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Der Altum

 

01-Sept.-01

Der König des Orinoko

 

Pterophyllum Altum

 

Der Altum-Skalar
Steckbrief der Altum in Kürze  
Vorwort Infos und einige Bilder
Unterscheidung des Altum Über die "heikle Majestät"
Wildfänge Eingewöhnung und Fütterung
Hälterungsbedingungen  
Zucht und Fortpflanzung  
Altum und Diskus möglich, schwierig oder unmöglich?
Vergesellschaftung von Altums mit anderen Aquarienfischen
Bilder meiner Altums
   

 

 

 

Vorwort

 

Immer noch eine Rarität, wenn auch mittlerweile etwas häufiger im Handel angeboten, Pterophyllum altum, besser bekannt als der „Altum-Skalar“. Die englische Bezeichnung beschreibt das Wesen dieses Fisches genauer. Hier heißt er Engelsfisch (Angelfish).

Die meisten im Handel feilgebotenen Altums  sind importierte Wildfänge. Die Nachzucht ist bisher erst äußerst selten geglückt.

Sollte man sich zur Haltung dieser wahrhaft königlichen Fische entschließen, so gilt es einiges darüber in Erfahrung zu bringen und zu beachten. Die Hälterungsbedingungen unterscheiden sich stark von denen des „normalen“ Skalar (Pterophyllum Scalar). Die mittlerweile sehr fortgeschrittene Aquarientechnik ermöglicht heute aber auch dem fortgeschrittenen Hobby-Aquarianer die Hälterung dieses etwas heiklen Pfleglings.

 

Unterscheidung des „Altum“

 

1903 beschrieb Pellegrin zum ersten mal P. altum als eignene Art, die der Familie der Cichlidae zugeornet wird, zu der auch der Diskus gehört. Er wurde ausschließlich in den Gewässern des oberen Orinoco und des Rio Negro gefunden. Vom P. Scalar unterscheidet er sich physiologisch durch seine wesentlich stärker ausgeprägte Dorsale (Rückenflosse). Er wirkt einfach langestreckter. Außerdem hat er zwischen den, bei allen natürlichen Segelflossern 4 vorhandenen Querbinden, weitere 2 leicht angedeutete Zwischenbinden. Sein auffälligstes Merkmal ist jedoch der deutliche Knick in der „Schnauzenpartie“.

Sie unterscheidet sich aber nicht nur äußerlich; hin- und wieder erleben wir den P. altum  „gähnen“. Ein weites Aufreissen des Mauls. Das noch nicht näher ergründet wurde und in dieser Ausprägung bisher nur bei P. altum beobachtet wurde.

 

 

Eingewöhnung von Wildfängen

 

Gerade weil es sich bei den im Handel angebotenen P. altum fast ausschließlich um Wildfänge handelt, ist es wahrscheinlich, dass die Tiere von Parasiten befallen sind. Vor der Vergesellschaftung mit anderen Fischen sollte deshalb – sofern möglich – unbedingt eine Quarantäne eingehalten werden. In einem Quarantänebecken ist es problemlos möglich, die Fische im Bedarfsfall gegen Parasitenbefall zu behandeln, ohne andere Tiere und Pflanzen zu belasten. Jedoch ist auch in diesem Übergangsaquarium unbedingt auf richtige Filterung und Wasserbedingungen zu achten. P. altum ist sehr sensibel im Bezug auf Wasserverschmutzung.

Sofern gewisse Grundregeln beachtet werden, ist die Haltung des P. Altum weit weniger schwierig, als immer behauptet wird. Lediglich in der Eingewöhnungsphase sind die Fische sehr heikel. Insbesondere hier sollte peinlichst genau darauf geachtet werden, daß die Fische keinem vermeidbaren Stress ausgesetzt werden und daß sie schnell wieder zu fressen beginnen können.

Die meisten Wildfänge sind nach dem Umsetzen sehr scheu und schreckhaft. Nicht selten verweigern sie die Futteraufnahme vollständig. Gerade hier werden jedoch häufig Fehler gemacht, insbesondere durch Ungeduld und Panik. Auch blasse Köperfarben sind anfangs nicht ungewöhnlich.

