkraft entzieht. Gegenwärtig besteht für die Unternehmen ein starker Anreiz dazu,  faktisch Basarhandel mit unseren  Arbeitsplätzen zu betreiben, weil sich damit mehr Geld verdienen läßt als mit dem eigentlichen Unternehmensziel.
Die Unternehmen schaffen aber langfristig nur dort Arbeitsplätze, wo ein starker Binnenmarkt und/oder ein wettbewerbsfähiger Arbeitsmarkt vorhanden ist. Für das Wohlgefühl des Bürgers muß jedoch beides vorhanden sein.


 Bild 4: Die Staaten geraten zunehmend in einen globalen Wettbewerb um leistungsmotivierte
            Unternehmen und Staatsbürger, beide werden wiederum durch einen attraktiven Arbeitsmarkt angelockt.



Noch ist es nicht soweit, dass Deutsche Bürger generell den Standort China vorziehen würden. Bei den bedeutenden deutschen Unternehmen ist jedoch zumindest ein Standbein schon in China, bei VW z.B. ist es schon ein sehr bedeutendes, das dem deutschen Standbein schon nahezu ebenbürtig ist.
Bei dem
Zusammenhang von Arbeit und Wachstum wird immer wieder von Politikern behauptet: "Wachstum schaffe Arbeit". Ursächlich und ökonomisch betrachet ist diese Behauptung falsch und das Gegenteil  ist richtig. Darauf sollten sich unsere Politiker besinnen: 

Nicht (Wohlstands-)Wachstum schafft ursächlich Arbeit, sondern markterzeugte Arbeit schafft (Wohlstands-)Wachstum!!!

Nichts kann und darf darüber hinwegtäuschen: vom Markt in Deutschland angebotene und hier ausgeführte Arbeit ist der Treibstoff  für unseren Wohlstandsmotor, also für erzeugten Mehrwert.!!
Diesen Wohlstandsmotor darf man nicht durch Treibstoffmangel = Arbeitsmangel abwürgen. Die Anzahl attraktiver Arbeitsplätze sowie andererseits die Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung  sind ein Maßstab  für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Staates.

Unser dringendstes Problem in Deutschland ist damit hoffentlich erkannt und unumstritten: Es ist ein fehlendes Angebot attraktiver Arbeitsplätze und die dadurch verursachte Massenarbeitslosigkeit verbunden mit (relativem!) sozialem Elend und  hohen wirtschaftlichen Folgekosten. Hiergegen helfen allein weder Mindestlohn noch Grundeinkommen, erst recht nicht Hartz4 oder staatliche Drangsalierung der Arbeitslosen, auch nicht eine Bildungsoffensive, obwohl es der derzeit am meisten diskutierte Vorschlag ist. Bessere Bildung hilft zwar dem Einzelnen - sie  verdrängt dann schlechter Gebildete - aber sie ist nicht in der Lage,  mehr Arbeitsplätze zu schaffen, wenn das Anreizsystem dazu fehlt.
Das Problem der Massenarbeitslosigkeit hat übrigens  viel mehr gesellschaftliche Folgeprobleme, als lediglich materielle Armut. Sinnstiftende, existenzsichernde Beschäftigung hat in hohem Maße anthroposophischen Wert, sie bedeutet Teilhabe und Wertschätzung in der Gesellschaft. Staatlich verordnete Ein- Euro-Jobs oder ABM-Maßnahmen können diese Wertschätzung nicht vermitteln. Wo es an ihr mangelt, gibt es Ausgestoßene, hohe Kriminalitäts- und Krankheitsraten mit hohen gesellschaftlichen Folgekosten.
Es wäre auch falsch für ein Land wie Deutschland, sich von der Eigenproduktion bewußt zu verabschieden und sich nur auf Dienstleistungen zu beschränken. Erstmalig verlagerte Branchen (Beispiel: Textilindustrie) sind zumeist auf Dauer verloren. Dienstleistung baut in hohem Maße auf Produktionsleistung auf. Viele Dienstleistungen sind nur dort notwendig, wo auch Produktion, also Gütererzeugung stattfindet.

                                 Produktionsarbeit generieriert vielfach Dienstleistung, selten umgekehrt!

Auch die Bedeutung des technischen Fortschritts ist nicht unerheblich für das zukünftige Angebot an Arbeitsplätzen. Der technische Fortschritt läßt alte Arbeitsverfahren verschwinden und generiert neue, die wettbewrbsfähiger sind.  Fortschritt (Forschung und Entwicklung!) findet in komplett verlagerten Branchen  meist zukünftig dort statt, wo sich die Produktion  befindet. In Zukunft werden wir uns daran messen müssen, wie effizient und vorbildlich unser realwirtschaftliche Leistungsanteil (Produktion und Dienstleistung!) an der Werte schaffenden Weltwirtschaft ist. Nur dadurch können wir als Land für die leistugsstärksten Unternehmen und Bürger interessant bleiben und mit Ihnen gemeinsam unseren Wohlstand ausbauen. Nur die Realwirtschaft schafft nachhaltigen  Wohlstand. Wenn wir deren Leistungsträger vertreiben oder gar zum Nichtstun animieren, kann sich bei uns auch der Fortschritt nicht mehr  in Wohlstand verwandeln. Der Abstieg ist vorprogrammiert,  wenn die Arbeit und damit Produktion und  Fortschritt zukünftig woanders stattfinden.  So ist schon heute ist zu erwarten, dass selbst die z.B. durch unseren Staat  subventioniertte Solar- und Windenergie mehr Arbeitsplätze in China generiert als in Deutschland. Der volkswirtschaftliche, ja selbst der betriebswirtschaftliche Nutzen durch Innovation und Technologievorsprung beginnt dramatisch zu schrumpfen, da die Kopierschnelligkeit  unglaublich zunimmt, Patent- und Urheberschutz verlieren an Bedeutung, zum großen Teil mit Einverständnis der Erfinder.
     Auch mit ständigen Innovationen und Technologievorsprung gelingt es dann nicht mehr,  ausreichend Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen!

Ein bloßes Zuwarten , bis sich die enormen Lohnunterschiede einess industriealisierten Chinas oder gar Indien den unseren angeglichen haben wäre also fatal, denn über eine solch lange Zeit könnte selbst Deutschland - als noch führendes Industrieland - sich nicht mehr behaupten.
Von der Kapazität und dem Potential her wäre es  durchaus möglich, wenn  zukünftig alle globalen Güter in  China produziert würden. Unter global marktwirtschaftlichen Bedingungen wäre dieser Prozess - wegen der dann konkurrenzlosen Skaleneffekte -  dann höchstwahrscheinlich unumkehrbar. Nur,  dann würde sich auch der  angesammelte westliche Wohlstand  sehr schnell dorthin verlagern.  Das machen sich unsere Politiker und führenden Wirtschaftler wohl nicht klar.  Hier gilt es wirksam gegen zu steuern und zwar rechtzeitig.



3. Priorität florierender Arbeitsmarkt: Warum gelingt es nicht mehr, ein genügend großes Angebot an attraktiven Arbeitsplätzen in D  zu schaffen oder wenigstens zu erhalten? Gibt es  Systemfehler für diese Zielsetzung??

3.1.Systemfehler: Staat und Wirtschaft arbeiten in puncto Arbeitsplätze gegeneinander
.
Offenbar macht ausgerechnet der vielgepriesene "freie" Markt in Deutschland seit einiger Zeit genau das Gegenteil! Es herrscht ausgesprochener Mangel an vom Markt angebotenen guten Arbeitsplätzen. Trotz erfolgreicher Entwicklung neuer Technologien, die damit verbundenen Arbeitsplätze entstehen zumeist woanders. Was können wir dagegen tun, dass speziell die deutsche Wirtschaft ausgerechnet die für die Gesellschaft wichtige Humanarbeit als Hauptvermeidungsfaktor ansieht und diese stärker als in anderen Ländern "auf Teufel komm raus" rationalisiert, verlagert, outsourct oder in prekäre Zeitarbeit oder Scheinselbständigkeit umdirigiert??? Der Staat hält  scheinbar dagegen, zumindest  betreibt  er einen Riesenaufwand, um Menschen in Arbeit zu bringen, durch Arbeitsamt, Arbeitsagentur, Umschulung, Ausbildungsförderung oder er stellt die Menschen ruhig, z.B. durch Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. 

Doch der gewaltige staatliche Aufwand ist nutzlos,  denn der Staat  kann keine marktkonformen Stellen schaffen.
Die gesamte Produktivitätssteigerung = Wohlstandssteigerung kann über den "Markt" nur denen zugute kommen, die einen marktkonformen Arbeitsplatz haben, denn über den wird der Wohlstand direkt verteilt. Arbeitslose oder solche mit staatlichen "Ersatz"-Arbeitsplätzen sind davon ausgeschlossen. Das Gegeneinander-Arbeiten von Staat und Wirtschaft verschlingt ungeheure Ressourcen. Es hat immer mehr den Anschein als vernichte die Wirtschaft Arbeitsplätze und der Staat  bemüht sich krampfhaft dagegen,  diese zu erhalten. Das aber würde eine Unvereinbarkeit von Staatsziel und Marktwirtschaft bedeuten.  Sind also die Interessen von Staat und Marktwirtschaft unvereinbar  gegensätzlich??  Sind volkswirtschaftliches Gewinnstreben  und Gewinnstreben des Einzelnen unvereinbar??
Marktwirtschaft  funktioniert  zwar durch das zumeist kurzfristige Gewinnstreben des  Einzelnen. Langfristig jedoch wird dieses durch gute staatliche Infrastruktur und Bildungsmöglichkeiten erleichtert, es entsteht dadurch eine Art Multiplikator. Somit soll der Staat mit seinen Einnahmen durchaus auch Gewinne der Marktwirtschaft stabilisieren, auch durch vernünftige Rechtssicherheit und deren Gewinnmöglichkeit. Ein "gegeneinander  Arbeiten von Staats- und Unternehmensgewinn käme dagegen einem Systemfehler gleich. Das wäre so, wenn der Unternehmer Steuern und Abgaben (=Staatsgewinn) einsparen könnte  und sich dadurch sein Gewinn erhöhen würde. Genau das kann er heute, wenn er Humanarbeit durch Maschinenarbeit ersetzt. Wenn die Maschinenarbeit billigerr ist als der Bruttolohnlohn des Arbeitnehmers, erhöht sich dadurch  der Gewinn des Unternehmers auch um die dadurch eingesparten Staatsabgaben. Höherer Gewinn beim Unternehmer führt so zu geringeren Staatseinnahmen.  Unternehmererfolg = Mißerfolg des Staates!! Damit ist der Systemfehler offensichtlich.

3.2. Systemfehler: Staat verteuert durch Abgaben Arbeit und verhindert dadurch Gewinnentstehung.
Das Gegeneinander von Staat und Unternehmen wird noch verstärkt dadurch, dass der Staat seine Abgaben nicht erst vom Ertrag der Arbeit erhebt, sondern schon vorweg von der Arbeit an sich,  gleichbedeutend  dem  Saatkorn für die Marktwirtschaft.  Dadurch macht er die Arbeit nicht nur unnötig teuer,  unabhängig davon, ob sie Gewinn bringt oder nicht,  er verhindert dadurch sogar  Gewinn, weil das Verlust-Risiko durch überteuerte Arbeit  natürlich für den Unternehmer größer wird und vieles nicht mehr lohnt in Deutschland. Betroffen davon sind z.B. alle höchst notwendigen Sozial- und Pflegeberufe und sowie Dienstleistungen am Menschen.

Die Marktwirtschaft funktioniert nach ökonomischen Gesichtspunkten, nach Angebot und Nachfrage, aus Ihnen sich die Preise bilden, auch für die Arbeit. Wenn wir uns den Preis für die Arbeit ansehen, dann wird er allerdings nur allenfalls zu ca. 50% durch Angebot und Nachfrage bestimmt, denn der andere Anteil wird durch den Staat einfach draufgesattelt in Form von Sozialbeiträgen auf Arbeit (AG- und AN-Anteil und Lohnsteuer). Der Staat verteuert also in erheblichen Maße die Arbeit, er schöpft von Ihr im Voraus einen vermeintlichen Mehrwert ab, ohne dass sicher ist, ob diese Arbeit überhaupt einen solchen Ertrag erwirtschaftet. Das ist gegen das ökonomische Prinzip. Eine "Abgabe" von menschlicher Arbeit kann im Prinzip nur von dem überschüssigen Ertrag ( Erzeugnis, ersatzweise vom Konsumgut )  bzw. vom Gewinn (Analogie zum Ernteüberschuss beim Landwirt)  abgeführt  werden. Nur vom Überschuss kann z.B.auch soziale Absicherung und Rentenzahlung erfolgen.
Die gegenwärtige Abgabenbelastung der AN-Arbeit beginnt jedoch schon weit früher.


  
Bild 5 : Unsinnige und unsoziale Arbeitsbelastung (=Arbeitskostenerhöhung!!) durch Steuern und Abgaben


Bild 5 zeigt am Beispiel der Arbeitnehmereinkommen das allzu deutlich: Additiv sind hier die jeweiligen staatlichen Abgaben Lst.+Soli, Sozialabgaben und Konsumabgaben in Prozent vom Bruttoeinkommen dargestellt. Dabei bedeuten die ersten beiden Abgabenarten unmittelbar Arbeitskosten und zwar immerhin den beträchtlichen Anteil von ca. 50% der Arbeitskosten, d.h. die Arbeit könnte sich um ca. 50% verbilligen, wenn der Staat seine Finanzierung nicht mehr auf Arbeit aufbauen würde, ohne dass das verfügbare  Einkommen der AN sinken müßte.

3.3. Systemfehler: Niedrige Arbeits-Einkommen tragen anteilig höhere Staatsabgaben als hohe Einkommen. 
Gerade die niedrig dotierten Arbeitsplätze sind nicht nur in Deutschland natürlich am unattraktivsten. Warum verschärft aber der Staat diese Situation?? Warum  ist in einem Bereich, wo die Arbeit gerade einmal zum Leben reicht,  der Abgabenanteil der Arbeitseinkommen/-kosten besonders hoch???  Sogar der Bereich der prekären Arbeitsverhältnisse (um ca. 1000€ monatl. brutto), die noch eine Zuzahlung auf H4-Niveau benötigen,  ist davon betroffen.
Auch wird die absolute Belastungsspitze  schon bei einem Bruttogehalt von ca.3800€ mit etwa 77% Staatsabgaben auf Arbeitseinkommen erreicht, obwohl man hier bestimmt noch nicht von einem  Wohlstand oder
fulminanten Gewinn aus Arbeit sprechen kann. Nur die letzten 17% der insgesamt 77% Abgabenlast entstehen dabei durch Konsumabgaben, die allein in der Entscheidung des AN liegen, der überwiegende Teil, nämlich 60% werden vorab auf die Arbeit zwangsweise abgezogen und stellen somit den bedeutendsten Teil der Arbeitskosten dar.  Beim 10fachen Arbeitseinkommen könnte man durchaus schon von eier Art Gewinnbeteiligung des AN ausgehen, jedoch liegt hier die Gesamtabgabenlast um ca. 20% niedriger. Ganz bewußt ist hier als Vergleichsmaßstab das Arbeitnehmereinkommen gewählt worden, da für diese Zwangsabgaben allein der Staat verantwortlich ist. Wenn es hier schon ungerecht zugeht, liegt es wirklich an den staatlichen Regeln. Gegenüber Arbeits-bzw. Gewinneinkommen von Selbstständigen wird der Belastungsvergleich mit den Niedrig-AN-Einkommen noch weitaus ungerechter. Nur durch den besonders niedrigen Staatsanteil der Selbständigen ist es möglich, dass der gesamte Staatsanteil in Deutschland unter 50% gedrückt wird, obwohl selbst gut verdienende Vorstandsmitglieder noch darüber liegen.

