Hexenhaus
Es liegt in der weiblichen Natur, sich
mit den Elementen und Schwingungen in der Welt und in sich selbst
zu verbinden, um neues Leben hervorzubringen, zu schützen,
zu nähren und zu erhalten. Diese Fähigkeit wurde Frauen
zunehmend zum Verhängnis, als sie nicht mehr zum unmittelbaren
Überleben gebraucht wurde. Die besondere Fähigkeit des
Weiblichen, mit der Natur zu kommunizieren und mittels psychischer
Kraft Veränderungen herbei zu führen, wurde im Laufe
der Geschichte als überlebenswichtig vergessen und, auch
von den Frauen selbst immer weniger verstanden. Besonders in Europa
wurden die einst geschätzten weiblichen Fähigkeiten,
mit der Natur zu kommunizieren, zunehmend dämonisiert und
als 'mit dem Teufel im Bunde' verunglimpft und zum Vorwand benutzt,
Millionen insbesondere weibliche Wesen mittels der Inquisition
zum Sündenbock zu machen und auszurotten. Dann, vor etwa
350 Jahren, noch zur Zeit der Inquisition, kam von Spinoza der
bahnbrechende Gedanke, der das Zeitalter der Aufklärung einläuten
sollte, dass die Welt nicht von einem abstrakten Gott erschaffen
wurde, dem man Gehorsam schulde, sondern, dass die Natur sich
selbst erschaffen habe und dass Vernunft der Leitgedanke des Lebens
sein solle, da der Mensch selbst die Quelle von Gut und Böse
sei. Nun erst, mit der Aufklärung, fand dieses
ca. 500 Jahre andauernde Morden in Europa ein Ende. Das ist gerade
einmal 200 Jahre her!
Seither und mit entfesselter Vernunft, fand eine rasante technische
Entwicklung statt. Und dank der Tatsache, dass sich, zusammen
mit dem technischen Fortschritt, eine aufgeklärte Wissenskultur
etabliert hat, ist man wieder in der Lage, die menschliche Natur
zu entmystifizieren und sowohl religiösen als auch ideologischen
Wahn in seine Schranken zu verweisen.
In Überlieferung, Literatur und Kunst finden sich Zeugnisse
vom zum Teil erfolgreichen Umgang mit diversen psychischen Zuständen,
in die der Mensch geraten kann, wenn es darum geht, 'böse'
Ereignisse abzuwehren, um sein Leben zu gestalten. Wie das aussehen
kann - hier
ein Beispiel.
Jedoch kennzeichnet den modernen Menschen heute im Allgemeinen
mangelnde Seelenstärke angesichts von Widrigkeiten im Leben,
sodass bereits Anfang letzten Jahrhunderts eine 'merkwürdige
Sehnsucht' um sich griff, von der Meyrink wie folgt berichtet:
"Es wäre
ein großer Irrtum, anzunehmen, die heutige Bewegung des
Okkultismus sei lediglich eine Modeströmung, etwa wie der
'Bubikopf', nein: ein sehr breiter Strom ist die seltsame Sehnsucht
geworden, die heute viele Millionen von Menschen ergriffen hat;
eine Sehnsucht freilich, die mit dem Bibelwort 'Mein Reich ist
nicht von dieser Welt' (Johannesevangelium 18,36) nichts zu tun
hat, richtet sie sich doch darauf, mit den Toten zu verkehren,
magische Kräfte zu erwerben, hellsehend zu werden, um zu
erfahren, was bisher hinter Schleiern von Geheimnissen lag, die
Schrecken des Leidens auf Erden und den Tod zu überwinden,
kurz: das Reich der Fülle sich zu eigen zu machen."
Es ist die Sehnsucht nach den abhanden gekommenen Fähigkeiten
mit der Natur zu kommunizieren, für die Frauen, lange vor
unserer Zeit, einstmals verehrt wurden. Eine Fähigkeit, die
große seelische Kraft voraussetzt und den eigenen Körper
mit einbezieht.
Mit dieser Sehnsucht lässt sich heute viel Geld verdienen.
Der Boom von z.B. 'Harry Potter' beweist es.
Eine Ahnung von solch seelischer Kraft vermittelt auch der bekannte,
im 20. Jahrhundert publizierte, Roman von M. Bulgakov "Der
Meister und Margarita". Bulgakov thematisiert in diesem Roman
den Widerspruch zwischen Determinismus und Voluntarismus in der
Sowjetunion der Stalinzeit. Seine Lösung des Problems: das
Okkulte! Der 'Teufel' holt die Technokraten! Denn die Moral von
der Geschichte heißt hier: wer es schafft, seine Angst zu
überwinden und somit seine Schmerzen in Entspannung zu verwandeln
(wie Margarita), der trägt dazu bei, dass in die Welt seiner
Widersacher aus dem Unbegrenzten (dem Verborgenen!) das Chaos
hereinbricht.
Die Gestalten (Geister), die das Chaos bei Margaritas Widersacher
erzeugen, sind aus einem Paralleluniversum, dem Jenseits oder
aus der Unterwelt ins Diesseits gewechselt, um Margarita zuhilfe
zu eilen. Sie wurden herbeigerufen durch Margaritas Seelenstärke
(ihr 'reines Herz') angesichts der Widrigkeiten in ihrem Leben.
- Jeder von uns kann seine Seele stärken und Geister aus
dem Unbegrenzten zur Lösung seiner Probleme einsetzen. Wie
das geht, lesen wir in dem Buch von Shakti Morgane:
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