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29 May, 2001 8:45
Tipps
und Tricks
zu
alltäglichen Problemen von Aquarianern
Für
viele mögen diese Tipps längst "alte Hüte"
sein, aber es gibt eben nicht nur "alte Hasen" unter
uns, sondern auch Anfänger, bzw. Umsteiger vom unproblematischen
Gesellschftsaquarium zum anspruchsvollen Pflanzenbecken. Für
all diejenigen ist dieser Abschnitt gedacht, schließlich
muß das Rad ja nicht ständig neu erfunden werden
- und kleine Tipps können oft Großes bewirken,
bzw. Schlimmes vermeiden helfen.
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Übersicht
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©
copyright Christian Ebert 2001
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| Neu
gekaufte Fische einsetzen |
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Problem:
Viele
Fische reagieren sehr empfindlich auf plötzliche
Änderungen Ihres Lebensraumes - dem Wasser. Welcher
Aquarianer hat nicht schon erlebt, daß neue Fische
nach dem Umsetzen Erstickungserscheinungen zeigten und
purzelnd durchs Becken schwammen. Nicht selten mit dem
Ergebnis, daß sie die Prozedur nicht überlebten.
Zwar ist die "Beutelmethode" bereits ein erster
Schritt in die richtige Richtung, nämlich die Neulinge
langsam an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen,
aber gerade heiklere Pfleglinge bedürfen anderer
Wege. Außerdem werden über das Wasser vom
Händler häufig Krankheitserreger, Schnecken,
oder auch Algen ins Aquarium eingeschleppt.
Lösung:
Die
neuen Fische sollten zunächst mit ihrem Beutelinhalt
in einen kleinen Eimer gelassen werden, sofern nicht
genug Wasser in der Tüte ist, sollte entweder ein
kleineres Gefäß gewählt werden, oder
etwas Aquarienwasser vorsichtig zugegeben werden. In
Zeitabständen von jeweils 10-15 min. sollte dann
über einen dünnen Luftschlauch Wasser aus
dem Aquarium in den Eimer zugeführt werden. Bei
heikleren Pfleglingen kann diese Prozedur auch bis zu
5 Stunden andauern. In dieser Zeit sollte der Eimer
abgedunkelt werden, um die Fische vor zusätzlicher
Stressbelastung zu verschonen. Je kleiner die zugeführte
Wassermenge je Intervall ist, desto schonender ist es
für die neuen Fische. Sobald die zugeführte
Wassermenge erheblich höher ist, als das Ursprungswasser
aus dem Transportbeutel, können die Fische mit
einem Netz aus dem Eimer gefangen und ins neue Aquarium
umgesetzt werden.
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| Gefrorenes
Futter verfüttern: |
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Problem:
Die
Ursache für verstärktes Algenwachstum, stark
ansteigende Nitratwerte und sonstige Wasserverschmutzung,
sind sehr häufig Schadstoffe in Frostfutter. Besonders
"gefährlich" sind hier Tubifex Rohrwürmer
und rote Mückenlarven.
Lösung:
Gefrorenes
Futter sollte vorher in einem kleinen Gefäß
in lauwarmem Wasser aufgetaut werden. Hierzu gebe ich
die gewünschte Frostfuttermenge in ein kleines
Aquariennetz und hänge dieses in ein Glas bis das
Futter aufgetaut ist. Dann wird das Futter noch einmal
unter fließendem Wasser aus dem Wasserhahn durchgespült
und erst dann in kleinen Portionen mit dem Netz ins
Aquarium gegeben.
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| Pflanzen
im Aquarienboden halten: |
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Problem:
Jegliche
Form von Metallgegenständen hat im Aquarium nichts
verloren, sondern ist schädlich. Bei neugekauften
Wasserpflanzen sollte deshalb unbedingt vor dem Einsetzen
das Pflanzenblei entfernt werden. Oft kommt es aber
vor, daß die Pflanzen dann nicht genug Halt im
Aquarienboden haben und wieder an die Wasseroberfläche
aufsteigen.
Lösung:
Das
Pflanzenblei kann einfach durch einen handelsüblichen
Kabelbinder aus dem Baumarkt ersetzt werden. Dies hält
die Pflanzen bis zum Heranwachsen der Wurzeln fest im
Boden und ist absolut unschädlich.
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| Leitungswasser
beim Wasserwechsel: |
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Problem:
Hoher
Kupfergehalt im Aquarienwasser kann durch gelöstes
Kupfer aus Wasserleitungen herrühren.
