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Sommertour 2012 - Nach Pyhra im Weinviertel

Der Tag begann mit dichtem Nebel. Bis ich Passau erreichte, um 10:00 Uhr nach ca. 100 Km Fahrt in Niederbayern, konnte ich wegen des Nebels nicht mein gewohntes Landstraßentempo fahren. In Passau, ich machte gerade eine Pause an der Spitze, an der Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, verzog sich der Nebel und es wurde binnen 15 Minuten heiß. So nutze ich gleich die Pause um meine Jacke wieder auf maximalen Durchzug zu stellen.

Zunächst begleitete ich die Donau noch einige Kilometer flussabwärts bis zum Donaukraftwerk Jochenstein ehe ich mich steil hinaufschwang in das Mühlviertel von Oberösterreich. Diese Region zwischen der Donau im Süden und der tschechischen Grenze im Norden ist ein besonders tolles Motorradrevier. Eine Kurve reiht sich an die Nächste an den Berghängen des auslaufenden Böhmerwaldes. Ich hatte zwei Mal für einige Minuten die B 38 in meine Strecke eingeplant um mal zur Abwechslung ein paar ruhigere, langgezogene Kurven genießen zu können. Aber kaum war ich wieder auf den Landstraßen ging es weiter mit dem Scarven, mit dem Wedeln links, rechts, durch die Kurven wie mit den Carvingbrettern auf der Schipiste. Zu den strahlenden Augen kam ein immer breiter werdendes Grinsen vor Freude. Dagegen hilft ein fröhliches Lied pfeifen. Man braucht den Text nicht zu kennen, nur die Melodie. Die Mundwinkel gehen sofort zusammen. Ich pfiff bis mir der Mund weh tat. Die Strecke war einfach zu schön.

Nach zwei Stunden Fahrt im Mühlviertel in Oberösterreich ging es in Niederösterreich im Motorradfahrerparadies Waldviertel genau so schön schwungvoll weiter. Über die Kamptalregion näherte ich mich allmählich dem Weinviertel. Hier werden die Hügel etwas flacher und die Kurvenhatz dadurch etwas ruhiger. Wohlbehalten erreichte ich gegen 18:00 Uhr mein Heimatdorf Pyhra.

Die folgenden drei Tage im Haus meines Bruders und meiner Schwägerin waren wieder viel zu schnell vergangen. Wir hätten uns bestimmt noch so viel zu erzählen gehabt, aber am Dienstagmorgen brach ich ganz früh auf. Über das Wochenende war eine Hitzewelle mit deutlich über 30C über das Land gekommen. Dabei hätte das Weinviertel so dringend Regen gebrauchen können. Der Mais und die Sonnenblumen sahen erbarmungswürdig aus. Statt saftvollen Pflanzen ragten braun bis schwarze Stängel in den Himmel. Die Getreideernte vor meiner Ankunft konnte man getrost als Missernte bezeichnen.

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Sommertour 2012 - Nach Zittau in der Lausitz

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