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Sommertour 2012 - Nach Zittau in der Lausitz

Bei meinem Rückrundenstart am Dienstag war die Hitzewelle noch nicht vorbei. Der Wetterbericht kündigte wieder Temperaturen von weit über 30C an. Meine Strategie war also ganz einfach. Ganz früh losfahren, denn wenn das Thermometer die 30C überschreiten würde, wollte ich schon im Riesengebirge in der tschechisch- polnischen Grenzregion sein. Das ist eine waldreiche Mittelgebirgsregion. Die höheren Lagen und der kühle Bergwald würden dafür sorgen, dass die Hitzewelle mich nicht erwischte.

Um 7:00 Uhr schnurrte bereits der Motor und ich war unterwegs nach Norden, zur tschechischen Grenze. In der Grenzstadt Laa an der Thaya steuerte ich noch eine Tankstelle an. Ich wollte hier, im Euroraum, noch einmal voll tanken. Den nächsten Tankstopp hatte ich in Zittau, auf deutschem Boden, geplant. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich das schaffen würde. Ein zwei Umleitungen, und meine Taktik würde nicht aufgehen. Ich fragte noch den Kassierer an der Tankstelle, ob die Tschechen den Euro hätten. Klar könnte ich in Tschechien mit dem Euro bezahlen, meinte er. Womit er sicherlich Recht hatte, glaube ich. Aber kaum war ich über der Grenze sah ich an den Tankstellenpreisschildern, dass in Tschechien der Euro noch nicht angekommen war. Wenn ich also tanken müsste, würde ich mit Euros bezahlen können (für welchen Kurs auch immer), aber als Wechselgeld tschechische Kronen bekommen. Genau das wollte ich aber nicht.

Auf den Landstraßen Tschechiens kam ich nach Norden gut voran. Auch die zwischendurch eingestreuten Bundesstraßenstücke waren nicht sehr verkehrsreich. Die beschaulichen Dörfer und kleinen Städte hielten mich auch kaum auf. Aber ich vermisste diesmal etwas die betörend duftenden Mohnfelder Böhmens, die ich vor drei Jahren kennen gelernt hatte. Ich hatte diesmal doch größtenteils eine andere Strecke gewählt als bei meinem ersten Besuch Böhmens. Ab ca. 11:00 Uhr stieg das Thermometer doch wieder über 30C. Da konnte ich in der Ferne am Horizont schon die Höhenzüge des Riesengebirges sehen. Um ca. 11:30 Uhr tauchte ich ein in den Bergwald der Heimat Rübezahls. Ich habe ihn aber wieder nicht gesehen auf meiner Tour am Fuße der Schneekoppe und später am Nachmittag auf dem Weg nach Liberec.

Von Liberec lenkte ich meinen Scarver auf der Landstraße nach Zittau im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen. Schon in Sichtweite der deutschen Grenze tauchte rechts von mir eine größere Tankstelle auf. Ein großes Schild wies darauf hin, dass die Preise in Euro wären. Ein Liter Super kostete 1,469 Euro. Sofort hielt ich an um zu tanken. Auf der Tankquittung sah ich dann, dass ich in Polen getankt hatte. Das Grenzschild Tschechien/Polen hatte ich wohl übersehen. Später sah ich auf der Landkarte, dass die Landstraße nur wenige hundert Meter auf polnischem Gebiet verläuft. Wenige hundert Meter weiter, in Zittau, hätte ich für einen Liter Superbenzin über 1,70 Euro bezahlen müssen. Ich war froh keine Luft im Tank nach Deutschland mitnehmen zu müssen und kein ausländisches Wechselgeld in meiner Geldbörse zu haben.

In Zittau steuerte ich die Pension an, bei der ich ein Zimmer für zwei Personen und eine Nacht bestellt hatte. Ich wollte mich hier mit dem Cousin meiner Frau aus dem Berliner Raum treffen. Am nächsten Tag wollte er mich mit seiner Suzuki Bandit begleiten. Es war schwierig gewesen, ein günstiges Zimmer zu dieser Zeit in Zittau zu bekommen, da in der Stadt gerade die Leichtathletik-EM für Senioren stattfand. In der Stadt war davon aber nichts zu bemerken. Keinerlei Plakate oder Hinweisschilder deuteten auf dieses Sportevent hin. Am Stadtrand von Zittau ist ein schöner Badesee mit Campingplatz. Der See und das rustikale Restaurant des Campingplatzes waren an diesem herrlichen Sommertag gut besucht, wie wir bei einem Spaziergang und der Einkehr im Garten des Restaurants sehen konnten. Wir hatten uns eine Menge zu erzählen ehe wir später das Licht ausknipsten. Wir ließen es nicht zu spät werden. Schließlich wollten wir am nächsten Morgen frisch ausgeruht zusammen auf Tour gehen.

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