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Umleitungstour 2016
Nach Königslutter am Elm

Nach Mainleus im Frankenwald

Nach Ering am Inn

Nach Wangen im Allgäu

Nach Wächtersbach im Spessart

Nach Langenholzhausen im Weserbergland

Nach Weding bei Flensburg

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kleiner Fotostopp auf einer Motorradstraße in Oberbayern

Diesmal war alles anders. Die komplette Tour wollten wir zu zweit fahren. Mein Freund und Motorradkollege wollte nicht nur wie schon öfters zwei Tage mitkommen, sondern die ganze Tour. Er wollte mal in die Berge mit dem Motorrad. Eigentlich wollte er eines seiner beiden Gespanne verkaufen und sich eine Solomaschine kaufen. Aber ein Gespann verkauft man nicht so einfach, deshalb hatte er zur Tour keine Solomaschine, sondern trat die Reise mit einem der Gespanne an. Das sollte uns an einigen Stellen ein wenig einschränken.

Meine bisherigen Sommertouren führten mich in zwei Wochen in meine alte Heimat in den Osten Österreichs. Diesmal plante ich nur eine einwöchige Tour durch Deutschland. Das war die zweite große Änderung zu meinen bisherigen Touren.

Das Motorrad-Urlaubswetter:

Es war einfach gesagt das perfekte Wetter für einen Motorradurlaub. Die Temperatur schwankte an allen Tagen von 15 Grad am Morgen bis ca. 24 Grad am Nachmittag. Am ersten Tag zu Mittag öffnete ich alle Lüftungsreisverschlüsse und -klappen an meiner Jacke. Es blieb alles offen bis an das Ende der Tour.

Nass wurden wir überhaupt nicht. Auf der Fahrt im Engtal zum großen Ahornboden im Karwendelgebirge hatte die Straße an einigen Stellen feuchte Flecken. Es kamen auch tatsächlich für wenige Minuten einige Tropfen auf uns herab. Es reichte gerade zum leichten Benetzen unserer Visiere. Die Jacken blieben trocken. Für den letzten Tourtag sagte der Wetterbericht für Schleswig-Holstein gebietsweise Regen am Nachmittag voraus. Von der Fähre über die Elbe nach Glückstadt sahen wir blauen Himmel über Dithmarschen mit ein paar weißen Schönwetterwölckchen. So blieb es bis zum Abend. Der angekündigte Regen war wohl immer gerade da wo wir nicht waren. Oder unsere Wetterfrösche hatten sich gänzlich geirrt. Ich weiß es nicht.

Umleitungen:

Normalerweise muss ich mich auf meinen Touren mit vielleicht einer Umleitung pro Tag herumschlagen. Diesmal war aber alles anders. Gleich am ersten Tag auf dem Weg zur Elbe von Zarrentin nach Dömitz war die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt. Südlich der Elbe ging es so weiter. Geplant hatte ich größere Strecken auf den Bundesstraßen 248 und 244 auf dem langweiligen Weg über Lüchow, Dannenberg und Salzwedel nach Königslutter. Von den beiden Bundesstraßen haben wir nicht viel gesehen. Immer wieder lernten wir die Dörfer links und rechts davon kennen. So konnten wir die Motoren erst gegen 19:30 Uhr vor dem Haus, in dem wir ein Zimmer bestellt hatten, ausmachen.

So ging es auch die nächsten Tage weiter. Mindestens 5 Umleitungen pro Tag waren ganz normal. Wir waren aber auch auffällig oft auf ganz neuen Straßen unterwegs. Mal konnten wir problemlos den Umleitungsschildern folgen. Meist nahm ich das Navi zu Hilfe. Mit meinem neuen Rider 400 von TomTom geht das Vermeiden einer gesperrten Straße vor einem ganz einfach. Man muss es nur können. Ein paar Mal ignorierten wir die Schilder der Sperrungen und fuhren auf gut Glück weiter. Es klappte nicht immer. Einmal kam uns ein Motorradfahrer mit erhobenem Daumen an der Absperrung entgegen. Der Fahrbahnbelag war da, es fehlten die Randsteine und die Markierungen. Einmal fehlte aber auch die Asphaltdecke. Über eine kleine Sprungschanze hüpften wir hinunter in das Schotterbett. Nach vielleicht 50 Metern erklommen wir problemlos das andere Ufer der Baustelle. Vorbei an den rot-weißen Baken konnten wir unsere Tour fortsetzen.

In Kirchzell im Odenwald fehlten uns keine hundert Meter zur Tankstelle am Ortsende, an der wir unsere Tanks füllen wollten. Ein großer Bagger in der Baugrube vor uns ließ uns keine Chance. Es gab auch keine Umleitung, keinen Schleichweg im Dorf zur Tankstelle. Zwei nette Damen aus der Nachbarschaft halfen uns bei der Suche der nächsten Tankstelle in der Umgebung. Am liebsten in Fahrtrichtung Norden. Ich fügte zwei zusätzliche Stopps in meine Route im Navi ein und so gelangten wir eine knappe halbe Stunde später ohne weitere Umleitung zu einer Tankstelle in Amorbach.

