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Algen
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Algen im Süsswasseraquarium Inhalt:
1. Vorwort  
2. Sofortmassnahmen  
3. Vorbeugung  
4. Algenbestimmung  
5. Ursachenforschung  
6. Algenarten
6.1 Grünalgen  
6.2 Pinselalgen  
6.3 Blaualgen  
6.4 Kieselalgen  
7. Stabilisieren des Systems  
8. Biologische Helfer  
 
09-May-2001
© copyright Christian Ebert 2000

 

 

 

Algen

 

Leider kann man davon ausgehen, daß in einem Aquarium eine Vielzahl von Algensporen,wenn auch unsichtbar, vorhanden sind. Kein Aquarium ist wirklich algenfrei, im günstigen Fall besteht lediglich ein so stabiles biologisches System, dass die Algen nicht überhand nehmen und somit nicht merklich zum Vorschein treten - dann sprechen wir von einem "algen-freien" Aquarium. Die meisten Algenarten sind auch Pflanzen mit geringeren Ansprüchen an Ihre Umwelt als höhere Pflanzen. Die beste Algenprophylaxe besteht darin, erst gar kein optimales Algenmillieu entstehen zu lassen und für ein biologisches Gleichgewicht zu sorgen. Nicht immer gelingt dies jedoch auf Dauer und so hat wohl schon fast jeder Aquarianer im Laufe seines Aquarianerlebens eine "Algenplage" erlebt und mehr oder minder erfolgreich bekämpft.

 

Vorbeugung gegen Algen

 

Bereits bei der Becken-Ersteinrichtung ist es ganz wichtig das Aquarium dicht mit schnellwüchsigen Pflanzen zu besetzen. Außerdem sollte man sofort algenfressende Fische oder sgn. "Amano-Garnelen", die in den ersten 3 Wochen nicht zusätzlich gefüttert werden dürfen, einsetzen. So kann man die kritische Anfangsphase des Aquariums sehr gut überwinden. Hierbei gilt es aber auch, deren Lebensbedingungen im Hinblick auf Beckengröße und Wasserqualität zu berücksichtigen. Algen, wie bereits erwähnt, sind auch Wasserpflanzen, die allerdings einfacher aufgebaut sind als die übrigen Unterwassergewächse. Daraus folgt, daß Algen in direkter Nahrungskonkurenz zu unserer Unterwasserflora stehen. Wenn die Aquarienpflanzen optimale Wuchsbedingungen vorfinden, kann es nicht zur gefürchteten Algenblüte kommen. Nachdem mein Becken eingelaufen war habe ich meine Beleuchtung so eingestellt, daß von 12:00 bis 15:00 Uhr kein Licht an ist. Den Pflanzen wird hierduch eine Ruhepause gegönnt, die sie einem mit erhöhtem Wachstum danken und den Algen, die auf Lichtentzug etwas empfindlicher reagieren, der garaus gemacht. Alle Algen lieben hohe Nitrat und Phosphat Werte! Ein regelmäßiger Wasserwechsel (30% pro Woche) versteht sich deshalb von selbst. Immer wieder wird auch zuviel gefüttert. Nicht verbrauchte Nährstoffe sind eine der Hauptursachen für Algenaufkommen. Es sollte deshalb stets nur soviel gefüttert werden, wie von den Fischen innerhalb von 5 Minuten restlos gefressen wird. Es ist falsch verstandene Tierliebe, solange zu füttern, bis die Fische nichts mehr annehmen. Im Gegenteil, in ihren natürlichen Lebensräumen herrscht nämlich ein steter Nahrungsmangel und die Fische müssen sich sehr viel mehr bewegen um ihre Futterration zu bekommen. Ein Fastentag pro Woche ist deshalb nicht nur eine Massnahme gegen Algen, sondern tut auch den Fischen gut. Von entscheidender Bedeutung für die Wasserqualität ist aber auch die Wahl der Filterung. Nähere Einzelheiten hierüber finden Sie im Kapitel "Filter".

 

Sofortmaßnahmen bei Algenproblemen:

 


Zunächsteinmal sollte das vorhandene Ökosystem Aquarium vollständig überprüft werden:

- Sind zuviele Fische darin?
- Sind ausreichend Pflanzen vorhanden?
- Wird der Wasserwechsel regelmäßig durchgeführt?
- Sind alle Wasserwerte im gründen Bereich? (Tests sind in jedem Fachgeschäft erhältlich)
- Entspricht die Filterleistung und Befüllung dem Aquarium?
- Ist die Düngung angemessen?