Aus diesem Sachverhalt ergeben sich 4 wesentliche Fragen zu der Sinnfälligkeit unserer Staatsfinanzierung über Arbeitskosten:

1.Warum  besteuert unser Staat überhaupt die zum Lebensunterhalt notwendige Arbeit, wenn er diese gleichzeitig fördern will und auf H4 aufstocken muß?

2.Warum wird niedrig entlohnte Arbeit generell höher besteuert als hochbezahlte Tätigkeit?
3.Warum wird Humanarbeit  in unserem Staat  mit 100% Staatsabgabenaufschlag benachteiligt,  Maschinenarbeit dagegen freigestellt?

Wenn der Staat es ernst wirklich meinte mit der Förderung der Humanarbeit, müßte er eher die Maschinenarbeit verteuern, denn stillstehende Maschinen belasten den Wohlstandsstaat nicht so sehr wie Arbeitslose .  Allein durch diese "Fehlsteuerung des Staates", der Steuervergünstigung von Maschinen  wird der Ersatz von Humanarbeit durch Maschinen in vielen Bereichen überhaupt erst für den Unternehmer lukrativ.  Lukrativ im Endeffekt deshalb, weil der Unternehmer so  die Staatsabgaben auf Arbeit einsparen kann. 

Und noch grundsätzlichere Fragen stellen sich dem wirtschaftlich Interessierten, denn für die Unternehmen gilt:  Gewinn  = Umsatz - Kosten.
4.Warum finanziert sich der Staat hauptsächlich über  (Arbeits-) Kosten, welche die Unternehmen naturgemäß reduzieren wollen..., anstatt über  die  Größen Umsatz und/ oder Gewinn, die ja die Unternehmen ihrer Zielsetzung nach erhöhen wollen??


Der Staat belohnt einheimische Unternehmen, die Arbeit ins Ausland verlagern, mit dem Erlaß von Staatsabgaben . Ist das wirklich gewollt???


Arbeitslöhne sind Herstellkosten der Unternehmen. Kostensenkung und Qualitätssteigerung sind jedoch die anerkannten Hauptzielsetzungen eines jeden Unternehmens, das wird man auch nicht ändern können, auch nicht wollen.
Verstärkend für die Fehlsteuerung wirkt, dass die staatliche Erhöhung der Herstellkosten  anteilig insbesondere die  Arbeitslöhne  bis zur Beitragsbemessungsgrenze (derzeit 5400€) betrifft.  Höchstlöhne sind davon nicht betroffen, erst recht nicht Selbständigenarbeit oder gar Maschinenarbeit, sie sind sogar völlig davon befreit. Ist es da ein Wunder, dass immer mehr niedrig bis gut  bezahlte Lohnarbeit verschwindet, wenn diese staatlicherseits so gegenüber allen anderen Kostenarten benachteiligt wird???

Ja, es muss leider  festgestellt werden, die  soziale Marktwirtschaft in Deutschland weist einen selbstverschuldeten Systemfehler auf. Beinahe könnte man glauben, der Staat verfolge mit seiner Systemgestaltung die aberwitzige Zielsetzung: Abbau der sozialversicherungspflichtigen Arbeit und damit mehr Arbeitslosigkeit und sozialer Niedergang.
Der Hauptgrund für unsere Krisen in der Arbeitslosigkeit, Armut und den Sozialsystemen liegt somit an der falschen Regel: Die ungeheure Kostenbelastung durch den Staat auf die Arbeit, die von Unternehmen  einfach als globaler - im Gegensatz zu Rohstoff aber höchst unterschiedlicher, nämlich standortabhängiger - Kostenfaktor  behandelt wird.

Im definierten Regelsystem Deutschland müssen Staat und Unternehmen zwangsläufig gegeneinander arbeiten: denn was für den Staat Gewinne (Staatseinnahmen) sind, sind für die Unternehmen Herstellkosten (Aufschläge auf den Lohn).

So lange  der Webfehler unseres Wirtschaftzssystems lautet: Wohlstand für den Staat = Kosten der Unternehmen, kann  das System nicht funktionieren, denn dann gilt auch umgekehrt : Wohlstand für Unternehmen = Kosten für den Staat,  wie wir es gegenwärtig mit der steigenden Arbeitslosigkeit und den Staatszuschüssen zur Arbeit erleben.

Muss das so sein?? Nein, denn dieses  Gegeneinander von Staat und Unternehmen  ist kein zwangsläufiges Naturgesetz, sondern das Ergebnis einer einer völlig widersinnig festgelegten Staatsfinanzierung, der hohen (Verhinderungs-) Gebühr für menschliche Arbeitsplätze.
Das pikante daran ist, selbst notwendige staatliche Stellen werden
nicht zuletzt wegen dieser Gebühr gegenwärtig in den Kommunen abgebaut. Der Staat vernichtet sich in einer Negativspirale selbst.
Fazit: Das vom Staat und der Politik festgesetzte Arbeitsabgaben- und Steuersystem dient nicht den Bürgern, nicht den heimischen Unternehmen und nicht dem Staat, es ist nicht staatsdienlich, es ist eher
staatsfeindlich und in letzter Konsequenz sogar staatsvernichtend.


4. Die Prämissen und die Vorgehensweise für die Lösungsfindung: 

Für jede Zielsetzung gibt es oft mehrere Lösungen, die effektivste davon läßt sich durchaus finden.  Die gleichgewichtigen Grundvoraussetzungen  dafür: 1.Vorurteilsfreie  Analyse, ohne tabuisierte Einengung des Problem- und Lösungsfeldes. 2.Verfügbarkeit von benötigtem Sachverstand oder Spezialwissen. 3. Kreativität: Ungezwungene "Trial and error"- Planspiele/Simulationen mit Plausibilitätschecks in jeder Projektphase. und 4. Unverwässerte Umsetzungsind jedoch gerade in der Politik  selten gegeben, deshalb kommt es auch so häufig zu schlechten Lösungen.  Die Kommissionen sind  öffentlichkeitswirksam bestückt und zu gefesselt in ihrer politischen Zusammensetzung ( in der Regel mit hinderlichem Guru-Syndrom, verliehen vom Regierungschef), daher oft  ohne die Möglichkeit, unpopuläre Maßnahmen anzudenken. Ich möchte deshalb an diesem Beispiel aufzeigen, dass sich bei vorurteilsfreier pragmatischer Vorgehensweise auch zu diesem komplizierten Problem äußerst wirksame Lösungen finden lassen (die nicht unbedingt völlig neu sein müssen). Gleichzeitig werden für den Interessierten durch dieses Beispiel die grundsätzlichen Vorgehensweisen zu den einzelnen Phasen eines MOPOT-Projekts  erläutert und illustriert.

Für ein wirksames Beschäftigungskonzept für Deutschland wurden folgende Prämissen für die Lösung als gegeben angesehen:


A) Die Lösung soll weltwirtschaftlich konform sein und ohne Reglementierungen (oder gar Abschottung) gegen  andere Länder auskommen.
B) Die Lösung soll allein in den autonomen Handlungsmöglichkeiten des Staates Deutschland - ggfs mit EU-Ausweitung-  liegen.
C
) Die Lösung soll die (Staatsquote) durchschnittliche Summe aus Steuern und Abgaben  insgesamt  nicht  notwendigerweise erhöhen.
D) Die Lösung soll  den Sozialstandard  in Deutschland nicht  absenken.
E) Die Lösung soll  möglichst für alle Gesellschaftsschichten Vorteile bringen, weil sonst umstrittene und schwer zu bekämpfende Widerstände erfolgen könnten.


5. Das Mehrwertpotential-(MWPOT-)Konzept: "Mehrwertsteuer statt Arbeitsabgaben" beseitigt den Systemfehler  und ist die einfache Lösung für mehr sinnvolle Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland!!

Unter den genannten Prämissen wird entsprechend der MOPOT-Vorgehensweise die nach meiner Einschätzung derzeit effektivste Maßnahme gegen die Massenarbeitslosigkeit und damit für mehr Beschäftigung  in Deutschland in seinen Grundzügen hergeleitet und aufgezeigt.  Die gefundene effektivste Lösung ist eine fundamentale Änderung unseres Steuer- und  Abgabensystems, hin zur wirklich sozialen Marktwirtschaft. Das gegenwärtige System der Staatsfinanzierung durch hauptsächliche Erhöhung der Arbeitskosten  ist nämlich global nicht marktkonform und damit schädlich für die deutsche soziale Marktwirtschaft und unsere Wohlstandsentwicklung.  Der Staat darf nicht länger die global vergleichbaren Herstellkosten (hierzu gehört die Arbeit) von Produkten künstlich verteuern, hier ist ein betriebswirtschaftlicher globalisierter Wettbewerb im Gange. Um jeden Cent wird bei den Herstellkosten von Produkten global mit Innovationen, Organisation und globalen Standorten darum gerungen, das Verhältnis von Ertrag und Aufwand zu steigern.  Hier schlägt die ausgefeilte Betriebswirtschaft in ihrer Suche nach Kostenvorteilen unbarmherig zu.  In diesem hochkarätig betriebswirtschaftlichen  Bereich darf der Staat nicht einfach nach Lust und Laune - und ich behaupte: ungewollt und unwissend - die Wettbewerbsposition von Unternehmen und Produkten durch seine Steuerpolitik verschlechtern.  Die mühevollen Anstengungen der Wirtschaft nach Kostenvorteilen werden durch staatliches Aufladen großer Steuern- und Abgabenblöcke per Gesetz ad absurdum geführt und schaden beiden: dem Staat und der in ihm stattfindenden Marktwirtschaft. 
Staatshandlung und Marktwirtschaft müssen sich unterstützen und ergänzen, nicht behindern. Noch einmal, denn das kann nicht oft genug wiederholt werden:.

Das Hauptproblem  für den deutschen Arbeitsmarkt ist  ein wirtschaftspolitischer Systemfehler Deutschlands, der in letzter Konsequenz bewirkt, dass Staat und Unternehmen gegeneinander arbeiten. Der Staat erhebt seine Einnahmen auf eine globale Kostenart der Unternehmen (hier: Arbeitskosten) und erhöht damit diese Kostenart . Unternehmen wollen  Erträge und Gewinne steigern, müssen jedoch dazu häufig genug dazu die im globalen Vergleich stehenden  Kosten senken, dazu gehören an erster Stelle die Arbeitskosten und die damit verbundenen Sozialabgaben.

Unternehmensziel und Staatsziel laufen deshalb auch bei der Generierung von Staatseinnahmen gegeneinander und sind somit kontraproduktiv,  auch oder erst recht bei der Bewältigung der Massenarbeitslosigkeit.

Die Lösung?? Konsequente Beachtung einer einzel- und gesamtwirtschaftlich konsistenten Mehrwertoptimierung als Grundlage der Wirtschaftspoltik und für die Regelung der sozialen Marktwirtschaft.
Für die Staatsfinanzierung bedeutet dies: Eine relativ einfache Systemänderung der Steuer-und Abgabenerhebung, ein Ersatz der Arbeitsabgaben durch die Mehrwertsteuer. Es ist wirklich kaum zu glauben, durch diese Maßnahme werden sowohl unsere Probleme der Sozialkostenfinanzierung, das Gegeneinander von Staat und Unternehmen  als auch das globale Konkurrenzproblem unserer Arbeitskosten wirkungsvoll entspannt.

Auch wenn die herrschende Meinung eine andere ist: Sozialstaat und Marktwirtschaft sind keine Gegensätze, eine dauerhaft florierende Marktwirtschaft braucht einen Ordnungsrahmen mit einem dazu gehörigen Regelwerk. Nichts spricht dagegen, diesen Ordnungsrahmen Sozialstaat zu nennen. Beide : Sozialstaat und Marktwirtschaft ergänzen sich eher in der Zielsetzung als dass sie gegensätzlich wären. Nur mit der Umsetzung dieser gemeinsamen Zielsetzungen zu einem sinnvollen Ordnungsrahmen hapert es leider.
  

                Menschliche Arbeitskraft ist wie Saatgut für den Wohlstand eines Staates.
                Aber nicht das Saatgut allein bringt gute Ernte,
                es muß auch gut aufbereiteter Boden (Arbeitsplätze!) vorhanden sein.
                Will man die Ernte fördern, so darf man weder Saatgut noch Boden unnötig verteuern,
                denn dann verhindert man, daß beides zusammenkommt.
.
                Genau das tut der Staat aber gegenwärtig mit seinem Steuer- und Abgabensystem,
                in der Hauptsache ausgerichtet auf  die Arbeitskraft (das Saatgut) und den Arbeitsplatz (den Boden)
                Ein gutes Arbeitsplatzangebot  ist  Voraussetzung für den Wohlstand eines Staates.

    Ohne Wohlstand verkümmert auch der Sozialstaat.
                Obwohl sich unser Staat zur sozialen Marktwirtschaft bekennt, 
                gefä
hrdet er mit seiner eigenen Finanzierung und durch schlechte Organisation beides:
                die soziale Marktwirtschaft und den Wohlstand,
                deshalb Schluss mit der Arbeitsplatzverteuerung durch den Staat.

Nur wenn die Politiker erkennen und verstehen, dass alle Kosten im Ursprung letztendlich globale Arbeitskosten sind, wird ihnen klarwerden, was sie ihren Bürgern und ihren Unternehmen antun, wenn sie den weltweit wichtigsten Wettbewerbsfaktor durch Steuern und Abgaben unnötig und unsinnig "am Markt vorbei"verteuern.  Sie vermindern dadurch die globale Nachfrage der Unternehmen nach deutscher Arbeit, sie wird immer weniger nachgefragt.

Das MWPOT (Mehrwert-Potenzial)-Konzept nutzt diese Erkenntnis und schafft hier AbhilfeEs ist eine Verschiebung der Staatsabgaben von der Arbeit auf das Arbeitsergebnis, den Arbeitsertrag, das Konsumgut, erst dies schafft den eigentlichen Mehrwert und damit den Wohlstand des Einzelnen. Damit laufen Staatsziele und Unternehmensziele nicht mehr länger auseinander: Unternehmen und Staat wollen den Ertrag (Wohlstand) steigern, je höher der Ertrag, desto höher der Gewinn des Unternehmens und - nun dazu  konform -  desto höher sind auch die Staatseinnahmen. 
 
