Eine der neuen medialen Möglichkeiten –––dazu völlig kostenlos –
– für eine
didaktisch interessante Erweiterung all der Projekte
von Selbstdarstellungen, Dokumentationen, Reportagen
und Illustrationen kann ein Flickr-Account
darstellen, der Zugang in ein großes
Internet-Fotoalbum, in dem Du Dir in der kostenfreien
Variante bis zu drei eigene Alben mit insgesamt 200
Bildern einrichten kannst. Bezogen auf derzeit
übliche Klassen- bzw. Projektgruppengrößen können
also für jeden Schüler 6-10 Fotografien eingestellt,
dauerhaft gespeichert und, falls Du das für Dein
Projekt vorsiehst, weltweit von jedem
internetgeeigneten Computer aus betrachtet werden.
Aber auch eine Zugangsbeschränkung, nur auf einen
bestimmten Personenkreis bezogen, ist möglich.
Du selbst richtest über www.yahoo.de oder direkt von www.Flickr.com den Account ein – es ist leicht, Du wirst geführt – wählst Benutzernamen und ein Passwort aus, das auch zukünftig nur Du kennen solltest (die Lerngruppen wechseln und du möchtest die Alben sicher wieder für ein neues Projekt verwenden), und wirst schließlich aufgefordert, den zweiten Teil des Zugangslinks zu formulieren. Bei mir habe ich z.B. das X0_khnemo_0X eingetragen. Diesen Zugangslink bekommen dann alle Teilnehmer der Projektgruppe und alle die, von denen ihr meint, dass Eure Alben sie interessieren könnten. Mit diesem Link kann also jeder, ohne selbst Mitglied bei Flickr zu sein, alle Eure Bilder, die ihr für »öffentlich« erklärt habt, anschauen, aber nichts verändern. Das ist wichtig. Veränderungen an den Alben, also das Löschen von Bildern, das Einstellen (Hochladen) neuer Bilder und die Eingabe von Titeln und Beschreibungen finden nur nach Absprache innerhalb der Lerngruppe und nach Eingabe des Passwortes durch den Lehrer statt, in der Regel also im Computerraum der Schule.
Mit einer normalen DSL 2000-Internetverbindung haben sich Bildgrößen von 18x24 cm bzw. 510x680 Pixel bei 72dpi als gut und schnell hochladbar erwiesen. Auch 600x800 Pixel sind noch gut vertretbar, strapazieren nicht unnötig Geduld bzw. Unterrichtszeit und führen zu einem noch größeren sichtbaren Bild. Soweit der technische und organisatorische Rahmen …
Inhaltlich und didaktisch anspruchsvoller, aber auch sehr interessant, wird sicherlich die Diskussion des »Öffentlichen«. Hier sollte man in der Lerngruppe einmal innehalten und es sich vergegenwärtigen:
Jedes Bild, das wir für öffentlich erklären, kann nicht nur von den Menschen angesehen, ja sogar heruntergeladen werden, denen wir unseren Link gegeben haben, sondern auch von jedem Flickr-Mitglied auf der ganzen Welt und natürlich auch von deren Freunden usw. usw. (innerhalb von 12 Tagen haben z.B. 419 Menschen eins meiner Fotoalben aufgesucht)…
Wollen wir das? Können wir das auch verantworten? Gegenüber uns selbst, gegenüber unseren Eltern, Geschwistern, Freunden, Mitschülern, Lehrern?.. Gegenüber all denjenigen, die wir fotografiert haben?..
Bei reinen »Sachaufnahmen« fällt die Antwort sicher leichter als bei »Menschenbildern«.
Was heißt das eigentlich, »Persönlichkeitsrechte« oder »das Recht am eigenen Bild«? Müssen wir fragen, und wen, wenn wir ein bestimmtes Bild veröffentlichen wollen?
Dürfen wir uns ein Bild aus den Internetalben herunterladen und es dann wieder im Zusammenhang mit unseren Projekten in unseren Alben oder in vervielfältigten Referaten veröffentlichen? Was bedeutet das eigentlich – »Copyright«? …
In vielen dieser Fragestellungen und Antworten, Schülermeinungen und Diskussionen wird sicher eine erste Anmutung einer »journalistischen« Ethik deutlich. Das wäre für mich der Reiz dieser Arbeit.