Um die weitere Verbreitung der Algen möglichst einzudämmen sollten alle befallenen Einrichtungsgegenstände und Pflanzen gründlich gesäubert werden. Eventuell ist ein Bekannter bereit, die überzählichen Fische abzunehmen, ansonsten bietet sich nur die Möglichkeit, ein seperates Becken einzurichten. Die übermäßige Wasserbelastung würde sonst die Algenbekämpfung unmöglich machen. Erhöhte Wasserwechselintervalle (2x je Woche 20-30%) begünstigen den Erfolg der Massnahmen stark. Hilfreich sind ebenfalls "lebendige Helferlein" in Form von algenfressenden Fischen oder z.B. auch Amano-Garnelen (je 1 für 50 Liter). Beleuchtungspausen in der Mittagszeit, sogenannte "Mittagspausen" stören den Stoffwechsel der Algen, nicht aber der Pflanzen und sind somit ebenfalls förderlich. Filter sollten nicht zu oft gereinigt werden. Erst bei stark veringertem Wasserdurchfluss sollte hier eingegriffen werden, eine biologische Filterleistung ist sonst nicht gewährleistet. Schnellwachsende Pflanzenarten (z.B. Hornkraut, Wasserpest, etc...) nehmen den Algen die Nährstoffgrundlage und sorgen für ausreichend Sauerstoff im Aquarium. Leichte Düngung hilft den Pflanzen bei ihrer Entwicklung - hier aber sehr vorsichtig dosieren. Die Wasserwerte müssen in der Phase der Algenbekämpfung unbedingt regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere Nitrat und Phosphat.
Das Wichtigste aber ist G E D U L D. Algen kommen nicht von heute auf morgen und sie verschwinden auch nicht sobald. Sie sind ein Produkt der vorhandenen Umwelt und erst wenn diese sich dauerhaft verändert hat, werden die Algen zurückgehn.
Algenvernichtungsmittel sind grundsätzlich auch für Pflanzen schädlich und enthalten außerdem häufig Giftstoffe, die auch die Fische schädigen. Von ihrer Anwendung rate ich deshalb dringend ab!

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Algenbestimmung anhand der Symptome
Fäden an den Blatträndern
Bartalgen
Rötlicher Überzug auf Steinen und Pflanzenblättern
Kieselalgen
Grüngefärbtes Wasser
Schwebe- oder Volvox-Algen
Dunkle, pinselartige Büschel an Pflanzen und Einrichtungsgegenständen
Pinselalgen
Grünblauer "schmieriger" Film über Kies und Pflanzenblättern

Blaualgen

 

Hinweis: Einige Bilder mußte ich (zum Glück) im Internet suchen, da ich keine geeigneten Algenarten selbst fotografieren konnte. Bei meiner Suche nach Bildmaterial im Netz fiel mir jedoch auf, dass nahezu alle verfügbaren Seiten dieselben Bilder verwenden und somit kein Urheber ermittelt werden konnte. Sollte jemand seine Bilder hier erkennen und mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sein, so bitte ich um einen Hinweis per PM. Ich werde dann das entspr. Bildmaterial umgehend von der Seite nehmen.

Ursachenforschung und Bekämpfung von Algen

 

 

Das wirksamste Mittel zur Algenbekämpfung ist "Geduld". Nichts ist häufiger die Ursache für gescheiterte Versuche das Aquarium von Algen zu befreien als ein Mangel an Geduld. Natürlich hat jede Algenart auch ihre speziellen Ursachen, eine ist jedoch allen gemein: Das biologische Gleichgewicht im Ökosystem Aquarium ist gestört. Es gilt deshalb zuallererst die Ursachen für das vermehrte Auftreten einer bestimmten Algensorte zu erforschen. Nahezu alle im Handel erhältlichen Wassertest-Sets sind hierfür geeignet. Aufschluss über den "Störfaktor" geben die Wasserwerte jedoch lediglich dann, wenn Vergleichswerte aus Zeiten vorliegen, in denen das Ökosystem noch stabil war und keine Algen sichtbar waren. Solche Testsets zählen deshalb zur Grundausstattung eines jeden Aquarianers. Die Wasseranalysen sollten in regelmässigen Abständen durchgeführt und auch protokolliert werden. Nur dann kann auch wirklich die tatsächliche Ursache der jeweiligen Algenplage bestimmt werden. Die üblichen Wasserwerte sind:

 

