Carl-Blum-Haus

Ev. Altenheim für DEN KIRCHENKREIS GUSSEW IN SADOROSCHJE

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Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Galater 6,4)

Propst Heye Osterwald

Die meisten werden sehr gezielt zu dieser Seite gekommen sein, aber vielleicht ist doch der eine oder die andere darunter, die nicht genau wissen, worum es bei dieser Homepage überhaupt geht.

Mein Name ist Heye Osterwald, ich bin 43 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Für Sie das wahrscheinlich Interessanteste ist aber wohl, dass ich Pfarrer an der Salzburger Kirche in Gussew, dem früheren Gumbinnen , war, und das sechs Jahre lang. Wobei Gussew nur der zentrale Sitz des Kirchenkreises aus zwölf weiteren Gemeinden ist, die von mir bzw. jetzt von meinem Nachfolger seelsorgerlich zu betreuen sind.

 

 

Soviel zu mir, doch nun zum eigentlichen Anliegen. Als ich meinen Dienst hier antrat, war mir sofort klar, dass es kein einfacher Dienst werden würde. Zu offenkundig war die Not in vielen Bereichen: die Wirtschaft lag und liegt danieder, die Landwirtschaft produziert nicht genug für die Ernährung der Bevölkerung, eine hohe Arbeitslosenquote, große Armut allenthalben.

Mit der Zeit schärfte sich aber mein Blick für die Verhältnisse, manches war auf einmal nicht mehr so schlimm, wie ich zunächst dachte, weil die Menschen hier gelernt hatten, mit dem Problem umzugehen. Manches zeigte sich mir aber als ein viel größeres Problem, als ich anfangs angenommen hatte. Zum letztgenannten Bereich gehört die Situation der körperlich Schwachen und der Gebrechlichen. Hier hat sich schon manches, auch unter Mitwirkung unserer Gemeinde, zum Besseren entwickelt, ich erinnere nur an die Diakoniestation im Haus Salzburg, direkt neben unserer Kirche, von der aus sechs Gemeindeglieder nunmehr 63 Menschen im Kirchenkreis Gussew häuslich pflegen. Oder an die Schulspeisung für bedürftige Kinder oder an die Behindertenfreizeiten im Haus Salzburg.

Aber mehr und mehr Sorge bereitete mir die Lebenssituation  der alten Menschen. Wenn die Sehkraft nachlässt oder die Beine nicht mehr so können, wie sie sollen, dann wird das Leben hier sehr, sehr schwer. Man kann dann nicht mehr im Garten arbeiten, um Vorräte für den Winter anzusammeln. Vorräte, die bei den äußerst niedrigen Renten dringendst für das Überleben gebraucht werden. Der miserable Straßen- und Wegezustand macht ein Einkaufen fast unmöglich, der Winter kann tödlich sein, und das ist wörtlich gemeint, wenn man sich aufgrund einer Behinderung fast gar nicht bewegen kann, aber in der Wohnung bleiben muss, auch wenn über Tage die Fernheizung ausgefallen ist.

In dieser Situation könnte ein Altenpflegeheim helfen, aber das gibt es in unserer Gegend nicht. Jedenfalls nicht ein Heim nach unserem Verständnis. Es gibt wohl Heime, in denen ältere Menschen untergebracht werden können, aber das ist eher Verwahrung in 6- bis 8-Bett-Zimmern als Pflege. Deshalb sind diese Heime nicht sehr beliebt, wer kann, zieht zu seiner Familie, wem diese Möglichkeit nicht gegeben ist, der versucht, so lange wie möglich alleine klar zu kommen, wenn die Umstände mit der Zeit auch unerträglich werden.

Sie werden verstehen, wie froh ich in Anbetracht dieser Sorgen war, als vor nunmehr rund einem Jahr drei Herren vom Rotary Club Walsrode/Niedersachsen auf mich zukamen und mir ihr Anliegen vortrugen. Sie waren auf der Suche nach einem Projekt, das Menschen hilft und an dem sie sich beteiligen konnten. Der Rest ist schnell erzählt. Ich sprach von meinen Sorgen und fragte, ob denn die Beteiligung beim Bau eines Altenpflegeheims ein für sie interessantes Projekt sein könnte. Die Herren sagten zu und so wurde aus einer Sorge ein Projekt.

Lange war ich auf der Suche nach einem geeigneten Objekt, das mit Spendenmitteln zu einem Altenpflegeheim umgebaut werden kann. Ein zunächst in Gussew favorisiertes Gebäude schied aus, der Bauzustand war zu schlecht. Dann wurde ich in Sadoroschje im Kreis Osjorsk, früher Darkehmen, fündig, Sie können sich selbst ein Bild vom Objekt machen, wenn Sie oben links den Balken "Ansichten" anklicken. Erste Gespräche mit der örtlichen Verwaltung haben stattgefunden und sind vielversprechend gelaufen.

