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Märchentour 2010 - Nach Zella-Mehlis im Thüringer Wald

Das Sommermärchen ging weiter. Den ganzen Tag über begleiteten mich blauer Himmel und weißen Wölkchen mit ein wenig grau dazwischen. Die Tageshöchsttemperatur lag bei etwas über 20C. Das war so richtig schön zum Motorradfahren. Passiert ist den ganzen Tag nichts besonderes. Deshalb kann ich gleich mit der Strecke beginnen.

Ich startete nach Norden, in die Oberpfalz im Naturpark Oberer Bayrischer Wald. Die Fahrt ging vorbei an Nittenau, in Blechhammer überquerte ich den 8 Km langen Hammersee, dann vorbei an Bruck i. d. Oberpfalz nach Neunburg vorm Wald. Hier erreichte ich das Ende des Bayrischen Waldes und setzte die Tour im Oberpfälzer Wald fort. Neunburg liegt auf einem Felsplateau im Schwarzachtal im Oberpfälzer Seenland. Die Gebirgszüge der Alpen sind erst 65 Mio. Jahre alt, die Berge des Bayrischen- und des Böhmerwaldes sollen 600, ja bis zu 1 Milliarde Jahre alt sein. Viele vor allem kurvige Landstraßen, die über bewaldete Höhenzüge führen, in die immer wieder mal idyllische Seen eingebettet sind, machen aus dem Bayrischen und Oberpfälzer Wald ein großes Urlaubsparadies nicht nur für Motorradfahrer.

Weiter scarvte ich im Tal der Aschau nach Oberviechtach, der Stadt des Doktor Eisenbart. Goldstück Bayerns... so wird die Gegend oft genannt, denn in dieser Gegend wurde schon im 14 Jahrhundert Gold abgebaut. Heute ist Oberviechtach ein anerkannter Erholungsort an der Glasstraße im Naturpark Oberpfälzer Wald. Außer viel intakter Natur gibt es hier im Osten von Bayern auch noch viel Kultur in Form von ehemaligen Glashütten und Burgen zu sehen, die die alten Handelswege nach Böhmen absicherten. Oder die Burgherren raubten die Händler aus. Im Oberpfälzer Wald hielt ich etwas Abstand zur tschechischen Grenze. All die Jahre vorher war ich immer so dicht wie möglich an der Grenze längs gefahren um möglichst wenig Autoverkehr zu haben. Aber auch links und rechts der B 22 war die Verkehrslage so, dass ich in gemütlichem Sightseeing-Tempo durch die vielen Kurven schwingen konnte.

Die vielen Kurven bis hierher sind meist langgezogene. Es sind kaum Wedelstrecken dabei. Die Steigungs- und Gefällestrecken übersteigen kaum mal die 12%. Das sollte sich ändern.

An Weiden in der Oberpfalz vorbei gelangte ich beinahe übergangslos in das nächste kleine Mittelgebirge, den Steinwald. Übergangslos scarvte ich weiter im Fichtelgebirge, immer schön nach Norden bis nach Hof in Oberfranken. Ich hatte also die Oberpfalz geschafft und war in Franken angekommen. Hof liegt am Schnittpunkt von drei Mittelgebirgen, dem Fichtelgebirge, dem Frankenwald und dem Vogtland. In Hof konnte ich auch schon einen ersten Blick auf die Saale werfen. Ich entschied mich für den Frankenwald im Nordwesten von Hof. In Saaldorf fuhr ich auf einer Brücke über die Bleiloch-Talsperre. Es ist der erste Staussee der Saalekaskade. Auf einer Gesamtlänge von ca. 80 Kilometern wird die Saale fünf Mal hintereinander aufgestaut. Die einzelnen Stauseen gehen fast ineinander über. Die Bleiloch-Talsperre hat das größte Fassungsvermögen von allen deutschen Stausseen. Somit hatte ich auch den schönen Frankenwald hinter mir gelassen und schwang mich nun für den Rest des Tages durch den Thüringer Wald. Hier erwarteten mich schon größere Steigungen. Die Kurven wurden enger. Ein gutes Dutzend Spitzkehren kam hinzu. Immer wieder fuhr ich mit Hüftschwung wedelnd die Höhenzüge hoch und runter.

Meine grobe Richtung war dabei für ein langes Stück nach Nord-Westen. Ab Schwarzburg fuhr ich im wild-romantischen Schwarzatal nach Südwesten bis Katzhütte, dann über Neuhaus am Rennsteig zur Talsperre Scheibe-Alsbach und zum Pumpspeicherwerk Goldisthal. Es ist Deutschlands größtes Wasserkraftwerk und hat die Leistung eines mittleren Atomkraftwerkes. Von einer Aussichtsplattform über dem oberen Staussee hat man einen herrlichen Ausblick auf den See und das obere Schwarzatal mit den Bergen des Rennsteiges rundherum. Da der Anmarschweg zur Plattform ca. 25 Minuten beträgt verzichtete ich auf die Aussicht und fuhr weiter. Über Schmiedefeld am Rennsteig und Suhl erreichte ich Zella-Mehlis.

Leider waren über den Tag verteilt immer wieder mal längere Rumpelpisten dabei. Das Konjunkturpaket hatte doch noch nicht alle Straßen erreicht, die eine Sanierung dringend nötig hätten. Die längere Fahrt auf diesen zumeist Nebenstraßen strengt doch sehr an.

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Märchentour 2010 - Nach Duderstadt im Eichsfeld

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