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Meine Fernrohrausrüstung besteht aus einer schweren Montierung und einer Selbstbaugabel. An dieser befindet sich ein 10 Zoll-Newton bei f=6 und einem kleinen Leitfernrohr 90mm bei f=11 Alleine das Fernrohr, welches zusammen mit seinen Anbauteilen 35 kg wiegt mußte jedesmal beim Aufbau aus der Garage geschleppt und auf die Gabel gehängt werden. Hinzu kam die Erweiterung auf eine Mel-Bartels-Steuerung bei der ich zusätzlich noch einen Computer aufbauen musste. Die Aufbauzeit betrug jedesmal ca. 30 Minuten. Schnell wuchs mein Verlangen nach einer festen Station ohne Aufbauzeiten. Im Internet schaute ich mir alle gängigen Schutzbauten an. Das Ergebnis war für mich meistens ernüchternd bzw. nicht realisierbar, da die Kosten zu hoch waren. Zufällig sah ich dann in einer Nachbargemeinde, vesteckt hinter Müllcontainern, etwas Kuppeliges, was sich bei näherem Betrachten als eine alte Radarstation von einem unbekannten Schiff herausstellte. Der Kuppeldurchmesser betrug 2 m. Kleiner durfte es nicht sein, war aber für meinen Zweck ausreichend, zumal ich für meinen Newton keine große Bauhöhe benötige, da ich ja auch weit genung zum Horizont hinunter muss. Nach langen Verzögerungen konnte ich am 01.07.2003 die Kuppel mit einem Autotrailer abholen. Nachdem wir alles abgeladen hatten, wurde die Kuppel zunächst von ihrem groben Schmutz gereinigt und ich setzte mich mit einigen Leuten zusammen, um uns über das weiter vorgehen zu unterhalten. Hierbei mußte ich einige Gedankengänge verwerfen. Es mussten mehrere Arbeitschritte abgesprochen werden: 1. Anfertigen eines Sockels. 2. Die Kuppel muss auf dem Unterteil drehbar gelagert werden, sollte sich aber beim nächsten Sturm nicht selbständig machen. 3. Die Kuppelöffnung muss ich ohne großen Aufwand öffnen oder schließen können. 4. Diebstahlsicherung 15.07.2003 Heute unterhielt ich mich mit meinen Nachbarn über mein Bauvorhaben. Ihre Blicke sprachen Bände und die Begeisterung darüber, direkt neben ihren übersichtlichen Garten eine Kuppel auf dem Garagendach in Südrichtung trohnen zu haben, blieb in Grenzen. Um den Frieden in der Nachbarschaft auf Dauer zu gewährleisten, entschloss ich mich mit einem großen Grad der Entäuschung, die Kuppel nun doch neben der Garage aufzubauen. Dies war leider nur mit einem erheblich höheren Aufwand zu gewährleisten. Auch war natürlich der Rundumblick getrübt. Daher muß ich im Herbst ein hartes Herz und eine scharfe Schere haben, um die Sichtbeeinträchtigung in Grenzen zu halten. 20.07.2003 1. Bauabschnitt Zunächst musste der Boden kreisförmig bis zu einer Tiefe von 80 cm ausgeschachtet werden. Da die Kuppel einen Außendurchmesser von 220 cm hat wurde die Schalung so konzepiert, dass eine Rundung von 240 cm entsteht. In der Mitte wurde eine Auflage für meine Montierung geschaffen. Ein großer Feldstein in den Maßen 40x50x100cm und einem Gewicht von ca. 80 kg wurde so plaziert, dass die Montierung genau hineinpasste. Der Stein wurde vorher in einen Betonsockel verankert. Meine Montierung ist vom Rahmen her auf 45 Grad geneigt. Da ich mich aber auf dem 54. Breitengrad befinde und ich nicht die beiden Stellschrauben vorne so weit herausdrehen möchte, wurde der Stein in einem Winkel von 10 Grad eingebaut. Man kann jetzt schon erkennen, dass diese Sternwarte aufgrund des großen Newton mit seiner massigen Montierung eine Minimallösung ist. Kleiner geht es wirklich nicht. Zunächst wollte ich das Unterteil der Kuppel mitnutzen. Da diese aber konisch zuläuft und am unteren Ende gerade mal einen Durchmesser von 170 cm aufweist entschloss ich mich, das Unterteil wegzulassen und ein massives Mauerwerk zu benutzen. Auch habe ich so die Möglichkeit, die Bauhöhe etwas nach oben zu schrauben. Insgesamt werde ich so auf einen Sockel von ca. 125 cm kommen, auf dem die Kuppel ruhen wird. Aufrund der örtlichen Gegebenheit werde ich niemals Objekte kleiner als -25 Grad Deklination beobachten können. Die Sonne im Winter ist somit gerade noch möglich. 