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Märchentour 2010 - Nach Weding bei Flensburg

Vor mir lag der letzte Tag meiner Sommertour 2010. Am Morgen versteckte sich die Sonne zunächst hinter den Wolken. Trotzdem war es sommerlich warm. Erst nach einer Stunde Fahrt bildeten sich Lücken in den Wolken. Die Sonne hatte mich entdeckt - und blieb den ganzen Tag über mir. Es gelang ihr aber wieder nicht mich weich zu dämpfen.

Ich musste zunächst die Fahrt in der Magdeburger Börde, der Altmark und dem Wendland überstehen. Diese ca. 200 Kilometer in der Norddeutschen Tiefebene sind recht langweilig mit dem Motorrad zu fahren. Die Straßenbauämter haben sich dem Gelände gut angepasst und schöne Autostraßen errichtet. Ich sage immer: Es kommt zuerst der Horizont in der Ferne und dann die nächste Kurve'. Am ersten und letzten Tag meiner Sommertouren muss ich mich innerlich darauf einstellen und versuchen das Beste daraus zu machen.

In der Magdeburger Börde blieb ich auf den Landstraßen. Die Börde liegt im Regenschatten des Harzes und ist daher eine der trockensten Gegenden Deutschlands. Trotzdem sind hier die fruchtbarsten Böden des Landes. In der Altmark fuhr ich auf der B 248 der Hansestadt Salzwedel entgegen und darum herum. Die Stadtumgehung mit einigen Kreisverkehren ist eine kleine Abwechslung von der eintönigen Fahrt auf der Bundesstraße. Nun war es auch nicht mehr so weit bis Lüchow, bis zum Wendland. Nach der Stadtdurchfahrt von Lüchow verließ ich die Bundesstraße und querte das Wendland bis zur Elbe auf ganz schmalen Nebenstraßen die sogar ein paar Kurven aufweisen.

Bei Dömitz überquerte ich die Elbe und freute mich auf die nächsten 50 Kilometer auf der B 195 bis Boitzenburg. Diese kurvige Strecke an der Elbe ist bei Motorradfahrern sehr beliebt. Eine bessere Motorradstrecke gibt es weit und breit nicht. Es folgte wieder ein kurzes aber langweiliges Stück Bundesstraße bis Lauenburg an der Elbe. Hier bog ich nach Norden ab und arbeitete mich in einer ruhigen ländlichen Gegend auf den Landstraßen von Dorf zu Dorf bis zur Holsteinischen Seenplatte vor. Je weiter man nach Norden kommt in Schleswig-Holstein umso schöner werden die Motorradstrecken. Von Reinfeld nach Norden und im Naturpark Holsteinische Schweiz wählte ich eine neue Route zum großen Plöner See. Diese neue Route etwas weiter östlich in Ostholstein gefiel mir sehr gut. Das war bestimmt nicht meine letzte Fahrt auf der Route.

Auf unbekannten Strecken ist die Urlaubsstimmung gleich eine Andere als auf den Hausstrecken, auf denen man jede Kurve kennt. Ja, ich war wieder auf meinen Hausstrecken angelangt. Von Ascheberg am Plöner See, dann im Westen von Kiel bis Sehestedt am Nord-Ostseekanal und in den Hüttener Bergen kenne ich jede Kurve. In den Hüttner Bergen versuchte ich mich auch auf einem neuen Teilstück nach Norden. Dabei landete ich auf einem Plattenweg. Für mein Navi ist das eine Straße. Diese Stelle merke ich mir, damit ich sie nicht wieder in meine Route mit einbeziehe. Wenig später setzte mich der Fährmann in Missunde über die Schlei und auf Angelns Landstraßen näherte ich mich ohne weitere Experimente zügig Weding, meinem Heimatdorf seit drei Jahrzehnten.

Die Sommertour 2011 war das reinste Sommermärchen. So ein klasse Sommerwetter war nicht vorherzusehen. Das Regenzeug, den Pullover und die langärmeligen Hemden hätte ich zu Hause lassen können. Die Klimamembrane der Jacke blieb bis auf den Tag im Böhmerwald im Koffer. Ehrlich, ohne meine tolle neue Jacke hätte ich große Kreislaufprobleme bekommen. Andererseits, vom Sommer kann man doch einige Wochen Badewetter erwarten, finde ich.

Die Strecke hatte ich sehr schön ausgesucht. Leider waren auch einige arge Rumpelpisten und Rodeostrecken dabei. Trotz reger Straßenbautätigkeit überall wird sich das nie ganz vermeiden lassen. Auf diesen Wegstücken hilft mir meine kleine BMW F 650 CS ganz gut weiter. Sie hat ein ordentliches, bequem abgestimmtes Fahrwerk, ich sitze recht aufrecht und sie hat einen breiten Lenker. So macht es riesig Spaß auf Tour zu gehen und dabei durch die unzähligen Kurven der Mittelgebirge zu wedeln. Das Drehmoment ist allemal ausreichend um auch auf den Alpenpässen flott voran zu kommen. Von 3.500 up/m bis zum roten Bereich des Drehzahlmessers liegen immer über 50 Nm an.

Meine Maschine hat die knapp 5.000 Kilometer abgesehen vom Masseproblem im Scheinwerfer ohne Panne überstanden. Der Masseanschluss ging endgültig kaputt, die Flickschusterei der letzen Jahre hatte ein Ende, es wurde endlich der komplette Masseanschluss neu gemacht. Mit so einem zuverlässigen Motorrad gehe ich gerne wieder mal auf eine Tour.

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