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Sommertour 2014 - Nach Weding bei Flensburg

Für meinen letzten Tourtag sagte der Wetterbericht unbeständiges Schauerwetter voraus. Obwohl, der Blick zum Himmel am Morgen war ganz verheißungsvoll. Es war ja auch egal, ich musste los, ich wollte nach Hause.

Meine Kleidung hatte ich aber auf Sommer eingestellt gelassen. Das war auch gut so. Bis um 16 Uhr, da hatte ich gerade den Nord-Ostseekanal überquert, war es sonnig und heiß. Die paar Wolken, die mich begleiteten, waren wirklich nicht der Rede wert. Nur der Wind wurde immer stärker. Eine kräftige Brise fegte von der Nordsee über das Land.

Ich drehte noch eine größere Runde im Weserbergland. Einmal wollte ich noch die Mittelgebirgskurven genießen, ehe ich bei Rinteln die Weser überquerte. Ein wenig später hatte ich das Städtegemisch Minden usw. umfahren und rollte in der Norddeutschen Tiefebene nach Norden. Mit dem Scarven war es vorbei. Immer wieder wechselte ich den Straßentyp damit es nicht zu langweilig wurde. Von kleinsten, einspurigen Nebenstraßen bis zu schnellen Bundesstraßen war alles dabei.

Zwei Mal folgte ich einer ausgeschilderten Umleitung. Eine davon schickte mich für ca. 1,5 Kilometer auf einen nicht asphaltierten Feldweg durch die Wald- und Buschlandschaft. Ausweichen bei Gegenverkehr war nicht möglich. Nicht das Navi hatte die Umleitungsstrecke vorgeschlagen, sondern die Umleitungsschilder wiesen mir den Weg. Aber mein Navi wollte genau den gleichen Weg nehmen.

Gegen 13:30 Uhr erreichte ich die Elbe. Die Fähre brachte mich von Wischhafen nach Glückstadt in Schleswig-Holstein. Auf meinem weiteren Weg längs der Stör fiel mein Blick auf den Tageskilometerzähler, den ich immer als Zähler zum Tanken benutze. Ich hatte bereits die 300 Kilometermarke überschritten, aber die Reservelampe leuchtete noch nicht. Jeden Augenblick war damit zu rechnen. Bei einer günstigen Gelegenheit hielt ich an und fragte mein Navi, wie weit es bis zur nächsten Tankstelle auf meiner Route wäre. Laut Navi sollten es über 74 Kilometer sein. In der Nähe wären aber andere Tankstellen. Also verließ ich meine Route und ließ mich zu einer Tankstelle am Rand von Itzehoe navigieren ehe ich meine Tour fortsetzte.

Da es im Südwesten von Schleswig-Holstein viel flaches Land und wenige Motorradstrecken gibt, hatte ich meine Tour so gewählt, dass ich die Kurvenstrecken alle auf meiner Tour hatte. Meist fuhr ich im Kreis Steinburg und Dithmarschen auf schmalen Landstraßen zwischen Kuhweiden hin und her. Da gibt es viele Kühe, Pferde und vereinzelt Schafe, aber keine Tankstellen.

So erreichte ich kurz vor vier Uhr bei Breiholz die Fähre über den Nord-Ostseekanal. Ein wenig später änderte sich alles. Aus der steifen Brise wurde ein stark böiger Sturm aus Richtung Nordsee. Der Himmel bekam viele schwarze Flecken. Es blitze und donnerte heftig gleich danach. Lokale Sommergewitter wollten mir den Weg nach Hause versperren. Da gab es nur eine taktische Antwort darauf: Auf schnellstem Weg nach Hause! Ich schmiss die Tour aus dem Navi und gab als Ziel die Heimatadresse ein. Los ging's auf schnellstem Weg. Ich hatte 40 Kilometer vor mir. Der Himmel wurde immer dunkler, die Straßen zuerst nass, dann klatschnass. Von den wenigen Autos vor mir schossen links und rechts immer wieder Wasserfontänen an die Seiten, wenn sie durch große Pfützen fuhren. Ich fuhr Slalom zwischen den großen Pfützen auf der Fahrbahn und am Straßenrand. Dann zerplatzen die ersten Regentropfen auf meinem Visier. Ich hielt schnell an und schlüpfte in meine Regenjacke. Bei der Motorradjacke waren ja noch alle Lüftungsklappen offen. Vom großen Starkregen wurde ich aber verschont. Ich streifte die Gewitterfront wohl nur mehr so am Rande. Ich war wohl etwas zu spät dran für die kräftige Dusche unter freiem Himmel. So erreichte ich noch einigermaßen wohlbehalten die heimische Garage. In den Verkehrsnachrichten hörte ich dann, man solle doch Flensburgs Innenstadt am Hafen umfahren, sie wäre überflutet.

Es war eine leicht verkürzte Sommertour 2014. Vor allem der Aufenthalt bei meinen Geschwistern in Pyhra war stark verkürzt und ich war ein bis zwei Tage weniger mit dem Motorrad unterwegs als in all den Jahren zuvor. Aus privaten Gründen wollte ich nicht so lange von zu Hause wegbleiben. So kamen diesmal nur rund 4.000 Kilometer zusammen statt der gewohnten 5.000. Trotzdem war es eine sehr schöne Sommertour. Auch wenn das Wetter nicht immer wunschgemäß trocken war. Aber so schlimm war der Regen auch nicht. Alles was ich nicht ändern kann nehme ich recht gelassen hin und stelle mich darauf ein. Zumal die Sicht trotz des Regens ganz gut war. Schlimm ist, wenn zum Regen auf dem Visier auch noch Nebel oder dichte Wolken direkt vor dem Visier kommen. Das war aber diesmal nicht der Fall. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Sommertour 2015.

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