Wasserwerte zur Ursachenbestimmung
Sollbereich
PH-Wert (PH) *
Karbonhärte (KH) *
Gesamthärte (KH) *
Phosphat (PO4) < 0,5 mg/L
Nitrat (NO3) < 0,3 mg/L
Nitrit (NO2) nicht nachweisbar
Sauerstoff (O2)
* abhängig vom Fisch-/Pflanzenbesatz
© copyright Christian Ebert 2000

Folgende Rückschlüsse können aus Werten außerhalb des Sollbereichs, bzw. aus Veränderungen zum bisherigen Messergebnis gezogen werden:

 

PH-Wert, KH, GH:

Veränderungen dieser Wasserwerte sind nomalerweise die Folge von chemischen Zusätzen (CO2-Gas, PH-Minus-Präparate, Eichenextrakt...), bzw. von Wasseraufbereitung durch Einsatz von Umkehrosmoseanlagen oder Vollentsalzern. Oft ist sogar die Absicht edel, nämlich naturähnliche Bedingungen für unsere Aquarienbewohner zu schaffen, aber die Vorgehensweise verkehrt.

Jedwede gewünschte Veränderung der Wasserwerte sollte stets in kleinen Schritten und äussert behutsam durchgeführt werden. Ein zu schnelles Umstellen der Wasserwerte kann eine Kettenreaktion auslösen, deren Folgen nur sehr schwer abzuschätzen und noch schwerer wieder zu beheben sind. Fische und Pflanzen gewöhnen sich nur sehr langsam an veränderte Lebensbedingungen - wie wir Menschen übrigens auch. Pflanzen reagieren mit Wuchsstörungen, dies kann wiederum zu einem Nährstoffüberschuss führen, der dann schlussendlich die Ursache einer Algenplage sein kann. PH-Minus-Präparate enthalten ausserdem oft sehr hohe Phosphat-Konzentrationen - hierzu später mehr.

Ist es trotzdem passiert und die Algen blühen nach zu schnellem Einstellen der Wasserhärte, so hilft nur, die Wasserwerte durch mehrmalige Wasserwechsel wieder in kleinen Schritten auf die Ursprungswerte zurückzuführen und später sehr langsam wieder in Richtung Wunschwerte zu verändern.

 

Phosphat:

Zum Thema Phosphat und Algen habe ich einen eigenständigen Artikel verfasst, auf den ich an dieser Stelle verweisen möchte. "Phospat und Algen"

 

Nitrat/Nitrit:

Werte ausserhalb der o.g. Bereiche deuten auf ein Problem beim Schadstoffabbau hin. Dies kann entweder an zu hohen Schadstoffkonzentrationen (übermässige Fütterung, abgestorbene Pflanzen/Fische...), oder an zu geringer Leistungsfähigkeit der Filterung / Wasserwechsel liegen. Erhöhte Werte führen meistens zu Algen, in Extremfällen sogar zur Vergiftung der Fische. Auch hier sollten die erste Massnahme mehrere Wasserwechsel in Folge sein. Aber es gilt nicht nur die Symptome (hohe Nitrat(Nitrit-Werte) zu bekämpfen, sondern die Ursachen. Häufig ist ein ungeeignetes, bzw. mangelhaftes Filtersystem der Grund , seltener mangelnde Wasserhygiene (Wasserwechselintervalle, Überfütterung). Auch ein technischer Defekt am Filter (Pumpe) ist nicht auszuschließen und sollte überprüft werden.

 

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Stabilisieren des Ökosystems

 

Sobald die Wasserwerte durch die o.g. Massnahmen wieder reguliert worden sind, gilt es das System wieder zu stabilisieren indem der Pflanzenwuchs gefördert wird. Sofern genügend Pflanzen vorhanden sind, sollten diese durch vorsichtige Düngerzugabe zum wachsen angeregt, fehlende Pflanzen ersetzt werden. Die vermehrten Wasserwechselintervalle können langsam wieder auf einen Turnus von 1-2 Wochen zurückgeschraubt werden. Wöchentliche Messung der Wasserwerte anhand der Testsets erleichtert die Erfolgskontrolle. Während der gesamten Behandlung ist es wichtig, soviele Algen wie möglich mechanisch zu entfernen. Erst nach Wochen - manchmal sogar Monaten ist zunächst ein Stagnieren, später ein Rückgang der Algen erkennbar und das Mikro-Ökosystem Aquarium beginnt sich zu festigen.

 

 

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Algenarten:

 

Die oben beschriebenen Massnahmen zur Bekämpfung von Algenplagen sind allgemeine Vorgehensweisen. Jede Algenform hat jedoch auch ihre Eigenarten und damit spezielle Methoden ihr entgegenzuwirken.

