"Verbraucher als Versuchskaninchen": Wie GreenPeace mitteilt, sollen entgegen geltendem EU-Recht in Deutschland zukünftig
experimentelle
Gen-Pflanzen ohne Sicherheitsnachweis zur Herstellung von Nahrungsmitteln
eingesetzt werden dürfen. Das geht aus einem geheimen Entwurf des
Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Dort arbeitet man gerade an einem
Grundsatzpapier zur Gentechnik in der Landwirtschaft. Der Entwurf liegt
Greenpeace vor.
Wie unsere Regierung gegen EU-Recht
verstoßen will.
Aber auch andere Regeln sollen zum Vorteil von Gen-Pflanzen anbauenden
Landwirten verändert werden.
Außerdem sollen Pflanzen, die von Gen-Pflanzen infiziert
wurden, sogar in Lebensmitteln landen. Selbst dann,
wenn die Gen-Pflanze eine Test-Pflanze war oder aus dem Ausland importiert wurde
und ihre Unbedenklichkeit noch nie in Europa überprüft worden ist. Das verstößt gegen geltendes EU-Recht
- mehr noch: die europäische Kommission hat der Bundesregierung eine solche
Regelung bereits schriftlich untersagt!
Hintergrund für das Missachten des europäischen Rechts durch unsere Bundesregierung: Sie
hatte auf Druck von Forschung und Industrie diese Vorgehensweise schon im
Koalitionsvertrag im Herbst 2005 festgelegt, um damit die Industrie vor rechtlichen Folgen und
Haftung zu bewahren.
Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace dazu: "Damit werden wir alle als
Verbraucher zu Versuchstieren gemacht". Greenpeace fordere seit langem ein
Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen.