Guckkasten
Tag…Tag…Tag…
Ist das ein
Geräusch?.. –
Der Schluss eines Kinderreims oder eher ein Ausdruck des Verrinnens von Zeit?..
Bezogen auf die Arbeit vor dem Bildschirm, angesichts eines Ordners voller Fotografien der unterschiedlichsten Art, ist mit »Tag« bzw. dem Taggen eher ein gedanklich reflektierendes Verhalten gemeint, seinem »Schatz« eine inhaltlich ordnende Struktur zu verleihen. Du kannst einem Foto ein »Tag« zuweisen, es dürfen auch mehrere sein…, – ein Tag, das wie ein Schlüsselwort funktioniert und damit beziehst Du Dich auf eine Funktion von Sprache, sodass Dich gleichzeitig auch ein Hauch von realer Poesie umweht, wenn Du Dir die »beliebtesten Tags« des Flickr-Albums anzeigen lässt.
Mithilfe dieser Tags kannst Du also Bilder finden, die etwas gemeinsam haben – in den eigenen Fotoalben auf Deinem Computersystem aber auch weltweit in den Archiven all der Fotografen, die ihre Bilder bei Flickr eingestellt, »getagt« und freigegeben haben. Zudem weist Google auf besondere Tags hin, z.B.: »Photos from everyone tagged struktur«. Ein Klick darauf und es öffnen sich in diesem Moment Links auf 1197 Fotografien…
Auf die gedankliche Auseinandersetzung mit den sowohl formal-ästhetischen als auch inhaltlichen Gesichtspunkten und »Zusammenhängen« meiner Bilder bezogen, schimmert sie sogleich auf, –eine mögliche Grundlage einer Didaktik der digitalen Bildbearbeitung. Der Bilderfülle all dieser Entwürfe, Variationen, Serien und Phasenbilder wird nun ein bewertendes, ordnendes Handeln und auch eine universal wirkende Struktur entgegengesetzt, die dann wiederum zu vielen überraschenden und auch ermutigenden Anregungen oder Ideen führen kann. Ein Tag schließt Dir in diesem riesigen Flickr-Internet-Fotoarchiv scheinbar unendliche, vielfältige Bildräume auf und lässt Dir zuweilen auch manchen überraschenden Zusammenhng regelrecht ins Auge springen. Gleichzeitig spürst Du sie sofort, – die Anerkennung bzw. den Respekt für viele so gute Fotografien all dieser Dir doch unbekannten Menschen. Vielleicht noch etwas zaghaft beginnst Du, Dir das erste, zweite, dritte Bild als »Favoriten« auszuwählen und einen ersten anerkennenden Kommentar einzutragen. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass eine Antwort eintrifft.
Gib ein Tag ein und aktiviere die Suche!
Tag: »Otherland«
Ortskundeprüfung im »Second Life« ?
Erinnerst Du Dich an den Fantasy-Roman »Otherland« ?
Nun, ich habe ihn damals regelrecht verschlungen und ersehnte immer das Erscheinen eines weiteren Bandes, ganz gespannt darauf, wie die Geschichte um Kinder, die im »Netz« hängen geblieben bzw. verschollen waren, die Suche nach ihnen im Otherland und nicht zuletzt auch das Ausgestalten dieser so differenziert phantastisch beschriebenen virtuellen Welt fortgesetzt würde. Nun, abgesehen von aller Fantasy, Ted Williams hat es um 1998 gewissermaßen aufgeschrieben, was jetzt in diesen Tagen im »Tagesspiegel« berichtet wird, ein Fall von Spielsucht: Da leben Mutter und Sohn in Berlin zusammen in einer kleinen Wohnung, doch eigentlich »begegnen« sie sich, jeder in seinem Zimmer vor einem Rechner sitzend, nur in einer virtuellen Welt, in einem Computerspiel. In diesem Spiel hat sich jeder eine Figur, einen Avatar, »aufgebaut«, gewissermaßen als Stellvertreter des Ich in einem »Second Life«. Je länger der Spieler in diesem Spiel online ist, desto spielstärker wird die Figur, gewinnt an Kraft, Macht… – das ist die Regel. In diesem Fall bzw. Spiel ist es die Mutter. Ihr Avatar ist die am allermeisten gefürchtete Figur, der gefährlichste Gegner… Wissen die beiden eigentlich, dass sie es sind, deren Avatare sich so ineinander verbeißen? – Im realen Leben begegnen sich Mutter und Sohn selten, eigentlich so gut wie nie…