Und dann tritt noch eine methodische Besonderheit hervor, das Taggen. Ich habe es schon an anderer, Dir zugänglicher Stelle beschrieben und will hier nur noch auf ein weiteres didaktisch wichtiges Feld hinaus: das Prinzip des Austausches; Flickr wirbt extra mit dem Fotosharing. Unsere Schüler können und nutzen es längst, das Suchen (auch mit Hilfe bestimmter Suchbegriffe, Schlüsselwörter, Tags), Herunterladen und Weiterverwenden von Bildern aller Art. Übergeordnet tritt uns nun ins Bewusstsein, dass wir mit dem Veröffentlichen unserer Projektergebnisse nun auch anderen, uns völlig fremden Menschen etwas Bildhaftes zeigen bzw. zur Verfügung stellen, das ihnen vielleicht in einer bestimmten Dimension von Bedeutung sein könnte. Und umgekehrt empfinden wir das bei der einen oder anderen Fotografie, die uns in den Flickr-Alben ins Auge fällt, wahrscheinlich genau so. Eigentlich ist es doch fair, Bilder auch hinsichtlich eines Austausches einzustellen, nicht nur ein konsumierender Nutznießer zu sein. Und es stellt sich drastisch ausgedrückt auch die Frage: Müllen wir mit unseren Beiträgen zu oder bereichern wir die Vielfalt an Aussage und Gestaltung, die uns da entgegentritt.
Mit dem Taggen können wir das gezielte Suchen, Finden bzw. Tauschen erleichtern, wenn wir sprachlich zutreffende, differenzierende Schlüsselwörter eingeben. Das eine oder andere darf aber auch nur für unsere Vorhaben zutreffend sein und eine interne Ordnung der Projektbilder unterstützen. Das Taggen kann schließlich bei der Bildersuche aber auch zu seltsamen Überraschungen führen, zu Zusammenhängen, an die wir vielleicht nie gedacht hätten, eventuell sogar zu regelrechten Schüben von Anregungen bezüglich unserer Kreativität. Sollte dies also passieren, ist es auch sinnvoll, besonders eindrucksvolle Fotografien als Favoriten zu markieren, einen Kommentar einzugeben oder beides … Flickr bietet zudem die Möglichkeit, intern Mails zu verschicken und zu empfangen. Insofern wären auch gezielte kommunikative Vorhaben im Kontakt zu einer Lerngruppe einer anderen Schule denkbar.
Einige klassische inhaltliche Verknüpfungen zu Schulleben und Projektarbeit fallen mir sofort ein:
– Da wäre es wieder, das »Selbstdarstellungsprojekt«, in Berlin oft unterrichtet in Verbindung mit einer Bildbetrachtung des Bildnisses des Kaufmanns Georg Gize von Holbein (Gemäldegalerie, Kulturforum).
– Dann könnte im Zusammenhang mit einer »journalistischen« Reportage von schulischen Ereignissen (Theateraufführungen, Sportfest, Projekttage) das Fotoalbum zum Bildarchiv der Schülerzeitung werden.
– Bezogen auf eine Lerngruppe sollte eines der drei zur Verfügung stehenden Alben eher als kommunikativer Platz für die »persönlichen« Bilder der Schüler reserviert bleiben, für die Fotos von Wandertagen, Party-, Klassenfahrt- und Ferienerlebnissen, für Freundes- und Familienbilder usw.
Dort hätten aber auch die Bilder Platz, die Euch aus einer anderen Lerngruppe oder Schule … erreichen.
Wechselt die Lerngruppe, bzw. ist ein Projekt beendet, könnte den Schülern rechtzeitig ein Zeitraum eingeräumt werden, in dem sie, so noch nicht geschehen, Bilder auf ihre persönlichen Computer selbst herunterladen, bzw. mit USB-Sticks vom Schulcomputer aus nach Hause tragen können. Dann werden die drei Alben gelöscht und für eine neue Gruppe eingerichtet.
