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Aquarienchemische
Grundbegriffe :
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Die
Zusammenstellung stammt von der "First-German-Freshwater-Page
von Thomas Block
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| pH-Wert
(pondus hydrogenii) |
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Der
pH-Wert drückt das Verhältnis von Säure und "Nicht-Säure"
(Alkalie) im Wasser aus. Dabei wird das Verhältnis chemisch
in der Anzahl der Ionen (nicht neutrale Moleküle) gemessen.
Verantwortlich für saures Wasser sind positive H-Ionen. Verantwortlich
für alkalisches Wasser sind negative OH-Ionen. Aquaristische
Bedeutung Über die Herkunft der Fische und Pflanzen läßt sich
am ehesten der pH-Wert bestimmen, der im Aquarium eingestellt
werden muß. Im Gegensatz zu anderen Wasserwerten wie Härte
oder Nitratgehalt reagieren Fische und Pflanzen meist sehr
empfindlich auf falsche pH-Werte, vor allem aber auf pH-Schwankungen.
Regelung in der Natur In der Natur ist der pH-Wert ein Resultat
aus dem Anteil an CO2 im Wasser (säuernd) und der Leitfähigkeit,
genauer der Karbonathärte (basend). Der natürliche CO2-Gehalt
wird durch emittierenden Mulm am Boden bestimmt. Die Karbonathärte
wird u. a. durch den Regen bestimmt (siehe auch Leitfähigkeit).
pH-Wert zu hoch:
Ein zu hoher pH-Wert ist in den meisten Becken einfacher Ausstattung
ein Signal, eine CO2-Düngung einzuführen. Dabei ist nach meiner
Erfahrung mit einer Depot-Anlage (Tetra etc.) kein Blumentopf
zu gewinnen. Es muß schon eine Gasdruckanlage sein, die aber
heute für etwa 130.- DM zu haben ist. CO2-Flaschen bekommt
man am besten beim Getränkehändler, der sie teilweise für
50.- DM verleiht. Sie sind zu den handelsüblichen Druckreglern
(z. B. Dennerle, Zajac) kompatibel. Ist der pH-Wert trotz
CO2-Anlage zu hoch, muß die Karbonathärte durch Teilentsalzung
gesenkt werden.
pH-Wert
zu niedrig:
In CO2-gedüngten Becken müssen Sofortmaßnahmen ergriffen werden.
Die CO2-Düngung sollte *NICHT* völlig abgeschaltet werden,
da die zu rasche Änderung des Klimas schwere Schäden am Bestand
verursachen kann. Stattdessen empfiehlt es sich, immer eine
Flasche KH-Plus bereit zu halten. In sehr dringenden Fällen
kann auch flüssiger Gips durch einen Kaffeefilter geschüttet
werden und das Gipswasser ins Aquarium eingemischt werden.
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| Leitfähigkeit |
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Die
Leitfähigkeit ist ein Parameter zur Bestimmung des Anteils
an Salzen im Wasser. Je mehr Salze im Wasser sind, desto besser
leitet es des Strom. In reinem (destilliertem) Wasser befinden
sich zunächst keinerlei Salze. Im Trinkwasser dagegen befinden
sich Mineralien und neuerdings leider auch Nitrate und Phosphate.
Je mehr Salz ein Wasser enthält, desto höher ist die Leitfähigkeit.
Die Leitfähigkeit wird in "Mikro-Siemens pro Zentimeter" (µS/cm)
gemessen. Sie hat die veraltete, in der Aquaristik aber dennoch
gebräuchliche "Wasserhärte" abgelöst. Aquaristische Bedeutung
Die Leitfähigkeit ist insbesondere in Verbindung mit CO2 zur
Bildung des pH-Wertes von Bedeutung. Auch die Brutbereitschaft
der Fische hängt zum Teil von der "Härte" des Wassers ab.
Hintergrund ist das Einsetzen der Regenzeit in tropischen
Gefilden. Ein falscher Wert wird von den meisten Fischen und
Pflanzen in Maßen recht gut vertragen, wenn die Werte nicht
stark schwanken. Regelung in der Natur In der Natur wird die
Leitfähigkeit durch den Regen beeinflußt. Der Regen (immer
destilliertes Wasser) "verdünnt" sozusagen das Wasser/Salz-Gemisch
und senkt so die Leitfähigkeit. In regenarmen Zeiten verdunstet
Wasser (ebenfalls destilliert) und hinterläßt mehr Salze pro
Liter Wasser. Dadurch steigt die Leitfähigkeit.
Leitfähigkeit
zu hoch:
Eine
zu hohe Leitfähigkeit ("hartes Wasser") ist relativ einfach
durch Zugabe von destilliertem Wasser zu korrigieren. Hierbei
darf *KEINESFALLS* Batteriewasser (Öle, Fette) und auch nicht
das Destillat von Wäschetrocknern (Tenside) benutzt werden!
Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Teil- oder Vollentsalzern.
Bei der Teilentsalzung wird die "Karbonathärte" gesenkt, bei
den Vollentsalzern die Gesamthärte.
Leitfähigkeit
zu niedrig
Ist
der Leitwert zu niedrig, sollte die Gesamthärte durch den
Einsatz von GH-Plus-Präparaten erhöht werden. Auch ein Teil-Wasserwechsel
kann abhelfen, da die Wasserwerke den pH-Wert des Trinkwassers
wegen der Leitungskorrosion > 7,00 zu halten versuchen.
