Erste Erfahrungen...(15. Juli 2005)
Ich habe mein Männchen am 6. Juli erworben.
In den ersten Tagen konnte ich immer mal wieder
das typische Schwanzzittern vernehmen, das Dione-Nattern zeigen, wenn sie aufgeregt sind.
Das geschah vor allem dann, wenn ich die Terrariumscheibe geöffnet habe,
um frisches Wasser anzubieten (was ich täglich tue).
Wenn man dieses hochfrequente Zittern vernimmt, hat man in der Tat den Eindruck, dass die Luft vibriert.
Im allgemeinen jedoch zieht sich die Dione eher zurück und sucht eine Deckung auf als aggressiv zu reagieren.

Ein wesentlicher Grund, warum ich mich für Dione-Nattern entschieden habe,
liegt darin, dass ich immer wieder las,
wie aktiv und zeigefreudig diese Kletternatternart ist, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Das Tier ist über mehrere Stunden am Tag sehr rege und erkundet das Becken.
Ab und zu stützt er sich mit dem Kopf von der Scheibe ab und drückt mit dem Körper das Bodensubstrat zur Seite, um sich eine Liegemulde zu schaffen.

Die Temperaturen im Terrarium liegen tagsüber etwa bei 26 Grad C, die Luftfeuchtigkeit bei ca. 70 - 75 %. In der Nacht fallen die Temperaturen auf 20 - 22 Grad C.
Als Bodensubstrat verwendete ich zunächst
100% naturbelassenen Waldboden (REPTILFLOOR).
Das wirkt "natürlich" beim ersten Hinsehen sehr attraktiv, aber schon nach wenigen Minuten versammelten sich unzählige kleine Fliegen oben am Gazedeckel. Damit konnte ich mich nicht anfreunden und kaufte etwa eine Woche später
NOVASAN Pinienrinde.
Einen Teil des Waldbodens entfernte ich wieder und schüttete eine Lage von der Pinienrinde auf. Dabei stellte ich fest,
dass die Luftfeuchtigkeit binnen weniger Minuten rapide anstieg (bis auf 86%). Aber im Laufe der letzten Tage trocknete der Boden zusehends ab und jetzt liege ich etwa wieder bei fachbuchempfohlenen 65 - 75%.

Heute am frühen Abend habe ich zum ersten Mal gefüttert und war natürlich sehr gespannt. Ich kaufte beim Züchter meines Vertrauens eine Babymaus, die ich dann zuhause auf einem kleinen lasierten Blumentopfuntersetzer ins Terrarium stellte.
Nicht ohne Grund versuchte ich es erst mal mit einem sehr kleinen Beutetier:
im Falle, dass die Dione die Nahrung wieder auswürgen sollte (und das ist nach der ersten Fütterung natürlich meine vornehmliche Sorge), wären Anstrengung, damit verursachter Stress und Dehydration nicht so groß.

Dann dürfte ich erleben, dass dieses "scheue Kerlchen" ein durch und durch erfahrener Killer ist. Die Angriffsgeschwindigkeit war für mich mit einem Wort nur <beeindruckend>. Mit 2 Schlingen wurde die Maus im Griff gehalten, bis sie ihr Leben ausgehaucht hatte. Dann löste er die Umschlingung, brachte sich erneut in Position und in nur weniger als einer Minute war die Babymaus vollständig verzehrt. Jetzt denke ich, dass dies eigentlich nur ein kleiner Snack für meinen 1,0 war.

Die nächste Überraschung für mich kam gleich im Anschluss an den Fressvorgang.
Er verhielt sich - entgegen meiner Erwartung (und <persönlichen Verdauungserfahrung>!) - sehr aktiv, war viel unterwegs und es kam mir so vor, als wolle er gleich wieder ein paar angefressene Kalorien verbrennen, seine Spannung abbauen oder umherpirschen, um nach mehr Beute Ausschau zu halten...
Ich wäre hier nicht aufrichtig, würde ich leugnen, dass ich nach dieser halben Stunde sehr beeindruckt und begeistert war.
Jetzt ist langsam Ruhe im Terrarium eingekehrt...

Ich hoffe, ihr habt diese Zeilen mit Interesse und Vergnügen gelesen.
Einen <klassischen> Haltungsbericht im Sinne der Beobachtung eines Jahreszyklus kann ich als blutiger Anfänger natürlich hier nicht liefern.
Vielmehr soll mein Haltungsbericht eine Art Tagebuch-Charakter haben.

Ich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eure Anmerkungen, Erklärungen, Fragen Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu dem hier Gesagten mitteilt.