.

Es ist eine langfristig angelegte und schrittweise Entlastung der Arbeitskosten von Sozialstaatsabgaben (Sozialabgaben und Steuern ) von  abhängig Beschäftigten durch eine einheitliche soziale Grundsicherung über die Mehrwertsteuer. Auf der Entlastung der Arbeitskosten beruht also der Vorteilsschwerpunkt des Konzeptes oder anders ausgedrückt :

Konsumsteuer statt Arbeitssteuer,  denn Arbeitslosigkeit beseitigt man nicht, indem man Arbeitsplätze hoch besteuert!!

Wenn genug Arbeit vorhanden ist, kann sich  der Staat auch wieder  von dem Anspruch des Allround-Fürsorgers verabschieden. Eine aktzeptable gut definierte Grundsicherung   für jeden Bürger ist als Absicherung völlig ausreichend. Wir müssen nicht Weltmeister bei Arztbesuchen und Medikamentenverbrauch sein.  Diese Grundabsicherung beinhaltet Grund-Krankenversicherung sowie Grundrente und Arbeitslosenversicherung z.B. auf Hartz4 -Niveau. Darüber hinaus hat der Staat die Aufgabe für Chancengleichheit seiner Bürger zu sorgen. Erbschaftssteuer und Kapitalertragssteuer können hier ergänzend  zum Aufbau eines chancengerechten Bildungssystems herangezogen werden. Weitergehende Ansprüche müssen durch private Vorsurge bestritten werden, sie sind zusätzlich und eigenverantwortlich. Jeder eigene Beitrag muß aber zusätzlichen Ertrag zur  Grundsicherung im Alter bringen können. Nicht wie heute: 30 Jahre Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung verfallen praktisch ersatzlos, weil diese ohnehin unter der Grundrente (Sozialniveau, Hartz 4) liegen. Sogar 40Jahre Beufstätigkeit machen oft so nur einen geringen Unterschied zum Versorgungsanspruch  grundsätzlicher Arbeitsverweigerer aus. Bürger werden so im Alter mit dem Gegenwert ihrer Lebensleistung entwürdigt. Wer einzahlt muß mehr bekommen, als die Grundsicherung.

Durch den Wegfall der Arbeitssteuern nähern sich Nettolohn und Arbeitskosten  wieder an und werden im Idealfall bei unteren Einkommen sogar gleich, das senkt Arbeitskosten für Unternehmen und schafft gleichzeitig Spielraum für Lohnsteigerungen. Jenseits allen Populismus gegen Mehrwertsteuerverlagerungen, kann die Lösung kaufkraftneutral und weitgehend preisneutral sein, da sie keine  Abgaben erhöht, sondern diese nur verlagert werden, vom Produktionsprozess auf den Konsum. Es stimmt zwar grundsätzlich, dass jegliche Steuer zunächst kurzfristig direkt wirtschaftliche Aktivitäten bremst, so bremst Konsumsteuer zwar den Konsum, jedoch die Arbeitssteuer bremst die Arbeit und gleichzeitig den Konsum, da jegliche Abgabe auf Arbeit sich in den Produktkosten und damit in den Konsumpreisen wiederfindet.  Mit der Verlagerung in die Konsumsteuer = Mehrwertsteuer schafft man also das große Übel der Beschäftigungsbremse ab.      Die Bedenken gegen diese Lösung,  weil damit eine Mehrwertsteuererhöhung (als Ersatz für die heutigen Arbeitsabgaben) verbunden ist und man vorurteilsbehaftet meint, damit käme eine höhere Belastung auf den Kleinverdiener zu, sind wirklich reine Vorurteile. Leider ist dadurch  die gegenwärtige Steuerdiskussion  völlig vergiftet und die Mehrwertsteuer zu Unrecht an den Pranger gestellt.
                              Bild 6:  Gerechtere und sozialere Staatsabgaben sowie Arbeitskostensenkung um 50%
                                  durch das MWPOT-Konzept
            



Wie das obige Bild zeigt, ist das Gegenteil richtig, da die gegenwärtige Steuerbelastung  keinerlei soziale Grundzüge erkennen läßt. Selbst wenn man unrealistischerweise alle Abgaben und Steuern nur durch eine einheitliche Mwst.  ersetzen würde, wäre in jedem Fall eine Besserstellung der Niedrigeinkommen  gegenüber dem Istzustand.erreicht. 
Erst wenn man also bereit ist, das o.g. Vorurteil gegen die Mwst. in Frage zu stellen, erkennt man: Der Endverbraucher zahlt über den Produktpreis  immer die  Hauptzeche der Staatseinnahmen. Egal an welcher Stelle der Staat seine Steuern und Abgaben erhebt, letztendlich sind diese mehrheitlich auch im Produktpreis enthalten. Nicht egal ist dies jedoch für den Arbeitsmarkt, bei dem durch die Verteuerung durch Staatsabgaben die Nachfrage der  Unternehmen natürlicherweise sinkt.   Dadurch werden inbesondere Niedriglohnarbeitsplätze benachteiligt und durch Maschinen und Leiharbeit ersetzt. Es lohnt sich daher, über die zahlreichen Beschäftigungsimpulse einer vorteilhaften preisneutralen Umfinanzierung der Arbeitsabgaben über die Mwst. einmal nachzudenken (s. dazu die 16 Vorteile im nächsten Kapitel).
 
Sozial ausgewogen wird die Steuerbelastung gemäß obigem Bild aber nicht allein durch die Verlagerung der Arbeitsabgaben. Da das zum Überleben notwendige Lohnniveau keinesfalls global, sondern durch den Sozialstandard und das Preisniveau des jeweiligen Staates bestimmt wird ist es durchaus sinnvoll, einen diesbezüglichen Mindestlohn (ca. 10€/h) auch für Deutschland festzulegen.  Lenkende Produktsteuern, Gewinn- und Kapitalertragssteuer sowie Erbschaftssteuer müssen natürlich erhalten bleiben. In obiger Darstellung ist enthalten, dass monatliche Arbeitseinkommen bis 2000€  nur durch die Konsumtätigkeit Staatsabgaben verursachen. Damit kann jeder AN sämtliche Ausgaben und damit auch Staataabgaben selbst bestimmen. Erst oberhalb dieses guten Versorgungszustands  werden auch Arbeitseinkommen  moderat wie Gewinnbeteiligungen/Kapitalerträge  behandelt und wie diese  besteuert. Als Beispiel wurde hierfür eine Steuerstaffel von 10,25 und 40% gewählt, jeweils oberhalb von 2000, 4000 unnd 7200€ Monatseinkommen.. Das ist für steigende Einkommen auch durchaus akzeptabel, da damit die abnehmende Konsumquote und die dadurch abnehmende Mwst.-Quote durch diese Gewinnsteuer  kompensiert wird. Auch wurde in o.g. Beispieldarstellung  die Mwst. nicht einheitlich gewählt, sondern  wie gegenwärtig, in zwei Stufen. In diesem Beispiel wurden die Mwst.-Sätze so gewählt, dass sie im Konsumpreis mit 35% und 60% enthalten sind  (notwendiges Feintuning kann hier später erfolgen.). Das hört sich zunächst viel an, wird aber plausibel, wenn man berücksichtigt, dass sich  (durch den Wegfall von ca.50% der Arbeitskosten) auch die  Produktnettopreise  als Basis stark vermindert haben.  Der geringere Mwst.-Satz könnte im Übrigen auch für Strompreise Verwendung finden, um die Energiewende zu sozialverträglichen Kosten zu ermöglichen. Für Unternehmen würde dann durch die Mwst,- Verlagerung der Arbeitsabgaben ebenfalls eine Energieverbilligung eintreten.  Die Mwst. bietet viele Möglichkeiten zusätzlich auch einen sozialen Ausgleich herbeizuführen und  schafft und erhält dabei unsere wertvollen Arbeitsplätze, ganz im  Gegensatz zu den Arbeitsabgaben.

Schon zu Beginn der Umstellung der Arbeitsabgaben auf Mwst. können Kleinverdiener und Niedriglöhner besonders stark entlastet werden, wenn  die einzelnen Schritte der Verlagerung von Sozialabgaben in die Mwst. so vorgenommen werden, dass jeder einzelne Schritt zu eine Anhebung des Freibetrages in der Sozialversicherung führt. Dadurch würden insbesondere untere Einkommensgruppen eine stärkere prozentuale Entlastung erfahren. Der erste Schritt bis zu einer Anhebung auf 25% Mwst. wäre m.E. sofort durchführbar und würde schon eine erhebliche Entlastung des Arbeitsmarktes und eine Kaufkraftstärkung bedeuten.
Man könnte diesen Effekt auch schrittweise so durchführen, indem zwischen den Tarifparteien vereinbart wird, dass man statt künftiger Lohnerhöhungen jeweils einen allgemeinen  Freibetrag bei den Sozialversicherungen bzw. bei der Lst. einführt. Auch hiervon würden Niedriglöhner stärker profitieren. Dieser Verlagerungsprozess wäre beendet, wenn alle Sozialabgaben in die Mwst. verlagert wären und deie Arbeitseionkommen bis zur heutigen Beitragsbemessungsgrenze brutto wie netto gleich wären.

6. Die 20 Vorteile des MWPOT-Konzepts (Verlagerung der Sozialabgaben in die Mwst., Konsumsteuer statt Arbeitssteuer)

Das MWPOT-Konzept verlagert die LNK + Lst.   (bis zur Beitragsbemessungsgrenze=Teile der heutigen Arbeitskosten) aufkommens - und vorteilsneutral in geeigneten Stufen in die MwSt , wirkt so beschäftigungswirksam, stärkt die bisher vernachlässigte Binnenwirtschaft und erhöht den Wohlstand in 20 entscheidenden Punkten (am Beispiel Deutschland, gilt aber entsprechend für jedes EU-Land):