Lösung:
Kein
warmes, sondern kaltes Wasser langsam ins Aquarium einfüllen.
Ein Temperaturabfall von 1-3 Grad schadet den Fischen
nicht. Im Gegenteil viele Arten mögen das sogar
gerne, und schwimmen in den kühlen Wasserstrahl.
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| Leitungswasser
beim Wasserwechsel (2): |
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Problem:
Häufig
Chloren die Wasserwerke das Leitungswasser zur Bekämpfung
von Bakterien. Diese Chlormengen sind zwar für
den Menschen unschädlich, für unsere Aquarienbewohner
stellen solche (gesetzlich noch zulässigen) Konzentrationen
eine erheblich größere Belastung dar.
Lösung:
Das
Wasser beim Einfüllen in den Eimer, oder ins Aquarium
über eine Duschbrause zuführen. Hierdurch
wird das Chlor ausgetrieben und landet nicht im Aquarium.
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| PH-Wert-Senkung
durch CO2-Zufuhr: |
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Problem:
CO2-Anlagen
sind heute nicht mehr dem Profi-Aquarianer vorbehalten,
sondern zählen schon (fast) zur Standard-Ausrüstung
des Hobby-Aquarianers. CO2-Anlagen versorgen die Pflanzen
mir dem "Hauptnährstoff" Kohlendioxid.
Ein günstiger Nebeneffekt ist dabei, daß
der PH-Wert sinkt und somit das oft zu "harte"
Wasser den Ansprüchen der Beckenbewohner angepaßt
werden kann. Vergiftungserscheinungen können die
Folge sein und die Gasflaschen müssen viel zu oft
wiederbefüllt werden.
Lösung:
Das
Aquarienwasser sollte über eine CO2-Düngeanlage
lediglich "feinjustiert" werden. Eine PH-Reduzierung
von 8 uaf PH 7 ist zwar technisch möglich, führt
aber zu einem starken CO2-Überangebot im Wasser
und evtl. sogar zur Vergiftung der Fische. Das Frischwasser
sollte also in jedem Fall zunächst auf anderem
Weg (Torf-Zugabe, Eichenextrakt, Osmosewasser
oder vollentsalztes Wasser) auf den gewünschten
Wert eingestellt werden und lediglich von den Pflanzen
verbrauchtes CO2 sollte über die Düngeanlage
wieder ergänzt werden.
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| Neuen
Filter "animpfen": |
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Problem:
Bis
ein Filter mehr tut als nur Schwebeteilchen aus dem
AQ entfernen, nämlich Schadstoffe biologisch abbauen,
vergehen meist einige Wochen. Ursache hierfür ist,
daß die, hierzu erforderlichen Filterbakterien
erst gebildet werden müssen.
Lösung:
Um
diesen Vorgang erheblich zu beschleunigen, kann man
einfach teilweise gebrauchtes Filtermaterial aus dem
alten Filter (oder dem eines Bekannten) übernehmen.
Wichtig ist hierbei jedoch daß es vorher nicht
mit Leitungswasser ausgewaschen wird, da hierdurch die
Bakterien vernichtet würden.
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| Filter
reinigen |
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Problem:
Früher
oder später muß jeder Filter gereinigt werden.
Das bedeutet, das Filtermaterial muß herausgenommen
und ausgewaschen werden. Was wir aber unter Sauberkeit
verstehen, nämlich reinweiße Filterwatte
und frische Tonröhrchen etc. bedeutet für
die Filterbakterien den sicheren Tod. Die Folge ist,
daß der Aquarienfilter nach jeder Reinigung meherer
Wochen benötigt um wieder biologisch aktiv zu wirken.
Lösung:
Verhindern
kann man dies, indem man zum einen das Filtersubstrat
nur leicht auswäscht, also von starkem Schmutz
und Schlamm befreit und nicht rein auswäscht, bzw.
sogar erneuert, und zum anderen für das Auswaschen
Aquarienwasser verwendet, da Leitungswasser chemisch
behandelt ist und damit Bakterien zerstört. Der
Filter ist dann wesentlich schneller wieder voll aktiv
und damit das Aquarium im biologischen Gleichgewicht.
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| Wasserwechsel
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Problem:
Der
regelmäßige Austausch von Aquarien- und Frischwasser
ist in der Regel recht kraft- und zeitaufwendig und
nicht selten mit nassen Fußböden verbunden.