In Deutschland hat sich Herr Horst-Peter Boltz, der schon beim Wiederaufbau der Salzburger Kirche und beim Bau des Diakoniezentrums mitgewirkt hat, bereit erklärt, als Koordinator mitzuarbeiten, der für alle Fragen und Überlegungen Ihr Ansprechpartner ist, wenn er nicht gerade vor Ort ist, um seine Erfahrungen in die Realisierung des Projekts einbringen zu können.

Denn über eines müssen wir uns im Klaren sein: ein Projekt  ist noch kein Heim. Dazu brauchen wir viel Hilfe, auch Ihre Hilfe. Was Sie tun können und wie, erfahren Sie, wenn Sie links oben auf den Balken "Anteilnahme" klicken.

Ihnen allen, die sich an unserem Projekt beteiligen möchten, sage ich schon jetzt herzliche Dank.

Besuchen Sie weiterhin unsere Homepage, hier werden Sie immer auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht. Oder, wenn Sie können, besuchen Sie uns in Gussew, wir feiern jeden Morgen um 9 Uhr Andacht, sonntags um 10 Uhr Gottesdienst, Sie sind herzlich willkommen.

Dort werden Sie mich nur noch ausnahmsweise antreffen, denn zum 01.09.202 habe ich mein neues Amt als Propst in Kaliningrad/Königsberg angetreten. Wenn ich jetzt auch nicht mehr unmittelbar vor Ort bin, die Sorge um die alten Menschen bleibt, ebenso mein Engagement für unser Projekt. Ich werde es mit meinen Mitteln und Möglichkeiten eben jetzt aus Kaliningrad/Königsberg voranbringen.

Herzliche Grüße

Ihr

Heye Osterwald

Pfarrer Ingo Rockmann Ein neues Gesicht, ein neuer Name, aber keine neue Richtung für das Altenheimprojekt, soviel gleich vorab. Mein Name ist Ingo Rockmann, seit dem 01. September 2002 bin ich Pfarrer an der Salzburger Kirche. Ich bin Jahrgang 1959, ledig und war zuvor 16 Jahre lang Pfarrer in der Lutherstadt Eisleben, deren Besuch ich Ihnen nur anempfehlen kann.

Meine Arbeit und meine Erfahrungen dort sind es auch, die mich bewogen haben, Ihnen gegenüber zu Beginn meiner Vorstellung eins deutlich zu machen: ich stehe zu dem Projekt meines Vorgängers und werde mit nach Kräften daran wirken, daß es einen erfolgreichen Abschluß haben wird. Denn zu Zeiten der DDR habe ich vor Ort gesehen, wie schlechte Altenarbeit in einem staatlichen Heim aussieht. Nach der Wende haben wir dieses Haus, es handelt sich um das Heilig-Geist-Stift in Eisleben, von der Stadt übernommen und führen es jetzt als christliches Haus in ökumenischer Trägerschaft, also mit unseren katholischen Schwestern und Brüdern gemeinsam. Gleiches gilt übrigens für die örtliche Diakoniesozialstation in Eisleben. Von daher bin ich wohl vertraut mit der Notwendigkeit einer engagierten Altenarbeit, getragen vom christlichen Menschenverständnis, das eben auch im Alter die Würde des Menschen kennt, es ist mir aber aus eigener Erfahrung ebenso klar, daß oftmals eine Gruppe, zumal eine kleine Gruppe, nicht alles alleine machen kann, sondern Partner suchen muß, so wie wir für unser Altenheimprojekt jetzt auch. Bleibt aus meiner Zeit in Eisleben jetzt nur noch zu berichten, daß wir dort beim ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag 2002 und beim ökumenischen Kreiskirchentag 2002 für das Projekt gesammelt haben.

Wenn der Dienst mich einmal nicht voll in Anspruch nahm, was in den letzten Jahren leider recht selten war, da ich in Eisleben mit der Renovierung von gleich vier Kirchen im Stadtgebiet zu tun hatte, bin ich meinen Hobbies nachgegangen: der Gartenarbeit und der Kommunalpolitik. Letzteres scheidet an meinem neuen Dienstort naturgemäß aus, aber ich hoffe, daß sich doch irgendwie die Gelegenheit ergibt, etwas mit Garten und Gartenarbeit zu tun zu haben.

Jetzt haben Sie einen ersten Eindruck von mir, ich hoffe, wir lernen uns einmal persönlich kennen, und lade Sie herzlich zu uns nach Gussew ein.

Ihr

 Ingo Rockmann