  1. Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit um globale Arbeitsplätze verbessert sich um  100%, da die Lohnkosten um ca. 50% sinken. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland wird deutlich unprofitabler: da die Arbeitskostendifferenz zum Ausland (auch zu China!!) in der Kalkulation der Unternehmen  deutlich ( um ca. 50%!!) geringer wird  und damit geringere Vorteile bietet.
  2. Auch Arbeitsplätze für den Binnenmarkt Deutschland werden  lukrativer: Durch die Befreiung der Arbeitskosten von der Staatsfinanzierung wird auch die Investition in Humanarbeitsplätze  für den Binnenmarkt wesentlich profitabler. Lohnintensive Produkte und Dienstleistungen erfahren im Saldo durch die Mwst. eine geringere Abgabenbelastung und könnten im Preis sogar gesenkt werden (z.B. Handwerkerleistungen). Die Rationalisierung von Humanarbeitsplätzen wird dagegen deutlich unattraktiver und auf ein normales Maß zurückgeschraubt,  denn durch Maschinenersatz und/oder Zeitarbeit können künftig keine  Staatsabgaben mehr eingespart werden. Das schafft auch für den Binnenmarkt mehr gut bezahlte Arbeitsplätze.
  3. Ein wichtiger Zielkonflikt von Staat und Unternehmen wird beseitigt: Gewinnsteigerung durch Einsparung von Staatsabgaben ist bei Arbeitsplätzen nicht mehr möglich. Staat und Unternehmen arbeiten bei dem Erhalt von Arbeitsplätzen nicht mehr primär gegeneinander, da mit der Rationalisierung von Arbeitsplätzen keine Staatsabgaben mehr eingespart werden können.  Der bezüglich Arbeitsplätze geltende Widerspruch in den Zielsetzungen gilt nicht mehr. Zukünftig gilt: Unternehmensertragsteigerung verursacht primär ebenfalls Staatsgewinn! Damit ist die wichtigste Grundvoraussetzung für steigenden Wohlstand in Deutschland (wieder) hergestellt.
  4. Der Wettbewerb zu den globalen Unternehmen in anderen Staaten wird fairer und vergleichbarer, da die Staatsabgaben über die  Mwst.  i.d.R. nicht exportiert werden.  Auf die Staatsfinanzierung hat das einzelne Unternehmen mit seiner Tätigkeit wenig oder gar keinen Einfluss, es sollte daher auch nicht schon allein dadurch in seinem globalen Wettbewerb begünstigt oder benachteiligt werden. Auch die Lohnstückkosten werden besser vergleichbar, da sie nun mehr gleiche und von den Unternehmen beeinflussbare Elemente enthalten.
  5. Maschinenarbeitsplätze werden durch die Mwst. jetzt analog zur Humanarbeit zur Staatsfinanzierung herangezogen. Das ist sinnvoll, denn gerade der Einsatz von Technik und Fortschritt soll doch unseren Wohlstand mehren. Es macht keinen Sinn, hochtechnisierte Maschinenarbeit von  der Sozialstaatsfinanzierung auszunehmen, wie es gegenwärtig geschieht.  Reine Dienstleistungen ohne großen Technikaufwand (Pflege, Kinderbetreuung etc.) könnten  dagegen eher einen geringeren Mwst.-Satz erhalten oder sogar davon befreit werden.
  6. Arbeitsintensive "Lohnprodukte" aus Deutschland werden zukünftig gegenüber "Maschinenprodukten" deutlich preiswerter, dadurch wird die Nachfrage nach arbeitsintensiven Produkten aus Deutschland sowohl im Inland als auch im Ausland deutlich gesteigert, das erhöht die BeschäftigungDer Exportnachteil im Welthandel gegenüber Ländern mit geringem Sozialstandard wird gemildert. Dadurch läßt der globale Druck auf die Sozialkosten  nach.
  7. Eigene Innovationskraft, Know How,  und Infrastruktur verbleibt vermehrt in Deutschland und wird weniger mit den Arbeitsplätzen ins Ausland verlagert.  Das erhält  Beschäftigung und Wohlstand. Es gilt nicht mehr: Sobald eine Idee entwickelt ist, landet sie in China, weil sie dort produziert wird.!!.Ein bisher viel zu gering beachteter zusätzlicher Nachteil der Arbeitsverlagerung ins Ausland wird gemildert: der kostenlose Transfer von  Know-How für hoch industrialisierte Arbeitsprozesse und die dazu benötigte Infrastruktur. Ebenfalls die hierauf gerichteten Innovationen bleiben zukünftig in Deutschland  beschäftigungswirksam. China z.B. erhält  derzeit dadurch weitgehend unbemerkt die effektivst vorstellbare  Entwicklungshilfe: alle bei uns entwickelten Ideen und Prozesse 1:1 ohne Industriespionage völlig kostenlos und natürlich zu unserem Nachteil.
  8. Importwaren werden verteuert, da auch sie zur Staatsfinanzierung beitragen müssen.  Dadurch wird die Nachfrage nach deutschen Waren im Inland sowohl relativ als auch absolut erhöht. Hier erweist sich die  Umfinanzierung durch Mehrwertsteuer ebenfalls als bedeutend beschäftigungsintensiv.
  9. Unser Steuersystem wird entbürokratisiert und reformiert und zusätzlich gerechter. Mehrfachbesteuerung entfällt, auch dies geschieht derzeit hauptsächlich zu Lasten der Beschäftigung und  Arbeit: sie wird durch die Sozialabgaben in ihrem Wert künstlich erhöht, dann landet dieser Wert im Umsatz und wird dann insgesamt zur Mwst. herangezogen. Die Steuererhebung geschieht zukünftig in der Hauptsache über die Ladenkasse, also vom Endverbraucher. Alle Konsumenten werden entsprechend Ihres Konsums zur Staatsfinanzierung herangezogen. Es werden dadurch vielfältige zusätzliche Anreize auch zu nicht unmittelbar  produktiver Arbeit.geschaffen (Stichwort: Weg von der Entstehungs- hin zur Ergebnisbesteuerung!). Alle Arbeiten, die zu keinem unmittelbarem produktiven Ergebnis führen, wie Forschung, Ausbildung, manuelle Dienstleistung, etc. werden erst  besteuert, wenn sie Ertrag bringen. Reine Dienstleistungen und Grundnahrungsmittel erhalten niedrige, Luxusgüter  natürlich höhere Mwst.-Sätze.  
  10. Der Wohlstandsstaat Deutschland erhält eine zukunftsichere Finanzierung. Die Finanzierung von Gesundheit, Grundrente, Arbeitslosigkeit wird langfristig durch die Mehrwertsteuerfinanzierung sicher gestellt. Der Konsum von Gütern ist dafür ein viel kostanterer Faktor  als nur die dafür immer weniger werdende notwendige menschliche Arbeit. Unser starker Wohlstandsstaat Deutschland kann dadurch eher erhalten bleiben, um auch international für die besten Arbeitgeber und Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Das Wichtigste: der selbstverstärkende Regelkreis mit der rückgekoppelten Abhängigkeit von Arbeitslosigkeit und Sozialkosten wird unterbrochen.*)
  11. Das Rentensystem wird motivierender, gerechter und leistungsfördernd: Die Grundrente auf Hartz4 - Niveau erhält jeder Bundesbürger, sie wird über die Konsumsteuer finanziert.  Die zusätzlich private Vorsorge vom Einkommen erlaubt eine zusätzlich private Rente, sie wird nicht wie gegenwärtig auf die Grundrente angerechnet. Unser gegenwärtiges Rentensystem ist demotivierend, ungerecht und leistungsfeindlich, da Dauerarbeitslose und langjährige Einzahler gegenwärtig gleichbehandelt werden (Jemand der z.B. 30 Jahre eingezahlt hat erhält gegenwärtig nicht mehr als jemand der nie eingezahlt hat, beide erhalten wertmäßig die Sozialrente!! )
  12. Signifikante Erhöhung  der Nutzen - Partnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern durch die deutliche Reduzierung  der Differenz von Arbeitskosten und Nettolohn, jede Lohnerhöhung kommt in viel direkterem Maße als bisher dem Arbeitnehmer zugute. In der Endphase der Umstellung könnte der  Bruttolohn  (etwa bei Arb.EK bis ca. 20000€) gleich dem Nettolohn entsprechen. Nur Löhne darüber sollten  wie Gewinne besteuert werden.
  13. Erhöhung der Binnenkaufkraft: die Arbeitskosten werden drastisch gesenkt, ohne den Nettolohn abzusenken.  Durch  das dadurch vermehrte Arbeitsangebot und die  erhöhte Beschäftigung tritt  eine erhöhte Binnenkaufkraft ein, diese wirkt sich wiederum vorteilhaft für die Beschäftigung aus. Auf dieser Basis sind auch wieder Lohnsteigerungen möglich.
  14. Der Staatshaushalt wird entlastet :  bei  2Mio zusätzlicher Arbeitsplätze, um ca. 40 Mrd€, damit kann Beschäftigung weiter stimuliert werden und auf diese Art eine Positivspirale wirtschaftlicher Entwicklung  entstehen. Dadurch erfolgt eine Steigerung der staatlichen Möglichkeiten für beschäftigungswirksame Aktivitäten (Investitition in Bildung und Forschung, Infrastruktur).
  15. Ein nicht unwichtiger Zusatzeffekt: Die Bekämpfung der Armut in Deutschland wird endlich erfolgreich durch ein besseres und vielfältigeres Arbeitsangebot sowie durch die bessere soziale Absicherung. Zeitarbeit und Lohndumping wird für die beteiligten Unternehmen nicht mehr so lohnend, wenn damit keine Sozialabgaben = Kosten mehr gespart werden können. Das schafft politische Stabilität und verhindert soziale Unruhen.
  16. Prekäre Zeitarbeit und würdelosen Zwangsarbeiten sowie sinnlose Repressalien für Arbeitslose bei nicht vorhandenen Arbeitsplätzen (als Folge von Hartz4)  können wieder abgeschafft werden, dadurch erhalten die Menschen wieder ihr Selbstvertrauen und den Mut zum eigenen Gestaltungsspielraum zurück.
  17. Vorteil für Europa: Wenn das Konzept in der EU gesamt durchgeführt wird, gleichen sich die Löhne stärker und schneller an. Das ist notwendig, damit die EU eine wirtschaftlich stabilere Einheit wird.     
  18. Vorteil für Europa :Unsinnige Standortsubventiontionen wegen der Lohnunterschiede innerhalb der EU werden deutlich reduziert, damit arbeiten die EU-Länder deutlich weniger gegeneinander.
  19. Vorteil für Europa: Was für Deutschland gilt, gilt auch für Europa: Ganz Europa wird durch das MWPOT- Konzept gegenüber anderen Wirtschaftsräumen  wettbewerbsfähigerr, auch gegenüber China. Das würde auch für Griechenland gelten.
  20. Vorteil für Europa: Europa würde einheitliche Steuer- und Sozialgesetze ehalten, das ist ein bedeutender Schritt auch für eine weiterführende politische Einheit.


Fazit: Die Rettung der Sozialen Marktwirtschaft durch Belebung des Arbeitsmarktes.  Staat und Unternehmen arbeiten hierbei nicht länger so desatrös gegeneinander. Beide Fundamente Sozialstaat und Marktwirtschaft erfahren eine Stärkung und ergänzen sich zukünftig, wo sie sich vorher eher behindert haben. Jetzt gilt der Satz wieder: sozial ist, was (sinnvolle, marktkonforme!!) Arbeit schafft.

Sicher gibt es viele verschiedene andere Ansätze und mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, keine andere einzelne Maßnahme bringt jedoch für jeden  der Akteure: Staat, Unternehmer, Arbeitnehmer sogar  Sozialleistungsempfänger so viele Vorteile. Ein Bewertungsvergleich bisher bekannter Maßnahmen ( s. Tabelle1) zeigt, daß es sich bei dem MWPOT-Konzept um die bisher bekannte  wirkungsvollste Einzelmaßnahme gegen die Arbeitslosigkeit in Deutschland handelt. Um das Aufzeigen einer solchen Lösung ging es mir hier, um in dem gegenwärtigen Reformdschungelchaos eine Priorität aufzuzeigen.Die Lösung setzt natürlich Einigungsbereitschaft und Konsensfähigkeit der drei handelnden Akteure Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Gewerkschaften) voraus. Diese kann aber erzielt werden, da das Konzept tatsächlich für jeden plausible Vorteile erbringt,  Sie verbindet  Arbeitskostenpotenziale ohne Lohnsenkung  mit den Mehrwertsteuerpotenzialen ohne Preissteigerung. . Das MWPOT- Konzept ist damit unter den gegebenen Prämissen die vorteilhafteste Lösung für die Beschäftigungswirkung.  Es stoppt endlich den Unsinn staatlicher Praxis: erst die Arbeit durch Abgaben und Steuern zu verteuern und danach die Arbeitslosen oder gar die Arbeitgeber zum Ausgleich wegen der negativen Beschäftigungswirkung zu subventionieren. Obwohl ursprünglich als Konzept gegen die Arbeitslosigkeit entwickelt, ist es gleichzeitig ein Konzept zur Sicherung des Sozialstaates, gegen die Armut sowie zur Verbesserung unseres Steuersystems. Es kann nach einer kurzen Feinplanungsphase aus eigener autonomer Kraft des Staates Deutschland  umgesetzt werden, es ist reformneutral, d.h. angedachte und wünschenswerte Reformen (z.B. Sozial-,Bürokratie-,Ökologie-.........) können weitgehend unabhängig von seiner Realisierung durchgeführt werden, weder EU-Richtlinien noch sonstige gravierende Hindernisse stehen entgegen.  Neuere Studien  z.B.  DIW2,S.226  von 4/2005 und IABG/2006 befürworten diesen Weg.  Die Grunderkenntnis ist auch keineswegs neu, denn wenn man recherchiert, stößt man auf viele ähnliche Ansätze, die bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen, insofern ist es umso verwunderlicher, dass die Politik in Deutschland diesen Weg bisher verschlafen hat. Wenn  man die Prämisse  E)  "Umverteilungen" ausklammert, bietet sich zusätzlich zur Mwst. die Erbschafts- und Schenkungssteuer  als  Umfinanzierung für die arbeitsplatzvernichtenden Arbeitssteuern und -abgaben an.  Der vorsichtige Mindestlohn kann unter der Pämisse Nettolohn = ca. Arbeitskosten eine sinnvolle Ergänzung sein, es muß allerdings gewährleistet sein, dass dieser nicht von ausländischen Selbständigen unterboten werden kann.  
Auch für Alle, die das Problem lediglich als Verteilungsproblem des Wohlstandes (nach meiner Meinung kommt hier der Entstehungsgedanke aber zu kurz!) sehen, bietet das MWPOT-Konzept  mit seinen 15 Vorteilen den richtigen Weg an. Dazu seien für eine gute Wohlstandserreichung folgende  Voraussetzungen genannt:
1.Es muss ein Anreiz geschaffen werden, eine ausreichende Verteilungsmasse in D zu erzeugen. 2. Die Verteilungsmasse sollte alle angemessen erreichen, die dazu beitragen und 3. sollte darüber hinaus für alle eine ausreichende Sozialabsicherung möglich sein. 4. Die Verteilung sollte so organisiert werden, das diese nicht Punkt 1 entgegensteht. Alle diese Voraussetzungen werden durch das MWPOT-Konzept. erfüllt.
Die meisten  anderen bekannten Verteilungs-Lösungsvorschläge verstoßen gegen Punkt 4, was einer Selbstzerstörung gleichkommt.  Das kann keine sinnvolle Lösung sein. Andere Vorschläge sind so utopisch, dass sie einen anderen Menschen oder eine völlig andere Umwelt erfordern.
Fazit : Die Steuer-und Sozialsysteme eines Landes können nur  den jeweiligen Binnenmarkt steuern. Zu ihrem  eigenen Schutz dürfen diese nicht in den Weltmarkt übertragen werden, sonst wirkt der Weltmarkt auf diese zurück. Deshalb raus mit den Staatsabgaben aus den globalen Wettbewerbskosten der Unternehmen, da gehören sie nicht hin.
Auf der Grundlage einer freien Weltwirtschaft darf der einzelne Staat  mit seinen Steuern und Abgaben die wettbewerbssensible internationale Kosten-, Qualitäts- und Preiskonkurrenz seiner Unternehmen  nicht benachteiligen, sonst schädigt er sich letztendlich selbst. Der Staat muß sich durch die Marktwirtschaft finanzieren, er muss diese also stützen und nicht behindern. Die Politik ist gefordert, die Staatsaufgabe der Zukunft - Optimierung der Arbeits- und Lebensbedingungen für Unternehmen und Menschen - in Handlungen umzusetzen. Das MWPOT-Konzept weist im Ergebnis auf einen bereits in vielen Facetten seit ca. 40 Jahren bekannten vorteilhaften Weg hin und fasst diesen zusammen.  Man kann sicher behaupten: Deutschland würde als leistungsorientierter Wohlfahrtsstaat mit seinen Lebens-und Arbeitsbedingungen an erster Stelle stehen, wenn dieser Weg schon damals Gehör gefunden hätte.. Die Politik ist nun gefordert, für eine zügige Umsetzung zu sorgen und nicht weitere 40 Jahre zu verschlafen
.

*)Was viele  nach meiner Meinung nicht verstehen, ist die Dramatik der sich ergebenen Abwärtsspirale aus der vorhandenen Konstellation: Jeder  weiß, eine höhere Arbeitslosigkeit verursacht steigende Sozialkosten, das war schon immer so! Eine faktisch lineare Abhängigkeit, ohne nennenswerte Rückkopplungseffekte in der Vergangenheit. Durch die fortschreitende Globalisierung ist jedoch nach und nach eine immer gefährlichere Rückkopplung entstanden: jetzt verursachen höhere Sozialkosten auch spürbar höhere Arbeitslosigkeit.  Es ist vielleicht schwer zu verstehen: Die Arbeitslosigkeit wächst  allein durch ihr Anwachsen noch stärker. Sie bedingt sich selbst!! Es ist ein teuflischer, sich  selbstverstärkender Regelkreis entstanden, der unter sonst gleichen Bedingungen (z.B.kein Wachstum) zum zwangsläufigen Kollaps der Systeme führt. Schön, das  so ein ausgezeichnetes Wachstum wie  gegenwärtig wieder vorübergehend die Lage entspannt. Das hat nichts mit der vermeintlichen politischen guten Leistung zu tun. Die Folge von Nichtstun  und Zusehen ist zwangsläufig: unser Sozialsystem wird ohne Qualitätsgewinn immer teurer,  und  kollabiert schließlich infolge immer höherer Arbeitslosigkeit!!


1.Mopot-Projektphase: Analyse und Strukturierung ( generelle Erläuterung zu dieser Projektphase)
Diese Phase ist von hoher Bedeutung für den Projekterfolg und kommt der richtigen Diagnose einer Krankheit als Voraussetzung für die anschließende Therapie sehr nahe. Brainstorming allein reicht hier bei weitem nicht aus. Die bedeutendsten Ursache- und Wirkungszusammenhänge müssen durch das Projektteam herausgefiltert und immer wieder auf ihre Plausibilität  überprüft werden. Wenn Spezialwissen dazu erforderlich ist, muß sichergestellt sein, dass dieses im Projektteam verfügbar ist. In dieser Phase entsteht naturgemäß auch viel Gedankengut für den Papierkorb, das aber notwendig ist, um iterativ die essentiellen Zusammenhänge herauszufiltern. Stark verkürzt werden daher für dieses Projektbeispiel nur die bedeutendsten und richtungsweisenden Erkenntnisse dieser Phase zusammengefaßt.
1. Analyse und Strukturierung Massenarbeitslosigkeit in Deutschland (verkürzte Zusammenfassung).
Die Arbeitslosigkeit läßt sich nach vielen Facetten und unterschiedlichen Segmenten der Bevölkerung aufschlüsseln und analysieren, wie Alter, Ausbildung, Geschlecht, Ausländeranteil usw. Hierzu existieren umfangreiche Tabellen. Aus Ihnen ist zu entnehmen, dass sie in den einzelnen Gruppen zwar unterschiedlich aber generell in allen Segmenten über die Jahre ansteigend ist. Deshalb soll sich diese Analyse auch auf die große Linie genereller Ursachen und den Gesamtzusammenhängen beschränken.