Häufig führt das dazu, daß die Wasserwechselintervalle
immer weiter hinausgezögert werden und damit Fische
und Pflanzen darunter leiden müssen. Der Verkaufserfolg
von solch zweifelhaften Produkten, die uns vormachen
wollen, nur noch 2 mal pro Jahr das Wasser wechseln
zu müssen, gibt hierfür ein trauriges Zeugnis.
Lösung:
Manchen
Handgriff kann man sich erleichtern und mit wenigen
Mitteln den Zeit- und Putzaufwand bedeutend verringern.
Näheres
dazu hier: Wasserwechsel
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| Schneckenbekämpfung
mit Prachtschmerlen (Botia macracanthus) |
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Problem:
Zwar
ist es grundsätzlich richtig, statt Chemie biologische
Helfer einzusetzen, dennoch wir sehr häufig dabei
nicht auf die Lebensbedingungen geachtet, die diese
Helfer benötigen. Nicht selten verenden die Tiere
bereits nach kurzer Zeit. Gerade Prachtschmerlen werden
sehr oft als Schneckenbekämpfer empfohlen; wobei
gerade diese Tiere einige Besonderheiten aufweisen,
die im vorhinein berücksichtigt werden müssen:
1.)
Die Tiere können sehr groß werden 20-30 cm
(Mindestbeckenlänge 120 cm)
2.)
Prachtschmerlen müssen unbedingt in Gruppen von
mind. 5 Tieren gehalten werden
3.)
Sie sollten nicht mit allzu ruhebedürftigen Fischen
vergesellschaftet werden
4.)
Prachtschmerlen können bis zu 30 Jahre alt werden
Sehr
häufig trifft man die niedlichen und quirligen
Tierchen aber in 60 cm Becken an, wo sie ein trostloses
Dasein fristen und in kurzer Zeit verenden.
Lösung:
Vor
der Anschaffung von Prachtschmerlen sollten alle o.g.
Punkte berücksichtigt werden und ggf. auf die Haltung
verzichtet werden. Die Schneckenbekämpfung sollte
nicht der Hauptgrund für die Haltung sein, denn
wenn alle Schnecken verschwunden sind, die Botia also
ihren Dienst erfüllt hat - wohin dann mit den Schmerlen?
Schnecken
kann man zwar hervorragend mit Prachtschmerlen besiegen,
besser ist es aber entweder die Plagegeister abzusammeln,
oder aber eventuell sich ein paar Schmerlen "auszuborgen",
sie also wieder dem Besitzer nach getaner "Arbeit"
zurückzugeben. Hierbei sollte aber berücksichtigt
werden, daß die Tiere bezgl. Umsetzen
sehr empfindlich reagieren.
Wer
sich aber für die Haltung der Prachtschmerle entschieden
hat und ihr auch entspr. Bedingungen bieten kann, wird
an den wirklich aussergewöhnlichen Tierchen sicher
sehr viel Freude haben.
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| Wasseraufbereitungsmittel
- warum sie sich nicht lohnen |
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Problem:
Fast
jeder Neu-Aquarianer wird von seinem Händler darauf
hingwiesen, daß der Einsatz von Wasseraufbereitungsmitteln
für das Wohlbefinden der Fische wichtig sei. Bei
jedem Wasserwechsel wird also fleißig Chemie ins
Aquarium gegeben, die verspricht Leitungswasser in fischgerechtes
Wasser umzuwandeln. Doch leisten die Mittel keinesfalls
das, was sie vorgeben, da lediglich vorhandene Schwermetalle
im Wasser gebunden werden und schädliches Chlor
in Chlorid umgewandelt wird. Die Schwermetalle verbleiben
also im Wasser und werden zu "tickenden Zeitbomben",
für den Fall, daß sie wieder im Wasser gelöst
werden.
Lösung:
Chlor
kann man auch ohne Chemie aus dem Wasser entfernen,
indem man das Wasser vor dem Einfüllen ins Becken
durch ein Sieb laufen läßt. Außerdem
wird Leitungswasser zumeist nur bei akuten Verschmutzungen
vom Wasserwerk eingesetzt und keinesfalles dauerhaft.
Ich verwende Wasseraufbereiter seit jahren nur noch
für den Transport der Fische, bzw. zur Eingewöhnung
neuer Aquarienbewohner, da hier die Mittel stressmindernd
und hautschützend wirken können.
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