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Märchentour 2010 - Nach Donaustauf bei Regensburg

Das Wochenende in Pyhra war wie immer. Zuerst musste ich meine Wäsche waschen, sonst hätte ich nichts mehr gehabt für die Rückreise. Am Samstagabend schmiss mein Bruder den Grill an. Es lohnte sich wirklich, denn es kamen neben der Verwandtschaft noch viele alte Freunde, die mich wieder mal sehen wollten. Bis alle Neuigkeiten ausgetauscht waren, war es recht spät geworden.

Am Sonntag machten wir einen Ausflug zu einer Flugshow, die auf einem Sportflugplatz in der Nähe stattfand. Anschließend stärkten wir uns auf der Aussichtsterrasse des Burgrestaurants der Burg Kreuzenstein mit leckeren Eierschwammerlgerichten. Für die deutschen Leser: Das sind Pfifferlinge. Der Montag ging auch recht schnell herum obwohl wir eigentlich nichts Besonderes unternahmen. Das Wetter war das ganze Wochenende über sommerlich gewesen. Für den Dienstag sagte der Wetterbericht aber Schauerwetter und Gewitter voraus. Gleich am Morgen regnete es bis ca. 6:30 Uhr recht ausgiebig. Bei meinem Start um 8:00 Uhr hatte ich aber Glück mit dem Wetter. Genau 2 Stunden lang. Dann 10 Minuten lang nicht. Im Laufe des Tages wurde ich noch zwei Mal ein bisschen für ein paar Minuten nass.

So begann meine Rückreise von der alten Heimat in die neue Heimat. Die grobe Richtung war nach Westen. Da ich an diesem Tag reichlich Kilometer vor mir hatte brach ich früh auf und hielt die Richtung recht konsequent bei. Das erste kleine Päuschen machte ich in Schöngrabern im Weinviertel. Die Pfarrkirche von Schöngrabern stammt aus der Zeit um 1230 und ist eines der wichtigsten österreichischen Kunstwerke der Romanik. Der ungewöhnliche Skulpturenschmuck auf der Außenseite der Apsis wird auch Steinerne Bibel von Schöngrabern genannt. Auftraggeber und Bauherr der Kirche sind aber unbekannt. Kurze Zeit später erreichte ich bei Eggenburg mein Tor zum Waldviertel. Die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtmauer von Eggenburg umschließt das sehenswerte historische Zentrum mit eindrucksvollen Häusern, prachtvollen Kirchen, Säulen und Plätzen aus der Renaissance- und Barockzeit.

Das nächste Stück der Strecke im Waldviertel fuhr ich am letzten Donnerstag in umgekehrter Richtung. Zunächst warf ich noch mal einen Blick auf Maria Dreieichen, dann auf zwei der drei Kamptal-Stauseen und zuletzt auf das Stift Zwettl, einem anderen großen Marienwallfahrtsort im Waldviertel. Auf der B 38 überquerte ich die Grenze vom Waldviertel zum Mühlviertel in Oberösterreich. Dicht an der tschechischen Grenze scarvte ich weiter nach Westen. Über die Grenze fuhr ich auf der B 310 und dann in Tschechien weiter auf der B 163 zum Lipno-Stausee im Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Böhmerwald. Die Moldau wird hier zum größten See der Tschechischen Republik aufgestaut. Die Gesamtfläche des Sees beträgt 4650 ha. Der See dient der Wasserstandsregulierung des Oberlaufs der Moldau und schützt so Budweis und Prag vor Hochwasser. Die zwei Kraftwerke am See-Ende versorgen ganz Südböhmen mit Strom. Durch die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem 2. Weltkrieg waren die Ortschaften dieser Region am Oberlauf der Moldau ziemlich entvölkert. Das erleichterte es der Tschechoslowakei den Stausee zu planen und zu bauen und dabei die Dörfer zu fluten. Die Region wurde zudem wegen der Grenznähe zu Österreich militärisches Sperrgebiet. Die Folge davon war viel intakte Natur rund um den See als das Sperrgebiet zu Beginn der 1990er Jahre aufgehoben wurde.

Die Mittelgebirgslandschaft des Böhmerwaldes mit den ausgedehnten Fichtenwäldern und der große See inmitten von unberührten Uferregionen boten ideale Voraussetzungen für den Tourismus-Aufschwung der ganzen Region. In gemächlichem Sightseeing-Tempo rollte ich am Nordufer des Sees dahin und scarvte dann weiter in den Wäldern des Böhmerwaldes nach Nord-Westen bis zur Grenze nach Bayern in Bayrisch-Eisenstein.

Am Lipno-See und der Böhmerwaldregion nord-westlich des Sees waren hunderte Radfahrer unterwegs. Auch waren alle Parkplätze an der Strecke im Wald voll mit Autos. Es wurde ganz offensichtlich irgendeine Radveranstaltung durchgeführt. Nur welche konnte ich nicht herausbekommen. Ich sah keine Plakate oder Wegweiser längs den Straßen, die mir darüber hätten Aufschluss geben können.

Im Bayrischen Wald schwang ich mich weiter über den Arber nach Westen bis zur Donau welche ich bei Wörth an der Donau erreichte. Noch ein Stück weiter westlich davon kam ich kurz vor Regensburg nach Donaustauf. König Ludwig I. hat auf einem Berg bei Donaustauf 1830 die Walhalla erbauen lassen. Das war einige Jahre nach den kränkenden Niederlagen gegen Napoleon. Walhalla bedeutet übersetzt Totenhalle. Es ist eine Ruhmeshalle mit den Büsten der berühmtesten Deutschen im Stil eines griechischen Marmortempels. Der Bogen der ausgestellten Persönlichkeiten spannt sich bis in die heutige Zeit. Es beginnt mit Herrmann dem Cherusker bis in die jüngste Vergangenheit mit Marmorbüsten von Konrad Adenauer, Albert Einstein oder Sophie Scholl. Der einmalig schöne Platz auf einem Berg über der Donau und die würdevolle große Tempelanlage machen die Walhalla zu einem sehenswerten Ziel auf meiner Reise. Nach dem Besuch der Walhalla fuhr ich zu einer kleinen Pension in Donaustauf. Hier hatte ich die erste Übernachtung der Rückreise gebucht.

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Märchentour 2010 - Nach Zella-Mehlis im Thüringer Wald

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