 

 

 

Grünalgen zählen zu den häufigsten und auch "ungefährlichsten" Algenarten. Jedes Aquarium enthält in irgendeiner Form solche Algen. Es gibt verschiedene Arten: z.B. gehören auch die Fadenalgen oder einzellige Algen, die Wassertrübung oder einen Film an der Wasseroberfläche entstehen lassen dazu. Auch der leicht grüne Belag an den Aquarienscheiben oder Wasserpflanzen zählen dazu. Zum Problem werden sie erst bei übermäßigem Befall.

Bekämpfung:Die meisten Arten lassen sich mit etwas Geduld bereits durch mechanisches Entfernen in Verbindung mit vermehrtem Wasserwechsel erfolgreich bekämpfen. Scheibenbeläge können dazu mit einer Rasierklinge abgeschaft werden, Fäden kann man mit einem Holzspieß einfach aufdrehen und somit aus dem Aquarium entfernen. Eine grüne Wassertrübung (Schwebe- oder Volvox-Algen) ist durch einen UV-Wasserklärer sehr schnell beseitigt. So ein UV-Klärer ist eine UV-Lampe, die in den Filterkreislauf angeschlossen wird und durch ihre Strahlung Keime und eben Algen beseitigt.

Häufige Ursachen:

zu viel Nährstoffen im Wasser (häufig Überfütterung der Fische) und zu viel Licht.

 

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Blaualgen: Gerade in der Anfangsphase eines neu eingerichteten Aquariums droht die Gefahr der Blaualgenbildung. Genaugenommen handelt es sich dabei garnicht um Algen im herkömmlichen Sinn, sondern um sogenannte Cyanobakterien. Trotzdem werden sie als Algen bezeichnet. Sie sind besonders gefährlich, da sie die Unterwasserpflanzen mit einem schmierigen, grünlich blauen Schleier überziehen und dadurch ersticken und außerdem recht hartnäckig sind. Sie werden deshalb auch "Schmieralgen" genannt.

Häufige Ursache ist direkte Sonneneinstrahlung ins Becken und hartes, kalkreiches Wasser.

Bekämpfung: Zunächst kann man versuchen diese Algen mechanisch zu entfernen, obwohl dieses niemals vollständig gelingen wird, weil aus kleinsten Rückständen in kurzer Zeit wieder neue Algenteppiche heranwachsen. Leider sind auch keine Fische oder Schnecken bekannt, die für eine biologische Bekämpfung der Blaualgen in Frage kommen.

Algenbekämpfung: Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich eine komplette Abdunklung des AQ für ca. 7-10 Tage. Dies schadet den meisten Pflanzen und Fischen nicht. Vorhandene Algenteppiche sollten vorher so gut wie möglich abgesaugt werden. Später dann sollten die Lichtverhältnisse überprüft werden (alte Röhren austauschen); Düngung optimieren; Wasserwerte überprüfen (hohe Nitrat und Phosphat Werte beseitigen); schnellwüchsige Wasserpflanzen einsetzen; befallene Einrichtungsgegenstände des Aquariums entfernen bzw. abkochen.

Sauerstoffzufuhr über einen Oxidator treibt kein wertvolles CO2 aus und fördert die Blaualgenbekämpfung.

Ebenfalls förderlich zur Beseitigung dieser lästigen Alge ist der Einsatz von Osmose-, oder vollentsalztem Wasser, wobei natürlich die Wasseranforderungen des Fischbestandes zu beachten sind.

Häufige Ursachen:

Hartes, kalkreiches Wasser, schlechte Wasserqualität, zu hohe Nitrat- oder Nitritgehalte, biologisches Ungleichgewicht und falsche Lichtverhältnisse..

 

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Kieselalgen: Die wenigsten Aquarianer haben Probleme mit dieser Algengattung, die fälschlicherweise auch oft als "Braunalge" bezeichnet wird. Wenn doch, dann tauchen sie als schmierig-brauner Belag auf. Diese Algen werden vor allem durch geringen Sauerstoffgehalt, schlechte Lichtverhätnisse, hartes Wasser und hohe Phosphatwerte begünstigt.

Bekämpfung: Werden die Wasserwerte durch einen Wasserwechsel verbessert und die Leuchtstofflampen ersetzt, verschwinden diese Algen in der Regel nach kurzer Zeit. Befallene Gegenstände und Scheiben lassen sich einfach mit einem Schwamm oder einer Rasierklinge säubern.

