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Geschichte Wirtschaftlichkeit Größe und Typ Körperform Farbe
         

Blaue Wiener finden sich nicht mehr bei uns in den Stallungen. Ihnen folgten die Roten Neuseeländer. Mittlerweile habe ich mich vollkommen der Zucht von Holländer, japanerfarbig-weiß verschrieben.

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Die Geschichte der Blauen Wiener ist eigentlich nur interessant vor dem Hintergrund, welche Auswirkungen sie für die Gegenwart hat. Blaue Kaninchen gab es schon im 17. Jahrhundert. Das Blaue Wiener

Die Geschichte der Blauen Wiener ist eigentlich nur interessant vor dem Hintergrund, welche Auswirkungen sie für die Gegenwart hat. Blaue Kaninchen gab es schon im 17. Jahrhundert. Das Blaue Wiener Kaninchen hat Konstantin Schultz aus Wien herausgezüchtet. Sein Ziel war es ein Kaninchen mit sehr guter Fleischqualität und Fleischproduktion zu züchten. Durch ein schönes Fell sollte seine Wirtschaftlichkeit noch verbessert werden. Um eine möglichst große Fleischproduktion zu erhalten züchtete er mit Riesenkaninchen. Die blaue Farbe der Ausgangshäsin war apart und auch für die Weiterverarbeitung gut geeignet.

Besonders das Ziel ein wirtschaftliches Kaninchen zu züchten, ist auch heute noch beim Blauen Wiener zu erkennen. Der walzenförmige Körper ist hervorragend für den Muskelansatz geeignet. Sie sind frohwüchsig und vermehren sich gut. Das Fell ist meist von guter Qualität.
So kann bei guter Fütterung schon gut 3kg Lebendgewicht auf die Waage bringen. Erfahrungsgemäß bleiben nach der Schlachtung ca. 1,5 bis 1,8 kg über.

Die Größe und der Typ des Blauen Wiener haben sich im Laufe der Entwicklung verändert. Ausgangstiere für die Erzüchtung des Blauen Wieners waren Riesenkaninchen. Die lang gestreckte Form der Riesenkaninchen ist aber nicht erhalten geblieben. Man hatte erkannt, dass die Farbintensität bei kleineren Tieren, also Kaninchen des mittleren Typs, wesentlich besser war. Doch der Blaue Wiener ist immer noch ein stattliches Kaninchen. "Die Körperform, der Knochenbau, das dichte, unterwollreiche Fell und der reichliche Fleischansatz verlangen geradezu ein Gewicht von etwa 8,5 Pfund" (vgl. Blaue Wiener, P. Scholz, S. 10). Bei diesem Gewicht kommt der kompakte und muskulöse Nutztiertyp erst richtig zur Geltung. Es gibt aber bei den "Blauen" erhebliche Größenunterschiede. So gibt der Standart auch eine sehr breite Spanne von 3,25 kg bis 5,5 kg vor.

Der Blaue Wiener ist ein Nutztier. Das spiegelt sich auch in der Körperform wieder. Nur ein walzenförmiger Körperbau bietet die Möglichkeit reichlich Muskeln, gleichzusetzen mit reichlich Fleisch, anzusetzen. Die Walzenform bietet auch beim Weibchen genügend Platz für die Milchdrüsen. So ist auch eine erfolgreiche Aufzucht von Würfen von 8 bis 10 Jungen gewährleistet. P. Scholz beschreibt die Körperform in seinem Heft "Blaue Wiener" sehr gut. Hier ein Auszug:
"Typisch für die Walzenform ist das Verhältnis von Länge, Breite und Tiefe des Rumpfes wie 3:1:1. Dazu gehören ferner ein breiter, kräftiger Nacken ohne sichtbaren Halsansatz, breite Brust und breites Becken, kompakte Schultern, ein breiter Rücken und ein voller, runder Bauch. Auf den breiten, gedrungenen, gut bemuskelten und schön gerundeten Rumpf ist besonders bei Zuchttieren Wert zu legen.
Da aber die Körperform den Adel eines Tieres bestimmt, sei der Rumpf nicht massig, sondern leicht gestreckt, die Rückenlinie ebenmäßig, die Hinterpartie gut gerundet. Der Rumpf laufe, von oben und von der Seite gesehen, keineswegs konisch zu. Die Walzenform verlangt geradezu die schön abgerundete Rechteckform. Sie hat wohl kompakt zu sein, jedoch elegant zu wirken.
Die Läufe sind mittellang, mittelstark, gerade. Der so genannte Katzentritt, das ist das Auftreten der Tiere mit den Ballen der Vorderpfoten, ist zu fordern. Durch ihn und die mittlere Länge der Läufe erhält der Körper die gewünschte mittelhohe Stellung. Die Hinterläufe werden parallel zueinander bewegt. Bei der Häsin sind die Läufe nur unwesentlich zierlicher.
Die Blume ist fest und in der Verlängerung der Rückenlinie angesetzt. Sie wird anliegend getragen, sie soll zwar kurz sein, jedoch nicht durch fehlende Glieder an ihrem Ende verstümmelt, wie man das immer häufiger beobachten kann (
vgl. Blaue Wiener, P. Scholz, S. 12).

Die Ohren der sollten fleischig und gut behaart sein. Der Rand ist idealer weise wulstig. Die Ohren stehen v-förmig auf dem Kopf. Meist messe ich die Ohrlänge, in dem ich sie mit einer Faust umschließe. Die Ohren schauen dann ca. 1 cm über der geschlossenen Faust hinaus. Dann sind sie ca. 12 cm lang. Länder als 14 cm sollten sie auf keinen Fall sein.

Nicht zuletzt die  Fellfarbe ist ein Grund für die Beliebtheit der Blauen Wiener. Das geforderte Mittelblau ist eine sehr  ansprechende und ungewöhnlich Farbe. Der Blauton variiert aber. Es gibt heller Typen, die in Richtung Blaugrau tendieren und dunklere Wiener, die fast schwarz sind. Genetisch sind die Blauen Wiener durch die mutierten Faktoren G und D entstanden. So lautet die Erbformel für die Fellfarbe : ABCdg. Dementsprechend ist das Blau eigentlich ein verdünntes Schwarz.
Ein große Problem ist der Rost. Diese braune Färbung des Fells ist zum Teil erblich bedingt und wird auch hervorgerufen durch die direkte Sonneneinstrahlung. Beim meinem Zuchtbock sieht man es sehr deutlich. Nach dem ich den Stall vor Sonneneinstrahlung geschützt habe, ist die Rostfärbung beim Fellwechsel fast verschwunden. Es ist aber nicht die Lösung die Tiere nun in dunklen Verschlägen zu halten. Ich habe meine Ställe mit Absicht hell und groß gebaut. Hier muss ich auch züchterisch noch arbeiten. Das ältere Tiere an Fellglanz verlieren ist aber normal. Das schönste Fell haben die Blauen Wiener im Alter von 6 bis 9  Monaten.

 

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