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| Nitrite
(NO2) und Nitrate (NO3) |
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Erklärung
Als Nitrite und Nitrate werden Verbindungen des Stickstoffs
(chem. Zeichen N) mit Sauerstoff (chem. Zeichen O) bezeichnet.
Nitrite und Nitrate existieren im Wasser als Ionen (nicht
neutrale, d. h. geladene Moleküle). Sie werden aus den "Abfällen"
des Aquariumbesatzes durch Bakterien gebildet. Dabei werden
die Eiweißanteile z. B. von Fischkot über Ammonium (bei pH
< 7, harmlos) bzw. Ammoniak (bei pH > 7, giftig) in Nitrit
(giftig) und schließlich Nitrat (ungiftig) umgesetzt. Aquaristische
Bedeutung Insbesondere im Hinblick auf die Algenprobleme sind
Messungen des Nitrits und vielmehr noch des Nitrats in der
Aquaristik interessant. Ein Überangebot an beiden Stoffen
bietet nicht nur ein großes Nahrungsangebot für alle Pflanzen
(also auch Algen), sondern ist auch ein Grad für die "Verschmutzung"
(Eutrophierung) des Wassers. Wichtigster Analysepunkt bei
Störungen des Stickstoff-Kreislaufes ist der Filter. Dort
befinden sich normalerweise die umsetzenden Bakterien in großer
Zahl. Ein höherer Wert an Ammonium oder Nitrit weist auf Störungen
des Filterbetriebs hin. Regelung in der Natur Durch die im
Verhältnis große Menge an Wasser pro Fisch in der Natur sind
hohe Vorkommen an Nitraten relativ selten. Lediglich bei Versalzung
(Eutrophierung) durch den Zufluß von Salzen (vor allem Nitrat
aus herkömmlich gedüngter Landwirtschaft) kann sich ein starkes
Ungleichgewicht einstellen. Die Folge sind starkes Algenwachstum
und schließlich ein "Umkippen" des Gewässers.
Nitrit/Nitrat
zu hoch
Ein
zu hoher Nitritwert weist, wie bereits gesagt, auf eine Störung
des Filtersystems hin. Ausgelaugtes Filtermaterial oder zu
starker Fischbesatz (besonders bei neueingerichteten Aquarien)
können hohe Nitritwerte erzeugen. Steigt der Nitritwert über
0,2 mg/l sollte umgehend ein Teil-Wasserwechsel und eine Filterwartung
durchgeführt werden. Zu hohe Nitritwerte in neuen Becken können
durch den stückweisen Einsatz von alten Filtermaterialien
im neuen Filter ("Animpfen") vermieden werden. Zu hohe Nitratwerte
lassen sich nur bedingt durch Teil-Wasserwechsel regulieren,
da unser Trinkwasser ebenfalls viel Nitrat enthält. Hier hilft
nur der Einsatz von Denitrifikationsfiltern (siehe Stichwort
Grünalgen) oder Vollentsalzern.
Nitrit/Nitrat
zu niedrig
Dieser
Sachverhalt tritt in der Aquaristik praktisch nicht auf. Hier
müßte eine künstliche Eutrophierung (z. B. durch Pflanzendünger)
eingeleitet werden.
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| Temperatur |
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Die
Temperatur drückt den Energiegehalt der Ionen und Moleküle
im Wasser aus. Je mehr Energie diese enthalten, desto stärker
schwingen sie. Aquaristische Bedeutung Eine zu hohe oder zu
niedrige Temperatur schwächt die Widerstandskraft der Fische
und Pflanzen. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen
(sog. "niedrigerer Sättigungsgrad") als kaltes. Warmes Wasser
kann für weitgehende Keimfreiheit in Aufzucht- oder Quarantäne-Becken
sorgen. Regelung in der Natur Natürlich ist die Sonne als
direkte Wärmespenderin der Energielieferant Nummer 1. Direkte
Sonneneinstrahlung kann daher ein Becken sehr stark aufheizen.
Maßgebend sind dabei nicht die kurzwelligen Ultraviolett-Strahlen,
die z. B. schon von Autoscheiben weitgehend gefiltert werden,
sondern die langwelligen Infrarot-Strahlen, die bei entsprechender
Stärke als Wärme spürbar sind. Das Verhältnis von Sonnenstrahlung
und Restwärme in Wasser und Atmosphäre bestimmt neben kalten
unterirdischen Quellzuflüssen die Temperatur eines Gewässers.
Temperatur
zu hoch
Ist
die Temperatur eines Beckens ständig zu hoch, sollte es auf
ungewollte Sonnenstrahlung während des Tages untersucht werden.
Auch andere Infrarot-Emitter wie Heizkörper können für die
zu hohe Temperatur eines Beckens verantwortlich sein.
Temperatur
zu niedrig
Ist
die Temperatur dagegen trotz ausreichender Heizleistung zu
niedrig, verliert das Becken zu stark an Energie. Ständig
offene Fenster oder Luftzug durch Türschlitze beschleunigen
die Verdunstung des Wassers an der Oberfläche und damit den
Energieverlust. Aquarien-Heizungen sind Differenz-Heizer.
Sie können eine Temperatur nur in Grenzen halten. Die meisten
Differenz-Heizer sind auf Raumtemperatur-Umgebungen ausgelegt.
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©
copyright Thomas Block 1997/1998
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