13.08.2003 2. Bauabschnitt Endlich geht es weiter. Nachdem ich mir auf einer Baustellen ca. 200 2DF-Vollsteine gekauft hatte, mußte der Ring, auf dem die Kuppel ruht, hochgemauert werden. Dies war schwerer als ich dachte. Es sollte ja alles gerade werden, um auch vor dem prüfenden Augen von einigen Sternfreunden bestehen zu können. Zunächst wurde nur bis zu einer Höhe von 110cm gemauert. Auf der Oberkannte sollen noch die Laufräder befestigt werden. Diese haben eine Bauhöhe von noch einmal 10 cm. Damit mein Fernrohr auch noch über die Kante schauen kann, um die - 25 Grad Deklination zu erreichen darf ich bei meinem Newtonsystem nicht zu hoch kommen. Anderes wäre es bei einem Refraktor, der mit seiner Säule und dem Okularauszug am anderen Ende ein völlig anderes Einblickverhalten hat. Nachdem ich noch überraschender Weise einen Richtkranz für mein Bauwerk bekommen hatten - für die Größe angemessen- war die grobe Arbeit beendet. 19.08.2003 3. Bauabschnitt Nun habe ich es endlich geschafft. Die Kuppel wurde auf den Sockel gehoben. Vorher war aber noch einiges an Schweißarbeiten zu erledigen. Am unterem Ende der Kuppel mußte irgendwie der Eisenring mit einem Durchmesser von 190 cm befestigt werden. Durch Zufall habe ich auf der Baustelle, wo ich meine Steine herbekommen habe, ein Erdungsband gesehen. Da der Bauherr keine Verwendung mehr dafür hatte, nutzte ich dieses Band, um die Kuppel am unterm Ende zu versteifen. Dazu wurde eine Länge außen und eine Länge innen hineingelegt. Diese wurden dann mit Nieten aus Niro durch das Fiberglas hindurch vernietet. Bombenfest. An dem inneren Band wurde dann Winkel angeschweißt, an dem das Rundeisen befestigt wurde. Nun muss ja noch die Kuppel beweglich sein. Hierzu nutzte ich 7 Rollen mit einem Durchmesser von 10 cm. ( Leider aus Hartplastik) Nach anfänglichen Schwierigkeiten rollt die Kuppel einigermaßen leichtgängig. Eine Dauerlösung wird dies aber nicht sein, da ich mich bei der Belastung der Rollen verchätzt habe. Sollte ich kleinere Rollen aus Metall finden, werde ich diese gegen die Plastikreifen austauschen. Jetzt reicht die Funktionalität erst einmal aus, da es noch mehr zu tun gibt. Die Kuppelöffnung muß vergrößert und mit einem Schließmechanismus versehen werden. Von Außen muß zwischen der Kuppel und dem Mauerwerk eine Blende angebracht werden, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Auch wird die Optik verbessewrt, da z.Zt die Kontruktion sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Wenn man mich in der Kuppel sieht glaubt man kaum, dass dort noch Platz für meinen Newton ist. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen. 08.09.2003 Endlich konnte ich die Blenden anbringen. Diese bestehen aus 1,5mm Aluminiumblech und sind 500mm hoch. Zwischen dem Kuppeldach und der Aluminiumplatte wurde Silikon verspritzt um eine ausreichende Dichtigkeit zu gewährleisten. Z. Zt wird der Kuppelspalt nur mit einer Plane abgedeckt, da das Fernrohr schon in der Kuppel steht. Ich konnte aufgrund der Marsopposition nicht länger warten. 12.11.2003 Eine stören Straßenlaterne wurde in einem Sektor von mir durch eine schwarze Folie beklebt. Die eigentliche Aufgabe, eine Straße zu beleuchten, wurde durch meine Maßnahme nicht eingeschränkt. Weiteres folgt: |









