Home
So bin ich
Kameraperspektiven
Meine Werke
lyrische Weisen
kreatives Nähen
Impressum

 Lyrische Weisen & Prosa 

 

 

 über den Weg 

 

der Weg

wie es überhaupt dazu kommt

Gedanke wird Lyrik

ihn umsetzen zu wollen

es zu müssen

weil es forciert wird

durch die Leidenschaft

dem Herzblut

~

jener Weg

er eignet sich hervorragend zum Philosphieren

und das Thema lautet

von der Impression zur Inspiration

oder auch

wie erblüht ein Gedanke ~ wird Gedicht

 

 

 

 

„Tanz des Herzblutes“

 

Als ich den Saal betrat, sah ich sogleich das glatte, weiße Parkett. Im warmen Licht der Kristallleuchter strahlte es, wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Die Fläche war groß, viel Platz für phantasievolle Entfaltung kam mir in den Sinn.
Ein Flüstern und Raunen schwebte durch den Raum, drang an mein Ohr, ich war nicht allein. Am Rand der Tanzfläche, auf Bänken und Stühlen, saßen etliche unsortierte Buchstaben und warteten auf den Beginn der Veranstaltung. Sie waren, genau wie ich, sehr gespannt, denn das Motto des Abends lautete „Tanz des Herzblutes“.
Mein Blick wanderte langsam durch den Saal. An einem Mann, der hinter einem Tresen stand, blieb er haften. Da meine Kehle sich ziemlich trocken anfühlte, konnte ich einen Drink gut gebrauchen. Ein paar Schritte nur, ein kurzer Blick in die Getränkekarte und schon bestellte ich mir einen „Exotic Dream“. Der Barmixer lächelte und nach ein paar kurzen Handgriffen servierte er mir die Köstlichkeit.
~ „Exotic Dream“, übersetzt man es, dann heißt es in etwa „origineller Traum“. ~
Ob mein Gegenüber wohl einen tieferen Sinn ahnte? Vielleicht ja, vielleicht nein, die Frage blieb jedenfalls offen.

Der Raum verdunkelte sich, ein Spot ging an und unsere Aufmerksamkeit wurde auf die geöffnete Tür gelenkt. Die Muse erschien. Kaum, dass sie einen Fuß in den Saal setzte, warfen Lyrik und Prosa ihre Lichtorgel an und während Geistesblitze zuckten, begann die Atmosphäre zu knistern. Atemberaubend schön, das war wie Musik in unseren Ohren. Das gesamte ABC und meine Wenigkeit, wir wippten im Takt der Synapsen. Die Melodie der entfesselten Gedanken war eine ganz wunderbare, sie verzauberte uns, da gab es nichts mehr, was uns an unseren Plätzen hielt, wir strebten zur Tanzfläche.
Es dauerte nicht lange und dieses Lied nahm uns vollends ein, federleicht bewegten wir uns über das Parkett. Wir fanden den richtigen Rhythmus und plötzlich bildeten sich, in der bunten Buchstabenmischung, Silbenpärchen. Ein jeder, der uns beobachtete, bemerkte, wir waren total in unserem Element. Wir verwoben uns, drehten Wortpirouetten, wurden Einheit und spürten das Herzblut wallen.
Und dann geschah es.
Auf dem Parkett, dem einst so unbeschriebenen Blatt Papier, gingen sämtliche Buchstaben zum Line-Dance über, sie formierten sich zu Zeilen und schrieben Leidenschaft auf das Weiß.

 

 

 

 

 wer austeilt... 

 

wenn jemand nach der Lyrik schlägt

mit Schandmaul sie verwundet

und dadurch das Gemüt erregt

das Widerstand bekundet

so darf er nicht erschrecken

wenn er dran zum Einstecken

 

 

 

 

 Heimkehr 

 

feine Charakterzüge werden

~ eines Tages

Belohnung erhalten

und die anderen

die können

ihrem Echo

auch nicht entkommen

~

alles kehrt irgendwie heim

 

 

 

 

 jeder Stein ~ ein Wort 

 

Schreibkunst gleicht einem Hausbau

die Idee ~ das Fundament

eine Basis für das Werk

jeder Stein ~ ein Wort

die Reihen ~ wachsende Zeilen

der Mörtel

Verbindung zwischen Anfang und Ende

Fenster und Türen

werden zu Einblick und Durchblick

in den Räumen agiert das Herzblut

~ in den Zwischenwänden ~ der Tiefsinn

die Phantasie malert ~ dekoriert

im Keller ~ noch verborgen

Aha-Effekte ~ Pointen

und das Dach ~ ein Schutz

~ das Urheberrecht

 