Häufige Ursachen:

zu wenig Licht, schlechte Wasserqualität taucht bevorzugt in hartem Wasser mit geringer Sauerstoffkonzentration auf.

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Die Pinsel oder Pelzalgen sind wohl die lästigsten Algen, die unser Aquarium befallen können. Dies Algen befallen alles, Blätter, Wurzeln, Steine, selbst vor Glasscheiben wird nicht halt gemacht.

Bei dieser Algenart gilt es, das biologische System genau auf Schwachstellen zu untersuchen. Das bedeutet Wasserwerte umfassend messen, Filterung optimieren, Düngung kontrolieren, Leitungswasser messen, und, und, und.... Die wichtigste Grundregel bei der Bekämpfung von Pinselalgen heißt Wasserwechsel noch und nöcher! Außerdem müssen befallene Einrichtungsgegenstände herausgenommen und abgekocht werden. Befallene Pflanzenblätter werden entfernt und die Scheiben mit einer Rasierklinge gereinigt, wobei gleichzeitig mit einem Schlauch die abgetrennten Büschel abgesaugt werden. Für die Lösung des Pinselalgenproblems haben wir kaum biologische Helfer. Lediglich die Amano-Garnele und die Siamesische Rüsselbarbe sind bekannt dafür auch die "jungen" Pinselalgen abzuweiden. Ältere Algen werden aber überhaupt nicht mehr genommen. Diese muß man mechanisch entfernen. Besonders hier ist es wichtig, die Ursache und nicht nur die Auswirkungen zu bekämpfen. Auslöser für Pinselalgen sind häufig zu hohe Nitrat-, bzw. Phoshat-Werte. Hierzu ein kleiner Erfahrungsbericht einer ca. 6-monatigen "Schlacht" zur Bekämpfung dieser hatnäckigen Algenart.

Häufige Ursachen:

zu hoher Nährstoffgehalt (PO4) und gleichzeitiger CO2-Mangel, starke Strömung.

-> weiterführende Informationen zum Thema Phosphat im Aquarium

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Algenfresser (natürliche Algenbekämpfung):

 

Zwar bietet die Industrie mittlerweile eine Vielzahl von chemischen Hilfsmitteln an, die alle mehr oder minder brauchbare Ergebnisse liefern, aber das Grundproblem wird hiermit nicht gelöst, so daß es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis erneut die Algen das Aquarium besiedeln.

Gute Helfer bei der Bekämpfung von Algen sind auch einige Aquarienbewohner. Mit dem blauen Antennenwels (Ancistrus dolichopterus), der den Ruf als guter Algenfresser genießt, habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, da er die Echinodorus-Pflanzenblätter "skelettiert" und sofern irgendeine Futteralternative bestand, keine Algen mehr angerührt hat.

Effektiver ist hier schon die siamesische Rüsselbarbe (Epalzeorhynchus siamensis). Die Rüsselbarben beseitigten alle restlichen Pinselalgen auf den Blättern perfekt.

Mein beliebtester, weil zuverlässigster Algenvertilger, ist der Zwergharnischwels (Otocinclus vittatus). Er bleibt ca. 6 cm klein und weidet aber den ganzen Tag unermüdlich Algen ab ohne dabei Pflanzen zu schädigen. Einzig Pinselalgen rührt er nicht an.

Mittlerweile immer beliebter, da sehr effektiv, sind die Amano-Garnelen (Caridina japonica); kleine Glasgarnelen, die emsig heranwachsende Algenteppiche abweiden. Sie zählen auch zu den wenigen Vertretern, die auch die hartnäckigen Pinselalgen vertilgen, die die meisten ihrer Kollegen verschmähen.Hier sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, daß sie nicht mit allzu großen, bzw. fresslustigen Fischen vergesellschaftet werden, da diese sie kurzerhand als "Delikatesse" angesehen werden. Von 30 eingesetzten Garnelen haben meine, damals halbwüchsigen Skalare keine mehr übriggelassen.

Wichtig: Alle o.g. Helfer sind Tiere, die zwar zur Algenbekämpfung sehr hilfreich sein können, aber auch nicht in jedes Aquarium passen. Vor dem Kauf sollte man sich deshalb gründlich über deren Ansprüche an die Lebensbedingungen informieren. Als erste Hilfe dazu empfehle ich den Mergus Aquarienatlas (ISBN 3-88244-101-1), der in keinem Aquarianerhaushalt fehlen sollte. Ebenfalls informativ ist die, in meiner Linkliste aufgeführte Online-Datenbank "Fishbase".

 

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