Berliner Abgeordnetenhaus beschließt umstrittenen Ethikunterricht
In Berlin werden Schüler der Klassen 7 bis 10 künftig zwei Mal in der Woche
verpflichtenden Ethikunterricht haben. Dies teilte der Evangelische Pressedienst
am 24.3. mit.
Das Abgeordnetenhaus stimmte mit großer Mehrheit einer entsprechenden Änderung
des Schulgesetzes zu. Während die Koalitionsparteien SPD und Linkspartei/PDS
zusammen mit Bündnis 90/Grüne das Vorhaben des Senats unterstützten,
bekräftigten CDU und FDP ihre energische Ablehnung und forderten stattdessen
einen Wahlpflichtbereich zusammen mit dem Religionsunterricht.
Auch die Kirchen äußerten "großes Befremden" über den Parlamentsbeschluss. Den
Schülern müsse die "Wahlfreiheit zwischen gleichberechtigten Angeboten"
überlassen bleiben, forderte die evangelische Landeskirche. Dafür werde man in
den kommenden Monaten weiter eintreten, kündigte auch das Erzbistum an.
Bei dem neuen Fach wird den Religionsgemeinschaften nur eine Kooperation im
Rahmen des neuen Faches angeboten. Einen Rechtsanspruch auf Beteiligung haben
die Religionsgemeinschaften nicht.
Die Kirchen haben bislang ihrerseits offen gelassen, inwieweit sie überhaupt zu
einer Kooperation im Ethikunterricht bereit sind. Durch dessen Einführung als
Pflichtfach befürchten sie große Nachteile für den in Berlin freiwilligen
Religionsunterricht, der weiter vom Land bezuschusst wird.