"Verachtete Evangelen"

Wie die Evangelische Kirche in Deutschland den Heidnisch-Naturreligiösen gerne ihre Religiosität in der Öffentlichkeit abspricht, indem sie sie schlicht dem Kapitel "Weltanschauungen" zuschlägt, so ergeht es ihr offenbar selbst im Verhältnis zur katholischen Kirche.
Letztere bezeichnet nämlich die Evangelische Kirche lediglich als "kirchliche Gemeinschaft" anstatt als "Kirche" und wertet sie, so der EKD-Ratsvorsitzende Huber, damit ab.

Wie empfindlich man gegen Abwertungen sein kann, wenn sie einen selbst einmal betreffen, schilderte EKD-Bischof Huber auf einem Symposion in Düsseldorf am 29.5. sinngemäß so: 
Angesichts eines Verlustes an gesellschaftlicher Relevanz dürfe man nicht der Versuchung erliegen, sich durch Abgrenzung und Negation des anderen zu profilieren. "Jeder Vertreter der Automarke Mercedes-Benz würde es für respektlos halten, wenn bei VW die Formulierung etabliert würde, Mercedes-Benz sei kein Auto im eigentlichen Sinne'".
Gemäß einer epd-Meldung vom 29.5.2006 sagte Huber, einen Weg zur Einheit könne es nur geben, "wenn wir uns in unserer Verschiedenheit wechselseitig als Kirchen achten". Es sei "nicht eben hilfreich" für einen Dialog in wechselseitigem Respekt, wenn der Begriff Kirche ausschließlich auf die eigene Definition bezogen werde und andere Formen des Kircheseins als kirchliche Gemeinschaft abgewertet würden.

Fazit: Scheinheiligkeit ist also bei weitem kein Exklusivrecht von Katholiken.

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