 

 

 

 Das Atemholen 

 

die trügerische Stille

oftmals ist sie das Atemholen

für einen Hinterhalt

 

 

 

 

 Niveau ~ kann man das essen 

 

ein jeder will beweisen

dass er der Größte ist

er hofft auf viel Publicity

drum fabriziert er Mist

mit Worten und mit Taten

schlägt er auf alle ein

ihm ist's egal ~ welch Schublade

am liebsten ~ sehr gemein

die Werte ~ Rücksicht ~ Toleranz

sind lang schon unmodern

Niveau ~ kann man das essen

ach ~ hab’ mich doch mal gern

Respekt ~ was für ein Fremdwort

wer kann am besten hetzen

die Schlammschlacht ~ Tagesordnung

sie geh’n die Messer wetzen

 

 

 

 

 Die Währung der Seele 

 

selbst ein betuchter Mensch

kann sehr arm sein

denn die Seele

sie kennt weder Gold noch Edelstein

ihre Währung lautet

Wärme

 

 

 

 

 Blendung mißlungen

 

er strickte sich ein gold'nes Kleid

mit dem kann er gut blenden

sein Außen strahlt so wunderbar

doch würde man es wenden

kann man sogleich erkennen

dass Glanz sehr schnell verfliegt

dass feiner Zwirn oft nur verbirgt

welch Geist im Dunkeln liegt

 

 

 

 

 Beleuchtung des Kerns 

 

erst

wenn man auch den Kern

gut durchleuchtet

erfährt man jene Dinge

welche sich

auf der Oberfläche

meistens nicht abzeichnen

 

 

 

 

 Biß und beißen

 

etwas Biß

sollte der Mensch besitzen

wenn seine Zähne aber

tiefe Wunden schlagen

sollte er sich

beizeiten einen Maulkorb zulegen

 

 

 

 

 nicht im Irgendwo 

 

allein ist nur der

der sich nicht zu beschäftigen weiß

der das sucht

was er eigentlich schon längst besitzen sollte

Zufriedenheit findet sich nicht im Irgendwo

sie liegt tief in uns

jene überall zu spüren

eine Frage der Lebenseinstellung

 

 

 

 

 Gewisse Dinge 

 

gewisse Dinge

muß man

will man mit sich selbst ausmachen

ob aber

die Seele damit zurechtkommt

das steht

auf einem anderen Blatt

 

 

 

 

 beschränktes Gehirn 

 

wenn Neid und Hass die Welt durchtränkt

wirkt das Gehirn oft wie beschränkt

Vernunft ~ sie zeigt sich stark verwirrt

und rasend schnell ~ sie sich verliert

die Empathie

 

 

 

 

 Nur teils gelungen 

 

dereinst verließen sie die Bäume

doch dieser Schritt

nur teils gelungen

denn Reife und Charakterstärke

wird nicht gelebt

nur laut gesungen

der Mensch

~ er gibt sich sehr gern lächelnd

aber im Herz regiert der Neid

drum wird der Nächste oft verdroschen

man hört es täglich

~ weit und breit

 

 

 

 

 arme Seele 

 

was nützt uns all der Mammon

wenn in unserer Seele

die Armut regiert

ihr Reichtum

der definiert sich anders

 

 

 

 

 Unentbehrlich und gefährlich 

 

Worte

manchmal unentbehrlich

doch zuweilen ~ auch gefährlich

denn manch Übel ausgebrochen

kurz nachdem

sie ausgesprochen

 

 

 

 

 Mißachtung 

~ Elfchen ~

 

Mißachtung

Werte verloren

Rücksicht ein Fremdwort

~ Nach mir die Sintflut ~*

Egoismus

 

 

* ~ Nach mir die Sintflut ~, ein geflügeltes Wort,

welches der Marquise de Pompadour (1721-1764)

zugesprochen wird

 

 

 

 

 Der Respekt liegt in Ketten 

 

 

Wir schrieben eine sehr traurige Zeit, niemand wußte wirklich warum, aber das Sozialverhalten wurde nur noch kleingeschrieben. Die Soziale Kompetenz lag am Boden und konnte nicht begreifen, wieso die Wertschätzung mit Füßen getreten wurde. Geschändet ging die Selbstdisziplin am Stock und es kam fast täglich zu verbalen und auch handgreiflichen Ausfällen, einige Mitbürger erklärten sich mancherorts sogar den Krieg. Kaum einer scheute sich noch, Grenzen unbedarft zu übertreten, infolgedessen gehörten Schlammschlachten quasi zur Tagesordnung.