Arbeitslosenquote und BIP-Wachstum seit 1962 in Prozent
                                                                                         Bild 1
                               Selbst hohe Wachstumsraten
  helfen nicht gegen steigende Arbeitslosigkeit   

In Deutschland ist dieser Trend eines ständigen Anstiegs, wegen der enormen notwendigen Aufbauarbeit nach dem Krieg, erst ab den 70er Jahren deutlich nachweisbar. Sogar hohes Wachstum in den 70er Jahren bei noch schwach ausgeprägter Globalisierung kann den Haupttrend steigender Arbeitslosigkeit nie zurückführen, sondern allenfalls für diese Zeit unterbrechen (Bild 1: Quelle: Destatis).
Bis auf wenige Ausnahmen lässt sich dieser Trend qualitativ für alle Industrieländer abbilden, wenn auch nicht  in dieser quantitativen Ausprägung.
Offenbar gehört Deutschland zu den Industrieländern, die es geschafft haben, gegen Aufschwünge der Weltkonjunktur binnenwirtschaftlich nahezu immun zu sein, der Abschwung schreitet trotzdem voran. Nur im umgekehrten Fall sind wir leider nicht immun, wenn die Weltwirtschaft lahmt, nimmt der Abschwung gradezu rasante Züge an und es wird ein neues Tiefstniveau an Arbeitslosen erreicht. Das macht den Binnenmarkt kaputt.

Zumindest ist die oft - auch von Wissenschaftlern publizierte Ansicht irrig, dass  hohes Wachstum allein ausreiche, die Arbeitslosigkeit zurückzuführen oder gar zu  beseitigen. 
  Arbprd
                                         Bild 2: Abnahme von erfassten Arbeitsstunden durch Rationalisierung       
                                                                                      
Hauptverursachung
der ständig seit etwa 1972 deutlich werdenden und bis heute steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland  ist der Wegfall von Humanarbeitsstunden in der Landwirtschaft und in industriellen Arbeitsprozessen aufgrund steigender Produktivität,  durch die  Rationalisierung der Arbeitsprozesse ( Bild 2:Quelle: Berechnung aus Destatis). Obwohl hier sämtliche erfassten Arbeitstunden aller Erwerbstätigen dargestellt sind, gilt diese Aussage in Reinkultur jedoch wirklich nur für die Arbeit, die im Produktionsprozess "marktfähige, handelbare und bekannte"  Produkte erzeugt. Sie ist für neue Produkte, erst recht für Dienstleistungen wie z.B. Ausbildung, Kindererziehung, Pflege, Gesundheitsdienste nicht  übertragbar, hier haben die Arbeitsstunden sogar zugelegt, weil die Rationalisierung vorhandener Prozesse hierfür Raum und Zeit geschaffen hat. Wegen dieser vorhandenen Gegenläüfigkeit ist die  Rationalisierugswirkung in vorhandenen Produktionsprozessen noch sehr viel stärker, als hier dargestellt. Dieser generelle Trend ist aus der inneren Antriebsfeder des Menschen erklärbar, sich wiederholende mühsame Arbeit zu erleichtern oder diese gar ganz abzuschaffen. Der Trend ist global und kein Land, in dem die Menschen frei agieren können, kann sich ihm auf Dauer entziehen. Dieser Trend  wäre generell auch bei  hohem Wachstum und fehlender Globalisierung für jeden einzelnen Staat wirksam und meßbar.  Durch diesen Trend werden mit immer weniger Aufwand an Arbeitsstunden die "bekannten" Güter für die Menschen erzeugt, er ist  eigentlich wohlstandsfördernd und daher wünschenswert. Gleichzeitig wird dadurch Platz für die Erneuerung des Güter- und Dienstleistungsmarktes durch menschliche Krativität geschaffen. Insgesamt gesehen ist der Rationalisierungswirkung eher ein wohlstandssteigernder Effekt zuzuschreiben. Auch die Arbeit insgesamt muß nicht zwangsläufig abnehmen, sie wird erneuert und verteilt sich nur anders.  Wegfall von Arbeit durch Rationalisierung und (Qualitäts-)Zunahme durch Erneuerung könnte sich jedoch durchaus die Waage halten.

Bei fehlender Erneuerungseffizienz und Suche, Gestaltung von lukrativen neuen Arbeitsfeldern sind dagegen die unmittelbaren Folgen bezüglich Arbeitsverteilung und Preisbildung auf unserem "Arbeitsmarkt" wohlstandsmindernd, wie es derzeit bei uns der Fall ist:
Wohlstand wird bei Angestellten über Arbeitsstunden verteilt  und reduzierte Arbeitszeit bedeutet für den Einzelnen Wohlstandverlust. Vollzeit können trotz Nachfrage jedoch nicht mehr alle arbeiten und so entsteht Arbeitslosigkeit und dadurch Preisverfall der Arbeitsstunde. Der reale Preisverfall der Arbeitsstunde ist somit ein Indiz dafür,  dass mehr Nachfrage nach Arbeit besteht, als Angebot vorhanden ist, dass die Menschen also arbeiten wollen. Das ist übrigens genau das Gegenteil von dem, was einige Politiker behaupten. Offenbar verhindert unser derzeitiges Wirtschaftssystem eine ausreichende Erneuerungseffizienz des Arbeitsangebotes zum Ausgleich des Wegfalls durch die  vorhandenen Rationalisierungsbestrebungen.


Wettbewerbsnachteile, wie geringeres Wachstum und durch die Globalisierung deutlich werdende Standortnachteile verstärken diese negativen Wirkungen wegfallender Arbeit zusätzlich; beide Faktoren stehen zusätzlich auch  in starker Abhängigkeit zueinander und beeinflussen sich in einer  Art Negativspirale  gegenseitig. Darüber hinaus sind  bei der Globalisierung die teilweise künstlichen Währungsunterschiede  ein Hindernis für die optimale globale marktwirtschaftliche Allokation.  Diese Verwerfung  durch Währungsrelationen wird besonders deutlich, wenn man diese im Ländervergleich mit den Kaufkraftrelationen vergleicht, Kaufkraft- und Währungsrelation können gegenwärtig durchaus bis zum achtfachen auseinander liegen. Langfristig sollte man  bei anhaltender Globalisierung jedoch davon ausgehen, dass sich die Währungsrelationen den Kaufkraftrelationen annähern. Das die Globalisierung  trotzdem auch von Industrieländern  national genutzt  werden kann, um Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeitslosigkeit zu minimieren, zeigt uns Irlands jahrelange Führung im Globalzation Index bei einer gleichzeitig sehr niedrigen Arbeitslosigkeit. Der Absturz Irlands durch die Weltwirtschaftskrise zeigt uns jedoch die Kurzlebigkeit solcher Führungspositionen und rückt auch die Bedeutung  solcher Indexmessungen ins rechte Licht.
                                                                                   
Warum nun ist in Deutschland national betrachtet die Arbeitslosigkeit deutlich höher als in anderen Industrieländern? Natürlich hat auch die Wiedervereinigung ihren Anteil daran. Sicherlich hat auch der zu hohe Einstiegskurs der DM zu Beginn der EWU dazu  beigetragen.  Fact ist aber zusätzlich,das die deutschen Unternehmen stärker als andere auf die Rationalisierung von Humanarbeitsstunden gezielt haben.  Weil das Ziel der Rationalisierung durch die mögliche Kostenreduzierung bestimmt wird, haben sie mit deutscher Gründlichkeit erkannt, dass die Reduzierung der Humanarbeitskosten in Deutschland besonders lohnend ist. Ein bedeutender Teil der 100% durchschnittlicher Arbeitskosten  wird nämlich nicht durch das positiv nachfragewirksame Nettoeinkommen (ca.34%) der Arbeitnehmer, sondern durch  die weitgehend staatlich und tariflich verordneten Steuern und Abgaben auf Humanarbeit( ca.66%)  erzeugt. Humanarbeit wird damit vom Staat behandelt wie ein unerwünschter Faktor, den man eliminieren will und wie z.B. den gesundheitschädlichen Tabakkonsum mit besonders hohen Abgaben belastet. Im Gegensatz dazu wird Machinenarbeit  nicht belastet, insofern ist die Wegrationalisierung von Humanarbeit  durch Maschinenersatz aufgrund staatlicher Anordnungen und Vorschriften für die Unternehmen natürlich besonders attraktiv. Nicht nur zufällig ist Deutschland Weltmeister im Maschinenexport. Nicht nur die Unternehmen selbst, auch ein Heer von Unternehmensberatern (auch ich langjährig sehr erfolgreich) beschäftigen sich sehr lohnend mit dieser Aufgabe und beschleunigen diesen Prozess weiterhin gravierend.
Wenn jedoch behauptet wird, die Humanarbeitskosten machen nur noch einen geringen Teil der Gesamtkosten aus, so mag das für den einzelnen Betrieb mit geringer Fertigungstiefe durchaus zutreffen, insgesamt, auf das Endprodukt bezogen, addieren sich diese (noch !) erheblich, da die Unternehmen sich in verschiedenen Fertigungsstufen befinden und sich gegenseitig zuliefern, das zeigt die folgende Darstellung (Bild 3: eigene Beispielrechnung):
Lohnkostenanteil beim Fertigprodukt
                Bild 3 : Auswirkung der Lohnnebenkosten auf  die Produktkosten, -preise, aggregiert über 5 Fertigungsstufen

Besonders wegen der Lohnnebenkosten, den Sozialkosten insgesamt,  lohnt sich also gegenwärtig, besonders stark den Kostenfaktor Humanarbeit zu rationalisieren. So kann sich ein durchschnittlicher produktiver Arbeitskostenanteil von nur 10% bei den Unternehme 40% nationalem Anteil  im Endprodukt niederschlagen , wie die beispielhafte Grafik
zeigt( hier sind nur die gesetzlichen Abgaben (LNK) und Steuern(Lst) berücksichtigt, auch der Nettolohn enthält noch einmal ca. 30% Lohnzusatzkosten) . Nur, und jetzt wird es spannend, enthalten natürlich auch die Maschinenkosten Lohnkosten, erst recht die Verwaltung. Wie wir dann sehen, bleiben bis auf die Importe nur noch Lohnkosten übrig.  Viele sind der Meinung, dass eine maßgebliche Ursache der Arbeitslosigkeit fehlende Innovationen seien, jedoch gerade die innovativen Tätigkeiten, wie Forschung und Entwicklung werden durch die zu hohen Arbeitskosten belastet. Viele Innovationen finden deshalb gar nicht statt und wenn Sie dennoch  Marktreife erlangen (z.B. Transrapid), ist es oft wegen der hohen Arbeitskosten zu unwirtschaftlich, diese bei uns zu realisieren. Es ist bezeichnend für die deutsche Misere, daß gerade in einer fortschrittlichen Technologie, wie des Transrapids, innerhalb relativ kurzer Zeit eine ernsthafte Konkurrenz aus einem Billiglohnland wie China entstehen kann. Generell wird leider die  Bedeutung der Lohnkosten besonders von Wirtschaftslaien stark unterschätzt, obwohl letztendlich alle Kosten im Ursprung Lohnkosten (incl. Unternehmerlohn) sind, selbst Gold, Diamanten und Öl kosten nur die Lohnkosten der Förderung und des Transports. Auch betriebswirtschaftliche Materialkosten und Importe sind somit globale Lohn- oder Arbeitskosten.

Nur wenn die Politiker erkennen und verstehen, dass alle Kosten im Ursprung globale Arbeitskosten sind, wird ihnen klarwerden, was sie ihren Bürgern und ihren Unternehmen antun, wenn sie deren Arbeitskosten durch Steuern und Abgaben betriebswirtschaftlich  und gleichzeitig im globalen Wettbewerb unnötig verteuern.

Gegen zu hohe Arbeitskosten setzen die Unternehmen vielfältige Arten von Einsparmaßnahmen ein. Neben der schon erwähnten Rationalisierung durch Automation kommt hier der Zeitarbeit zunehmende Bedeutung zu. So wird der gegenwärtige Anstieg von kümmerlichen Zeitarbeitsverhältnissen gern als innenpolitischer Erfolg der Regierungsarbeit gefeiert, obwohl die Ursache eher in China zu suchen ist und der "Erfolg" recht zweifelhaft ist.

Nichts gegen Zeitarbeit, wenn Sie gesamtgesellschaftlichen Zusatznutzen bringt. Den bringt sie, wenn Zeitarbeiter einen Mehrwert gegenüber  unbefristet Arbeitenden erwirtschaften und daher auch besser entlohnt werden können, wie in z.B.Holland. Bei uns ist das Gegenteil der Fall. Offenbar wird völlig übersehen, dass  es bei uns aufgrund hoher Arbeitslosigkeit gelingt, durch  Zeitarbeitsverhältnisse unser bestehendes Sozialsystem auszuhöhlen.  Nur der Hungerlohn der Zeitarbeitsfirma ist nämlich sozialversicherungspflichtig, der 100-200% ige Aufschlag an das eigentliche Beschäftigungsunternehmen nämlich nicht. Die dadurch eingesparten Sozialkosten fliessen dann als Gewinne in die beteiligten Unternehmen. Ein Beispiel dafür, wie einfach unser arbeitsabhängiges Sozialsystem zu Lasten der AN umgangen und beim AG in Gewinne verwandelt werden kann.  So kann sich die Zeitarbeit zu einer boomenden Branche und zum Hauptbeschäftigungsverhältnis entwickeln. Ein ehemaliger Wirtschaftsminister  füllt so seine Taschen, seitdem er bei einer Zeitarbeitsfirma eingestiegen ist.. Einsparung der nicht unmittelbar produktiven  auf der Arbeit lastenden Sozialkosten ist also ein wirksamer Anreiz der Unternehmen zur Senkung der Arbeitskosten geworden, möglich  durch das staatliche kontraproduktive Finanzierungs- und Abgabensystem.

Welche Auswirkungen  der Arbeitsmarkt für Deutschland bei der Globalisierung   haben kann, macht vielleicht das folgende Schaubild deutlicher :


   Bild 4: Die Staaten geraten zunehmend in einen globalen Wettbewerb um leistungsmotivierte
  Unternehmen und Arbeitskräfte, beide werden wiederum durch einen attraktiven Arbeitsmarkt angelockt.

