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Sommertour 2012 - Nach Langenholzhausen im Kalletal

Zwei Tage vor Tourbeginn meldete sich mein Freund, der mit dem BMW-Gespann, bei mir und fragte, ob er bis zum Weserbergland mitkommen könne. Ich buchte um auf ein Doppelzimmer und schon hatte ich eine Reisebegleitung für den ersten Tag. Das Wetter war gut und die Stimmung war prächtig als wir uns am Montag morgen um 8:00 Uhr trafen um die Tour zu starten. Es blieb den ganzen Tag so.

Eine erste kleine Pause machten wir nach einer Stunde Fahrzeit bei Friedrichstadt, einen weiteren Boxenstopp am Nord-Ostseekanal an der Grünentaler Hochbrücke. 15 Kilometer weiter steuerten wir Wacken an.

Ruhig lag das 1800 Einwohner Dorf vor uns. Das ist nicht immer so. Seit 1990 findet hier das W:O:A, das Wacken Open Air Festival, statt. Es entwickelte sich schnell zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt. Anfang August eines jeden Jahres treffen sich hier ca 75.000 Hard-Rock-Fans zum Feiern bei dröhnender Musik. Der Sonderzug mit der weitesten Anreise kommt aus Zürich. Am Bahnhof warten schon die Dorfkinder mit ihren Bollerwagen und bringen das Gepäck der Hard-Rocker zum 200 ha großen Festgelände auf den abgeernteten Feldern, auf dem eine richtige Zeltstadt entsteht. Für ein kleines Trinkgeld tun die Kinder alles. Das ganze Dorf organisiert, feiert und verdient mit am W:O:A. In den Vorgärten schmeckt der selbstgebackene Kuchen mit Kaffee und wer möchte kann für 1,50 Euro bei den Dorfbewohnern duschen. Der örtliche kleine Supermarkt, die Gaststätte, die Lebensmittelhändler usw. können sich wirklich nicht über schwachen Umsatz beklagen. Die Händlermeile sowie so nicht. Die örtliche Sparkasse stellt mobile EC-Automaten auf - und zahlte darüber 2008 1,4 Mio Euro aus.

Eröffnet wird das Festival traditionell von der örtlichen Feuerwehrkapelle, sie nennen sich stolz Wacken Firefighters. Ihr Repertoire sind vor allem Stimmungskracher wie Rosamunde oder der Zillertaler Hochzeitsmarsch, aber auch das Schleswig-Holstein Lied. Die Rocker sind während und nach dem Durstlöschen meist grölend, aber immer mit Begeisterung dabei. Irgendwie passt Feuerwehr-Blech ja auch zu Schwermetallmusik. Hauptsache es kesselt. Welche Feuerwehrblaskapelle sonst hat so ein Publikum und tritt als Vorband z.B. der Scorpions oder Ozzy Osbourne auf! Die Kapelle hat seither auch keine Nachwuchsprobleme mehr.

Das Festival läuft insgesamt sehr friedlich ab. Der Polizeibericht passt eher zu einem Dorf als zu einer 75.000 Einwohner Stadt. 2005 kam es erstmals zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, als ein stark alkoholisierter Mann rückwärts an die Seite eines Rettungswagens prallte und sich schwere Kopfverletzungen zuzog, denen er leider erlag. Daraufhin organisierten die W:O:A-Organisatoren ein Spendenkonto und Benefizaktionen zur finanziellen Unterstützung der Familie des Unfallopfers. Auf dem W:O:A 2006 legten Zehntausende von Besuchern des Festivals eine Schweigeminute für den Verunglückten ein. Man ist eben über alle Ländergrenzen hinweg eine Familie. Nach dem Festwochenende wird aus der Heavy Metal Town Wacken, das steht am Wochenende so auf dem Ortsschild, wieder die kleine Provinzgemeinde Wacken im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein, auf der Geest bei Itzehoe, ein Stück nordwestlich von Hamburg.

Auf der flachen Geest muss man schön kurvige Motorradstrecken suchen. Ich habe doch einige schöne Landstraßen gefunden, die uns eine Stunde später zur Fähre über die Elbe bei Glücksstadt brachten.

Das lange Stück südlich der Elbe bis zum Weserbergland war wie immer etwas langweilig zu fahren. Bei einer Pause auf einem Rastplatz gesellte sich der Fahrer einer schon etwas betagten Suzuki GN 125 zu uns. Er genießt seinen Ruhestand mit Touren mit seinem kleinen Motorrad. Wir erfuhren, dass die Suzuki mit Super E10 ca. 10% weniger Sprit verbrauchen würde als mit herkömmlichem Super. Dann tauschten wir unsere Meinungen über die allgemeine politische Lage und die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Besonderen aus. Mit dem Thema hätten wir viele Stunden füllen können, auch wenn wir darüber keine Meinungsverschiedenheiten hatten. So drängte ich nach einer guten halben Stunde zum Aufbruch, denn wir hatten noch einen weiten Weg vor uns.

Kurz vor 19:00 Uhr erreichten wir wohlbehalten unser Tagesziel, den Gasthof in Langenholzhausen. Minden und Porta Westfalica hatten wir diesmal umfahren. Etwas weiter östlich davon überquerten wie bei Rinteln die Weser. Von da an hatten wir doch noch ca. 30 Kilometer feinster Motorradstrecken im Kalletal, im Nordwesten des Weserberglandes, unter die Räder nehmen können.

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Sommertour 2012 - Nach Bad Breisig in der Eifel

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