Wuppertal, 15. Juli 2005

Jürgen


Erste Häutung.... (21. - 25. Juli 2005)
Am Mittwoch, den 21.07. stelle ich fest, dass die Augen milchig getrübt sind. Die Haut glänzte nicht mehr so wie vorher.

milchige Augen - Beginn der Häutungsphase

Einen Tag später hat die Trübung deutlich zugenommen.

Am 23.07. sind die Augen wieder klar. Das Tier ist seit Beginn der Augentrübung sehr passiv, ruht überwiegend an einer Stelle und ist sehr störungsempfindlich. Heißt: wenn ich zu nah ans Terrarium komme,
verzieht er sich rasch in seinen umgedrehten Blumentopf.

Da ich Wassersprühen im Terrarium möglichst vermeiden möchte (schon um die Natursteinwand zu schonen), habe ich einen Keramiktopf ins Terrarium gestellt, der als 'wet spot' dient. Er enthält etwas Pinienrinde und Spagnum-Moos, dass ich feucht halte. Darüber habe ich einen umgedrehten Blumentopf gestülpt, damit 1,0 sich unbeobachtet fühlt. Der Topf mit dem Moos interessierte ihn im wahrsten Sinne des Wortes 'nur am Rande'.
Stattdessen zog er es vor sich im Zwischenraum zwischen Keramik- & Blumentopf aufzuhalten. Schlangen mögen halt enge Verstecke.

Heute am späten Nachmittag, als ich nach Hause kam, fand ich das komplett abgestreifte Natternhemd im Terrarium. 1,0 ist wieder bewegungshungrig.
Alles bestens!

das abgestreifte Natternhemd

Wuppertal, 25. Juli 2005

Jürgen


2. Fütterung (29. Juli 2005)
Am Freitag abend biete ich eine nestjunge Maus an.
1,0 liegt etwa einen halben Meter entfernt von der Maus entfernt oben in der Kletterwand.
Es dauert nur wenige Sekunden, bis er den kleinen Blumentopfuntersetzer,
den ich zusammen mit der Maus ins Terrarium gestellt habe, entdeckt.
Sogleich fixiert er seine Beute, wartet bis die Maus ihm den Rücken zugewandt hat und bewegt sich dann zügig zum Boden hinab in Richtung Untersetzer.
Dort am Rand lauert er einen kurzen Moment um dann zuzuschlagen.
Nachdem die Maus tot ist, zeigt sich 1,0 ziemlich 'verwirrt'.
Er kann den Kopf, der immer noch in der Umschlingung steckt, nicht entdecken und fängt an mit hektischen Kopfbewegungen danach zu suchen.
Als er keinen Erfolg hat, versucht er erst, die Maus beim Schwanzende zu verschlingen, bricht den Versuch dann aber alsbald ab.
Einen Moment später dann hat er den Kopf gefunden und beginnt zu schlingen.

milchige Augen - Beginn der Häutungsphase

Danach streift er wieder eine ganze Weile sehr schnell durchs Terrarium, bevor er sich dann einen Ruheplatz sucht.

Wuppertal, 30. Juli 2005

Jürgen

- Fortsetzung folgt -


24. Dezember 2005
Ein paar Häutungen weiter Am Freitag abend biete ich eine nestjunge Maus an.
1,0 liegt etwa einen halben Meter entfernt von der Maus entfernt oben in der Kletterwand.
Es dauert nur wenige Sekunden, bis er den kleinen Blumentopfuntersetzer,
den ich zusammen mit der Maus ins Terrarium gestellt habe, entdeckt.
Sogleich fixiert er seine Beute, wartet bis die Maus ihm den Rücken zugewandt hat und bewegt sich dann zügig zum Boden hinab in Richtung Untersetzer.
Dort am Rand lauert er einen kurzen Moment um dann zuzuschlagen.
Nachdem die Maus tot ist, zeigt sich 1,0 ziemlich 'verwirrt'.
Er kann den Kopf, der immer noch in der Umschlingung steckt, nicht entdecken und fängt an mit hektischen Kopfbewegungen danach zu suchen.
Als er keinen Erfolg hat, versucht er erst, die Maus beim Schwanzende zu verschlingen, bricht den Versuch dann aber alsbald ab.
Einen Moment später dann hat er den Kopf gefunden und beginnt zu schlingen.

milchige Augen - Beginn der Häutungsphase

Danach streift er wieder eine ganze Weile sehr schnell durchs Terrarium, bevor er sich dann einen Ruheplatz sucht.

Wuppertal, 30. Juli 2005

Jürgen

- Fortsetzung folgt -