Die Respektlosigkeit gewann zunehmend an Größe. Man konnte es spärlich glauben, aber sie wurde tatsächlich glorifiziert. Auf vielen Marktplätzen stellte man sie öffentlich zur Schau, wo sich der Mob dann die Blöße gab, ihr applaudierte und sich damit selbst ein Armutszeugnis ausstellte, was er aber nicht bemerkte. Solch eine Gesellschaft gab ein erbärmliches Bild ab und war  sich dessen nicht einmal bewußt.

In einer Zeit, in der ein Mensch in der einen Hand ein Gebetbuch und in der anderen schon das Gewehr bei Fuß trug, fragten sich leider nur wenige: „Wie läßt sich das überhaupt miteinander verbinden?"

Und als die Empathie starb und das Vertrauen nur noch ein Wort war, was man irgendwo einmal gehört hatte, übernahm der Hass das Regiment und wie eine Seuche breitete er sich aus.

Es war, es ist eine traurige Zeit... .

 

 

 

 

 Schweigendes Licht 

 

derweil manch einer

vieles spricht

bringt wahrer Freund

oft schweigend Licht

 

 

 

 

 verzimt noch mal 

 

die Muse hatte sich verkümmelt

sich hingepfeffert ~ nur gelümmelt

sie sollt' von Wer und Mut berichten

stattdessen sie ~ wollt’ nichts anrichten

still lag sie bei den Haferflocken

und jeder wußte ~ jene trocken

verzimt noch mal ~ die dumme Nuss

der Zucker ging ~ es kam Verdruß

vom Drögen wurd' sie infiltriert

Inspiration ward ruiniert

 

 

 

 

 Humor 

~ Elfchen ~

 

Humor

eine Gabe

etwas schmunzelnd hinnehmen

Unzulänglichkeiten mit Heiterkeit betrachten

Gelassenheit

 

 

 

 

 Humorphilosophie

 

 

Humor ist, wenn man trotz allem lacht.
Dieses Lachen benötigt man, um der aufkommenden Schwärze den Schrecken zu nehmen, denn das Schwarz gilt im Allgemeinen als unbunt und manch einer billigt ihm nicht mal das Wort Farbe zu.
Das Wort Humor kommt aus dem Lateinischen und es bedeutet Feuchtigkeit. Diese Bedeutung ist auch kaum von der Hand zu weisen, da bei humoristischen Anfällen durchaus auch mal Tränen fließen können, welche die Wangen benässen.
Tränen, sind sie erst einmal versiegt, stellt sich oftmals eine Befreiung ein, man nennt das Selbsttröstung und dieser Faktor bringt mich zu der Schlußfolgerung, dass man dem Schwarz einen Farbtupfer genehmigen sollte.

Warum ich zu diesem Ergebnis komme? Die Antwort darauf ist eine ganz einfache. Wenn uns etwas befreit, sind wir kurze Zeit später auch wieder in der Lage Farben in ihrem Glanz zu sehen und sei es auch nur, dass wir ein blankes Rabenschwarz entdecken, denn auch solch ein Schimmer kann den eigenen Gemütszustand heben, den Humor wieder zurückbringen.

 

 

 

 

 Selbstironie 

~ Elfchen ~

 

Selbstironie

ein Charakterzug

positiv und sympathisch

heitere Darstellung eigener Schwächen

Humor

 

 

 

 

 die zwei Seiten der Arroganz 

 

Arroganz

hochmütig sein

sich überlegen fühlen

andere nicht gleichwertig finden

Abschottung

 

~ die zweite Seite ~

 

Arroganz

überheblich tun

eine gezielte Abgrenzung

sich nicht mitteilen können

Angst

 

 

 

 

 das Gesicht verloren

 

er trägt ein großes Päckchen

darin

Geheimnisse

nun kann er nicht mehr er selbst sein

muß Masken ausprobieren

 

zieht weiterhin an Fäden

erschafft Marionetten

packt neue Päckchen

und tanzt auf manchem Grab

sein Spiegel

der bleibt leer

 

 

 

