Noch eine Baustelle
Katholisch??
Evangelisch??
Moslem??
Jude??

NEIN!!
Meine Religion heisst

FC Schalke 04!!


Wir schreiben das Jahr 1972. Es war der 28. Juni, letzter Spieltag der Bundesligasaison 1971/72. In München spielte der FC Schalke 04 gegen die Bayern um die Meisterschaft. Schalke musste gewinnen, um die Schale nach Gelsenkirchen zu holen. In Borghorst saß ein gerade mal 9-jähriger Stepke vor dem Transistorradio und lauschte gespannt dem Kommentar.
Ihr werdet euch wundern. Aber er drückte den Bayern die Daumen. In der Schule waren alle Bayern-Fans und sie spielten gut. Das reichte. Das sein Vater ihn darauf hinwies, auf Schalke könne man durchaus öfter mal hinfahren aber München wäre zu weit, störte ihn nicht weiter. Und dann begann das Spiel. Um es kurz zu machen. Bayern gewann 5:1. Aber es passierte etwas. Nigbur, der Schalker Torhüter musste verletzt raus. Das fand dieser Junge irgendwie ungerecht. Das Bayern nur so hoch gewann, weil der Torwart verletzt wurde. Und er empfand so etwas wie Sympathie für die unterlegene Mannschaft. Kurz darauf am 1.7.1972 kam dann das Pokalfinale. Schalke 04 gegen Kaiserslautern in Hannover. Das Spiel wurde im Fernsehen übertragen. Damals noch keine Selbstverständlichkeit. Und Schalke gewann 5:0. Noch heute der höchste Finalsieg aller Zeiten. Libuda, Fischer, Lütkebomert und wie sie alle hießen. Es war ein tolles Spiel. Der Junge war begeistert, auch von den Fans und nahm sich vor, fortan Schalke gut zu finden.

Sein Vater quittierte das mit "Dann warte mal ab. Die Hälfte der Mannschaft wird jetzt nämlich gesperrt", fand es aber durchaus positiv.

Was folgte, waren Jahre des Misserfolges (von einer Vize-Meisterschaft mal abgesehen). Kein Titel und als Krönung dann drei Abstiege. Aber irgendwie sorgte das dafür, dass die Faszination und die Liebe zu diesem Verein nur noch größer wurde. Zwischenzeitlich bejubelte man sogar die Lizenzerteilung, die manches Mal am seidenen Faden hing. Nach dem letzten Abstieg 1988 dann die Entscheidung. Eine Nordkurven-Dauerkarte muss her. Frei nach dem Motto. Jetzt erst recht! Drei Jahre waren Vereine wie Fortuna Köln, SV Meppen und Darmstadt 98 die Gegner. Ich werde wohl nie ein Spiel im Kölner Südstadion gegen die Fortuna vergessen. Es war an einem Dienstag abend. Fast 200 km Fahrt. Aber es schien sich zu lohnen. Schalke führte lange mit 1:0. Bis 10 Minuten vor Schluß. Dirk Hupe! Zwei Mal! Und Schalke hatte mit 1:2 verloren. Mit dem Aufstieg würde es wohl wieder nix werden. Dann die Rückfahrt. Alle waren geladen. Es gab Kommentare wie: "Das tu ich mir nicht mehr an" und "Da fahre ich nicht mehr hin". "Ich suche mir nen neuen Verein" "Ja. Gute Idee. Aber welchen? Also Lüdenscheid fällt flach. Bochum auch. Wattenscheid kannste auch knicken. Preußen Münster? Im Leben nich!" 20-30 Minuten lang ließen wir unserem Frust freien Lauf. Dann die Frage "Gegen wen spielen wir nächste Woche?" Antwort: "Gegen Duisburg" "Fährste hin?" Antwort: "Ja sicha!" Aber auch diese Zeit war mal vorüber. 1991 folgte der Aufstieg in die erste Liga und direkt das erste Derby wurde mit 5:2 gewonnen. Ich habe viele tolle Augenblicke mit diesem Verein erlebt. Ich war in Mailand und zwei Mal in Berlin. Ich habe den 4:0 Derbysieg in Dortmund genauso bejubelt wie das 5:1 gegen die Bayern in der Arena.
Die Heimspiele verfolge ich mitlerweile vom Block 39 aus. Natürlich Dauerkarte.
Dieser Verein hat mir viele schlaflose Nächte, Tränen der Freude und Tränen der Enttäuschung (19. Mai 2001) beschert. Aber er war, ist und wird immer ein Teil meines Lebens sein. Ich weiß nicht, wann ich mal sterbe, ich weiß nicht wo ich dann bin und wie mein Leben bis zu diesem Tag verläuft. Aber eines weiß ich.

Ich werde immer noch Schalke-Fan sein!!!


Mehr dazu in Kürze!

Mitglied im Fanclub: Blau-Weiß Borghorst 2005 e.V.



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