Zunächsteinmal sollte beim Händler erfragt werden, bei welchen Wasserwerten er die Tiere gehalten hat und mit was er sie gefüttert hat.

Das Becken (sofern möglich ein Übergangsaquarium zur Quarantäne) sollte auf diese Werte in etwa eingestellt werden, bzw. nicht weit davon abweichen. Auch wenn es schwerfällt, wenn sie beim Zwischenhändler bei PH 7,5 und KH 12 gehalten wurden so sollte das Aquarium auch mindestens PH 7,2 und KH 10 haben, alles andere würde für die Tiere einen Schock bedeuten, der nicht selten zum Tode führt. Erst langsam sollten die Tiere dann wieder an ihre angemessenen Bedingungen gewöhnt werden. Auch für die reine Hälterung ohne Zuchtabsichten sollte ein PH-Wert von 7 und eine Karbonhärte von 7 nicht überschritten werden. In jedem Fall aber ist ein mindestens wöchentlicher Teilwasserwechsel unabdingbar, in der Eingewöhnungsphase sogar besser alle 2-3 Tage mit aufbereitetem Wasser.

Ähnlich dem häufig in der Literatur verglichenen Diskusfisch, sind auch die Altum-Skalare recht scheu in den ersten Tagen/Wochen. Ich konnte dieses Verhalten bei den P. Altum aber nur weit weniger intensiv beobachten als beim Diskus. Den Grund hierfür sehe ich in der weit ausgeprägteren Fressgier des Altum im Vergleich zum Diskus, der manchmal in einen Wochenlangen "Hungerstreik" tritt nach dem Umsetzen ins Aquarium. Den Fischen kann hier zum einen durch optimale Wasserqualität zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens- und zum anderen durch eine Schonfrist geholfen werden, in der jegliche Form von hektischen Bewegungen vor- und im Aquarium vermieden wird. Auch eine artgerechte Bepflanzung kann hier sehr hilfreich sein, da sie den Tieren Schutz und Versteckmöglichkeiten bietet.

Je früher nun die Skalare anfangen Nahrung aufzunehmen, desto besser hat die Umgewöhnung funktioniert und desto schneller werden die Tiere auch widerstandsfähiger gegenüber Krankheitserregern und kleineren Störungen (z. B. Temperaturabfall beim Wasserwechsel...) sein. Unterstützen können wir dies durch die Gabe von Futter, das sie beim Zwischenhändler gewohnt waren. Ein guter Händler wird hier ohnehin eine erste Ration mitgeben, die aber schnell aufgebraucht sein wird. Es kann schon einige Zeit dauern, bis die Fische auch anderes Futter annehmen. Das Wichtigste ist es nun, nicht die Geduld zu verlieren. Über Wochen hinweg haben meine Altums nichts, aber auch garnichts außer Artemia gefressen. Mittlerweile fressen sie so ziemlich alles außer Granulatfutter. Jegliche Formen von Frost- und Lebendfutter, ja sogar Flockenfutter wird gierig verschlungen. Die Dosis einer weiteren Futtersorte sollte in kleinen Schritten bei der Fütterung nach einem "Diättag" mit dem Lieblingsfutter erhöht werden. Dies kann auch Wochen dauern, aber die meisten Sorten werden auf diese Weise irgendwann akzeptiert. Jeder Fisch wird früher oder später Mangelerscheinungen zeigen, wenn er nur mit einer Futtersorte, sei sie auch noch so begehrt, ernährt wird.

Besonders für die Fütterung sollte man sich in den ersten Wochen sehr viel Zeit nehmen um die Tiere zu beobachten.

Diese wenigen Punkte beachtet, sollte es gelingen, den König des Orinoko bald in seiner ganzen Flossenpracht und Ruhe durchs Becken schwimmen zu sehen.

