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Umleitungstour 2016
Nach Weding bei Flensburg

Am letzten Tag unserer Tour starteten wir pünktlich um 8:45 Uhr die Motoren unserer Maschinen und machten uns auf den Heimweg. Aber zuerst wandten wir uns nach Süden, tiefer hinein in das Weserbergland. Dann schwenkten wir ein Stück nach Osten ehe wir unsere Hauptrichtung, nach Norden ansteuerten. Wir wollten einfach noch eine Stunde richtige Motorradstraßen genießen. Ab Bückeburg östlich von Minden fuhren wir auf normalen Landstraßen der Norddeutschen Tiefebene entgegen.

Die Fahrt in der Norddeutschen Tiefebene war wie immer langweilig. Trotz des gelegentlichen Wechsels von Bundes- und Landstraßen geht es zu viel geradeaus. Um 14:30 Uhr war es geschafft und wir fuhren in Wischhafen auf die Fähre. Am Nordufer der Elbe wartete Schleswig-Holstein auf uns. Selbst in Dithmarschen und Steinburg gibt es schöne Motorradstrecken. Man muss sie nur kennen. Wir cruisten genüsslich durch die Wilstermarsch.

In Wacken wollten wir eine Kaffeepause machen. Langsam fuhren wir durch den Ort und suchten eine Bäckerei oder ein Kaffeehaus. Wir hielten an einer Gaststätte an, die war aber geschlossen. Neben uns hielt ein Auto, eine junge Frau drehte die Scheibe herunter und rief uns zu, ob wir vielleicht einen Kaffee wollten. Wir wollten, aber woher wusste sie das? Sie hätte es an unserer Fahrweise erkannt, antwortete sie. Sie wüsste ein Kaffeehaus in Wacken, das Wacken-Cafe. Wir sollten ihr folgen. Wir folgten ihr in das kleine Gewerbegebiet von Wacken und hielten tatsächlich vor einem Kaffeehaus an. Sie wäre die Schwiegertochter des Hauses, sagte sie noch ehe sie davonfuhr. Wir ließen es uns auf der Terrasse richtig gut gehen. Ich ließ mir einen Birnen-Kuchen mit karamellisierten Nüssen schmecken, mein Freund ein großes Stück Pflaumenkuchen. Beide mit Sahne natürlich.

Im Eingangsbereich des Kaffeehauses hing ein T-Shirt vom Wacken Open Air Festival 2016, das drei Wochen zuvor war. Mein Freund wollte eines haben. Aber es hatte nicht seine Größe. Einer der Gäste hatte den Schlüssel zum nahe gelegenen Schwimmbad, das geschlossen war. Im Schwimmbad wären T-Shirts in seiner Größe. Die zwei gingen zum Schwimmbad und kurz danach kamen sie mit dem T-Shirt zurück. In Wacken ist eben alles anders, nicht nur zur Zeit des größten Metal-Festivals der Welt.

Bei Albersdorf überquerten wir kurz danach auf der Grünentaler Hochbrücke den Nord-Ostseekanal. Weiter ging's nach Friedrichstadt. Ab hier fuhren wir schwungvoll auf unseren Hausstrecken den heimatlichen Garagen entgegen. Um kurz nach 19 Uhr wurde mein Freund von seiner Frau in die Arme genommen. Ich erreichte 20 Kilometer weiter Weding. Das schönste war, an diesem letzten Tag der Tour hatten wir keine einzige Umleitung.

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