N
icht nur die ehemals staatstreuen Unternehmen schauen sich nach besseren Plätzen und Lebensbedingungen um, auch die Bürger machen das zunehmend, gerade leistungsorientierte Bürger schauen genau hin, was Sie für Ihre Arbeitsleistung an Lebensqualität erhalten. Der Staat schadet sich  sehr schnell selbst, wenn er es nicht schafft, seine Prozesse zum Wohl der Unternehmen und seiner Bürger einzurichten. Unternehmen und Bürger haben zunehmende Wahlfreiheit, welchen Staat sie zu ihrem bevorzugten Standort machen wollen. Nur wenn es dem Staat gelingt, beide in ausreichender Qualität und Quantität anzulocken, wird er zu einem Wohlstandsstaat, denn sie sind die dafür benötigten Leistungsträger. Beide, Unternehmen und Staatsbürgerr sind durch den lokalen Arbeitsmarkt verbunden, seine Regelungen bestimmen die Attraktivität des Arbeitsmarktes und damit sind diese ein entscheidendes Kriterium für die Ansiedlung von qualitativ guten Unternehmen und Bürgern.

"Die Attraktivität des lokalen Arbeitsmarktes wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor der Staaten um den Wohlstand."

Staat, Unternehmen und Arbeitnehmer gehören zusammen, wenn einer dieser Akteure fehlt, kann es den jeweils anderen nicht geben. Deshalb müssen die Ziel- und Bedürfnisstrukturen  von AG , AN und Staat entsprechend Ihrer Aufgabenverteilung auch zueinander passen. Daher lohnt es sich, diese einmal einander gegenüber zu stellen.


                         Arbeitsmarktrelevante  Ziel - und Bedürfnisstruktur von AG, AN und Staat


AN
AG
Staat
Folgerung für die praktische Umsetzung
Grundziele
gutes Einkommen
Anerkennung
soziale Sicherheit
gute Wettbewerbsposition
gute Entwicklungsmöglichkeiten
langfristige Standortvorteile
hohe Beschäftigung
geringe Sozialprobleme
Hohe Attraktivität für Leistungserbringer
Die Staatsziele und ihre Finanzierung dürfen nicht konträr zu den Zielsetzungen von AN und AG sein.
1.Ziel
Wohlstand
gesichertes gutes Einkommen
niedrige  Qualitätskosten
ausreichende Einnahmen für notwendige Infrastruktur für AG und AN
Staatseinnahmen für Infrasruktur sollten nicht die Qualitätskosten erhöhen
2.Ziel
Sicherheit
gute soziale Grundsicherung
niedrige  Qualitätskosten
ausreichende Einnahmen für gute soziale Grundsicherung
Staatseinnahmen für Grundsicherung sollten nicht die Qualitätskosten erhöhen
3.Ziel
Entwicklung
attraktive Arbeitsangebote
niedrige Qualitätskosten
hohe Beschäftigungsrate
effiziente Staatssysteme müssen die Ziele von AN und AG unterstützen!
4.Ziel
Zukunft
geringe Zukunftsangst, ausreichende Rente
langfristige Sicherheit der Wettbewerbsfähigkeit
stabile Sicherheit
die Zukunftssicherheit darf nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen behindern.

 Tabelle 1:  Ziel - und Bedürfnisstruktur von Staat Unternehmen und Arbeitnehmer steht im Widerspruch zur Umsetzung durch die Politik

Auch hieraus wird deutlich, das unser System der Staatseinnahmen im  krassen Widerspruch zu den Zielen der Unternehmen, aber auch zu denen der AN steht und damit  direkt gegen die Staatsziele  gerichtet ist, da die Zielerreichung aller unmittelbar von einander abhängig ist..

Ergebnis der Analyse (Phase 1): Das gegenwärtige System der Sozialfinanzierung  benachteiligt genau die Menschen mit unteren Einkommen, denen es eigentlich nützen soll. Es bevorzugt Kapital sowie Maschinen- und Importprodukte zu Lasten  landeseigener Lohnprodukte.  Es verursacht dadurch vielfältige Steuerungen in der Betriebswirtschaft, die volkswirtschaftlich unerwünscht sind und uns immens im internationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze für Bürger und um Unternehmen schaden.  Es entsteht dadurch ein unerwüschter Regelkreis mit negativer Rückkopplung, der Staat schadet sich selbst. Das staatlich verordnete Steuer- und Abgabensystem,  in seinem Schwerpunkt zu einseitig auf den aktuellen menschlichen Wertschöpfungsanteil als Finanizerungsquelle ausgerichtet, verhindert Wohlstand und ist Hauptverursacher der durch Rationalisierung und Verlagerung entstandenen überhöhten Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. 

2.Mopot-Projektphase: Alternativenentwicklung, Bewertung, Auswahl (generelle Erläuterung zu dieser Projektphase)
Abhängig von dem wichtigen, weil richtungsweisenden Analyseergebnis der Phase 1, konzentriert sich die Arbeit nunmehr auf Lösungen. Hierzu erfolgt sowohl eine Sammlung bereits bekannter Vorschläge als auch die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte. Sowohl  ausgiebiges Studium möglicher Informationsquellen als auch Kreativität sind hier gefragt. Als iterative Klammer müssen fortwährende Plausibilitätscheck durchgeführt werden. Auch hier gilt: Wenn Spezialwissen dazu erforderlich ist, muß sichergestellt sein, dass dieses im Projektteam verfügbar ist.  Mit fortschreitendem Wissen entwickelt das Team ein Bewertungsraster, das geeignet ist, die Lösungsvorschläge nach ihrem Lösungsbeitrag und ihrer Effektivität einzuordnen. Die Lösungsalternativen werden nach diesem Raster bewertet und geeignete ausgewählt. Stark verkürzt werden auch hier nur die bedeutendsten Erkenntnisse dieser Phase zusammengefaßt.
2. Betrachtung von Konzeptalternativen gegen die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland, Bewertung, Auswahl (verkürzte Zusammenfassung).

Es gibt eine Vielzahl von Vorschlägen in Deutschland, darunter eine ganze Reihe von Alternativen in der öffentlichen Diskussion, die z.B.den Titel Steuerreform tragen. Egal, ob Merz oder Kirchhoff, um nur die wichtigsten zu nennen, diese zielen in erster Linie auf eine Steuervereinfachung und nicht auf eine  direkte Senkung der Arbeitskosten. Auch die Einführung neuer Steuern, wie etwa Maschinensteuer oder Ökosteuer zur Entlastung weiter steigender Sozialkosten wäre kein gangbarer Weg, da diese die Gesamtabgabenlast erhöhen würden.. Ein weiterer  Teil von Vorschlägen  rankt  sich um die Agenda 2010,  die mit Hartz IV  bereits  umgesetzt  ist.  Hier ist festzustellen, dass insbesondere  Hartz IV  keinerlei  direkt arbeitskostensenkende Wirkung hat, sondern hier bestenfalls neutral  wirkt.  Indirekt  wirkt Hartz IV  jedoch  in hohem Maße  kontraproduktiv und demotivierend,  da  erhöhte Staatsausgaben  erforderlich sind , um eine  zusätzlich  nutzlose Arbeitslosenverwaltung aufzubauen und den abhängig arbeitenden Menschen in Deutschland mit der Armutskeule gedroht wird. Alle weiteren Vorschläge zu den Reformen der Sozialsysteme haben in der Regel zwar eine wichtige Bedeutung für deren Zukunftsfähigkeit und Finanzierbarkeit, sind aber ebenfalls nicht in der Lage, die Arbeitskosten kurzfristig zu senken. Ebenfalls ohne nennenswerte Wirkung sind bloße Steuersenkungen, wie die in jüngster Zeit angekündigte Körperschaftssteuersenkung; neben dem Problem der Gegenfinanzierung tragen sie keinesfalls zu einem erhöhten Arbeitsplatzangebot bei, bestenfalls haben sie geringe indirekte Effekte.
Weniger öffentlich beachtet sind die Vorschläge Einzelner, die  teilweise seit Jahren auf die vorteilhafte  Wirkung der Verlagerung der Lohnnebenkosten in die Mehrwertsteuer hinweisen, um dem Standortnachteil bei der Globalisierung entgegenzuwirken.. Tatsächlich  wirken diese Vorschläge nicht nur positiv bei der Globalisierung, sondern ebenso bei der Rationalisierung.   Der Rationalisierungsdruck, die teure Humanarbeit zu eliminieren, würde in erheblichem Maße sinken.
Auch der Anreiz mit Zeitarbeit Sozialkosten einzusparen, würde sinken. Mit diesen Vorschlägen scheint es lohnend, sich näher auseinanderzusetzen.
In der folgenden Darstellung werden die unterschiedlichen Auswirkungen einer Mwst.-Verlagerung auf Maschinen- und Lohnprodukte dargestellt.  Zur besseren Illustration wird diesem Beispiel eine so deutliche Verschiebung von Arbeitskosten in die Mehrwertsteuer vorgenommen, dass sich diese von 16 auf 32% verdoppeln würde.(Bild4: eigene Beispielberechnung, Summe aus LNK +Lst + 16% (vorher) entspricht 32% MwSt (nachher)).

    
              Beispielhafte
Auswirkungen der Mwst.-Umfinanzierung der LNK auf die Produktpreise
Produktpreis
      Bild 5: Lohnprodukte werden gegenüber Maschinenprodukten durch die Mehrwertsteuerfinanzierung billiger

Trotz einer in diesem Beispiel errechneten Verdopplung der Mehrwertsteuer  führt die aufkommensneutrale Umfinanzierung  zu einer tendenziellen Senkung der durchschnittlichen Produktendpreise für den Verbraucher, allerdings verteuern sich  die überwiegend maschinell hergestellten Produkte um bis zu 17%, während sich die lohnintensiven Produkte um bis zu  22% verbilligen. Insgesamt verbilligt sich das lohnintensive Produkt um bis zu 40% gegenüber dem Maschinenprodukt. Das  bewirkt einen außerordentlichen positiven Nachfrageschub für lohnintensive Produkte, was wiederum für Beschäftigung und Investitionen in Arbeitsplätze in Deutschland sorgen würde. Da im Gegensatz zu der bisherigen Praxis, nur den Lohnanteil mit Steuern und Abgaben zu belasten, nunmehr alle Produkte in Deutschland über die Mehrwertsteuer gleichmäßig zu der Sozialstaatsfinanzierung herangezogen würden, erübrigt sich damit auch das Nachdenken über eine Maschinensteuer oder Importsteuer (auf z.B.chinesische Waren). Da bei Exporten die Mehrwertsteuer nicht anfällt, ist aus dieser Grafik auch die Exportverbilligung durch das Konzept ablesbar. Beide Exportprodukte verbilligen sich; das lohnintensive Produkt um bis zu ca. 33%, das Maschinenprodukt um lediglich ca. 1%. Dem Argument der Preisverwerfung an den Grenzen kann entgegengehalten werden, dass das marktwirtschaftliche Regulativ der unternehmerischen Preisbildung dem entgegenstehen wird, siehe Automobilpreisgestaltung in der EU.
Ein Chinaprodukt würde sich durch die höhere Mehrwertsteuer jedoch verteuern,  lohnintensive deutsche Produkte erhalten ihnen gegenüber heute, durch die gegenläufigen Konzeptwirkungen, bei diesem Beispiel einen Preisvorteil von bis zu 50%.
Alle in Deutschland gekauften Produkte ( und nicht nur die bislang benachteiligten humanintensiven) würden nunmehr mit den Sozialstaatskosten belastet. Hierdurch entstehen äußerst positive Nachfrageeffekte auf die in Deutschland hergestellten und arbeitsintensiven Produkte. Das gesamte Potenzial einer Mehrwertsteuerumfinanzierung für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit  einzusetzen, erscheint unter diesem Aspekt immer  lohnenswerter. Zusätzlich sollte hier deshalb auch die Lohnsteuer mit in die Verlagerungsüberlegungen einbezogen werden. Dieser zum Teil neue Vorschlag vereint viele Einzelwirkungen und soll deshalb zukünftig als MWPOT(Mehrwertsteuerpotenzial)-Konzept  bezeichnet  werden.
Eine vollständige Umfinanzierung  der Einkommenssteuer und Sozialabgaben durch Mehrwertsteuer würde diese auf etwa 45% anheben. Das würde für die verschiedenen Einkommensgruppen folgende Belastungsänderungen mit sich bringen:

                      Bild 6:  Auswirkung Mwst-Finanzierung:  Der ungerechte Mittelstandsbauch wird beseitigt


Es  würde sich für alle Einkommensgruppen  bis zu 20000€ Monatseinkommen eine Entlastung ergeben, erst darüber wäre ein geringfügiger Anstieg zu verzeichnen. Entgegen  anderslautender Behauptungen ist die gegenwärtige Belastung mit steigendem Einkommen  ab ca. 3600€ nicht prugressiv, sondern degressiv. Durch die jüngste Beschränkung der Kapitalertragssteuer auf 25% wird diese Ungerechtigkeit noch verstärkt, da Reiche einen erheblichen Teil ihres Einkommens über Kapitalerträge beziehen. Die Mittelklasse irrt, wenn sie sich auf der Seite der Reichen wähnt als Lastesel,  sie allein ist der Lastesel der Nation. Dieses Los kann sie nur verbessern, indem sie mehr Beteiligung der Reichen fordert. Das MWPOT-Konzept verbessert also auch diese  Fehlkonstruktion unseres  Steuer-und Abgabensystems.

Bekannte und neue Alternativen müssen sich messen lassen und bewertet werden, inwieweit sie dazu beitragen, die Humanarbeitskosten  in Deutschland zu senken, bzw. wie sie zumindest positive  Effekte auf die Beschäftigung ausüben, auch andere wichtige Kriterien sollten dabei  beachtet werden, da auch sie zu einer Verbesserung oder Verschlechterung der Gesamtsituation führen können. Für das hier anstehende Projekt wurde die folgende Bewertungstabelle entwickelt und bisher bekannte Alternativen bewertet (Quelle: eigene Annahmen und Bewertung durch Rangreihenbildung und Quervergleiche).


Vergleich und Bewertung verschiedener Konzepte in Ihrer Wirkung gegen die Arbeitslosigkeit

Alternativen,

Lösungskonzepte
Bewertungskriterien für mehr Beschäftigung
         + positiv,   - negativ
Zeit
sonstige wichtige  Kriterien
         + positiv,  - negativ
Senkg.
humaner
Arbeits-
kosten
Nachfrage
deutscher Produkte
Wachs-
tum
gegen
Ration.
human.
Arbeit.
gegen
Ersatz
h.Arb.d.
Masch.
geg.Ersatz
deutsch..
ANdurch  ausl.AN

gegen
Verlagrg.
h.Arb. i.
Ausland
Import-
ver-
teue-
rung
Export-
verbil-
ligung
Moti-
va-
tion AG
Moti
va-
tion AN
zeitl.
Wirkg
Finan-
zierg.
Sozial-
systeme
Gegen-
finan-
zierung
Infla-
tions-
wirkung
gering.
Staats-
quote
Soziales
Netz
Niveau
gesell-
schaftl.
Umver-
teilung

Enlastg.
Staats-
haushalt
Hartz IV, Agenda2010










(+)Druck-
zunahme

-
- -
- -
-
Sozialreformen  (Rentenreform, Gesundheitsreform)
(+)sehr langfristig









- ?
?