Fütterung von Wildfängen

 

 

Wildfänge kennen normalerweise nur natürliches Lebendfutter in Form von kleinen Insektenlarven, Krebsen etc.. Sofern die Tiere vom Zwischenhändler nicht bereits an andere Nahrung gewöhnt wurden, sollte auch am Anfang nur mit Lebendfutter gefüttert werden; und zwar solange, bis die Fische den Streß des Imports und der „Zwischenlagerung“ überwunden und sich eingewöhnt haben. Erst wohlgenährte und gesunde Fische sind in der Lage an andere Futtersorten gewöhnt zu werden. Grundsätzlich sollte bei der Futterzugabe beachtet werden, daß Skalare gewöhnlich ihr Futter von der Wasseroberfläche, oder in der Wassermitte, nicht aber vom Boden aufnehmen. Schon ihre Körperform läßt dies unschwer erkennen.

Der Fachhandel bietet hier ein Umfangreiches Angebot an Frostfuttersorten an, so dass eine abwechslungsreiche Ernährung der Altums kein größeres Problem darstellen sollte. Bewährt haben sich hier Artemia, rote Mückenlarven und Wasserflöhe. Auf die Fütterung von Tubefex sollte unbedingt verzichtet werden, da diese Rohrwürmer zumeist aus stark verunreingten Gewässern stammen und somit die Gefahr besteht, Bakterien und Parasiten ins Aquarium zu übertragen. Um auch bei allen anderen Futtersorten dieses Restrisiko zu minimieren, empfehle ich, keine gefrorenen Futterwürfel ins Aquarium zu geben, sondern sie vorher in einem Artemiasieb aufzuztauen und gründlich auszuspülen. Sinvoll ist auch , dieses Futter mit zusätzlichen Vitaminen (im Handel erhältlich) anzureichern. So kann es dann mit einem kleinen Netz nach- und nach ins Becken gegeben werden.

Die Gewöhnung von P. altum an Flockenfutter ist mir nach ca. 2 Monaten geglückt und dient als Ergänzung zum Lebend- und Frostfutter. Mittlerweile fressen sie es begierig (wie fast alles). Hauptnahrung sind nach- wie vor Frost und Lebendfuttersorten aller Art. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit überwinden die Tiere ihre Zuückhaltung gegenüber anderen Fischen bei der Fütterung und wandeln sich zu gierigen „Fressern“. Dieser "Fresstrieb" ist es wohl auch, der den Altum-Skalar im Gegensatz zum Diskus (mit dem er immer wieder verglichen wird) seine Scheu verlieren läßt. Sobald sie mich vor dem Aquarium ausmachen können, schwimmen alle sofort zur Frontscheibe und warten begierig auf Futter. Selbst kleine Fliegen, Mücken und kleinere Spinnen werden nicht verschmäht. Als besondere Delikatesse des Segelflossers konnte ich Futtergarnelen erleben. Kleine Garnelen (1,5 cm) werden sofort direkt verschlungen, größere werden heftigst gegen Artgenossen verteidigt. Der in Gesellschaftsaquarien wohlbekannte „Fastentag“ schadet auch dem Altum nicht, sondern erhält den „Nahrungstrieb“ und hilft Überfettung zu vermeiden.

Nach 1 1/2 Jahren ist mein Hauptfutter (gefrorene Artemia) wohl eher als ungeeignet für meine Altums anzusehen. Zu klein sind auch die ausgewachsenen Kleinkrebse. Neben den nunmehr als Hauptfutter verwendeten roten Mückenlarven habe ich ein weiteres Futter gefunden, das meine P. Altum gerne nehmen. Futtersticks für Cichliden (Fa. Sera). Diese sind klein genug, um problemlos aufgenommen zu werden und bleiben an der Wasseroberfläche, so dass keine Rückstände im Aquarium verbleiben, die eine "Algenpest" auslösen könnten. Versuche mit Diskusgranulat und anderen Fittersticks scheiterten leider, auch nach mehreren "Fastentagen" wurde das Futter verschmäht. Trotz dieses Erfolges werden meine Altums aber weiterhin hauptsächlich mit Frostfutter ernährt. Sticks sind nur Beifutter zur Sicherstellung einer abwechslungsreicheren Ernährung.