Möchtest Du Fotografien bzw. Projektergebnisse längerfristig speichern, ordnen und Dir im Internet zugänglich erhalten, so kannst Du Dir auch bei http://picasaweb.google.de etliche Alben einrichten, bei einem Speicherplatz von 1GB und ebenfalls kostenlos. Schau es Dir an!
Du selbst richtest über www.yahoo.de oder direkt von www.Flickr.com den Account ein – es ist leicht, Du wirst geführt – wählst Benutzernamen und ein Passwort aus, das auch zukünftig nur Du kennen solltest (die Lerngruppen wechseln und du möchtest die Alben sicher wieder für ein neues Projekt verwenden), und wirst schließlich aufgefordert, den zweiten Teil des Zugangslinks zu formulieren. Bei mir habe ich z.B. das X0_khnemo_0X eingetragen. Diesen Zugangslink bekommen dann alle Teilnehmer der Projektgruppe und alle die, von denen ihr meint, dass Eure Alben sie interessieren könnten. Mit diesem Link kann also jeder, ohne selbst Mitglied bei Flickr zu sein, alle Eure Bilder, die ihr für »öffentlich« erklärt habt, anschauen, aber nichts verändern. Das ist wichtig. Veränderungen an den Alben, also das Löschen von Bildern, das Einstellen (Hochladen) neuer Bilder und die Eingabe von Titeln und Beschreibungen finden nur nach Absprache innerhalb der Lerngruppe und nach Eingabe des Passwortes durch den Lehrer statt, in der Regel also im Computerraum der Schule.
Mit einer normalen DSL 2000-Internetverbindung haben sich Bildgrößen von 18x24 cm bzw. 510x680 Pixel bei 72dpi als gut und schnell hochladbar erwiesen. Auch 600x800 Pixel sind noch gut vertretbar, strapazieren nicht unnötig Geduld bzw. Unterrichtszeit und führen zu einem noch größeren sichtbaren Bild. Soweit der technische und organisatorische Rahmen …
Inhaltlich und didaktisch anspruchsvoller, aber auch sehr interessant, wird sicherlich die Diskussion des »Öffentlichen«. Hier sollte man in der Lerngruppe einmal innehalten und es sich vergegenwärtigen:
Jedes Bild, das wir für öffentlich erklären, kann nicht nur von den Menschen angesehen, ja sogar heruntergeladen werden, denen wir unseren Link gegeben haben, sondern auch von jedem Flickr-Mitglied auf der ganzen Welt und natürlich auch von deren Freunden usw. usw. (innerhalb von 12 Tagen haben z.B. 419 Menschen eins meiner Fotoalben aufgesucht)…
Wollen wir das? Können wir das auch verantworten? Gegenüber uns selbst, gegenüber unseren Eltern, Geschwistern, Freunden, Mitschülern, Lehrern?.. Gegenüber all denjenigen, die wir fotografiert haben?..
Bei reinen »Sachaufnahmen« fällt die Antwort sicher leichter als bei »Menschenbildern«.
Was heißt das eigentlich, »Persönlichkeitsrechte« oder »das Recht am eigenen Bild«? Müssen wir fragen, und wen, wenn wir ein bestimmtes Bild veröffentlichen wollen?
Dürfen wir uns ein Bild aus den Internetalben herunterladen und es dann wieder im Zusammenhang mit unseren Projekten in unseren Alben oder in vervielfältigten Referaten veröffentlichen? Was bedeutet das eigentlich – »Copyright«? …
In vielen dieser Fragestellungen und Antworten, Schülermeinungen und Diskussionen wird sicher eine erste Anmutung einer »journalistischen« Ethik deutlich. Das wäre für mich der Reiz dieser Arbeit.
