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Wer in die Eifel fährt kommt zwangsläufig mit der Geologie in Berührung. Sei es, dass man auf Wanderwegen und Straßen immer wieder an Aufschlüsse gelangt, die den Devonschiefer zeigen, oder dass man einfach über das Land fährt und sich über die eigenartigen Buckel wundert, die hier und da einfach in der Gegend herumstehen und vulkanischen Ursprungs sind. Ganz besonders interessant sind die Maare, die vulkanisch entstanden sind. Ich versuche, ein wenig in meinem Gedächtnis zu kramen und einen kurzen - und ich hoffe richtigen - Abriss der Erdgeschichte in Bezug auf die Eifel vorzunehmen. Meine Ausbildung zum Geologen ist nun schon 25 Jahre her und ich habe (leider) nur kurze Zeit in dem Metier gearbeitet. Sollte ich grobe Fehler machen, bitte ich um einen Hinweis per eMail. Ich werde selbstverständlich umgehend Korrekturen durchführen. Versuchen wir es: Devon: (Alter ca. 410 - 360 Mio. Jahre ) Man stelle sich das Gebiet des Mittelgebirges von Eifel auf der linken Seite des Rheines und dem Rheinischen Schiefergebirges auf der rechten Seite als ein großes flaches Meer vor. Das Meer, im Fachjargon "Rheinische Geosynklinale" genannt, hatte an einigen Stellen Korallenriffe und Muschelbänke, an einigen Stellen auch Mulden, in denen sich Kalkschlamm sammelte. Heute zeugen noch Felsen wie die Gerolsteiner Dolomitfelsen und Korallenriffe in Steinbrüchen wie bei Berndorf oder der große Kalksteinbruch von Üxheim von der Entstehung in einem warmen Flachmeer. Das Devon-Meer wurde im Laufe der vielen Millionen Jahre mit mehreren 100 Metern Sediment (Lockermaterial, wie Sand, Ton und Kalkschlamm) aufgefüllt. Vor etwa 300 Millionen Jahren, im Oberkarbon, begann das Meer vollständig trocken zu fallen und die Schichten hoben sich. Das lag an den von Süden und Norden einwirkenden Kräften der umgebenden Schollen, die Druck auf das Gebiet des Meeres ausübten. Mesozoikum: (Trias ca. 250 - 200 Mio. Jahre, Jura ca. 200 - 130 Mio. Jahre und Kreide ca. 130 - 60 Mio. Jahre) Aus dem Meer wurde Festland und im Erdmittelalter hatte sich das Bild genau zum Gegenteil gewandelt. Das durch die Faltung entstandene Rheinische Schiefergebirge, zu dem die Eifel geologisch gehört, war eher eine Gebirgslandschaft, die von dem Trias-Meer und später vom Jurameer und schließlich vom Kreidemeer umspült wurde. Es war dann die Rheinische Insel ( oder Antiklinale ) Der Zahn der Zeit nagte während der vielen Jahre an dem Gebirge und die Flüsse und Bäche transportierten Gerölle, Sande und Tone, die durch die permanente Verwitterung abgetragen wurden, in die neuen Meere. So entstanden mächtige Schichtpakete aus Buntsandstein im Süden in der Trier-Bitburger Bucht und im Norden in der Mechernich - Nideggener Senke. Ein wirklich eindrucksvolles Denkmal dieser Sandablagerungen ist auf dem Ferschweiler Plateau zu finden. Das Tal der Prüm schneidet sich tief in die Sandsteine ein und hat einmalige Felsformationen hinterlassen. Ein besonderes Naturerlebnis ist dort die Teufelsschlucht, die sich durch die Felsen schneidet. Man kann wunderbar die Schichtung, sogar Strömungsrinnen und Feinablagerungen erkennen. Tertiärer Vulkanismus: Im Tertiär (ca. 60 - 2 Mio. Jahre) geriet die Erde in Europa noch einmal in Bewegung. Die Alpen falteten sich auf, der Oberrheingraben sank ab und bildete die lange Ebene zwischen Schwarz- und Odenwald und den Vogesen. Auch im Bereich der Eifel tat sich etwas: Das Neuwieder Becken sank ab. Die Eifel hob sich langsam und und das sorgte für Unruhe im Eifeluntergrund. Die ersten Eifelvulkane rührten sich. (Beispiel das Eckfelder Trockenmaar, ca. 50 Mio. Jahre alt.) Der Vulkangürtel des Tertiär zog sich über die Osteifel von Ulmen bis hin zum Ahrtal. Ab dem Miozän (25 Mio. - 5 Mio. Jahre) beruhigte sich der Vulkanismus wieder. Quartärer Vulkanismus: Im Quartär wurde es dann vor fast 1 Mio. Jahren in der Gegend von Maria Laach (Laacher See) und in einem breiten Gürtel, der sich südost-nordwestlich von Bad Bertrich bis Ormont zieht unruhig. Man zählt etwa 50 Vulkane in diesem Gürtel und die Entstehung der meisten typischen Maare der Eifel fallen in den Zeitraum, der bis etwa 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung reichte. Das jüngste der Maare ist das Ulmener Maar. |