+

(+)sehr langfristig
Steuerkonzepte a la
„Merz“ „Kirchhoff“









+ + -
?

+

-
Senkung Körperschaftssteuer






+

+
-
-
+

-
zusätzl.Einführg.Ökosteuer z. Finanzg. steigender Sozialkosten
+






- - + - + + - - +
+
Zusätzl. Importsteuer z. Finanzierg  steigender Sozialkosten
+ +




++ - + + - + + - - +
+
Zusätzl.Maschinensteuer z Finanzerg  steigender Sozialkosten
+


+


-
- + -
+ + - - +
+
Senkg der Arbeitsabgaben üb. neutrale Umfinanzierung durch vorteilsfreie Mehrwertsteuer  (MWPOT-Konzept)
++ ++ ++
++
++
+
++
++
++
++
++
++
++
++
(-)kurz
fristig

+
++

+++
Senkg der Arbeitsabgaben  üb. neutr.Umfinanzierg.durch vorteilsfreie Maschinensteuer
++

++ +++ +
+

- + -
+ + (-)kurz
fristig
- +

Senkung der Arbeitsabgaben  durch  neutr. Umfinanzierg durch Erbschaftssteuer
++
++
+
++
+
+
+


++
++
+
++
++

+
+
ja
++
Senkung der Arbeitsabgaben üb. neutrale Umfinanzierung durch vorteilsfreie Ökosteuer
++

++ + +
+

- + -
+ + (-)kurz
fristig
- +

FKKS
(++) nur bei Gewinn
(+)
(+)
(++)  bei Gewinn (++)  bei Gewinn
(++) bei Gewinn   (+)  bei Gewinn (++)  bei Gewinn (+)
-

+




??
Kombilohn für Niedriglöhne, (negative Einkommensteuer)
     (++)
bei Niedriglöhnrn
(+)
(+)
(+) sehr
begrenzt
(+) sehr
begrenzt
+
(+) sehr
begrenzt

(+)
    ?
AG zahlt nur Lohnanteil
     ?
Wertgefühl des AN
-
  +
nicht
sicher

   -
(+) sehr
begrenzt

    ?? langfristig fragwürdig
Mindestlohn ca.10% über Sozialhilfeniveau



(-) sehr begrenzt

+




 +
-
+


+
+

+
Erhöhung der Arbeitszeit
(+) gering
(+)gering

(+)gering
(+)gering





-
-
-



-

-
                                             Tabelle 2: Bewertung und Vergleich verschiedener Maßnahmen und Konzepte gegen Arbeitslosigkeit

Auch wenn man berücksichtigt, das jede einzelne Bewertung, also jedes einzelne Kreuz in dieser Tabelle auch subjektive Tendenzen enthalten kann, so kann das Gesamtergebnis in seiner Tendenz doch  kaum angezweifelt werden:  Von den hier betrachteten Alternativen schneidet das MWPOT-Konzept  mit großem Vorsprung am besten ab. Es ist der wirkungsvollste der hier betrachteten Vorschläge. Das heißt nicht, dass andere Massnahmen nicht auch positive Effekte haben. Meine Hauptkritik an vielen Lösungen ist jedoch die Tatsache, das diese das gegenwärtige System der Belastung der Arbeit grundsätzlich beibehalten wollen und dann (z.B. bei FKKS durch die anschließende Steuerentlastung zugunsten der AG!) wieder teilweise zurückführen. Sie erweitern damit den Flickenteppich von Reparaturen an einem eigentlich (unter globalem Wettbewerb betrachtet) falschen System der Staatsfinanzierung auf Kosten der Arbeit. Unser mittlerweise undurchsichtiger Dschungel der Steuergesetzgebung ist durch solche Reparaturen entstanden. Jede dieser Einzelreparaturen oder Subventionen hat immer negative Begleiterscheinungen, die wieder weitere Reparaturen erfordern. Jetzt ist es höchste Zeit für eine notwendige Systemkorrektur bei der Staatsfinanzierung!  Das MWPOT-Konzept brächte neben der Beschäftigungswirkung zusätzliche Vorteile bei der Steuergesetzgebung und der Sicherung der Sozialsysteme. Der Hauptvorteil von MWPOT liegt in der zukunftsgerichteten stärkeren Trennung von Staats- und Unternehmensaufgaben und die Beseitigung von heute bestehenden unglücklichen Verquickungen, die uns im globalen Wettbewrb schaden.
Ergänzend weißt die Erbschaftssteuer als Verlagerungsadresse zur neutralen Umfinanzierung von Arbeitsabgaben  die zweithöchsten Vorteile auf. Eine Erbschafts- und Schenkungssteuerreform in diesem Sinne könnte also ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitskostensenkung leisten. Auf 200 Mrd.€ Erbmasse p.a. fallen ca. 4 Mrd.€ Steuern. Das ist ein Witz und höchst ungerecht. Wer erbt, wird beschenkt, er erhält i.d.R. einen Vermögenszuwachs ohne Gegenleistung. Es spricht nichts dagegen, daß die Erbschaftssteuer stufig durch den Verwandtschaftsgrad geregelt wird; aber 20 bis 25% dürften es im Durchschnitt schon sein. Diese wird ja im Schnitt  nur alle 30 Jahre fällig. Sie trifft also hauptsächlich alte Vermögen. Stattdessen sollte die Entstehung von neuen Vermögen begünstigt werden, diese entstehen aber durch Arbeit. Also nur Vorteile für die Erneuerung unseres Staatswesens: Arbeitsabgaben um ca. 40Mrd runter, gegenfinanziert durch Erbschafts- und Schenkungssteuer von 20-25% anstelle von 2%; das wäre durchaus mein Credo.  Das würde in gar wunderbar positiver Weise das MWPOT-Konzept ergänzen, das aber (auch in Kombination mit anderen Maßnahmen) die Hauptlast der schrittweisen Umfinanzierung tragen muß. Mit der Erhöhung der Erbschaftssteuer wären allerdings auch gesellschaftliche Umverteilungen verbunden, deren Umsetzung schwierig sein dürfte und die deshalb durch Prämisse C als Lösung zunächst ausgeschlossen worden sind. Ein weiterer Vorteil des MWPOT-Konzept wird dadurch aber deutlich, nämlich dass es durch seine Neutralität zusätzliche Massnahmen  keineswegs ausschließt sondern eher begünstigt.

Ergebnis Phase 2:Das MWPOT-Konzept: Drastische Senkung der Bruttoarbeitskosten,  durch eine aufkommensneutrale Umfinanzierung der darin enthaltenden Abgaben und Steuern in eine höhere Mehrwertsteuer,  hat  unter den gegebenen Prämissen die eindeutig sichersten und positivsten Auswirkungen auf die langfristige Beschäftigung  in Deutschland.   Achtung: Das Konzept erweist sich nur als vorteilhaft, wenn die wichtigen  Bedingungen und Prämissen (s. Konzeptdetaillierung) beachtet werden.
3.Konzeptbeschreibung MWPOT-Konzept gegen die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland: Drastische Senkung der Bruttoarbeitskosten bei gleich bleibendem Nettolohn und weitgehend gleich bleibender Kaufkraft durch aufkommens - und parteineutrale Verlagerung in die Mehrwertsteuer und Umsetzungsempfehlung.
Das Konzept zielt auf die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit über die Marktmechanismen.  Die 100% ige  Zielerreichung ist nur möglich, wenn die Vorteile, die durch dieses Konzept und die damit verbundenen Maßnahmen von allen beteiligten Parteien getragen werden und auschließlich für diese Zwecke genutzt werden. Die wichtigen Bedingungen hierfür lauten: Aufkommensneutralität der Steuern und Abgaben und innerstaatliche Vorteilsneutralität der beteiligten Parteien.

a) Grundprämissen
A) Die Lösung soll weltwirtschaftlich konform sein und ohne Reglementierungen gegen  andere Länder auskommen.
B) Die Lösung soll allein in den autonomen Handlungsmöglichkeiten des Staates Deutschland - ggfs mit EU-Ausweitung-  liegen.
C
) Die Lösung soll die (Staatsquote) durchschnittliche Summe aus Steuern und Abgaben  insgesamt nicht  notwendigerweise erhöhen.
D) Die Lösung soll  den Sozialstandard  in Deutschland nicht  absenken.
E) Die Lösung soll möglichst für alle Gesellschaftsschichten Vorteile bringen, weil sonst umstrittene und schwer zu bekämpfende Widerstände erfolgen.

b)Rahmenbedingungen
für die Umstellung
1. Die nachfragewirksamen Nettolöhne sowie die RV der Arbeitnehmer bleiben unangetastet  und werden weiterhin den Arbeitnehmern ausgezahlt.
2. Die LNK der Arbeitgeber und die Lohnsteuer bis zur Abdeckung der Grundsicherung (Krankenversicherung, Renten-und Arbeitslosenversicherung auf Hartz4-Niveau)  stellen das Maximalvolumen für die stufenweise in die Mwst. verlagerbaren Bruttoarbeitskosten dar. Wegen der  Wirksamkeit sollte die Verlagerung in die Mwst. auch in der ersten Stufe schon erheblich sein, empfohlen wird hierfür die Verlagerung bis 25%Mwst.(Dänemark).
3. Die stufenweise Anhebung der Mwst. darf nicht höher ausfallen als die stufenweise Senkung der Nettopreise.
4. Das Finanzierungsvolumen der angehobenen Mwst. wird nur zur Finanzierung der Verlagerungspositionen (Sozialabgaben, Lohnsteuer) aus den Nettopreisen eingesetzt.
5. Die Bruttolöhne werden um den Verlagerungsbetrag aus der Lohnsteuer und den Verlagerungsbetrag aus dem LNK der AN für Krankenkasse und Arbeitslosigkeit gesenkt.. (Verpflichtung der AN und Gewerkschaften zur Akzeptanz der Senkung der Bruttolöhne um den Verlagerungsbetrag der Abgaben und Steuern.). Der AN-Anteil der RV wird zukünftig den AN zur Eigenvorsorge als Nettolohn ausgezahlt.
6. Die Produktnettopreise werden um die in Ihnen enthaltenen verlagerten Steuern und Sozialabgaben zum Umstellungszeitpunkt gesenkt. (Verpflichtung der Wirtschaft zur Senkung der Nettopreise um die Verlagerungsersparnis zum Umstellungszeitpunkt, Gewinnneutralität im Binnenmarkt).
7. Befreiung  der Brutto-Löhne und Gehälter in Höhe der in die Mwst. verlagerten Sozialabgaben, ebenso Befreiung der Unternehmen vom anteiligen AG-Beitrag. 
8. Differenzierte Erhöhung der Mwst. um die verlagerten Sozialabgaben. Dabei  kann differenziert werden: Mehrwertsteuer  für normale Industrieprodukte, für Grundnahrungsmittel, für spez. Dienstleistungen (z.B. soziale).
9. Der Staat übernimmt die Finanzierung der Verlagerungspositionen aus den Bruttoarbeitskosten mit der Mwst. und sichert alle deutschen Staatsbürger auf Grundsicherungs- Niveau ab. Erworbene Rentenanwartschaften bleiben bestehen, zukünftige  werden durch den Staat nur noch in Höhe einer  Grundsicherung zugesagt. Die Finanzierung bedarf keines zusätzlichen Aufwandes, da dem Staat in gleicher Höhe Mehrwertsteuer zufließt.
9.Eine Absicherung über der Grundsicherung für KV, RV und ALV ist nach erfolgter Umstellung nur privatwirtschaftlich möglich und bleibt der individuellen Eigenvorsorge vorbehalten. Für eine gerechte Verfahrensregelung für bestehende Ansprüche während der Umstellung erfolgen Ausgleichszahlungen bzw. Abfindungen.

c) Die Zielvorstellung einer optimalen Steuer- und Abgabenverteilung:
ein optimaler  und beschäftigungswirksamer Endzustand ( nur mit EU- Neuregelung möglich) sollte auch andere Steuerarten umfassen und  könnte gegenüber dem heutigen Zustand zu folgender Steuer-und Abgabenverteilung führen:

                  
 
Steuer- und
Abgabenquelle
Ist-Steuer-
und
Abgaben-
beträge
in Mrd€
2006
Verteilung heute
Verteilung nach MWPOT
enge Rahmenbedingungen
 -Zielvorstellung-
Verteilung nach MWPOT
+ Zusatz (favorisiertes Ziel)
erweiterte Rahmenbedingungen
Ziel-Steuer- und
Abgabenbe-
träge auf Basis 2006
Mrd€
Ziel - Veränderung
gegenüber dem
Istzustand
1.Stufe
sofort
realisierbar,
da Mwst.nur auf 25%
Umsatzsteuer
147
  15,7 %
    50,0%
     50,0%
465
deutliche Erhöhung
21%
200
Produkte (Tabak, Akohol,  etc.)
95
  10,3%
    15,0%
    15,0%140
mäßige Erhöhung
10%
95
Arbeit/Gewinn bis 50000  EK
455
  49,0%
    5,0%
    0%
0
völlige Entlastung
36%
339
Arbeit/Gewinn über 50000  EK
139
  15,0%
    20,0%
    20,0%
187
mäßige Erhöhung
15%
140
Unternehmens-
gewinn
75
    8,0%
      8,0%
      5,0%
46
moderate Ermäßigung
8%
75
Kapitalerträge
16
    1,6%
      1,6%
      5,0%
46
deutliche Erhöhung
5%
46
Erbschaften
4
    0,4%
      0,4%
      5,0%
47
deutliche Erhöhung
5%
46
Summe (2006)
931
100,0%
  100,0%
  100,0%
931

100%
931
                        
             Tabelle 3: Vision einer optimalen  Steuer- und Abgabenverteilung


Alle diese (bis auf die letzten beiden)Steuern und Abgaben sind als direkte Kosten im Produktendpreis enthalten, d.h. unabhängig davon, wo der Staat kassiert, der Unternehmer berechnet sie dem Endkunden natürlich weiter. Das der Konsument letztendlich die Hauptzeche bezahlen muß, wird man nie verhindern können.
Hoffentlich begreift jetzt jeder, das sich daran und auch am Produktendpreis nichts ändern muß, selbst, wenn -bei gleichen Gesamtabgaben - der Staat zukünftig 100% über den Konsum einnehmen würde.
Was man ändern kann, ist ledig die og. Verteilung und die herausragende Diskriminierung der Arbeit. Denn dadurch verschwindet die Arbeit, mit der Arbeit die Teilhabe am BIP und die Armut wächst.
Meine favorisierte Wunsch-Verteilung würde der letzten Spalte entsprechen, wobei ich die höheren Erbschafts-und Kapitalertragssteuern voll zur Umfinanzierung der Sozialabgaben heranziehen würde. Folge: Es würden mehr Arbeitsplätze mit besseren Nettolöhnen angeboten werden, die Preise würden sinken, die Nachfrage steigen, kurzum wir hätten eine florierende Binnenwirtschaft. Das käme jedoch einer Prämissenänderung gleich, weil damit in bestehende Besitzstandsregeln eingegriffen würde. Im Folgenden wird deshalb weiter nur von der Umfinanzierung durch Mehrwertsteuer allein ausgegangen.

