MTV zieht Anzeige für "Popetown" zurück
Laut epd-Meldung vom 12.4.06 hat der Musiksender MTV
nach Kritik der Kirchen und des Deutschen Werberates seine Anzeige für die
Vatikan-Satire "Popetown"
zurückgezogen. An der Ausstrahlung der Comic-Serie ab 3. Mai hält der Sender
allerdings fest, bestätigte MTV am Dienstag dem epd.
CSU-Generalsekretär Markus Söder forderte in dem Streit ein klares
Blasphemie-Verbot im Strafrecht. Die Serie dürfe nicht ausgestrahlt werden. "Es
kann nicht angehen, dass jede noch so geschmacklose religiöse Beleidigung unter
dem Deckmantel der Meinungsfreiheit durchgeht", so Söder.
In der MTV-Werbung heißt es, Gegenstand von "Popetown" seien unter anderem "ein
durchgeknallter Papst und ein krimineller Kardinal".
Auslöser des Streits war eine Werbung mit der Überschrift "Lachen statt
rumhängen“. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) hatten beim Deutschen Werberat Beschwerde gegen die
Anzeigen eingelegt.
CSU-Generalsekretär Söder erklärte, wenn Kirche und Papst in einer
Zeichentrickserie für Jugendliche lächerlich gemacht würden, habe das "nichts
mehr mit Satire zu tun". Um alle zentralen religiösen Symbole besser vor
Verunglimpfung zu schützen, müsse das Strafrecht um konkrete Tatbestände
erweitert werden, sagte Söder der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen
Post".