Übrigens gibt es tatsächlich das Spiel »Second Life« und der Name ist Programm. Ein Strand-Kiosk in diesem Spiel kannst Du bei Arktis.de wohl für 3,50 Euro erwerben, die Miete eines 1024 qm Grundstücks beträgt 7,90 Euro monatlich und der Dubai Tower im deutschen Teil namens Apfelland soll ab 50.000 Euro versteigert werden. Beworben wird das Ganze in etwa so: »Mehr Spaß im zweiten Leben: Second Life bringt's. Eine echte interaktive Lebenssimulation! Die virtuelle Welt von Second Life bietet eine nahezu unendliche Fülle an Chancen und Möglichkeiten! Leute kennen lernen, Clubs besuchen, neuer Traumjob, die eigene Firma gründen und nochmals von vorne anfangen: Das ist Second Life - die grenzenlose Welt voller Überraschungen und Abenteuer. Erfahren Sie alles über das Design Ihrer digitalen Persönlichkeit ("Avatar"), die angesagtesten Plätze, die unterhaltsamsten Events, die einträglichsten Jobs, den Kauf von Land…u.v.m.«
Gestern konnte man allerdings im Tagesspiegel lesen, dass die anfängliche Begeisterung für dieses Spiel sehr nachgelassen hat. Ganze Landstriche wären verweist, Avatare vergessen und mit dem Geldverdienen im Second Life ist es wohl eher schwierig. Wieso sollte es dort auch leichter sein… – und gibt es eigentlich ein Tierheim für verlassene oder ausgesetzte Avatare?
Tag: Guckkasten
Werner Nekes hat zusammengetragen und sehr differenziert beschrieben wie erfindungsreich hinsichtlich technischer Konstruktion und dekorativer Ausgestaltung die Menschen des 18. bis 20. Jh. Jahrhunderts ihre Guckkästen, Papiertheater, Schattenspielbühnen, Dioramen, Panoramen, Stereobetrachter… und schließlich auch die Abspielmaschinen für »bewegte Bilder« erschufen. Die Hamburger Ausstellung »Ich sehe was, was Du nicht siehst« ließ die ganze Faszination deutlich werden –ein zeitloses Spiel mit den faszinierten Blicken in reale, informierende aber auch in fantastische, wundersame, märchenhafte Welten. In diese Tradition reihe ich mich gern ein und erkläre unter anderem meinen iMac zum Guckkasten. So wird der Bildschirm konkret zu einer leidlich ästhetisch eingerahmten Fläche für die Darstellung von Bildern aller Art und gleichzeitig interessiert es mich, auch die dritte Dimension einzubeziehen und die Virtualität ihrer Darstellung auf dieser Bildfläche wahrzunehmen und auch zu genießen.
Doch mein Guckkasten erlaubt auch einen Blick auf die Erde…
Im Alter von acht, neun Jahren interessierte mich oft der Globus meines Vaters. Damals, 1952/53 wurde bei uns zu Hause oft über den Koreakrieg gesprochen und ich hatte während des Betrachtens der auf mich sehr zerrissen wirkenden Darstellung des Landes Korea auf der »Erdkugel« die daher leicht verständliche Vorstellung, das diese Zerrissenheit von den Bomben herrühren müsse.
Ich erinnerte mich gestern daran, als ich den Versuch unternahm, fünf Stereofotografien in der Weltkarte des Flickr-Albums im Wadi Rum Jordaniens einzufügen, eine ebenfalls sehr zerklüftete, labyrinthische Landschaft. Ich nahm zur Orientierung Google Earth zu Hilfe, »flog« über Jerusalem, Elat und Aqaba ein und es gelang nach vielem Vergleichen geografischer Gegebenheiten und auch unter Berücksichtigung einiger schon eingebundener Fotografien, genau den Ort zu finden, wo Ostern 1998 das Zelt der »Bedus« stand. Ja, ich entdeckte tatsächlich den Felsen wieder, auf dem ich so gern unter diesem unglaublich schönen Sternenhimmel der Wüstennacht mein Lager aufgeschlagen hatte. Nur, dass ich dieses Mal nach unten sah - durch meinen Guckkasten hindurch…
Doch wieder fühlte ich mich mit dieser Erde verbunden, geerdet eben.
––––––––––––––und Rolf Holunder hat einen Fan…
– sein »Gipfelfoto über der Höhle von Kamares« wurde von >cabezadegusano< den persönlichen Favoriten zugewiesen. Ich denke, es liegt nicht am Foto, sondern am Mut und dem Durchhaltevermögen Rolf Holunders, diesen Berg bestiegen zu haben, – gratuliere, Rolfi!
Nun fahren wir bald nach Schweden zu Wasser und Wald und erleben neue Abenteuer im »Ersten Leben«, dem einzigen.