d) Auswirkungen, Erfolgsabschätzung für die sofort machbare erste Stufe (Verlagerung von Bruttoarbeitskosten bis zur Anhebung  der  Mwst. von 19 auf  25%)
(Zahlen beruhen auf  destatis 2005/2006.)
1.Senkung der Bruttohumanarbeitskosten um ca.58 Mrd. €, Senkung der Produktnettopreise um ca.58 Mrd.€, Anhebung der Mwst. um ca.50Mrd.€.
2.Verbilligung der Exporte (in D hergestellter Produkte) entsprechend ihrer Humanarbeitsintensität bei Verfahren komplett nach  um 58Mrd€
2.1)Verbilligung der Exporte für humanintensive  Produkte bis zu. 12% 2.2)Verbilligung der Exporte für maschinenintensive (in D hergestellte) Produkte um ca.1%
3. Verteuerung der Importe um ca.6%.
4. Konstante Produktpreise deutscher Produkte  für den Endverbraucher im Durchschnitt, aber 4.1 tendenzielle Preissenkung.bei humanintensiven deutschen Produkten,  bis zu 10%. 4.2 tendenzielle Preiserhöhung bei maschinenintensiven Produkten: Verteuerung bis zu 6% .
5.Wegen 4. sind gravierende negative Umverteilungswirkungen bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht zu befürchten. Die Niedrig-Mwst. für Lebensmittel bleibt bestehen.
6. Mittelfristige Verbesserung der Massenarbeitslosigkeit auf das Niveau unser besserstehenden Nachbarn auf ca. 6%, längerfristig, insbesondere durch die weitere Verfolgung des hier empfohlenen Weges kann eine Bestpositionierung  von ca. 3% Arbeitslosigkeit erreicht werden. Experten gehen von bis zu ca. 300000 neuen Stellen pro %-Punkt Arbeitskostensenkung (siehe hierzu auch DIW1 oder  TU Dresden) aus. Die ebenso wichtige Verlagerungsverlangsamung ist darin nicht enthalten. Ausschlaggebend hierfür ist die Schnelligkeit in der Umsetzung insbesondere des ersten  Schritts, da Deutschland einiges gegenüber seinen Nachbarn aufzuholen hat.. In der folgenden Tabelle sind noch einmal die wichtigsten Vorteile des MWPOT-Konzeptes gegenüber dem Istzustand zusammengestellt.
Vorteile gegenüber dem Istzustand
Detaillierung der Wirkungsweise, Beschreibung
A) Vorteile mit deutlicher  Beschäftigungswirkung

1.Die Rationalisierung und Verlagerung  von Humanarbeitsplätzen aus Kostengründen wird  deutlich unprofitabler.
Durch die drastische Senkung der  Bruttoarbeitskosten um LNK - und Lst - Bestandteile, werden für die Unternehmen nur die Humanarbeitskosten gesenkt. Die maschinellen Arbeitskosten dagegen bleiben unverändert.
2.Die Nachfrage nach arbeitsintensiven deutschen Produkten wird sowohl im Inland als auch im Ausland deutlich gesteigert. Durch die Senkung der Humanarbeitskosten erfahren alle lohnintensiven Produkte im Inland eine tendenzielle Verbilligung gegenüber den maschinell hergestellten. Für den Export verbilligen sich alle Produkte analog zu Ihrer Lohnintensität. Der Unternehmer kann damit seinen Absatz und seinen Gewinn erhöhen. Damit bleiben die positiven Wirkungen des Exports auf die Beschäftigung nicht nur bestehen, sie werden sogar deutlich verstärkt.
Im Inland  verbilligen sich im besonderen Maße die lohnintensiven Produkte gegenüber den maschinell hergestellten, mit ebenfalls positiver Auswirkung auf  Arbeitsplätze in Deutschland.
3.Die Nachfrage nach billigen Importwaren wird deutlich geschwächt.
Davon profitieren insbesondere die dagegen verbilligten lohnintensiven deutschen Produkte, nach denen die Nachfrage steigt. Das Preisverhältnis der Importwaren verschlechtert sich diesen gegenüber um bis zu 40%.
4.Der Wegfall von Arbeitsabgaben wirkt innovationsfördernd
Die Belastung von Arbeit mit Steuern und Abgaben verteuert für die Unternehmen den Prozess der Produktentstehung, unabhängig vom Ergebnis. Dadurch wird z.B. der oft aufwändige Innovationsprozess unnötig verteuert und wegen des Ergebnisrisikos mitunter unterlassen. Eine durch MWPOT in Gang gesetzte Abkehr von der Produktentstehungs - hin zur zur Produktergebnis - und Konsumsteuer schafft hier Abhilfe.
5.Der Staatshaushalt erhält zuätzl. Mittel zur Stimulation von Beschäftigung.
Der Staatshaushalt wird mittelfristig bei 2Mio zusätzlichen Arbeitsplätzen um mind. 25 Mrd.€, langfristig  wegen der Verhinderg eines stärkeren weiteren Anstiegs der Arbeitslosenquote um ca. 70 Mrd.€ entlastet, diese Mittel können ebenfalls zusätzlich beschäftigungswirksam eingesetzt werden.
6. Positive Motivation bei Arbeitgebern, Erhöhung des Angebots von regulären Arbeitsplätzen.
Allein die gut kommunizierte Ankündigung dieses Konzeptes und die Absicht diesen Weg auch längerfristig zu beschreiten, wird Wirkung zeigen und viele Unternehmer ihre bisherige Standortpolitik überdenken lassen, da die Unternehmen zukunftsorientiert handeln: Die Investitionen von heute sind die Gewinne von morgen. Viele Direktinvestitionen  in Arbeitsplätze werden sich plötzlich wieder in Deutschland lohnen.
7. Positive Motivation bei Arbeitnehmern, Reduzierung der Schwarzarbeit.
Die Arbeit wird deutlich billiger. Arbeitnehmer ( auch ältere) werden wieder deutlich mehr gebraucht. Die Schere zwischen Brutto- und Nettoentlohnung wird deutlich verkleinert, dadurch entsteht ein größerer Leistungsbezug zur eigenen Leistung und der Bewertung durch den Arbeitgeber. Schwarzarbeit ist nicht mehr so lohnend.
8. Wegfall des leistungfeindlichen Rentensystems.
Gegenwärtig erhalten Dauerarbeitslose, die nie eingezahlt haben  und langjährige Einzahler (Niedrigverdiener) in das Rentensystem immer häufiger die gleiche Rente,  das ist ungerecht und leistungsfeindlich. Durch die Finanzierung  der Grundrente  über  die Mwst. und die zusätzliche private Vorsorge wirken  Einzahlungen zusätzlich und in jedem Fall rentenerhöhend.
B) Vorteile beim Staatshaushalt

1. Ca. 25 Mrd. € direkte Entlastung durch die mittelfristige Reduzierung von ca. 2Mio. Arbeitslosen
Langfristig bringt die Entlastungswirkung  mindestens 70 Mrd.€ p.a., da ein weiterer starker Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert wird. Wachstum des Staatshaushaltes ist wieder möglich ohne Erhöhung der Gesamtbelastung an Steuern und Abgaben. Einhaltung der Maastricht-Kriterien, Steigerung der Förderung von Bildung und Innovationen usw.
2. Ca. 2 -5 Mrd. € Mehreinnahmen durch die indirekte Wirkung der Wirtschaftsbelebung.
s.o.
C) Sonstige Vorteile

1. Positive Wirkung auf weitere sinnvolle Steuerreformen, Vereinfachungen.
Das bisherige Einkommenssteuersystem ist sehr kompliziert und trotzdem höchst ungerecht, da es den Reichen viele Gestaltungsmöglichkeiten bis zur völligen Vermeidung von Steuern erlaubt. Das ist bei der Mehrwertsteuer nicht gegeben. In dem tatsächlichen Steueraufkommen erweist sich die Mehrwertsteuer als gerechter und auch die Reichen können gut damit leben, da diese nur linear und nicht progressiv besteuert.  Durch unterschiedliche Mwst.-sätze können weiterhin bestimmte Produkte (aus sozialen oder ökologischen Gründen) in wünschenswerter Weise bevor- oder benachteiligt werden.
2. Positive Wirkung auf sinnvolle Sozialreformen
Die Leistungen und Ausgaben der Sozialversicherung sind in zunehmendem Maße gesamtgesellschaftliche Aufgaben und sollten als Grundsicherung für alle Bürger umfunktioniert werden. Die Steuerfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer ist sicherer, effektiver und gerechter als die bisherige Finanzierung über die Lohnnebenkosten, da jeder entsprechend seinem Konsum daran beteiligt wird.  Die bisherige Finanzierung  erweist sich zunehmend  als  unmöglich.  Auf dieser breiteren und sicheren Basis können alle weiteren Reformen sinnvoll durchdacht und ohne fehlerhafte Schnellschüsse ( wie Hartz IV)  umgesetzt werden. Die bisherige  Rentenversicherung ist z.B. in ihrer Auswirkung ungerecht und leistungsfeindlich.
                                 Tabelle 4:  Vorteile der Mehrwertsteuerumfinanzierung (siehe auch die 16 Vorteile in der Zusammenfassung)

Diese und weitere Vorteile des MWPOT-Konzeptes habe ich mit vielen Teilnehmern im Spiegelforum "Rekordarbeitslosigkeit"  sowie auch mit Wirtschaftlern  und Politikern teilweise auch kontrovers diskutiert, dabei hat sich kein Anhaltspunkt ergeben, der  den Nutzen des Konzeptes grundsätzlich in Frage stellt.

e) Umsetzungsempfehlung für das MWPOT-Konzept

1.Sofortige Umsetzungsentscheidung der machbaren 25% Stufe (Verlagerung von Bruttoarbeitskosten bis zur Anhebung der Mwst. auf 25%)
2.Feinplanung  dieser Stufe (ca.2 Monate), Abgaben und EK-Steuersätze im Niedriglohnbereich herabsetzen  (evtl, Freibeträge heraufsetzen), Auswahl der Verlagerungspositionen, evtl.Übergangsregelungen und Fristen für besondere Gesellschaftsgruppen (Kontrollprozesse, Mindestlohn, Zugangsbedingungen  für ausländische Selbständige etc., Festlegung der Sonder-Mwst.-Sätze für Grundnahrung und Dienstleistung, )
3.Abstimmung der Prämissen mit den Parteien ( konzertierte Aktion) und Einrichtung einer  Controllingfunktion für den Umsetzungsprozeß (ca. 2 Monate).
4.Frühzeitige Ankündigung des  Umstellungszeitpunktes  möglichst noch in diesem Jahr..
5.Festlegung des Monitorings des Projekterfolgs, der Umstellungswirkungen und Umverteilungswirkungen.
6.Nach 6 Monaten: Gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen, bzw. Ausgleichszahlungen für wider Erwarten  benachteiligte  Gesellschaftsgruppen.
7.Nach 12 Monaten: Planung der weiteren Verlagerungsschritte, Vereinbarkeit mit der EU-Richtlinien für evtl. höhere Mwst. vorantreiben etc.
8.Das MWPOT-Konzept bereitet auch den Boden für weitere denkbare Zukunftsmassnahmen. Es bildet sozusagen das Grundfundament. Auch bislang noch utopisch anmutende Visionen eines ausreichenden Bürgergeldes, siehe auch hierzu die Vision von Götz Werner, oder die Entwicklung weiterer integrierter Komponenten hin zu einer Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft  könnten davon profitieren, da wir dazu unsere Ausgangsposition entscheidend verbessern.  Ausdrücklich sei hier die Erbschaftssteuer als Ergänzung einer sinnvollen und marktwirtschaftlich weitgehend unschädlichen Staatsfinanzierung erwähnt.  Bei allen Zusatzmaßnahmen sollte jedoch beachtet werden, dass der Leistungsanreiz und der Innovationswettbewerb erhalten bleibt!!!
Ergebnis( zusammengefaßt):  Die aufkommens- und vorteilsneutrale Verlagerung  der LNK  in die MWSt bei  gleichbleibender Kaufkraft ist die  wirksamste Einzelmaßnahme zur Senkung der Arbeitslosenquote, zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsposition und zur Entlastnng des Staatshaushaltes .
Zur Umsetzung des Mopot-Beschäftigungskonzepts für Deutschland wird als erster Schritt eine  Absenkung der Bruttoarbeitskosten um ca. 35Mrd.€  und Verlagerung in die Mwst.(Erhöhung auf 25%) empfohlen. In ca. 2 bis 5 Jahren können damit die Arbeitslosen um 0,5- 1 Million gesenkt werden. Dieses Ergebnis kann durch weitere Schritte erheblich gesteigert werden. Unbedingte Voraussetzung sind die in diesem Konzept genannten Prämissen. Geschätztes Einsparungsvolumen für den Staat: 1.Arbeitslosenunterstützung für 1Mio HartzIV Empfänger = ca.20Mrd.€  2. erhöhte Steuereinnahmen ca. 3 Mrd € sowie zusätzliche positive Wachstums- und Beschäftigungsimpulse. Geschätzter finanzieller Gesamtnutzen mittelfristig ca.25Mrd€p.a., langfristig bis zu 70Mrd€p.a., d.h. in 10Jahren bis zu 700Mrd €.  Die Zahlen beruhen auf der Ausgangslage 2006 und 19%iger Mwst. Durch jährliche Anpassung der Ausgangszahlen würde sich der Nutzen noch eher steigern. Achtung : Die Erfolgshöhe des MWPOT-Konzeptes steht in direkter Abhängigkeit zu der  Einhaltungsschärfe der genannten Bedingungen und Prämissen.
Die Folgen von Nichtstun  und Zusehen sind zwangsläufig:
bei sonst gleichen Bedingungen (z.B. kein Wachstum) wird unsere Arbeitslosigkeit  immer größer, die Sozialsysteme immer teurer (ohne Qualitätsgewinn),  beide verstärken sich gegenseitig im eingangs beschriebenen Regelkreis und führen letztendlich zum Kollaps des Sozialsystems.  Insofern ist die vermeintliche gegenwärtige Entspannung am Arbeitsmarkt trügerisch, sie wird allein durch das gute Wachstum Chinas und die noch positive Rückwirkung auf uns erreicht, die Zeitbombe  des drohenden Kollapses ist nicht entschärft. Kollabiert Deutschland, kollabiert auch Europa.
Erste Publikation: per Forumsdiskussion im Spiegel Okt.2004, hier 22.Juni 2005, letzte Aktualisierung 20.5.2011. Weiiterer Artikel