Allgemein(heiten)

Mit Harz IV wurden jede Menge Unverschämtheiten möglich.

Politiker brüsten sich, weil sie Arbeitsplätze geschaffen haben. Die Frage ist nur: Was schafft jemand, der Arbeitsplätze schafft? - NICHTS!!

Nur wer Arbeitsplätze UND Kaufkraft schafft. Der schafft was und bringt die Wirtschaft weiter. Ein Arbeitsplatz an sich ist nur dann etwas wert, wenn der Arbeitnehmer davon sein Leben EIGENSTÄNDIG finanzieren kann. Bei vielen der neuen Arbeitsplätze ist dies offensichtlich nicht so. Und genau das bringt der Wirtschaft mehr Schaden als Nutzen.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine grosse Kommune bekommt eine freudige Mitteilung: Ein grosser Dienstleister möchte ein Bürogebäude mieten und Arbeitsplätze schaffen. 600 sollen es werden. Das verspricht der Dienstleister.

Die Kommune ist interessiert und erlässt der Firma sogar teilweise die Gewerbesteuer. Man denkt, der Laden bringt Arbeitsplätze und Kaufkraft für die Gegend. Na ja. Das ist ja fast richtig gedacht. Aber eben nur fast.

Der neue "Arbeitgeber" möchte hier Geld verdienen. Und zwar auf dem Rücken der Stadt. Er stellt fleissig Arbeitnehmer ein, die über 40 Stunden arbeiten müssen und dafür ein unverschämtes Gehalt in Höhe von 1.100 Euro brutto erhalten, was die Stadt noch bitter bereuen wird.

Harz IV macht so etwas erst möglich. Denn wer diese "Leistung" erhält, muss eine angebotene Stelle annehmen. Und genau das wird von heutigen Arbeitgebern schamlos ausgenutzt.

Die Arbeitnehmer bekommen bei dieser Vorgehensweise einen lächerlichen Betrag ausgezahlt. Und nun kommt wieder die Kommune ins Spiel:

Da diese Arbeitnehmer sich die Miete der Wohnung nicht leisten können, holen sie sich einen Teil dieser Miete von unseren Steuergeldern von Amt ab. Das ist nicht der einzige Schaden, der an der Gesellschaft entsteht.

Wenn diese Praxis so weiter geht, nimmt der Anteil dieser Geringverdiener zu. Da diese Arbeitnehmer nicht mehr genug Geld haben, welches sie unter die Leute bringen könnten, müssen auch andere Arbeitgeber und Steuerzahler der Kommune (z.B. Einzelhändler) billig einstellen oder aufgeben. Letzteres ist in unseren Städten deutlich zu sehen.

Ein Billigladen reiht sich an den anderen. Kaufhausketten melden Insolvenz an und entlassen ihre Mitarbeiter in diesen Arbeitsmarkt, der nicht mehr viel zu bieten hat in Zeiten wie diesen.

Politiker und Manager sind relativ schmerzfrei. Die Kommentare, die man zu hören bekommt, lassen deren Ignoranz durchschimmern. So wird auf die Krise der Automobilindustrie mit folgenden Worten reagiert: "Die Leute sind skeptisch und halten ihr Geld zurück."

Was für ein Unsinn! Man sollte eher sagen: "Die Leute haben für so etwas kein Geld mehr." Das wäre ein ehrlicherer Kommentar.

Und bald ist wieder Bundestagswahl. Wetten, dass wieder der ein oder andere folgenden Witz erzählt:

"Ich habe Arbeitsplätze geschaffen!"

 

Glückauf!!