Der Schluss eines Kinderreims oder eher ein Ausdruck des Verrinnens von Zeit?..
Bezogen auf die Arbeit vor dem Bildschirm, angesichts eines Ordners voller Fotografien der unterschiedlichsten Art, ist mit »Tag« bzw. dem Taggen eher ein gedanklich reflektierendes Verhalten gemeint, seinem »Schatz« eine inhaltlich ordnende Struktur zu verleihen. Du kannst einem Foto ein »Tag« zuweisen, es dürfen auch mehrere sein…, – ein Tag, das wie ein Schlüsselwort funktioniert und damit beziehst Du Dich auf eine Funktion von Sprache, sodass Dich gleichzeitig auch ein Hauch von realer Poesie umweht, wenn Du Dir die »beliebtesten Tags« des Flickr-Albums anzeigen lässt.
Mithilfe dieser Tags kannst Du also Bilder finden, die etwas gemeinsam haben – in den eigenen Fotoalben auf Deinem Computersystem aber auch weltweit in den Archiven all der Fotografen, die ihre Bilder bei Flickr eingestellt, »getagt« und freigegeben haben. Zudem weist Google auf besondere Tags hin, z.B.: »Photos from everyone tagged struktur«. Ein Klick darauf und es öffnen sich in diesem Moment Links auf 1197 Fotografien…
Auf die gedankliche Auseinandersetzung mit den sowohl formal-ästhetischen als auch inhaltlichen Gesichtspunkten und »Zusammenhängen« meiner Bilder bezogen, schimmert sie sogleich auf, –eine mögliche Grundlage einer Didaktik der digitalen Bildbearbeitung. Der Bilderfülle all dieser Entwürfe, Variationen, Serien und Phasenbilder wird nun ein bewertendes, ordnendes Handeln und auch eine universal wirkende Struktur entgegengesetzt, die dann wiederum zu vielen überraschenden und auch ermutigenden Anregungen oder Ideen führen kann. Ein Tag schließt Dir in diesem riesigen Flickr-Internet-Fotoarchiv scheinbar unendliche, vielfältige Bildräume auf und lässt Dir zuweilen auch manchen überraschenden Zusammenhng regelrecht ins Auge springen. Gleichzeitig spürst Du sie sofort, – die Anerkennung bzw. den Respekt für viele so gute Fotografien all dieser Dir doch unbekannten Menschen. Vielleicht noch etwas zaghaft beginnst Du, Dir das erste, zweite, dritte Bild als »Favoriten« auszuwählen und einen ersten anerkennenden Kommentar einzutragen. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass eine Antwort eintrifft.
Gib ein Tag ein und aktiviere die Suche!
Tag: »Otherland«
Ortskundeprüfung im »Second Life« ?
Erinnerst Du Dich an den Fantasy-Roman »Otherland« ?
Nun, ich habe ihn damals regelrecht verschlungen und ersehnte immer das Erscheinen eines weiteren Bandes, ganz gespannt darauf, wie die Geschichte um Kinder, die im »Netz« hängen geblieben bzw. verschollen waren, die Suche nach ihnen im Otherland und nicht zuletzt auch das Ausgestalten dieser so differenziert phantastisch beschriebenen virtuellen Welt fortgesetzt würde. Nun, abgesehen von aller Fantasy, Ted Williams hat es um 1998 gewissermaßen aufgeschrieben, was jetzt in diesen Tagen im »Tagesspiegel« berichtet wird, ein Fall von Spielsucht: Da leben Mutter und Sohn in Berlin zusammen in einer kleinen Wohnung, doch eigentlich »begegnen« sie sich, jeder in seinem Zimmer vor einem Rechner sitzend, nur in einer virtuellen Welt, in einem Computerspiel. In diesem Spiel hat sich jeder eine Figur, einen Avatar, »aufgebaut«, gewissermaßen als Stellvertreter des Ich in einem »Second Life«. Je länger der Spieler in diesem Spiel online ist, desto spielstärker wird die Figur, gewinnt an Kraft, Macht… – das ist die Regel. In diesem Fall bzw. Spiel ist es die Mutter. Ihr Avatar ist die am allermeisten gefürchtete Figur, der gefährlichste Gegner… Wissen die beiden eigentlich, dass sie es sind, deren Avatare sich so ineinander verbeißen? – Im realen Leben begegnen sich Mutter und Sohn selten, eigentlich so gut wie nie…
