Braunbär Bruno soll erschossen werden.

Laut dpa-Meldung vom 22.5.06 wird ein aus Österreich nach Bayern eingewanderter Braunbär "aus Sicherheitsgründen" zum Abschuss freigegeben. Das hat Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf in München mitgeteilt.
Zuvor hatte es geheißen, der Bär solle nur kurz gefangen und betäubt werden, um ihn mit einem kleinen Sender zu versehen. Dann wisse man immer, wo der Bär sich aufhalte und könne gegebenenfalls Vorsorgemaßnahmen treffen.
Es ist der erste in Freiheit lebende Bär, der seit 170 Jahren seine Tatzen auf deutschen Boden setzte.
In Österreich hatte es bereits eine Bürger-Kampagne gegeben, die das Abschießen des braunen Riesen auf österreichischem Boden verhindern wollte.

In der Nacht zum Montag nun hatte der Bär laut ddp in Grainau/Garmisch Partenkirchen mehrere Hühner getötet, nachdem er in einen Hühnerstall eingedrungen war (unerlaubt, aber er soll vorher geklopft haben). Zuvor hatte er im selben Landkreis sieben Schafe gerissen.


neue Meldungen vom 23.5.:
Natur, die Probleme macht, wird christlich-sozial-unionös umgebracht?
Aber es mehren sich die Stimmen, die das Abschießen des Bären scharf verurteilen: So nannte der Bund Naturschutz die Entscheidung voreilig. Das Tier sollte besser gefangen und in einem geeigneten Lebensraum ausgesetzt werden. Auch der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, hat die Abschusspläne für den nach Bayern eingewanderten Bären scharf kritisiert. Die Entscheidung von Umweltminister Werner Schnappauf sei „typisch deutsch”, erklärte Weinzierl im niederbayerischen Wiesenfelden. Ebenfalls protestierten der Alpenverein sowie der Tierschutzbund Bayern gegen die von Umweltminister Werner Schnappauf erteilte "Freigabe" des Tiers. Die Tierschützer fordern, die Behörden sollten zu Betäubungswaffen greifen. Die bayrische Landtags-SPD warf Schnappauf mittlerweile Hysterie vor. Bündnis90/dieGrünen haben sich bis dato zu dem Fall offenbar noch nicht offiziell geäußert.

neue Meldungen vom 24.5.:
In einem Interview von heute auf WDR5 hat sich eine Sprecherin des WWF für das Erschießen des Bären ausgesprochen. Sinngemäß sagte sie, der Bär verhalte sich nicht naturgemäß, da er die Nähe von Menschen nicht scheue; dies mache ihn gefährlich. Während der Sendung wurde aber auch klar, dass durch gezieltes Abschießen von Böllern oder Gummigeschossen dem Bär die natürliche Scheu vor Menschen leicht wieder beizubringen sei. Bären seien sehr intelligente Wesen und würden schnell lernen.
Der Bär hält sich zur Zeit vermutlich im österreichisch-deutschen Grenzgebiet auf. Einer dpa-Meldung zufolge ist er inzwischen womöglich wieder nach Österreich zurückgekehrt. Dort sei er aber auch nicht mehr in Sicherheit, weil das Bundesland Tirol ebenfalls eine "Abschussgenehmigung" erlassen habe.

neue Meldungen vom 25.5.:
Der Braunbär ist wieder in Österreich. So wurde er nach dpa-Meldung vom 25.5. im  Tiroler Bezirk Kufstein gesichtet. Zuvor hatten Experten des WWF im Bezirk Garmisch-Partenkirchen erfolglos versucht, den Bären zu fangen. Eine Sprecherin des WWF hatte zuvor für das Erschießen des Bären plädiert. In einem Wald bei Thiersee in Österreich lief der Bär nun einem Jagdpächter über den Weg. „Er hat mich angebrüllt”, berichtete der Mann in einem Radio-Interview. Der Bär sei dann im Wald verschwunden. Man ist sich allerdings wohl noch nicht absolut sicher, ob es sich hier um denselben Bären handelt.

neue Meldungen vom 8.6.:
Braunbär „Bruno” (amtlicher Name: "JJ1") hält sich laut bayerischem Umweltministerium weiter in Tirol auf. Er sei  weiter in Richtung Karwendelgebirge gezogen. Zuletzt hatte der Bär in der Nacht zum Dienstag einen Hasenstall im österreichischen Leutasch geplündert.
Einer Meldung der Nachrichtenagentur APA zufolge wurde das Tier gestern Abend oberhalb von Zirl bei Innsbruck vom Wirt einer Skihütte gesehen. Bruno habe die Flucht ergriffen, als der Wirt zusammen mit seiner Freundin draußen nachsehen wollte. Bei Tagesanbruch habe der Wirt Abdrücke von Bärentatzen gefunden.

neue Meldungen vom 10.6.:
Erste Versuche der Naturstiftung WWF, das Tier in Tirol in eine Falle zu locken, scheiterten bislang. Dies meldete dpa am 10.6. Nach einer Umfrage des Nachrichtensender n-tv seien zurzeit nur zwölf Prozent der Deutschen dafür, den "rabiaten Streuner" zu töten.

Finnische Experten sollen nun laut dpa mit speziell ausgebildeten Hunden den Braunbären „Bruno” fangen. Während des 14-tägigen Einsatzes sei die Abschussgenehmigung für die bayerischen Jäger aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden, teilte Umweltminister Werner Schnappauf mit. Der Jungbär, der derzeit im Karwendelgebirge vermutet wird, solle gestellt und betäubt werden. Ein Abschuss sei nur in einer Notsituation erlaubt.

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