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Märchentour 2010 - Nach Ortenberg in der Vogelsbergregion

Es war Sonntag, 27. Juni 2010, der Siebenschläfertag. So wie an diesem Tag das Wetter ist, so soll es sieben Wochen bleiben. Meistens stimmt das. Diesmal war der Siebenschläfertag ein heißer Sommertag. Das Thermometer stieg am Nachmittag auf über 30C. Wie gut, dass ich viel im Schatten, im Wald unterwegs war.

Ich fuhr nach Süden vom Kalletal in den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Im Norden dieses großen Naturparks in Nordrhein-Westfalen durchquerte ich den Teutoburger Wald und nahm dann recht schwungvoll die Landstraßen des Eggegebirges unter die Räder. Die großen Touristenziele der Region, wie z.B. die Externsteine oder das Hermannsdenkmal besuchte ich diesmal nicht. Lemgo, Detmold und Paderborn blieben westlich von mir. In Altenbeken wollte ich mich mit vier Motorradfreunden aus Lippstadt treffen. Aber ich verfehlte trotz Navi Altenbeken. Ich hatte in der Planung die Strecken mehrfach geändert. Unseren Treffpunkt, den Bahnhof in Altenbeken, hatte ich im PC eingegeben, aber dann vergessen die neue Route auf das Navi zu überspielen. So fuhr ich knapp 20 Kilometer an Altenbeken vorbei bis ich merkte, dass meine Route nicht stimmte. Auf dem Rückweg zum Treffpunkt holte ich alles raus aus meiner CS. Mit knapp 10 Minuten Verspätung erreichte ich unseren Treffpunkt als Letzter. Meine Freunde waren im Mai nach Schleswig-Holstein gekommen und ich konnte ihnen auf einer Tagestour einige meiner schönsten Hausstrecken zeigen. Nun durchstreiften wir gemeinsam deren Hausstrecken.

Unser erstes Pausenziel war der Twiste-Stausee bei Bad Arolsen. Um den See führt ein 7 Kilometer langer Spazier- und Radwanderweg. Auf dem See ist eine Wasserskianlage installiert. Am Ufer sind Liegewiesen und ein Sandstrand angelegt worden. An den Berghängen am Westufer laden ein Minigolfplatz und ein Golfplatz zur Erholung ein. Wenn man schon in die Natur eingreift und einen kleinen Fluss zu einem See aufstaut dann sollen doch die Erholungsbedürfnisse der Menschen nicht zu kurz kommen. Zumal der See nicht wie ein künstlicher See aussieht. Die Staumauer des Twistesees ist ein Erddamm, der mit großen Ufersteinen befestigt ist. Motorboote sind auf dem See nicht zugelassen. So wird die Trinkwasserqualität gewährleistet. Im Wald am Seeufer ist ein Ferienpark mit skandinavischen Holz-Ferienhäusern errichtet worden. Wem also der nahe gelegene Edersee touristisch zu überlaufen ist kann hier einen ruhigen Urlaub verbringen. Ich hatte dummerweise einen Routenpunkt auf einem Radweg dicht am Seeufer gesetzt. Das Navi hat auch nicht gemeckert. Es glaubt wohl, Motorräder seien auch Fahrräder. Wir fuhren trotzdem einen knappen Kilometer ganz langsam weiter und genossen den herrlichen Ausblick auf den See und das bunte Treiben am Ufer. Das leichte Gemaule der Radfahrer und Fußgänger mussten wir dabei in Kauf nehmen.

Weiter ging die Reise nach Südwesten. Ganz kurz streiften wir den Naturpark Diemelsee ehe wir im Rothaargebirge weiter scarvten. In Korbach aßen wir etwas verspätet zu Mittag. Während ich meine Reise nach Südwesten fortsetzte mussten meine Freunde wieder zurück. Diese Region rund um den bekannten Wintersportort Winterberg ist besser unter dem Namen Sauerland bekannt. Unter welchem Namen auch immer, die Landstraßen sind allesamt erstklassige Motorradstrecken und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Zumindest bei gutem Wetter wie heute. Die Fahrt im Sauerland war ein einziger Traum. Von Korbach auf den Landstraßen, vorbei an Bad Berleburg, über Bad Laasphe, Haiger und Dillenburg zur Aartalsperre. 80 Kilometer nur traumhafte, flüssige Kurvenkombinationen im Mittelgebirge. Während das Weserbergland eher ein kräftiges Hügelland ist verdient der Teil des Sauerlandes auf meiner Strecke den Namen Mittelgebirge wirklich.

Von der Aartalsperre fuhr ich weiter über Gießen nach Südosten in die Vogelsbergregion. In Gießen, einer Stadt mit 75.000 Einwohnern, traf ich genau so viele Ampeln wie Autos. So wie in Gießen war es überall an diesem Nachmittag. Es spielte nämlich Deutschland gegen England, es war das Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika. Auch meine Freunde aus Lippstadt waren wohl rechtzeitig zum Anstoß wieder zu Hause gewesen. So kam an diesem Nachmittag alles Gute zusammen, Kaiserwetter, das Fußballspiel als Straßenfeger und der Kurventanz im Sauerland. Von Gießen bis Schotten musste ich die Bundesstraße unter die Räder nehmen. Das kleine Städtchen Schotten ist bekannt wegen der legendären Motorradrennen auf dem Schottenring. Die Tradition geht bis in die 1920er Jahre zurück. Heute wird das Schottenring-Classic Grand Prix Rennen mit den Stars von damals auf ihren legendären Maschinen veranstaltet. Ein weiterer Traum für uns Motorradfahrer ist die Strecke von Laubach über Schotten nach Gedern.

In Laubach machte ich eine Pause, gönnte mir einen kühlen Eistee und ruhte mich ein wenig aus für die folgenden legendären Kurven. Es war 17:45 Uhr als ein Hupkonzert begann. Von allen Seiten kamen Autos an. Aus vielen Fenstern hingen die Beifahrer und jubelten. Deutschland hatte also gewonnen! Hoffentlich waren die Fahrer alle nüchtern, dachte ich etwas besorgt. Ich freute mich trotzdem auf die vielen Kurvenkombinationen von Laubach über Schotten bis nach Gedern. Schade ist nur, dass es keine einzige schön einsehbare Kurvenkombination gibt. So blieb mein Pixelfänger vor mir im Case.

Die letzten 10 Kilometer des Tages legte ich auf der B 275 von Gedern nach Ortenberg zurück. Das war das richtige Stück um das Adrenalin wieder herunterzufahren. Es macht auch Spaß die Maschine mit 100 Km/h durch viel langgezogene Kurven gleiten zu lassen. So ging ein traumhaft schöner Urlaubstag zu Ende.

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