Übrigens gibt es tatsächlich das Spiel »Second Life« und der Name ist Programm. Ein Strand-Kiosk in diesem Spiel kannst Du bei Arktis.de wohl für 3,50 Euro erwerben, die Miete eines 1024 qm Grundstücks beträgt 7,90 Euro monatlich und der Dubai Tower im deutschen Teil namens Apfelland soll ab 50.000 Euro versteigert werden. Beworben wird das Ganze in etwa so: »Mehr Spaß im zweiten Leben: Second Life bringt's. Eine echte interaktive Lebenssimulation! Die virtuelle Welt von Second Life bietet eine nahezu unendliche Fülle an Chancen und Möglichkeiten! Leute kennen lernen, Clubs besuchen, neuer Traumjob, die eigene Firma gründen und nochmals von vorne anfangen: Das ist Second Life - die grenzenlose Welt voller Überraschungen und Abenteuer. Erfahren Sie alles über das Design Ihrer digitalen Persönlichkeit ("Avatar"), die angesagtesten Plätze, die unterhaltsamsten Events, die einträglichsten Jobs, den Kauf von Land…u.v.m.«
Gestern konnte man allerdings im Tagesspiegel lesen, dass die anfängliche Begeisterung für dieses Spiel sehr nachgelassen hat. Ganze Landstriche wären verweist, Avatare vergessen und mit dem Geldverdienen im Second Life ist es wohl eher schwierig. Wieso sollte es dort auch leichter sein… – und gibt es eigentlich ein Tierheim für verlassene oder ausgesetzte Avatare?
Tag: Guckkasten
Werner Nekes hat zusammengetragen und sehr differenziert beschrieben wie erfindungsreich hinsichtlich technischer Konstruktion und dekorativer Ausgestaltung die Menschen des 18. bis 20. Jh. Jahrhunderts ihre Guckkästen, Papiertheater, Schattenspielbühnen, Dioramen, Panoramen, Stereobetrachter… und schließlich auch die Abspielmaschinen für »bewegte Bilder« erschufen. Die Hamburger Ausstellung »Ich sehe was, was Du nicht siehst« ließ die ganze Faszination deutlich werden –ein zeitloses Spiel mit den faszinierten Blicken in reale, informierende aber auch in fantastische, wundersame, märchenhafte Welten. In diese Tradition reihe ich mich gern ein und erkläre unter anderem meinen iMac zum Guckkasten. So wird der Bildschirm konkret zu einer leidlich ästhetisch eingerahmten Fläche für die Darstellung von Bildern aller Art und gleichzeitig interessiert es mich, auch die dritte Dimension einzubeziehen und die Virtualität ihrer Darstellung auf dieser Bildfläche wahrzunehmen und auch zu genießen.
Doch mein Guckkasten erlaubt auch einen Blick auf die Erde…
Im Alter von acht, neun Jahren interessierte mich oft der Globus meines Vaters. Damals, 1952/53 wurde bei uns zu Hause oft über den Koreakrieg gesprochen und ich hatte während des Betrachtens der auf mich sehr zerrissen wirkenden Darstellung des Landes Korea auf der »Erdkugel« die daher leicht verständliche Vorstellung, das diese Zerrissenheit von den Bomben herrühren müsse.
Ich erinnerte mich gestern daran, als ich den Versuch unternahm, fünf Stereofotografien in der Weltkarte des Flickr-Albums im Wadi Rum Jordaniens einzufügen, eine ebenfalls sehr zerklüftete, labyrinthische Landschaft. Ich nahm zur Orientierung Google Earth zu Hilfe, »flog« über Jerusalem, Elat und Aqaba ein und es gelang nach vielem Vergleichen geografischer Gegebenheiten und auch unter Berücksichtigung einiger schon eingebundener Fotografien, genau den Ort zu finden, wo Ostern 1998 das Zelt der »Bedus« stand. Ja, ich entdeckte tatsächlich den Felsen wieder, auf dem ich so gern unter diesem unglaublich schönen Sternenhimmel der Wüstennacht mein Lager aufgeschlagen hatte. Nur, dass ich dieses Mal nach unten sah - durch meinen Guckkasten hindurch…
Doch wieder fühlte ich mich mit dieser Erde verbunden, geerdet eben.
––––––––––––––und Rolf Holunder hat einen Fan…
– sein »Gipfelfoto über der Höhle von Kamares« wurde von >cabezadegusano< den persönlichen Favoriten zugewiesen. Ich denke, es liegt nicht am Foto, sondern am Mut und dem Durchhaltevermögen Rolf Holunders, diesen Berg bestiegen zu haben, – gratuliere, Rolfi!
Nun fahren wir bald nach Schweden zu Wasser und Wald und erleben neue Abenteuer im »Ersten Leben«, dem einzigen.