Die Vorliebe meiner Altums für lebende Futtergarnelen habe ich zum Anlass genommen, auch gefrorene Garnelen zu testen. Zwar werden die (kleingeschnittenen) Garnelen von den Tieren zögerlich angenommen, die Festigkeit der Garnelenpanzer scheint jedoch bei den gefrosteten Tierchen erheblich höher zu sein als bei lebenden, so daß meine Altums teilweise große Probleme beim Schlucken hatten. Die Gefahr, dass sich hierdurch meine Skalare verletzen war mir deshalb zu groß, so daß ich den Rest der gefrorenen Garnelen nun nicht mehr füttern werde.

Dieses Jehr habe ich mich mit dem Angeln beschäftigt und dabei eine interessante Entdeckung gemacht. Meine Altums fressen problemlos lebendige Ködermaden und zerteilte Tauwürmer (ähnlich Regenwürmern). Es war sichtlich ein Festschmaus für meine Altums, den ich nun gerne regelmäßig wiederholen werde. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Maden sehr fettes Futter sind und somit nicht allzuoft verfüttert werden sollten. Gerade sie Fütterung halte ich nämlich für einen genz entscheidenden Faktor für das Wohlbefinden bei der Haltung der stattlichen Fische. Angelköder sind ein verhältnismässig preiswertes und ergiebiges Futter wie ich finde.


 

 

 

Hälterungsbedingungen

 

Grundsätzlich stellt sich genau wie bei Diskus-Fischen auch beim Pterophyllum altum die Frage nach der richtigen Aquarieneinrichtung. Es ist eine Grundsatzfrage, ob die Fische in ein Schaubecken mit Bepflanzung und Beifischen, in ein Artenbecken ohne Beifische und nur wenigen Einrichtungsgegenständen, oder in einem sterilen "Zuchtwürfel" gehalten werden sollen.

Die richtige Beckengröße vorausgesetz, sind alle Varianten möglich und es ist eher eine Geschmacksache und eine Frage der Zielsetzung die das Aquarium haben soll. Zucht und Brutverhalten sind wohl den letzteren beiden Methoden vorbehalten, als Dekoration ist jedoch das bepflanzte Schauaquarium mit P. altum unübertroffen. Als Bepflanzung für das Skalarbecken eignen sich besonders Echinodorus, Vallisnerien und Hygrophila. P. altum kann eine stattliche Höhe von 30-40cm erreichen. Die Höhe des Aquariums sollte deshalb nicht unter 60cm betragen - egal ob im Schau- oder Zuchtbecken.

Obwohl der „Altum“ gewöhnlich äußerst friedfertig gegenüber seinen Mitbewohnern ist und es kaum etwas Schöneres gibt, als einen Schwarm von diesen Segelflossern zu beobachten wie sie ruhig durchs Wasser schweben, verteidigt er sein Revier hin und wieder heftig. Um ausreichen freien Schwimmraum und Reviermöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, sollte das Aquarium nicht unter 150 cm Länge aufweisen.

Altumskalare sind zwar in der Regel nicht scheu, sondern kommen regelmäßig zur Frontscheibe des Aquariums wenn sie Futter erwarten und haben auch keinerlei Hemmungen in der Beckenmitte zu schwimmen. Beim Hantieren im Aquarium haben sie aber oft richtige Panikattacken, die sie blitzartig durchs Wasser schießen lassen. Bei der Einrichtung des Aquariums mit Wurzeln und Steinen sollte darauf geachtet werden, dass keine übermäßig spitzen Stellen, bzw. scharfe Kanten da sind, an denen sich die Tiere verletzen können.

