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Sommertour 2012 - Nach Weding bei Flensburg

Nach einer erholsamen Nachtruhe wachte ich früh auf. Meine Wirtin war aber noch früher aufgestanden und hatte bereits ein leckeres Frühstück für drei Personen gemacht. Gut gestärkt machte ich mich wenig später auf den Heimweg. 15 Minuten nach 8 Uhr packte ich den Koffer auf den Topcaseträger und rief im Navi meinen letzten Tourtag auf. Der Motor meines Einzylinders lief sich im morgendlichen Frühverkehr Königslutters langsam warm. Der Sommerhimmel zeigte sich von seiner freundlichen Seite, die Welt war in Ordnung.

Ich war unterwegs nach Norden. Vor mir lag das zentrale Norddeutsche Tiefland. Ich fuhr dahin am Ostrand der Lüneburger Heide in Niedersachsen und am Westrand der Altmark in Sachsen-Anhalt. So allmählich wurde es langweilig. Von scarven kann hier keine Rede sein. Die Straßenbauer haben in der Region einfach die Kurven vergessen. Im Wendland war es etwas besser. Ich freute mich aber schon auf die Straßen längs der Elbe. Es konnte nur besser werden. Aber das alles kannte ich schon. Diese Tourstück muss ich auf jeder Tour überwinden.

Längs der Elbe gibt es zwei Möglichkeiten. Nördlich der Elbe auf der B 195 von Dömitz bis Boizenburg und weiter auf der B 5 bis Lauenburg. Oder südlich der Elbe auf der Landstraße von Dannenberg über Hitzacker und Bleckede nach Westen bis nach Lauenburg. Die südliche Strecke ist reizvoller zu fahren. So reizvoll, dass sie lange Zeit am Wochenende für Motorradfahrer gesperrt war. Erst vor einigen Monaten wurde die Sperre aufgehoben. Ich erfuhr erst davon, als ich die Nordroute schon geplant hatte. Da war ich auch noch davon ausgegangen, dass ich hier am Sonntag längs kommen würde, und nicht an einem Dienstag. Die B 195 von Dömitz bis Boizenburg ist aber auch eine sehr beliebte Motorradstrecke. Oft genug genoss ich diese kurvigen 50 Kilometer in beide Richtungen. Deshalb wählte ich diesmal an zwei Stellen für einige Kilometer eine parallel dazu verlaufende Landstraße zwischen der Bundesstraße und der Elbe. Endlich, endlich wieder eine Stunde eine Kurve nach der Anderen.

Die nächste dreiviertel Stunde war wieder weniger das, was wir Motorradfahrer lieben. Im Süd-Osten Schleswig-Holsteins machen sich die Berge rar und sonstige kurvige Strecken sucht man vergebens. Über ein paar schöne Ansätze kommt man nicht hinaus. Aber schon im Westen von Mölln und Ratzeburg, hoch in den Raum zwischen Lübeck und Bad Oldesloe findet man durchgehend schöne Strecken zum Scarven. Vorbei an Bad Segeberg näherte ich mich der holsteinischen Schweiz mit der Plöner Seenplatte im Herzen der Region. Dieses kräftige Hügelland und die Seen verdanken wir der letzten Eiszeit, die Straßenplaner taten auch alles um die Region zu einem schönen Motorradrevier zu machen. Um Kiel zu Umfahren machte ich einen Schwenk nach Westen zum Naturpark Westensee. Dann drehte ich nach Norden zum Nord-Ostseekanal, den ich um 16:30 Uhr erreichte. Auf meinen Hausstrecken klang die Tour aus. In den Regionen Hüttener Berge, Schwansen und Angeln bin ich fast jedes Wochenende unterwegs. Hier fällt einem die Entscheidung richtig schwer, welche Strecke wirklich die Beste ist. Schlechte Strecken, sprich schöne Autostraßen gibt es auch. Sie haben alle ein B' vorneweg, wie die B 76 oder die B 201.

Um 18:00 Uhr rollte ich in die heimische Garage. 15 Tage mit meiner F 650 CS lagen hinter mir. Es waren 14 ganz tolle Tage und ein einziger Regentag, der aber auch nicht schlimm war. Er war deswegen nicht schlimm, da sich meine Einstellung zum Fahren im Regen änderte. Bei mir ist das eine reine Kopfsache. Heute denke ich mir: Es regnet, na und, ich kann es nicht ändern'. Wahrscheinlich hat das ABS-System an der CS zu dieser Änderung beigetragen. Meine CS hat die 5.035 Kilometer ohne den kleinsten Ausfall geschafft und dabei die 100.000er Grenze auf dem Tacho überschritten. Nach GPS und dem Sigma-Fahrradtacho sind es eine Menge mehr Kilometer. Der BMW-Tacho ist recht sparsam mit seinen Anzeigen. Zumindest was die gefahrenen Kilometer betrifft. Dafür übertreibt er bei der aktuellen Geschwindigkeit umso mehr. Auf meine CS kann ich mich verlassen, ich hoffe noch auf einige weitere schöne Sommertouren mit diesem in der Optik so polarisierenden Motorrad. An den Fahreigenschaften gibt es aber überhaupt nichts auszusetzen. Auch nach 5 Jahren und 100.000 Klometern im Sattel möchte ich kein anderes Motorrad haben.

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