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Sommertour 2014 - Nach Neuhäusl im Westerwald

Der Wettergott versuchte am Vortag mir die gute Motorradtour-Urlaubslaune mit vielen Regenschauern zu verderben. Das gelang ihm nicht. An diesem Tag versuchte er es mit viel Sonne und Hitze. Von 10 Uhr bis 19:30 Uhr zeigte das Thermometer 30°C an. Es gelang ihm nicht, ich hatte gewonnen.

Bis 10 Uhr war ich ganz froh, dass es noch nicht so heiß war. Obersulm ist dicht bei Heilbronn, im Norden davon schließt Neckarsulm an. Ich musste da dran vorbei auf meinem Weg in den Norden, in den Odenwald. Ich schwamm locker im Frühverkehr mit, der etwas zäh rollte. Bis es doch auf einmal nicht voran ging. Schnell bildete sich eine lange Schlange bis zum Horizont, die nur ganz langsam vorwärts schlich. Ich begann die Autofahrer zu bedauern, die jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit bei NSU in Neckarsulm hier stehen mussten. Endlich kamen wir am Grund des Staus vorbei. Wir sahen ein Polizeiauto mit Blaulicht, dass eine Unfallstelle absicherte. Die aktuelle Verkehrsverstopfung war wohl doch nicht alltäglich, hoffte ich.

Es wurde immer wärmer, dafür wurden die Kurven immer schöner. Die vielen prächtigen Kurven im Odenwald und Spessart laden so richtig zum rhythmischen Schwingen ein. So muss ein Motorradtag sein, genauso. Der Hitze begegnete ich taktisch. Pausen machte ich nur in den Tankstellenshops. Die sind wegen der vielen Schokolade alle klimatisiert. Den Helm platzierte ich nach Möglichkeit im Kühlregal, aus dem ich mir eine Flasche Eistee gönnte. Die Handschuhe landeten zwischen Nogger und Cornetto in der Eistruhe. Die Bedienungen hatten alle Verständnis dafür. Das hielt fast immer eine Weile vor auf meinem weiteren Weg. Nur einmal war gleich nach der Tankstellenausfahrt eine rote Ampel. 100 Meter weiter kam die nächste rote Ampel. Dann stand ich noch an einer roten Baustellenampel, ehe ich am Ortsausgang Gas geben konnte, um den Fahrtwind auf mich wirken lassen zu können. Bis dahin war es schon wieder heiß geworden unterm Helm.

Im Spessart fuhr ich nach Norden bis in die Nähe von Frankfurt am Main. Ich hatte mir überlegt, wenn ich in dichten Verkehr kommen sollte im Ballungsraum Frankfurt, Offenbach, Aschaffenburg usw. könnte ich einige Zwischenziele bis Bad Homburg im Navi löschen und die schnellste Strecke im Navi wählen. Das Navi würde mich dann über die Autobahnen lotsen, da hätte ich genug Fahrtwind zur Kühlung. Gott sei Dank kam ich nicht in dichten Verkehr. Östlich von Frankfurt und Aschaffenburg scarvte ich durch den hessischen Spessart, schwenkte dann, nachdem ich an Frankfurt vorbei war, nach Westen, sodass ich ab Oberursel den Taunus unter die Räder nehmen konnte.

Es begann gleich mit dem großen Feldberg. Wieder musste ich diese Rumpelschwellen zur Kenntnis nehmen. Wobei es sehr ratsam ist die folgenden Kurven langsam zu nehmen. Während ich an den Schwellen für ein Foto hielt kam ein PKW mit einem kleinen Hänger den Berg herunter. Er fuhr wirklich ganz langsam über die Schwellen, aber der Hänger machte jedes Mal einen kleinen Sprung und es krachte richtig laut auf der Ladefläche. Der Fahrer und die Anwohner werden sich bedanken bei uns Motorradfahrern. Hoffentlich scheren sie nicht alle über einen Kamm.

Nachdem ich die herrlich angelegten Kurven des Taunus hinter mir hatte luden mich die Straßen im Lahntal zum Schwingen ein. Ich machte auch noch einen schönen Abstecher nach Montabaur im Westerwald. Diese ca. 30 Kilometer möchte ich von den 1000 Kurven des Tages im Odenwald, Spessart, Taunus und Lahntal herausheben, so ein Grinsen zauberten sie in mein Gesicht.
Der letzte Akt des Tages war dann kultureller Art. Auf meinem Weg lag das UNESCO-Weltkulturerbe Limes bei Arzbach im westerwälder Teil des Naturparks Nassau. Also, es lag fast auf dem Weg. Vom Parkplatz musste ich eine gute Viertelstunde im Wald steil berghoch wandern ehe ich die nachgebauten Stücke der römisch - germanischen Grenze zu Gesicht bekam. Vor mir stand ein Stück Palisadenzaun am Wegesrand und ein Stück weiter ein hölzerner Turm mit einigen modernen Antennen auf dem Dach. Wenn die UNESCO meint, dass das ein Weltkulturerbe ist, ich war jedenfalls enttäuscht.

Um 18:30 Uhr machte ich vor dem Thüringer Hof in Neuhäusl den Motor aus und ließ die Maschine auf den Seitenständer sinken. Hinter mir lag wieder ein herrlicher Tag. Mein Scarver und ich in Regionen, in denen sich Kurve an Kurve reiht. Da leuchten die Augen den ganzen Tag.

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Sommertour 2014 - Nach Langenholzhausen im Weserbergland

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