 

 das ehrliche Lächeln 

 

kleine Sterne sah ich funkeln

lagen in dem Augenlicht

tanzten ~ weil ganz tief im Innern

alles war im Gleichgewicht

fern von Neid ~ von dunklen Schatten

säumte Lächeln einen Mund

füllte das gesamte Antlitz

das war ehrlich ~ der Befund

 

 

 

 

 Schokolade als Metapher 

 

wenn du dem Leben

seiner Bedeutung auf der Spur bist

und du unterwegs Schokolade findest

ist es eventuell eine Metapher

welche dir sagen möchte

versüße dir die Zeit auf Erden

denn sie kann

manchmal sehr kurz sein

 

 

 

 

 das andere Lesen 

 

das Innere zeichnet Spuren ins Gesicht

egal welche

man kann sie dort lesen

doch nur

wer dieser Sprache mächtig ist

wird jene Emotionen entziffern können

 

 

 

 

 Gedanken zum Leumund 

 

als ich erkannte

jeder will mich sowieso nur so sehen

wie der eigene Charakter es zuläßt

gab ich auf

mir zu viele Gedanken

über meinen guten Leumund zu machen

 

 

 

 

 Freundschaft kennt keinen Neid 

 

Freunde sind keine Neider

sie sind Gönner

und sind sie es nicht

wird ihnen als Freund

wohl nur noch die Einsamkeit bleiben

 

 

 

 

 Elfchen 

 

Elfchen

lyrische Zeilen

nur elf Worte

deren Ausdruck Prägnanz aufweisen

inhaltsreich

 

 

 

 

 Sympathie 

 

~ Elfchen ~

 

Sympathie

wahre Herzlichkeit

wenn Charisma spricht

ist Vertrautheit nicht fern

Nähe

 

 

 

 

 fromme Begegnung 

~ Satire ~

 

kaum ist das letzte Amen

aus meinem Mund geflossen

schnapp' ichs Gebetbuch ~ Waffe

denn dann wird gleich geschossen

was andere so denken

das kann ich gar nicht leiden

drum nehm' ich Kugel ~ Dynamit

zum Widerwort vermeiden

seht ~ meine Gloriole

den Terror sie absegnet

bin oben hell erleuchtet

dem Ziel wird fromm begegnet

 

 

 

 

 Die Finsternis und das Echo 

 

Es war eine beunruhigende Zeit, die Finsternis nahm das Recht in die eigene Hand und beugte es zu ihrem Gutdünken. Richter und Henker zugleich schlug sie ihre Zähne und Klauen in die Freiheit, würgte die Menschlichkeit und versuchte Einigkeit zu zerstören.
Das Dunkel scheute nichts, es packte diejenigen, die sich selbst Brüder nannten und kurze Zeit später griffen diese dann die Brüderlichkeit von anderen an. Sie schickte, nur weil ihr die Gleichwertigkeit von Menschen ein Dorn im Auge war, ihre Dämonen, genannt Heimtücke und Mord, in die Welt. Freiheit, das war etwas, was sie einzig und allein für sich selbst in Anspruch nahm, die Unabhängigkeit anderer jedoch, die trat sie mit Füßen.

Mißtrauen säend, falsche Herrlichkeit predigend, zog die Finsternis alsbald von Ort zu Ort und kroch in die Köpfe derer, welche labil und ohne vernünftige Perspektive waren. Einem Virus gleich verseuchte sie Gehirne und bei wem die Suggestion gelang, schaltete die Vernunft sich aus und das letzte Fünkchen Selbstachtung wurde automatisch schachmatt gesetzt.
Der schwarze, doppelzüngige Verführer versprach seinen Anhängern das Paradies, aber das, was er wirklich brachte, trug eine ganz andere Bezeichnung, Hölle auf Erden, so lautete sie. Die Infizierten jedoch, mittlerweile blind und taub für die Wahrheit geworden, bemerkten nicht, mancher wollte es eventuell auch nicht erkennen, was geschah. Die Erleuchtung, dass sie schleichend in Marionetten verwandelt wurden, die fehlte ihnen. Es kam ihnen nicht in den Sinn, dass man sie zu Werkzeugen der Gewalt umfunktionierte, dass man sie abrichtete, für etwas, was menschenverachtend war.