Hinsichtlich der Wasserqualität ist P. altum ein wenig heikel. Wünschenswert sind idealerweise Wasserbedingungen, die denen der Heimat der Altums entsprechen (PH 5,5 - 6,5 / KH 1-4 / GH 1-4/ Leitwert 15-50 µ / Temp. 27-30 °C). Abweichungen werden bedingt toleriert (Zur Hälterung max PH 6,5-6,8 / KH 5 / LW 60 / Temp 27), insbesondere die Frischwasserzugabe ist hier von entscheidender Bedeutung. Voraussetzung für die Haltung von P. altum ist also ein häufiger Wasserwechsel mit aufbereitetem Leitungswasser und eine gute Filterung.

Sinnvoll ist der Einsatz eines UV-Wasserklärers zur Abwehr von Bakterien und Keimen. Obwohl P. altum kein „Schwarzwasserfische“ ist, schadet die Zugabe von Torf in den Filter nicht. Er ermöglicht das Absenken des PH-Wertes auf den gewünschten Wert. Nachteil ist hierbei jedoch eine gelbliche Wassertrübung. Auf keinen Fall sollte unbehandeltes Leitungswasser beim Wasserwechsel verwendet werden, da schon die gesetzlich zulässigen Grenzwerte (Phosphat, Chlor, Nitrat, Kupfer) unseres Trinkwassers eine erhebliche Belastung für die empfindlichen Skalare darstellen können. Empfehlenswert ist Osmose- und Kohlefilterung  des Ausgangswassers. Bewährt hat sich ein wöchentlicher Teilwasserwechsel von 25%. Auf einen Schadstoffanstieg im Aquarienwasser reagieren die Tiere manchmal mit einem „Hungerstreik“. Sollten die Altums also Fressunlust zeigen, sollten unbedingt die Wasserwerte überprüft- und evtl. ein sofortiger Teilwasserwechsel (50%) durchgeführt werden, der in den darauffolgenden Tagen mit 40, 30 und 20% der Aquarieninhaltes wiederholt werden sollte.

Als Beifische zum hohen Segelflosser eignen sich nur ruhige, kleinere Bewohner, wie zum Beispiel Salmlerarten und Harnischwelse. Zu hektische Mitbewohner lassen den Altum kümmern. hierauf wird später aber noch näher eingegangen. In "stressfreier" Gesellschaft wirkt er wie eine "Majestät beim Hofgang", so behäbig schwebt er durchs ganze Becken. Diskusfische sind nicht geeignet, da sie sehr zurückhaltend bei der Futteraufnahme sind und somit bei der Fütterung ständig "zu kurz" kämen. Auch die Vergesellschaftung mit Garnelen (insbesondere der sehr beliebten Amano-Garnele) ist nicht zu empfehlen. Sie sind in der Heimat des P. altum fester Nahrungsbestandteil und werden gierig von ihnen verschlungen. Es ist ein beachtliches Schauspiel, mitanzusehen, wie sie auch größere Garnelen verspeisen.

 

 

 

Zucht und Fortpflanzung

 

Die Zucht des P . altum gestaltet sich trotz der fortgeschrittenen Technik immer noch als sehr schwierig. Nur wenigen ist es bisher geglückt. Auch ich habe mich bisher aus Zeit- und Platzgründen nocht nicht daran versucht und kann deshalb auch hierzu nicht aus meinem eigenen Erfahrungsschatz berichten. Einer der wenigen bekannten Züchter ist Horst Linke der dies auch sehr anschaulich in seinem neuen Buch"Ihr Hobby - Altum Skalare" (erschienen im Bede-Verlag ISBN 3-933 646-07-3) beschrieben hat:

