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Märchentour 2010 - Nach Scheidegg im Allgäu

Ich übernachte gerne bei Privatzimmervermietern. Die sind 1. günstig und 2. oft für eine Überraschung gut. Diesmal gab es zum Frühstück ganz frische, selbstgemachte Erdbeermarmelade und Quittengelee. Die Erdbeermarmelade rührte ich in ein Schälchen mit Joghurt. Dann gönnte ich mir noch ein Ei und ein Brötchen. So gestärkt konnte der Tag kommen. Er kam vor allem mit Sonne. Um 8:00 Uhr hatte es bereits über 20°C, zu Mittag waren es 35°C. Das konnte ich im vorbeifahren an einem Sparkassenreklameschild ablesen. Die Sonne versuchte also wieder mich weich zu dünsten. Gut, dass meine Jacke Sahara tauglich ist. Vielen Dank nochmals an alle in den verschiedenen Motorradforen, die mir im Winter beim Aussuchen der Jacke halfen. Aber nun zur Strecke:

Kurz nach meinem Start erreichte ich bei Birstein die B 276, die ausgeschildert ist als Deutsche Ferienstraße Alpen-Ostsee. Meine Richtung von der Ostsee bis zu den Alpen war also schon einmal richtig. In Wächtersbach im Kinzigtal hatte ich dann endgültig die Vogelsbergregion verlassen und den Naturpark Hessischer Spessart erreicht. Bei Biebergemünd verließ ich die B 276 und scarvte auf den Landstraßen weiter durch den Spessart nach Süden. Die Grenze zum Naturpark Bayrischer Spessart, also nach Bayern, ist nicht erkennbar. Der Spessart ist ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet. Dieses Mittelgebirge vor den Toren der Rhein-Main-Region nennt sich auch ‚Deutschlands grüne Mitte' und wird fast ausschließlich von wenig befahrenen aber umso kurvenreicheren Landstraßen durchzogen. Mein Scarver war über Stunden in seinem ganz natürlichen Lebensraum. Denn bei Miltenberg überquerte ich den Main und kam in den Odenwald, in dem sich die schwungvollen Mittelgebirgsstraßen nahtlos fortsetzen. Ganz im Süden des Odenwaldes streifte ich kurz den Neckar. Dann schlug ich einen Hacken nach Südosten um so die Metropolregion Neckarsulm, Heilbronn und vor allem Stuttgart zu umfahren. Das gelang mir ganz gut auf den Nebenstrecken im Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald, einem überwiegend bewaldetem und stark gegliedertem Bergland im Nordosten von Baden-Württemberg. Wobei, so ruhig wie im Spessart oder Odenwald ist es hier nicht. Egal welchen Weg man wählt, die nächste größere Stadt ist nie weiter weg wie 30 Kilometer. Erst als ich Ulm passiert und auf der Schwäbischen Alb bei Ehingen die Donau erreicht hatte konnte ich wieder in meinem Lieblingstempo weiter scarven. Von der Schwäbischen Alb kam ich in den Allgäu und bei Wangen rollte ich wieder über die Grenze von Baden-Württemberg nach Bayern. Die Alpengipfel und der Bodensee waren nicht mehr weit entfernt, aber für diesen Tag reichte es. In Lindenau, einem Ortsteil von Scheidegg, machte ich den Motor aus, klappte den Seitenständer aus, nahm mein Gepäck von der Maschine und begab mich zu meinem für diese Nacht bestellten Zimmer. Wikipedia behauptet, Scheidegg im Westallgäu war 2007 die sonnenreichste Gemeinde Deutschlands.

An diesem Tag jedenfalls hatte ich Sonne satt genossen. Dabei ist Kaiserwetter nur mein zweit liebstes Wetter wenn ich auf Tour bin. Am liebsten habe ich leicht zugezogenen Himmel bei 17°C bis 20°C. Da bekomme nicht so viele Insekten auf das Visier und die Sicht auf das Navidisplay ist noch besser. Mit dem Navi konnte ich mal Streckensperrungen umfahren üben. Ich stand irgend wo im Odenwald in einem Dorf und es ging nicht weiter weil die Straße gesperrt war. Ich tippte auf das Navidisplay, wählte ‚Alternative suchen' und dann ‚Straßensperre vermeiden'. Noch ein kurzer Tipp auf ‚500 m' - und weiter gings auf der neuen Route. Bravo TomTom für diese Funktion.

Die Strecken im Spessart und Odenwald hatte ich hervorragend ausgesucht. 1000 flotte Kurven mit vereinzelten Spitzkehren dazwischen. Richtig schön zum Scarven. In der Nähe von Amorbach im Odenwald kam ich in einen baustellenbedingten größeren Stau. Zunächst machte ich ein Foto von der Warteschlange und dann stellte ich mich ‚aktiv an'. Trotzdem dauerte es knapp 15 Minuten bis ich alles hinter mir hatte. Die armen Autofahrer, die im Stau ausharren mussten.

In der Großregion zwischen Ulm und Stuttgart war es mir gelungen einige kleine Schleichwege in meine Tour einzubauen. Diese lockerten die Fahrt zwischen all den Autos doch etwas auf. Alles in allem bin doch mit etwas Glück ganz gut durchgekommen. Ich hatte auch keinen persönlichen Stauführeropa vor mir.

Es war also der dritte herrliche Urlaubstag. Nur meine kleine BMW und ich, so könnte es weitergehen, dachte ich mir. Die Sommertour 2010 wurde immer mehr zur Sommermärchentour 2010.

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Märchentour 2010 - Nach Wolkenstein im Grödnertal

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