Es war nicht die erste Umleitung des Tages. Bei einer Umleitung vorher gerieten wir in einen längeren Stau. Wir hatten reichlich Zeit die schöne Landschaft in Oberschwaben zu genießen während wir langsam den Hügel auf einen Kreisverkehr zu hinaufkrochen. Nach einem weiteren Stück kam noch ein Kreisverkehr, dort war die Umleitung zu Ende und rasch ging es mit normalem Tempo weiter. Alle Umleitungen zusammen hatten uns viel Zeit gekostet. Wenn wir die geplante Tour fortgesetzt hätten, hätten wir erst im Dunkeln unser Tagesziel in Wächtersbach erreicht. Daher löschte ich schweren Herzens alle weiteren Wegpunkte aus der Tour und stellte die Routenoptionen auf schnellste Strecke um. Um 20 Uhr erreichten wir Wächtersbach.

Bei meinem Anruf zu Hause trug ich meiner Frau auf, sie dürfe niemandem erzählen, dass wir 90 Kilometer im Odenwald und dem Spessart auf der Autobahn unterwegs waren. Obwohl wir ja extra hierher gekommen waren um die schwungvollen Kurven dieser Mittelgebirge zu genießen.

Übrigens, in Mainleus bei Kulmbach war es tatsächlich bereits dunkel, als wir auf den Parkplatz des Gasthofs rollten. Zu Essen bekamen wir in dem Gasthof auch nichts. Wir waren am Ruhetag gekommen.

Die größte Umleitung hatten wir nördlich von Bad Laasphe im Sauerland. Wir wollten den großen Umweg einfach nicht wahrhaben und versuchten es zweimal auf ganz klein eingezeichneten Nebenstraßen. Die endeten, anders als in der Karte, aber mitten im Wald. Also mussten wir doch ein ganzes Stück zurückfahren, dann ein ganzes Stück nach Westen ehe wir weiter nach Norden fahren konnten. Gut, dass ich das Umprogrammieren einer Route auf dem Rider 400 so gut beherrsche. Mein Freund mit seinem gebraucht und ohne Handbuch gekauften Garmin hätte das nicht hinbekommen. Dazu fehlt ihm auch die Erfahrung mit dem Navi.

Die schnellste Umleitung des Tages mussten wir nach unserem Start in Wangen bewältigen. Schon nach 5 Minuten standen wir vor der Straßensperre mit den rot-weißen Baken, dem Fahrverbots- und dem Umleitungsschild.

Keine Regel ohne Ausnahme. Am letzten Tag hatten wir überraschenderweise keine einzige Umleitung auf unserem Heimweg. So wie die Tour geplant war, so konnten wir sie fahren.

Der Rider 400 hilft einem bei der Vermeidung von Umleitungen oder Staus. Dazu muss man ihn über Bluetooth mit einem Smartphone verbinden, Tethering einschalten und die Livedienste von TomTom aktivieren. Über das Internet bekommt dann das Navi alle eingetragenen Umleitungen und aktuellen Staus mitgeteilt. Diese Informationen werden in der Karte angezeigt und bei der Route berücksichtigt. Ich habe aber kein Smartphone.

Fazit der Tour 2016:

Ich habe die Sommertour 2016 Umleitungstour genannt. Bis auf den letzten Tag wurden wir täglich von mehreren Umleitungen gefordert. Dabei hatte ich die Tour nicht anders als sonst auch geplant. Von einem ‚Konjunkturprogramm Straßenbau 2016' hatte ich vorher nichts gehört. Die Tour wäre viel schöner gewesen, wenn nicht die ständige Vorahnung vor der nächsten Umleitung gewesen wäre. Der richtige Flow kam leider nicht auf.

Das zweite Besondere an der Tour war das sehr gute Wetter. Nie mehr als 25°C und kein Regen. Die Strecken waren sehr schöne Motorradstrecken. Es machte sehr viel Spaß in den deutschen Mittelgebirgen mit dem Motorrad.

Die dritte Besonderheit war die Tourlänge. Wir starteten an einem Sonntagmorgen und waren am Samstagabend wieder zu Hause. Alle anderen Sommertouren brachten mich in die Alpen und in den Osten Österreichs. Die ca. 5000 Kilometer waren immer auf zwei Wochen verteilt. Die etwas über 3000 Kilometer der Umleitungstour 2016 schafften wir in einer Woche. Geplant hatte ich aber einige hundert Kilometer weniger.

Trotzdem war die Tour unterm Strich eine sehr schöne Tour.

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