Click for Khabarovsk, Russia Forecast
Namensgebung / Verbreitungsraum

Elaphe schrencki gehört zur Familie der Colubridae (eigentliche Nattern).
Der populäre Name lautet Amurnatter (engl.: Russian Ratsnake oder Amur Ratsnake), jedoch beschränkt sich das Verbreitungsgebiet dieser Art nicht ausschließlich auf die Region um den Fluss Amur.
Es erstreckt sich von der ostsibirischen Region Russlands über die Mongolei bis nach China (wahrscheinlich im gesamten Norden der Mandschurei, vgl. Schulz).
Auch soll sie auf der koreanischen Halbinsel vorkommen. In der südlichen Mandschurei wird sie durch Elaphe anomala (früher Elaphe schrencki anomala) abgelöst.

.........................................................................................................

Aussehen

Elaphe schrencki ist eine große kräftige Schlange, die ausgewachsen in der Regel ein Größe von 150 - 180 cm erreicht. Vereinzelt kommen Exemplare vor, die länger als 2 m werden. Genau wie Elaphe dione teilt Elaphe schrencki ihr Areal mit verschiedenen Grubenottern-Arten.
Junge Amurnattern weisen dieselbe Grundfärbung auf wie Agkistrodon blomhoffii brevicaudus
auf (Mimikry). Auch haben sie ein schwarzes, durch das Auge bis zu den Mundwinkeln laufendes Band.
Im Verlauf der Entwicklung verändern sich Färbung und Zeichnung jedoch gravierend.
Adulte Tiere der Nominatform, die am Amur und Ussuri vorkommen, sind dunkelbraun bis nachtschwarz gefärbt und weisen unregelmäßig geformte gelbliche Querbinden auf.
Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus kann bei dieser Art nicht festgestellt werden.

Verhalten

Elaphe schrencki ist wirklich eine außergewöhnliche Schlange.
Kann man doch mit Fug und Recht von den meisten der knapp 3000 rezenten Arten behaupten, sie seien Kontaktvermeider, so trifft dies für Elaphe schrencki überhaupt nicht zu.
Sie zeigt überhaupt keine Angst, ist im Gegenteil sehr <kontaktfreudig>. Meine Tiere kommen gern auf mich zu, wenn ich im Becken hantiere und interessieren sich sofort für neue Gegenstände, die ins Terrarium eingebracht werden (Thermometer, Terrarienschloss u. dgl.).
In einem Satz: Die Tiere sind die Ruhe selbst
.

Aktivität konnte ich zu den unterschiedlichsten Tageszeiten beobachten, wobei die Hauptaktivitätszeit in den frühen Abendstunden liegt. Verstecke suchen sie nicht allzu häufig auf. Ihre große Körperkraft und ihre stark gekielten Schuppen verleihen ihr ausgesprochen gute Kletterfähigkeiten. Als ich zum ersten Mal eine Amurnatter in den Hand hielt, schlang sie sich zweimal um meinen Oberarm. Es fühlte sich an, als trüge man ein Blutdruckmessgerät, das überhaupt nicht mehr aufhört die Manschette mit Luft aufzupumpen. Wenn Bruno Treu in seiner Abhandlung über die Elaphe schrencki davon berichtet, dass sie u.a. auch auf Bäume fliehen soll, so erscheint mir dies nachvollziehbar.

Besonders fällt auf, welch ungeheure Anziehungskraft Wasser auf die Tiere ausübt.
Als ich zum ersten Mal einen Teil des Terrariums mit lauwarmem Wasser aussprühte, verließen beide Tiere "wie von der Tarantel gestochen" ihre Ruheplätze und kamen auf den Wassersprüher zu. Ziemlich verblüfft sprühte ich weiter und konnte mir nicht verkneifen, sie direkt anzusprühen. Kein Zurückweichen, keine Drohgebärde, nichts. Anschließend streiften sie noch ca. eine halbe Stunde züngelnd durchs Terrrarium und wühlten auch im Bodengrund.
Einen Tag später habe ich eine Euro-Box (40 cm * 25 cm) ins Terrarium gestellt, die ich etwa knapp 10 cm tief mit Wasser gefüllt hatte. Umgehend nahmen beide ein ausgiebiges Bad.
Dabei beobachtete ich auch, wie sie tauchten. Ob sie in der Natur auch Fische jagen?

Elaphe schrencki gelten als recht unbeholfene Jäger. Ich konnte beobachten, dass die Tiere bisweilen recht zögerlich zu Werke gehen und mehrere Anläufe brauchen, bis sie sich erfolgreich herangepirscht haben und die Beute schlagen. Aus diesem Grund sollten gute Versteckplätze im Terrarium vorhanden sein, sodass die Tiere aus dem Hinterhalt angreifen können.
Bei unmittelbarer Konfrontation mit dem Beutetier ziehen sich die Schlangen eher wieder zurück.

Paarung / Nachwuchs

Die Paarung findet etwa Mitte April statt. Schulz vermutet dabei einen 2-jährigen Paarungsrhythmus, den Breu jedoch nicht bestätigen konnte. Im Terrarium können die Gelege eine Größe von 6 - 18 Eiern haben (vgl. Schulz, 1985, 1996 und Breu, 2000).

Artenschutz
Elaphe schrencki fällt nicht unter die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), muss daher bei den zuständigen Behörden auch nicht gemeldet werden.