Die Paarung erfolgt gewöhnlich in den Monaten von April bis Juni, selten auch im November. Hat sich ein Paar gefunden, sondert es sich in dieser Zeit von der Gruppe ab und bildet ein eigenes Revier. Linke empfiehlt ein möglichst großes, eingerichtetes Becken mit Versteckmöglichkeiten. Zuchwürfel, wie bei der Diskus-Zucht üblich hält er für ungeeignet. Das Wasser sollte einen Leitwert von max 150 µ/cm und einen PH-Wert von 5,5 - 6 haben. Als Laichsubstrat können große Pflanzenblätter, Wurzeln, Gegenstände aus gebranntem Ton und auch PVC-Rohre als Unterstützung dienen. Sind die Tiere laichbereit, werden sie gegenüber ihren Artgenossen sehr aggressiv und zeigen eine sehr deutliche Körperfärbung und auch ihren "Erregungsfleck" hinter dem Auge. Das Paar beginnt das Laichsubstrat zu säubern. Immer wieder zeigen sie gegenseitig ein "Anschwimmen" mit gespreizten Flossen und ein imponierendes "Flossenrütteln". Während beim Männchen schon einige Tage zuvor die Genitalpapille sichtbar wird, erscheint die Legeröhre des Weibchens erst jetzt, kurz vor dem Laichvorgang. Die Eier werden meist nachmittags von unten nach oben in "Bahnen" auf dem Laichsubstrat abgelegt und sofort danach vom Männchen besamt. Sind die Eier abgelegt, übernehmen die Elterntiere Abwechselnd die Pflege der Brut. Mit Fächeln der Brustflossen wird dem Gelege stets frisches Wasser zugeführt und verpilzte Eier aussortiert. Oft braucht ein Elternpaar viele Anläufe, bis eine Brut schlüpfen kann und die Eier nicht vorher alle verpilzt sind, bzw. von den Elternfischen aufgefressen werden. Die Eier des P. altum sind laut Herrn Linke wesentlich empfindlicher im Hinblick auf die Wasserqualität, als die des "normalen" Skalar. Genau hier scheint wohl das Problem und Geheimnis bei der Zucht des Altums zu liegen. Sofern alle Parameter stimmen, schlüpfen die Jungen nach c. 60 Stunden aus der Eihülle. Die Wassertemperatur sollte ca. 29 Grad betragen. Linke empfiehlt hier den Einsatz von Ozon zur Bakterienbekämpfung. Die Eltern kümmern sich nun immer noch um Ihre Brut die sich in den ersten Tagen vom angeborenen Dottersack ernährt. Nach ca. 6- 7 Tagen sind die Larven schwimmbereit und fressen nachdem der Dottersack aufgebraucht ist bereits frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien. Die aufrechte Körperform des Segelflossers entwickelt sich ab dem 12. Tag. Als äußerst wichtig für die Entwicklung der Jungen beschreibt Linke eine ausreichende Beckengröße, Filterung und häufige Teilwasserwechsel für die Jungen. Die Fütterung erfolgt mehrmal täglich (5-6 mal) in kleinen Portionen. Ab dem 7. Tag werden auch Cycops und gesiebtes Tümpelfutter gerne genommen. Ab dem 18. Tag zeigen die Jungen bereits ihre typische Körperzeichnung und eine Spannweite von nahezu 4 cm. Jetzt brauchen sie auch anderes Futter, wie z.B. kleingeschnittene Mückenlarven, Wasserflöhe und größere Artemia, auch Frostfutter gilt als geeignet. Futterreste und Kot sollten 2-3 mal täglich abgesaugt werden um die Wasserqualität zu erhalten. Nach einem Jahr ist dann eine Spannweite von 15-20 cm erreicht. Ausgewachsen und geschlechtsreif sind die Tiere erst ab dem 3. Jahr und erreichen bei guten Bedingungen eine Gesamthöhe von 35- 40 cm.

Das hier Dargestellte sind lediglich Grundzüge aus dem Erfahrungsschatz eines berühmten Züchters.

Nähere Informationen sind dem wirklich empfehlenswerten Buch von Horst Linke zu entnehmen, das auch außerordentlich schön bebildert ist.