Und dann tritt noch eine methodische Besonderheit hervor, das Taggen. Ich habe es schon an anderer, Dir zugänglicher Stelle beschrieben und will hier nur noch auf ein weiteres didaktisch wichtiges Feld hinaus: das Prinzip des Austausches; Flickr wirbt extra mit dem Fotosharing. Unsere Schüler können und nutzen es längst, das Suchen (auch mit Hilfe bestimmter Suchbegriffe, Schlüsselwörter, Tags), Herunterladen und Weiterverwenden von Bildern aller Art. Übergeordnet tritt uns nun ins Bewusstsein, dass wir mit dem Veröffentlichen unserer Projektergebnisse nun auch anderen, uns völlig fremden Menschen etwas Bildhaftes zeigen bzw. zur Verfügung stellen, das ihnen vielleicht in einer bestimmten Dimension von Bedeutung sein könnte. Und umgekehrt empfinden wir das bei der einen oder anderen Fotografie, die uns in den Flickr-Alben ins Auge fällt, wahrscheinlich genau so. Eigentlich ist es doch fair, Bilder auch hinsichtlich eines Austausches einzustellen, nicht nur ein konsumierender Nutznießer zu sein. Und es stellt sich drastisch ausgedrückt auch die Frage: Müllen wir mit unseren Beiträgen zu oder bereichern wir die Vielfalt an Aussage und Gestaltung, die uns da entgegentritt.
Mit dem Taggen können wir das gezielte Suchen, Finden bzw. Tauschen erleichtern, wenn wir sprachlich zutreffende, differenzierende Schlüsselwörter eingeben. Das eine oder andere darf aber auch nur für unsere Vorhaben zutreffend sein und eine interne Ordnung der Projektbilder unterstützen. Das Taggen kann schließlich bei der Bildersuche aber auch zu seltsamen Überraschungen führen, zu Zusammenhängen, an die wir vielleicht nie gedacht hätten, eventuell sogar zu regelrechten Schüben von Anregungen bezüglich unserer Kreativität. Sollte dies also passieren, ist es auch sinnvoll, besonders eindrucksvolle Fotografien als Favoriten zu markieren, einen Kommentar einzugeben oder beides … Flickr bietet zudem die Möglichkeit, intern Mails zu verschicken und zu empfangen. Insofern wären auch gezielte kommunikative Vorhaben im Kontakt zu einer Lerngruppe einer anderen Schule denkbar.
Einige klassische inhaltliche Verknüpfungen zu Schulleben und Projektarbeit fallen mir sofort ein:
– Da wäre es wieder, das »Selbstdarstellungsprojekt«, in Berlin oft unterrichtet in Verbindung mit einer Bildbetrachtung des Bildnisses des Kaufmanns Georg Gize von Holbein (Gemäldegalerie, Kulturforum).
– Dann könnte im Zusammenhang mit einer »journalistischen« Reportage von schulischen Ereignissen (Theateraufführungen, Sportfest, Projekttage) das Fotoalbum zum Bildarchiv der Schülerzeitung werden.
– Bezogen auf eine Lerngruppe sollte eines der drei zur Verfügung stehenden Alben eher als kommunikativer Platz für die »persönlichen« Bilder der Schüler reserviert bleiben, für die Fotos von Wandertagen, Party-, Klassenfahrt- und Ferienerlebnissen, für Freundes- und Familienbilder usw.
Dort hätten aber auch die Bilder Platz, die Euch aus einer anderen Lerngruppe oder Schule … erreichen.
Wechselt die Lerngruppe, bzw. ist ein Projekt beendet, könnte den Schülern rechtzeitig ein Zeitraum eingeräumt werden, in dem sie, so noch nicht geschehen, Bilder auf ihre persönlichen Computer selbst herunterladen, bzw. mit USB-Sticks vom Schulcomputer aus nach Hause tragen können. Dann werden die drei Alben gelöscht und für eine neue Gruppe eingerichtet.
Möchtest Du Fotografien bzw. Projektergebnisse längerfristig speichern, ordnen und Dir im Internet zugänglich erhalten, so kannst Du Dir auch bei http://picasaweb.google.de etliche Alben einrichten, bei einem Speicherplatz von 1GB und ebenfalls kostenlos. Schau es Dir an!