Fachärztliche Beratung:

Das Erstgespräch dient der beiderseitigen Information. Nach Diagnosestellung bemühe ich mich noch im gleichen Erstgespräch eine Behandlungsempfehlung zu geben. In Einzelfällen ist dies erst in einem zweiten Gesprächstermin möglich. Die Empfehlung des Behandlungsverfahrens ist die Einschätzung, die besonders viel Erfahrung der Therapeutin erfordert. Sie hängt von der aktuellen, individuellen Lebenssituation des Kranken ab. Das erklärt, warum z.B. Depressionen mal medikamentös, mal mit eher „stützenden“ Therapie- verfahren und nur manchmal mit psychoanalytischen Methoden behandelt werden.

Als Patient/in kann es manchmal sinnvoll sein, ein derartiges Vorgespräch mit mehreren Therapeuten zu führen, um mit ausreichendem Vertrauen einer Behandlungsempfehlung zuzustimmen und eine Therapie beginnen zu können. Das Vorhandensein eines freien Therapieplatzes ist nicht ausreichend für diese Entscheidung. Da die persönlichen Voraussetzungen und auch Erwartungen des Patienten/der Patientin bei analytischen Psychotherapieverfahren so wichtig für das Therapieergebnis sind, bietet das Vorgespräch auch Gelegenheit alle aufkommenden oder bestehenden Fragen/Befürchtungen oder Bedenken zu klären (evtl. auch in weiteren sog. „Probesitzungen“). Ein häufiges Vorurteil ist z.B., dass durch „sich mal alles von der Seele reden“ Krankheitssymptome dann wieder verschwinden. Wichtig ist (neben Faktoren der äußeren Lebenssituation) ein sich aus der aktuellen Situation ergebender Wunsch nach Veränderung. Ein Therapeut/Therapeutin kann dann in der gemeinsamen (oft monatelangen, manchmal 1-2 Jahre langen) Arbeit mit entwickeln helfen, auf welche Weise und mit welchen Mitteln diese Veränderung stattfinden kann. Vor Beginn einer Behandlung müssen die Ziele einer Behandlung möglichst genau festgelegt werden. Damit wird gewährleistet, dass in der gemeinsamen Arbeit das gleiche Ziel angestrebt wird. Der Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung wird daran gemessen. Die Beschwerden verschwinden oder lindern sich dann in der Regel, wenn diese Veränderung tatsächlich beginnt oder in Schritten erfolgt.

Es kann in dem ersten Vorgespräch sein, dass ein anderes Therapieverfahren als Erfolg versprechender eingeschätzt und mitgeteilt wird (z.B. Verhaltenstherapie, analytische Gruppentherapie, stationäre Psychotherapie, traumaspezifische Therapie, Selbsthilfegruppen, Autogenes Training, alleinige medikamentöse Therapie, Entzugs- oder Entwöhnungs- behandlung, psychiatrische Gespräche, Körper- oder Gestaltungstherapie). Gelegentlich ist auch eine kurze Beratung in einer Lebenskrise ausreichend, und keine weitere Therapie erforderlich. In diesen Fällen wird kein Angebot für ein analytisches Psychotherapieverfahren von mir gemacht, da eine ungeeignete Therapieform die bestehende schwierige Lebens- situation des Hilfesuchenden nur weiter erschweren würde. Oft kann ich noch weitere Anregungen zur Therapeutensuche geben.

Sollte ich jedoch ausreichend Erfolgschancen für eine analytische oder tiefenpsychologisch-fundierte Therapie sehen, und einen entsprechenden Therapieplatz in angemessener Zeit frei haben, so biete ich weitere Termine zu einer Einleitung einer Psychotherapie an (s. Psychotherapiebeginn). Patientin oder Patient können darüber in Ruhe nachdenken, ob sie das Angebot annehmen wollen. In den weiteren Sitzungen ist dann ausreichend Raum zum Beantworten von Fragen bzw. der Besprechung von Zweifeln. 

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