Charlotte
Knobloch neue Präsidentin des
Zentralrats der Juden in Deutschland.
Wie der Nachrichtendienst haGalil meldet, wurde Charlotte Knobloch in Frankfurt am Main
einstimmig vom derzeit
siebenköpfigen Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland zur neuen
Präsidentin gewählt. Eines ihrer wichtigsten Ziele sei es, dass die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder wieder den Stand erreiche, den sie vor dem Holocaust hatte. Derzeit haben die 87 jüdischen Gemeinden in Deutschland etwa 110.000 Mitglieder - allein in Berlin waren es vor 1933 jedoch über 160.000.
Knobloch gilt als die letzte Überlebende des Holocaust, die an die Spitze des Judentums in Deutschland gewählt werden kann. Sie war in der Zeit des Nationalsozialismus als angeblich katholisches Mädchen bei einer fränkischen Bauernfamilie versteckt worden,
in München erlebte sie als Sechsjährige die so genannte Kristallnacht.
Knobloch forderte die Bundesregierung dazu auf, energischer gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus vorzugehen.
Sie erklärte zugleich, dass sie bei einem zu erwartenden Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "klare Worte" gegenüber dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad
erwarte. Das Staatsoberhaupt hatte des Öfteren den Holocaust geleugnet und das
Existenzrecht Israels bestritten.