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Sommertour 2012 - Nach Markneukirchen im Vogtland

Der Wettergott hatte nachts ein heftiges Gewitter in die Zittauer Berge geschickt. Aber am Morgen waren nur noch die Straßen nass. Damit konnten wir gut leben. Nicht gut leben konnten wir damit, dass der Stecker meines Navis defekt war. Die federnd gelagerte Spitze, der Plus-Pol, war weg. Am Abend vorher, beim Rausziehen des Steckers aus der Steckdose des Motorrades, muss sich die Spitze irgendwie aus dem Stecker verabschiedet haben ohne dass ich es merkte. Ohne funktionierenden Stecker würde mein Navi nicht einmal den folgenden Tourtag überstehen. Irgendwann am Nachmittag würde ich auf einen schwarzen Bildschirm schauen . . . Ich ging zu unserem Herbergswirt und fragte um Rat. Ob er in Zittau einen Elektronikladen wüsste. Er wusste einen. Gleich ein Stück weiter währe ein Kreisverkehr, ein Stück weiter ein Möbelladen und daneben ein Euronicsgeschäft mit einer Werkstätte. Wir machten uns auf dem Weg zu dieser Werkstätte, sie öffnete um 9:00 Uhr. Um 9:20 Uhr war mein Stecker repariert. Einem neuen Stecker wurde die Spitze entnommen und in meinen Stecker eingesetzt.

Um 9:30 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Westen. Der direkte Weg führte uns von Großschönau bis Sebnitz durch einen Teil der tschechischen Lausitz. Das war schon mal sehr schön zu fahren. Aber wir freuten uns schon auf meine Lieblingsstrecke im Elbsandsteingebirge, das Kirnitzschtal. Seit einem halben Jahr verfolgte ich den Baustellenbericht des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge aus Pirna. Der Bericht sagte zuletzt, die S 165 im Kirnitzschtal wäre für PKWs, also auch Motorräder, in beide Richtungen befahrbar. Wenn auch an zwei Stellen nur einseitig, geregelt durch Baustellenampeln. So war es dann auch. In den Baustellenbereichen mussten wir teilweise mit Schotter- und Sandstrecken vorlieb nehmen. Die waren durch die nächtlichen Niederschläge leicht schlammig. Das blieb nicht ohne Folgen für unsere Maschinen und unsere Beine. Entschädigt wurden wir durch die romantisch, rustikale ja bisweilen bizarre Landschaft der Kirnitzschtal-Schlucht mit vielen Kurven vom Feinsten. In Bad Schandau mündet die Kirnitzsch in die Elbe, wir überquerten die Elbe und setzten unsere Tour im Elbsandsteingebirge fort. Auf meist kleinen Nebenstraßen wollten wir etwas nördlich der deutsch- tschechischen Grenze nach Westen touren. Das gelang nicht lange. Eine Baustelle ohne Umleitungsausschilderung behinderte uns. Mein Navi schlug eine Umleitung vor, mein Freund und Partner eine andere. Er ist einigermaßen ortskundig in der Region. Zwei schlaue Begleiter sind ein Fehler in so einer Situation. Mal hörte ich auf ihn, mal folgte ich dem Navi. Immer wieder kamen wir an eine Stelle, an der es nicht weiterging. Erst nach einer Stunde hatten wir den Weg gefunden, der uns weiter voran brachte. Nächstes Mal machen wir es besser.

Der weitere Weg im Elbsandstein- und Erzgebirge war leider gepflastert mit vielen schlechten Straßen. Auf holperigen Flickstellenstraßen lässt es sich schlecht wedeln, auch wenn die Kurven noch so schön sind. Dazu kam immer wieder ein besorgter Blick an den Himmel. Immer wieder mal breitete sich eine bedrohliche, schwarze Regenwand vor uns aus, Berge und Täler verschwanden in einem dunklen Schleier. Drei Mal kamen wir in einen kleinen Schauer, die aber nicht mal die Straßen nass machten. Es bestand kein Grund an der Jacke die Lüftungsreißverschlüsse zu schließen. Um 17:00 Uhr wurde es dann doch wieder richtig schön und heiß.

Um 18:30 Uhr erreichten wir Landwüst, einen Ortsteil von Markneukirchen im Vogtland. Das Vogtland ist eine kleine Region im Grenzgebiet der drei deutschen Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen sowie dem Egerland, einer tschechischen Region im Nordwesten des Landes. Oder einfach gesagt, der westliche Zipfel des Erzgebirges. Den Abend ließen wir in der Gartenlaube unserer Herbergswirte bei einer guten Flasche Grüner Veltliner aus der Wachau ausklingen. Die Laube wurde schön umrankt von Hopfenpflanzen. Trotzdem mundete uns der Wein ausgezeichnet. Er war vom Weingut Lenz Moser. Diesen großen Weinpionier durfte ich 1976 persönlich kennen lernen.

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