 

 

 

Die Haltung von P. Altum und Diskusfischen

Sehr häufig sind Liebhaber von Diskusfischen auch vom Pterophyllum Altum begeistert- und umgekehrt. Dies ist nicht weiter verwunderlich, sind die beiden Arten doch bezüglich Hälterungsbedingungen, Verhalten und Größe recht ähnlich. Die gemeinsame Pflege dieser beiden Arten ist zwar nicht unproblematisch, aber dennoch möglich, sofern man einige Grundregeln beachtet. Wie bereits oben erwähnt, sind sehr viele der im Handel angebotenen Altum-Skalare Wildfänge und somit stark mit Parasiten und Krankheitserregern belastet. Was nun aber dem Altum nichts auszumachen scheint, kann für den ohnehin empfindlichen und in nahezu steriler Umgebung aufgewachsenen Diskus tödlich sein. Bei der Vergesellschaftung von Altums und Diskusfischen ist deshalb eine Quarantäne von mehreren Wochen unbedingt erforderlich; und selbst dann ist das Risiko einer Infektion nicht ausgeschlossen.Die zweite Schwierigkeit bei der Haltung der beiden Arten ist die Fütterung. Während der Diskus ein eher gemächlicher Fresser ist, der seine Nahrung auch gerne vom Boden aufnimmt, verhalten sich die Altums bei der Fütterung wie "Fressmaschinen". Es ist schon kein unerheblicher Aufwand, das Füttern so zu gestalten, daß keiner zu kurz kommt. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Gefahr der Algenbildung bei übermäßiger Fütterung. Auch wenn es durchaus möglich ist, empfehle ich trotzdem die getrennte Hälterung von Diskusfischen und Skalaren.

 

 

 

Die Vergesellschaftung von P. Altum mit anderen Fischen

 

Auch in der Heimat sind die Altums nicht alleine in ihren Gewässern, sondern mit anderen Fischen zusammen. Im Aquarium ist es ebenfalls problemlos möglich , den P. Altum mit anderen Fischen zu vergesellschaften. Hierbei ist aber insebsondere auf die Belange der Altums und deren Mitbewohnern zu achten. Wie oben bereits erwähnt, ist der Altum selbst ein sehr ruhiger Fisch, also sollte er auch nicht mit allzu "hektischen" Beifischen gehalten werden. Auch die Anzahl der Mitbewohner sollte entsprechend der Beckengröße in Grenzen gehalten werden, da sonst die Altums scheu werden und ihr natürliches, behäbiges Verhalten nicht mehr zeigen. Außerdem wird es mit steigender Anzahl von Fischen immer schwieriger, konstant gute Wasserbedingungen zu bieten. Eine Selbverständlichkeit sollte die Verträglichkeit der anderen Fische mit den Wasserbedingungen der Altum sein, also weichem und saurem Wasser. Optimal geeignet sind deshalb natürlich Bewohner der Heimat der Altums hierzu zählen z.B. verschiedene Salmlerarten (Schmucksalmler, Zitronensalmler, Phantomsalmler...). Ebenso geeignet sind Zwergcichliden (Apistogramma-Arten) und Welse wie z.B. Corydoras Sterbai sowie C. Panda (Pandawels) oder der L46 (Zebrawels). Sie alle erfüllen die o.g. Kriterien und sollten sich problemlos mit dem P. Altum vergesellschaften lassen. Ein sehr häufiges Bild ist die Gesellschaft von Neon und Skalaren. Sie wird immer wieder heiss diskutiert. Mit dem Pterophyllum Scalare und roten Neon habe ich bisher keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht, solange die Neons nicht allzu klein ins Becken kamen. Aus heutiger Sicht kann ich aber nur davon abraten, Neons und Altums zu vergesellschaften weil Die Neons bereits beim Einbringen ins Aquarium ausgewachsen sein müssen. Adulte Exemplare sind aber sehr schwer im Handel erhältlich und haben ausserdem bei Wassertemperaturen um 28 Grad keine allzu lange Lebenserwartung mehr. Mit einer nun stattlichen Höhe von 30 cm sehen meine Altums die alternden Neons bei Zeichen von Schwäche sehr schnell als Futter an, so daß mein schöner Neonschwarm von 50 auf mittlerweile 10 Stück dezimiert worden ist. Obwohl die Kombination wunderschön anzusehen ist, habe ich davon Abstand genommen und werde keine weiteren Neons mehr zukaufen.

 

 

© Christi@n Ebert 2001