~ Jeder Angreifer wird immer auf einen Gegner treffen. ~

Die Finsternis war sehr siegessicher, aber plötzlich erhielt sie einen Riß, der Rand bröckelte und warmes Licht erkämpfte sich einen Weg durch den schmalen, aber immer größer werdenden Spalt. In dieser Helligkeit wartete etwas, was die Schwärze nicht kannte, es nannte sich Werte und das waren Gegner, die sie nicht unterschätzen sollte.
Gefestigte Sinne, klares Unrechtsbewußtsein, starker Wille, das Wissen, dass Gewalt keine Lösung war und ist und der Respekt vor anderem Leben, diese Kraft trugen Menschen in sich, die nicht alles glaubten, was man ihnen einreden wollte. Sie vertraten die Meinung:

“Nur weil sich jemand anders kleidet, eine fremde Sprache spricht, nicht so ist, wie man ihn gern hätte, besteht noch lange kein Grund, ihm den Schädel einschlagen zu wollen.“

Die Menschen im Licht standen nah zusammen, sie hielten sich aufrecht und schauten der Härte in die Augen, gemeinsam gegen das, was ihnen den Freiraum beschränken wollte, so lautete ihre Devise. Dieser Finsternis mußte Einhalt geboten werden, sie durfte nicht noch den Rest der Welt unterjochen und demzufolge waren sie sich einig, wer sich wie die Axt im Walde aufführte, der durfte für sich selbst keinen Respekt fordern. Zwar hausten sie nicht mehr auf Bäumen, aber dennoch würden sie sich gegen das wehren, was in der Schwärze lauerte, sie würden sich jedenfalls nicht vor einen verabscheuungswürdigen Karren spannen lassen.

~ Wer Menschen die Hoffnung rauben will, ihnen das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Leben beschneiden will und wer versucht, ihnen die Freiheit zu enteignen, der sollte das Echo vertragen können. ~

 

 

 

 

 sehr tief gesunken 

 

du liegst am Boden

blutend

Menschen eilen herbei

du denkst

Hilfe naht

doch sie öffnen ihre Handykameras

 

 

 

 

 stummes Gaffen 

 

man spricht von Weisheit jener Affen

die taub und stumm und gar nichts seh'n

doch find beim Mensch ich jenes Handeln

werd' ichs als Weisheit nicht versteh'n

wenn diese Tauben würden hörend

und jene Blinden mal hinseh'n

und wenn die Stimmen nicht mehr schweigen

würd' sich was ändern am Gescheh'n

dann

wenn die gleichgültigen Laffen

beenden endlich stummes Gaffen

 

 

 

 

 Eisberge des Lebens 

 

das Leben hält so manchen Eisberg bereit

jener

der heute kaum sichtbar ist

kann morgen schon

eine unüberwindbare Barriere sein

doch irgendwann

schmelzen selbst die dicksten Eisberge

 

 

 

 

 Streichholz möcht' ich sein 

 

bist abgebrannt ~ doch nicht umsonst

dein Einsatz etwas brachte

du schenktest kleinen Funken nur

doch Flamme sich entfachte

so möcht' auch ich ein Streichholz sein

fortleben in dem Feuer

das einst mein Wort entzündete

das wäre ungeheuer

 

 

 

 

 armselig  

 

was nützt mir eine schöne Fassade

wenn dahinter

ein armseliges Denkgebäude liegt

 

 

 

 

 abscheulich 

 

wenn sie in den Spiegel schauen

treffen manche auf das Grauen

diesem Blick hält niemand stand

wenn Verachtung reicht die Hand

 

 

 

 

 Kälte im Hochsommer 

 

Hochsommer

dreißig Grad im Schatten

aber leere ~ glanzlose Augen

erzählen mir

Kälte ~ die von innen kommt

kennt keine Jahreszeit

 

 

 

 

 Das Lyrisch-Ich kennt vieles 

 

Gedanken malen Bilder

die Hand ~ sie führt sie aus

sie schreibt und sie kreieret

daheim und außer Haus

der Inhalt häufig heiter

auch oft Melancholie

das Lyrisch-Ich kennt vieles

schenkt mir die Poesie

es macht mich stets zum Werkzeug

für manchen Raum und Traum

wie sich ein Werk gestaltet

das weiß ich voher kaum

drum denkt bei meinen Zeilen

auch wenn sie traurig scheinen

ich zeige euch Gefühle

doch bin ich nicht am Weinen

 

 

 

Home ] So bin ich ] Kameraperspektiven ] Meine Werke ] [ lyrische Weisen ] kreatives Nähen ] Impressum ]